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Viel besorgniserregender

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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Neues Thema


  1. Re: Viel besorgniserregender

    Autor: AllDayPiano 14.04.21 - 10:16

    Naja für letzteres gibt's de facto noch keine Lösung. Und es ist auch fraglich, ob sich das in den nächsten 50 Jahren ändert.

    DAS Endlager, das sich Kernkraftbefürworter immer erhoffen, wird vermutlich genauso Fiktion bleiben, wie ein Überlichtantrieb.

    Alles, was oben steht, ist eine Meinung. Meine Meinung.

  2. Re: Hausmeister pafft CO2

    Autor: martinalex 14.04.21 - 10:22

    Crass Spektakel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aha und beim Bau, Transport und Wartung von Biogas-Anlagen, Windrädern und
    > Solarzellen fällt kein CO2 ab oder wie soll ich Deine These verstehen?
    >
    > Diese Anlagen werden aus dem gleichen Beton gebaut, mit den gleichen
    > Fahrzeugen bewegt und die Rohstoffe mit den gleichen Fördermitteln
    > gefördert. Mit dem gleichen Energiemix.
    >
    > Der Kasus Knacksus ist aber daß ein AKW bei gleichem Gewicht, bei gleichem
    > Footprint, ein Vielfaches an Energie produziert.

    Das Gebäude ist zwar ein fetter Betonklotz, aber das fällt tatsächlich fast nicht ins Gewicht. Wesentlich relevanter ist die Förderung von Uran und dessen anreicherung mittels ziemlich grosser Zentrifugen.

    Umweltbundesamt: "Laut ⁠IPCC⁠-Bericht von 2014 liegen die Treibhausgasemissionen von Kernkraftwerken über den gesamten Lebenszyklus im Bereich von 3,7 bis 110 Gramm CO2-Äquivalenten pro Kilowattstunde mit einem ⁠Median⁠ von 12 CO2-Äquivalenten pro Kilowattstunde."
    Die grosse Spanne ergibt sich daraus, dass die Endlagerung eben noch kein gelöstes Problem ist und deswegen die Modelle auch sehr unterschiedlich agieren.

    Für Windkraft habe ich Werte im Bereich 11-17 Gramm gefunden.

    >
    > Zumal es einfach albern ist, bei der TCO/kwh eines Atomkraftwerkes spielt
    > das CO2 keine Rolle, bei den anderen "CO2-armen" Energiequellen liegt sie
    > locker um Faktor 10 bis 100 darüber.

    Siehe oben, Wind (pur, ohne Backup/Speicher) ist in der gleichen Grössenordnung. Und ohne Speicher ist auch Kernkraft nicht nutzbar, da es keine Spitzen abbildet (dafür aber besser planbar).
    Solar liegt mit 82g/kwh deutlich drüber, aber immer noch weit unter den typischen 800g/kwh von Steinkohle und Gas.
    >
    > Das nennt man mit Zweierlei Maß messen: Das viele CO2 was bei ungenutzter
    > Energie anfällt (erneuerbare Energie gibt es nicht) ist gut aber das wenige
    > das bei einem AKW anfällt ist böse. Oder kurz: Neo-Luddismus.

  3. Re: Hausmeister pafft CO2

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 14.04.21 - 11:20

    martinalex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Die grosse Spanne ergibt sich daraus, dass die Endlagerung eben noch kein
    > gelöstes Problem ist

    Ähm nein. Soweit ich weiß ergibt sich die Spanne dadurch, dass bis vor ein paar Jahren besonders in den USA (aber auch noch eine ganze Zeit in Frankreich) noch Anreicherung mit Gasdiffusion betrieben wurde, bei der Gas immer wieder aufgeheizt und durch poröse Keramik diffundiert wird. Dabei hat das leichtere Uranhexaflouridgas mit Uran-235 hat eine größere Chance, ans andere Ende der Keramik der Keramik zu gelangen und wird dadurch angereichert.

    Dabei muss das Gas aber immer wieder aufgeheizt werden, was meistens mit Erdgas getan wurde. Daher die CO2 Emissionen.

    Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/

  4. Re: Hausmeister pafft CO2

    Autor: Crass Spektakel 14.04.21 - 13:20

    martinalex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das Gebäude ist zwar ein fetter Betonklotz, aber das fällt tatsächlich fast
    > nicht ins Gewicht. Wesentlich relevanter ist die Förderung von Uran und
    > dessen anreicherung mittels ziemlich grosser Zentrifugen.

