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Re: Vermögen zu besteuern ist Unfug

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Re: Vermögen zu besteuern ist Unfug

Autor: /mecki78 11.06.21 - 15:37

Wenn jemand Geld erbt (Schenkung und Erbe sind steuerlich auch heute schon im Grunde das Gleiche, wenn man mal die unterschiedlichen Freibeträge außen vor lässt), dann ist das für mich ein Einkommen. Ich sehe da keinen Unterschied, ob jemand Geld als Lohn für eine Arbeit erhält, weil er einen Wertgegenstand verkauft oder weil er etwas erbt. Warum sollte man hier unterscheiden? Durch was genau soll diese Unterscheidung gerechtfertigt sein?

Die Idee einer Einkommensteuer ist: Wann immer du ein Einkommen hast, teilst du einen Teil davon mit der Gesellschaft in der du lebst, so dass jeder auch von deinem Einkommen profitiert und auch davon profitiert, dir ein Einkommen ermöglicht zu haben. Geht es vielen Individuen in der Gesellschaft gut, weil sie hohe Einkommen erwirtschaften, dann geht es der Gesellschaft als ganzes gut. Jeder teilt hier ein bisschen was von seinem Glück (Glück im Sinne von Zufriedenheit, nicht im Sinne von Zufall) und am Ende sind alle etwas glücklicher.

Wenn jetzt jemand aber z.B. einen Betrieb erbt oder ein Haus, dann ist das kein Einkommen. Hier gibt es IMHO auch keinen Grund irgend etwas zu besteuern. Verkauft er den Betrieb oder das Haus dann ist das Einkommen und das wird versteuert. Lässt er sich Gewinne aus dem Betrieb auszahlen oder Vermietet das Haus, dann ist das Einkommen und das wird besteuert. Dadurch wird es automatisch interessant Betriebe weiterzuführen und Häuser zu vermieten oder selber zu bewohnen, denn macht man sie nur einmalig zu Geld, hat man ein enorm hohes Einkommen und zahlt entsprechend enorm hohe Steuern. So hält man Vermögen auf sinnvolle Art und Weise in der Familie und damit auch in der Gemeinschaft und verhindert die Vernichtung durch gierige Gleichmacherei.

Die Befürchtung, dass sich so Vermögen überproportional anhäuft, kann ich nicht teilen. Denn alleine wer mehr als ein Kind hat, halbiert das Vermögen ja mit jedem Erbe, jedes Kind bekommt schließlich die Hälfte. Bei fünf Kindern bekommt jeder nur ein fünftel, usw. Und wer sich "auszahlen" lässt, der hat wieder viel Einkommen und gibt einen großen Teil des bisherigen Vermögens als Einkommen an die Gesellschaft ab.

Und ein Multimilliardär auf dem Papier, ist kein echter Multimilliardär denn um sein Vermögen "auszugeben", muss er es erst zu Geld machen, dann wird es aber zu Einkommen und dann wird ein erheblicher Teil davon an die Gemeinde abgeführt. Von mir aus sollen Menschen nahezu unendlich virtuelles Vermögen anhäufen, wo ist dabei das Problem, solange sichergestellt ist, dass sie diese Vermögen niemals zu realen Vermögen wandeln können, ohne dass dabei die Gemeinschaft ihren gerechten Anteil erhält?

Denn ich habe nicht gesagt, dass ich mit der Art, wie wir Einkommen besteuern zufrieden bin. Zum einen sind die Steuern zu niedrig. Auch wenn sie auf dem Papier 42% sind, niemand zahlt real 42% und nur real gezahlte Steuer zählt. Auch wer 250.000¤ pro Jahr verdient zahlt keine 42% Steuern, da diese erst auf die Euros fällig werden, die er eingenommen hat nachdem er die 42% erreicht hat, aber eben nicht auf die Euros auf dem Weg dahin. Die Steuerprogression sollte sanfter ansteigen, dafür aber weiter hinauf gehen.

Dann gibt es viel zu viele Ausnahmen und Abschreibungen, von denen vermögende unnötiger Weise profitieren und die die meisten Normalverdiener gar nicht sinnvoll nutzen können. Es gibt viel zu viele Wege Steuern zu vermeiden und zu umgehen. Und natürlich muss auch sichergestellt werden, dass niemand sein Vermögen erst ins Ausland schafft und dann dort zu Geld macht, um eben die Einkommensteuer vor Ort zu umgehen. Selbst dann nicht wenn er seine Staatsbürgerschaft wechselt. In dem Moment, wo jemand das in einem Land erwirtschaftete Vermögen in ein anderes Land umziehen möchte, muss es als virtuelles Einkommen betrachtet und entsprechend versteuert werden, sofern nicht ein Steuerabkommen mit dem Zielland existiert, dass diesen Fall irgendwie anders regelt und z.B. sicherstellt, dass sollte er das Vermögen im Zielland zu Geld machen oder versuchen es weiter in ein anderes Land zu transferieren, das Ausgangsland seinen Anteil erhalten wird.

/Mecki


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Vermögen zu besteuern ist Unfug

/mecki78 | 10.06.21 - 16:11
 

Re: Vermögen zu besteuern ist Unfug

u21 | 11.06.21 - 08:30
 

Re: Vermögen zu besteuern ist Unfug

/mecki78 | 11.06.21 - 15:37
 

Re: Vermögen zu besteuern ist Unfug

u21 | 11.06.21 - 17:24

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