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Warum eigentlich keine Mehrwegbehältnisse?

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  1. Re: Warum eigentlich keine Mehrwegbehältnisse?

    Autor: Bonarewitz 03.05.21 - 18:31

    Blaubeerchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finde es immer wieder faszinierend, wie unfreiwillig elitär viele
    > Kommentare zu solchen Themen sind - ohne es scheinbar zu bemerken.
    >
    > Eigentlich eine Ahnung, wie viele Menschen in Deutschland nicht mal eben
    > den einen oder anderen Euro mehr auszugeben, weil am Ende des Geldes noch
    > Monat übrig ist?
    >
    > Solange ein Öko-Lebenstil gleichzeitig auch Luxus-Lebensstil ist, ist jedes
    > Konsumenten-Shaming ignorant - oder sogar arrogant.

    Solange nur diejenigen, die es sich *wirklich* nicht anders leisten können, auf Billigprodukte (mit all ihren Nachteilen) zurückgreifen würden und alle anderen mehr auf ihren Konsum achten würden, wäre das Problem, das ursächlich für diese Aufforderung ist, massiv geringer, als es aktuell der Fall ist.
    Wenn du diese also ausklammerst, bleiben immer noch viele angesprochen.

    Aber unabhängig davon:
    Man muss sich einfach der Folgen seines Handelns bewusst sein.

    Und Fakt ist:
    Ein Produkt hat seinen Preis. Und je niedriger er auf der Packung steht, desto mehr zahlt jemand anderes dafür:
    - die Umwelt
    - der Logistiker
    - der Mitarbeiter des Herstellers (bis hin zur Sklaverei!)
    - ...

    Im Gegenteil finde ich es elitär, im Schnitt 50 Menschen durch eigene Konsumentscheidungen auszubeuten.
    Und ja: Ich muss mich entscheiden, ob ich Sklavenhaltung aktiv unterstütze oder meinen Konsum anpasse und auf etwas verzichte.
    Aus der Verantwortung kann sich aber niemand ziehen. Rausreden ja, mehr aber auch nicht.

    Und was ich nicht verstehe:
    Warum ändern die von dir genannten betroffenen nicht ihre Situation? Würden alle, die sich nicht mal Käse aus der Frischetheke leisten können, ihr Kreuz im September richtig setzen, würde die Schere sich schnell nicht weiter spreizen und sich im besten Fall wieder langsam schließen.
    Aber solange die AfD die "bessere Alternative" für diejenigen darstellt, sind sie ein Stück weit selbst am eigenen Zustand schuld.

  2. Re: Warum eigentlich keine Mehrwegbehältnisse?

    Autor: lestard 04.05.21 - 12:30

    Bonarewitz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    Beim Rest gehe ich mit aber der Teil hier ist Bullshit:

    > Und was ich nicht verstehe:
    > Warum ändern die von dir genannten betroffenen nicht ihre Situation? Würden
    > alle, die sich nicht mal Käse aus der Frischetheke leisten können, ihr
    > Kreuz im September richtig setzen, würde die Schere sich schnell nicht
    > weiter spreizen und sich im besten Fall wieder langsam schließen.
    > Aber solange die AfD die "bessere Alternative" für diejenigen darstellt,
    > sind sie ein Stück weit selbst am eigenen Zustand schuld.

    1. Ändert die Wahlentscheidung eines Einzelnen nichts an seinen Umständen. Du kannst die beste Partei wählen aber du hast nun mal nicht die Möglichkeit, die Wahlentscheidung der anderen 80 Mio. Deutschen zu beeinflussen. Daher kann man auch dem Einzelnen nicht die Schuld geben, dass sich politisch nichts ändert. Es liegt nun mal nicht in seiner Hand.

    2. Nicht selten haben Leute, die wenig Geld in der Tasche haben, trotzdem sehr viel zu tun. Manchmal mehrere Jobs, Kindererziehung, Behörden-Bürokratie und so weiter. Vielleicht bleibt dann nicht so viel Zeit und Kraft übrig am Ende des Tages, um sich die Wahlprogramme der ganzen Parteien genau durchzulesen und sich eine fundierte Meinung zu bilden.