    Im Bergbau ist die Nutzung fossiler Energien in den letzten 50 Jahren fast auf Null zurückgegangen. Gerade weil es auch sicherheitstechnisch besser ist mit reinem Strom statt verbrennern zu arbeiten - gerade unter Tage kommt ja auch noch dazu daß fossile Energieträger den Sauerstoff verbrauchen den eigentlich die Arbeiter atmen sollen. Ob allerdings der Bergbaustrom CO2-frei ist kommt natürlich auf die jeweilige Vorortlösung an. Aber tendentiel wirds da auch nicht anders als bei anderen Energieträgern laufen.

    Und Zentrifugen - zumindestens für zivile Anreicherung - laufen ebenfalls seit Jahrzehnten nur mit Strom.

    Mit HEUTIGER Technik wird durch AKWs selbst unter Berücksichtigung der TCO keine relevante Menge CO2 mehr freigesetzt. Ob das vor 50 Jahren anders war kann man diskutieren ändert aber nichts am heutigen Stand. Und die größte CO2-Freigabe - der Bau - ist ja ohnehin schon angefallen, da hilft Abschalten garnichts.

    > Umweltbundesamt: "Laut ⁠IPCC⁠-Bericht von 2014 liegen die
    > Treibhausgasemissionen von Kernkraftwerken über den gesamten Lebenszyklus
    > im Bereich von 3,7 bis 110 Gramm CO2-Äquivalenten pro Kilowattstunde mit
    > einem ⁠Median⁠ von 12 CO2-Äquivalenten pro Kilowattstunde."
    > Die grosse Spanne ergibt sich daraus, dass die Endlagerung eben noch kein
    > gelöstes Problem ist und deswegen die Modelle auch sehr unterschiedlich
    > agieren.

    Wie aktuell diese Aussage ist konnte ich leider nicht ermitteln. Wobei mir auch Zweifel kommen wo CO2 anfällt wenn ein Faß mit Müll ein paar tausend Jahre rumliegt.

    > Solar liegt mit 82g/kwh deutlich drüber, aber immer noch weit unter den
    > typischen 800g/kwh von Steinkohle und Gas.

    Daß fossile Brennstoffe in einer ganz anderen Liga spielen und wir eigentlich nur um Peanuts streiten kommt noch dazu.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.04.21 13:21 durch Crass Spektakel.

  5. Re: Hausmeister pafft CO2

    Autor: martinalex 14.04.21 - 14:24

    Frank Wunderlich-Pfeiffer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > martinalex schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Die grosse Spanne ergibt sich daraus, dass die Endlagerung eben noch
    > kein
    > > gelöstes Problem ist
    >
    > Ähm nein. Soweit ich weiß ergibt sich die Spanne dadurch, dass bis vor ein
    > paar Jahren besonders in den USA (aber auch noch eine ganze Zeit in
    > Frankreich) noch Anreicherung mit Gasdiffusion betrieben wurde, bei der Gas
    > immer wieder aufgeheizt und durch poröse Keramik diffundiert wird. Dabei
    > hat das leichtere Uranhexaflouridgas mit Uran-235 hat eine größere Chance,
    > ans andere Ende der Keramik der Keramik zu gelangen und wird dadurch
    > angereichert.
    >
    > Dabei muss das Gas aber immer wieder aufgeheizt werden, was meistens mit
    > Erdgas getan wurde. Daher die CO2 Emissionen.

    Gasdiffusion mittels Keramik kannte ich tatsächlich nicht und die allermeisten Sekundärquellen weisen wenn überhaupt den Bereich aus, gehen aber mit keinem Wort darauf ein, wodurch der Bedingt ist. Wieder was gelernt :)

  6. Re: Hausmeister pafft CO2

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 14.04.21 - 14:48

    Im Manhattenprojekt wurde zuerst mit einem einfachen metallurischen Verfahren (wahrscheinlich unterschiedliches Kristallisationsverhalten? - Kenn die Details dort nicht) das Uran von 0,7% auf 0,85% angereichert, dann mit Gasdiffusion auf 40%(?) und der Rest durch eine Art "Teilchenbeschleuniger" getrennt, in dem elektrisch geladene Gaspartikel durch ein Magnetfeld geflogen sind. Die schweren wurden weniger stark abgelenkt als die leichten.

