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Zumindest sieht man mal schön

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  1. Zumindest sieht man mal schön

    Autor: mhstar 25.04.21 - 08:32

    dass die ganzen "IT muss ¤ 120 000 im Jahr sein!"
    oder "ein gutes Gehalt ist ¤ 200 000 im Jahr"

    eben nicht die Realität für den Durchschnitt in Deutschland ist.
    Ein gutes Gehalt kann also schon mal weit unter ¤ 120 000 im Jahr sein, denn anscheinend verdient der durchschnittliche Deutsche viel, viel weniger.

  2. Re: Zumindest sieht man mal schön

    Autor: Oktavian 25.04.21 - 12:02

    > dass die ganzen "IT muss ¤ 120 000 im Jahr sein!"
    > oder "ein gutes Gehalt ist ¤ 200 000 im Jahr"
    >
    > eben nicht die Realität für den Durchschnitt in Deutschland ist.

    Das schöne an so verschwommen und nichtssagenden Zahlen ist doch, dass man jede gewünschte Interpretation da mit hineinlegen kann. Es gibt keine Aussagen dazu, wie die Zahlen entstanden sind, was wie plausibilisiert oder bereinigt wurde, ob etwas ausgeschlossen wurde, etc.?

    Wurden beispielsweise verschieden Wochenstundenzahlen auf eine Standard-Vollzeitstelle zusammengerechnet oder nicht? Konkretes Beispiel: Einer mag mit einer 20-Stunden-Stelle 50.000 EUR verdienen, ein anderer mit einer 40-Stunden-Stelle 60.0000. Verdienen die beiden jetzt im Schnitt 55.000 EUR (unbereinigt) oder 80.000 EUR (bereinigt auf 40 Stunden)?

    Zudem ist die Gruppierung nach Branchen maximal grob. Eine Putzfrau in einem IT-Unternehmen arbeitet in der IT, führt aber eben keine IT-nahe Tätigkeit aus. Wenn jemand nun sein Gehalt mit einem IT-Gehalt vergleicht, kann man schon davon ausgehen, dass er Wert legt auf eine IT-nahe Tätigkeit.

    Dann werden natürlich auch alle Tätigkeitsniveaus gemischt. Unter IT fällt der Entwickler, der Software-Architekt, der IT-Betriebsleiter, aber auch der Callcenter Agent und der 1st Level Supporter. Dazu natürlich die ganzen, die sich in StartUps (bei kostenlosen Getränken und einem Obstkorb) für ein Mini-Gehalt ausquetschen lassen.

    Und natürlich ist, wie bei Gehältern meist, der Durchschnitt eher ungeeignet, um das Niveau zu finden, was wir so aus Durchschnitt empfinden. Der Median wäre da deutlich besser. Das ist auch leicht verständlich, ein paar Superverdiener ziehen so einen Durchschnitt ordentlich nach oben. Ein paar Sehr-Gering-Verdiener ziehen aber den Schnitt nicht in gleichem Maße nach unten, denn weniger als 0 kann man halt nicht verdienen.

    > Ein gutes Gehalt kann also schon mal weit unter ¤ 120 000 im Jahr sein,
    > denn anscheinend verdient der durchschnittliche Deutsche viel, viel
    > weniger.

    Der durchschnittliche Deutsche liegt bei 47k für eine Vollzeitstelle. Aber was nützt mir das? Bin ich durchschnittlich? Soll ich in meine nächste Gehaltsverhandlung gehen mit der Aussage "Cheffe, ich bin doch in jeder Hinsicht total durchschnittlich, also sollte ich auch durchschnittlich verdienen"?

  3. Re: Zumindest sieht man mal schön

    Autor: .02 Cents 26.04.21 - 07:51

    Was man nicht aus den Augen verlieren sollte: Diesen Agenturen geht es nicht darum, die Zufriedenheit im aktuellen Job zu erhöhen. Wenn sie jemanden, der sowieso mit seinem Job ein wenig gelangweilt / unzufrieden ist, dazu bringen, einen Jobwechsel zu erwägen, dann haben sie doch schon erreicht, was sie wollen. Dazu müssen natürlich die entfernten Wiesen grüner sein, weil der Grund so einen Gehaltsrechner aufzusuchen ist ja nicht, dass man sich nettere Kollegen wünscht ...

    Gulp haben das ja eine zeitlang für Freiberufler gemacht, auch nachdem sie von einer Vermittlungsplattform zu einer Agentur wurden. Da war eigentlich immer das Interesse spürbar, dass die Stundensätze zu niedrig ausgewiesen werden, denn damals gab es eher ein Überangebot an Leuten, und je niedriger die Sätze sind, je besser die Chance für die Agentur die Ausschreibung zu besetzen bzw. für bessere Margen ...

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