  3. Re: Weil die nach jeder Lieferung wieder gereinigt werden müssen

    Autor: lestard 04.05.21 - 12:41

    Ich vermute, dass Pappe und Kartons hier der falsche "Gegner" sind. Das eigentliche Problem ist Plastik und nicht Glas oder Pappe. Klar, kostet es Energie, Glas neu einzuschmelzen und Pappe zu recyclen. Aber perspektivisch stellen wir unsere Energieversorgung ja auf erneuerbare Energien um, daher wird das Problem Stück für Stück kleiner. Auch Frischfasern sind letztlich kein Problem weil der Rohstoff ja nachwächst. Wir müssen uns halt von weißem Papier und Karton verabschieden weil das dafür notwendige Kaolin nicht regenerativ ist aber ansonsten halte ich Papier und Pappe für kein besonders großes Umweltproblem. Zumindest nicht prinzipiell.

    Bei Plastik sieht das anders aus. Da gibts gleich mehrere Probleme: 1) der Rohstoff ist Erdöl und 2) die Plastik kann nur schwer wirklich recyclet werden und landet viel zu oft irgendwo auf der Welt in der Umwelt.

    Daher würde ich wo es auch geht lieber auf Papp-Verpackung an Stelle von Plastik setzen, selbst wenn die Pappe dann nicht wiederverwendet werden kann. Das gleiche bei Glas. Natürlich ist Mehrweg-Glas noch besser aber Einweg-Glas ist auch OK.
    Mehrweg-Glas > Einweg-Glas >> Plastik.

  4. Re: Warum eigentlich keine Mehrwegbehältnisse?

    Autor: Bonarewitz 04.05.21 - 17:28

    lestard schrieb:
    ----------------------------------------------------------------------
    > 1. Ändert die Wahlentscheidung eines Einzelnen nichts an seinen Umständen.
    > Du kannst die beste Partei wählen aber du hast nun mal nicht die
    > Möglichkeit, die Wahlentscheidung der anderen 80 Mio. Deutschen zu
    > beeinflussen. Daher kann man auch dem Einzelnen nicht die Schuld geben,
    > dass sich politisch nichts ändert. Es liegt nun mal nicht in seiner Hand.
    Ich stimme dir zu 100% zu, habe mich aber falsch ausgedrückt. Was ich meinte kommt beim Nachlesen nicht so rüber, wie ich es gemeint habe.
    Ich spreche nicht von jedem einzelnen (sonst wäre ich ja auch für die GroKo voll verantwortlich), sondern von der Gesamtheit des angesprochenen Personenkreises.
    Wenn ausschließlich alle ca. 13 Millionen auf Hartz IV-Niveau lebenden (Volker Pispers hat das vor einigen Jahren mal schön vorgerechnet) entsprechend ihrer finanziellen Situation entsprechend wählen würden, hätten sie diese Situation nicht.
    Genauso wie die Gesamtheit der wahlberechtigten Deutschen an der GroKo schuld ist.
    Solange diese Gruppe aber (statistisch betrachtet) großteils Nichtwähler sind, und überproportional AfD wählt, bzw. (aus welchen Gründen auch immer) die ehemaligen Volksparteien wählt, *kann* sich nichts ändern.

    > 2. Nicht selten haben Leute, die wenig Geld in der Tasche haben, trotzdem
    > sehr viel zu tun. Manchmal mehrere Jobs, Kindererziehung,
    > Behörden-Bürokratie und so weiter. Vielleicht bleibt dann nicht so viel
    > Zeit und Kraft übrig am Ende des Tages, um sich die Wahlprogramme der
    > ganzen Parteien genau durchzulesen und sich eine fundierte Meinung zu
    > bilden.
    Ich verstehe das Argument, aber sehe es anders.
    Wenn es um meine Zukunft geht, muss ich etwas Zeit opfern, um mich zu informieren, was ich wähle. Oder ich darf mich anschließend nicht beschweren, in welcher Situation ich mich befinde, bzw. welche politischen Weichen gestellt werden.

    BTW:
    Ich halte Wahlprogramme für gänzlich ungeeignet, eine politische Entscheidung zu treffen.
    Ich bewerte Parteien nicht an dem, was sie versprechen, sondern danach, wie sie tatsächlich handeln (z.B. bei Abstimmungen, Anträgen oder konkreten Vorschlägen, wenn noch ohne Regierungsbeteiligung).

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