    Fun fact: Weil Kupfer kriegswichtiges Metall war (u.a. Verbrauchsmaterial in Patronenhülsen etc.) hat man stattdessen angefragt, ob man die Magnetspulen nicht aus Silber von der Nationalbank machen könne. Ist ja sowieso besser. Das wurde dann auch getan und die Spulen anschließend wieder eingeschmolzen und zurückgegeben.

    Die Zentrifugen waren damals schon in Diskussion, aber die Materialtechnik noch nicht weit genug. Das neuste Verfahren ist Laseranreicherung, die darauf beruht, dass Gas mit unterschiedlichen Isotopenmassen bei leicht unterschiedlichen Wellenlängen ionisiert wird. Die Laser werden dann genau darauf abgestimmt. Das Coca-Cola-Geheimrezept dahinter ist aber das Verfahren, wie das ionisierte Gas sauber vom Rest getrennt wird.

    Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.04.21 14:51 durch Frank Wunderlich-Pfeiffer.

  7. Re: Viel besorgniserregender

    Autor: /mecki78 14.04.21 - 14:55

    fanreisender schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mit den Spaltprodukten gibt es hinreichend Probleme, nur ausgerechnet
    > Tritium ist Keines.

    Wo das Tritium her kommt spielt bitte welche Rolle? Ohne Kernkraftwerk wäre es nicht da, nur darauf kommt es an. Interessiert doch kein Schwein ob das ein Spaltprodukt ist.

    /Mecki

  8. Re: Viel besorgniserregender

    Autor: /mecki78 14.04.21 - 14:58

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und noch viel besorgniss erregender ist, das der Schwarzwald als Urlaubs
    > und Erholungsgebiet ausgewiesen wird, wo er eine höchste natürliche
    > Strahlenbelastung in Deutschland hat.

    Und was ist hier das Argument? Weil es irgendwo natürliche Strahlung gibt ist es okay, wenn wir radioaktiven Müll fröhig in der Natur verteilen? Vielleicht lässt du dir erst einmal gesunden Menschenverstand zukommen, bevor du über Bildung lamentierst.

    /Mecki

  9. Re: Viel besorgniserregender

    Autor: baaaam 14.04.21 - 21:37

    das argument, dass in der natur auch strahlung existiert lese ich hier in den kommentaren vermehrt. den vergleich kann ich auch gar nicht nachvollziehen. an die natürliche strahlung haben sich die organismen über jahr millionen angepasst, sonst würde es uns gar nicht geben. heißt also damit kommt man ohne probleme klar. allerdings ist es doch etwas vollkommen anderes wenn der mensch hier zusätzlich strahlende stoffe in das system einbringt, die ohne menschliches zutun gar nicht vorhanden wären. das ist wie wenn man ein eingeschwungenes system wieder zum schwingen bringt, dann rumpelts halt.

  10. Re: Viel besorgniserregender

    Autor: Eheran 15.04.21 - 21:31

    Die Relation von 0,1 bis 0,3 Gramm pro Jahr vs. 200 Gramm pro Jahr, die "natürlich" entstehen, hast du aber schon gesehen, ja? Was sollen diese 0,1% mehr plötzlich alles ändern? Meinst du weltweit ist Tritium perfekt gleichverteilt und nirgendwo 0,1% höher konzentriert?

    Oder all die anderen radioaktiven Stoffe, insbesondere Radon, welches sich in Kellern ansammelt?

  11. Re: Viel besorgniserregender

    Autor: Eheran 16.04.21 - 05:54

    Was ist denn mit "Endlagern" für gefährliche Chemieabfälle? Das Zeug zerfällt nie, bleibt für immer eine Gefahr. Aber "keinen" kümmerts. Die Entsorgung ist nicht mal groß teuer. Wird halt in alte Schächte bzw. freigespülte Kavernen gekippt und fertig. Ich finde es immer wieder spannend, dass bei Radioaktivität völlig andere Maßstäbe angesetzt werden als für all die anderen Abfallprodukte, die wir so erzeugen.

  12. Re: Viel besorgniserregender

    Autor: suicicoo 17.04.21 - 13:06

    ich fahre alle strecken in münchen (+10-15km) mit dem rad... unnu?

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