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Die traurige Grundeinstellung unserer Zeit

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  1. Die traurige Grundeinstellung unserer Zeit

    Autor: MrTridac 28.06.21 - 16:26

    Alte Ideen = Schlechte Ideen

    "Die Tatsache, dass im Jahr 2021 [ein] Weltraumteleskop [...] mit einer CPU betrieben wird, [...] mit Technik der 1970er Jahre [...], ist längst kein Grund mehr für Stolz auf die alte Technik."

    Gerade darauf, dass Technik aus den 70ern seit 30 Jahren hervorragende wissenschaftliche Arbeit leistet, kann man stolz sein.

    Die Hochnäsigkeit junger Ingenieure (und Technik-Journalisten) ist erschreckend.

  2. Re: Die traurige Grundeinstellung unserer Zeit

    Autor: smonkey 28.06.21 - 16:33

    MrTridac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Hochnäsigkeit junger Ingenieure (und Technik-Journalisten) ist
    > erschreckend.

    Das ist kein Problem "unserer Zeit", sondern ein Problem des federführenden Autors.

  3. Re: Die traurige Grundeinstellung unserer Zeit

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 29.06.21 - 14:51

    MrTridac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Alte Ideen = Schlechte Ideen
    >
    > "Die Tatsache, dass im Jahr 2021 Weltraumteleskop [...] mit einer CPU
    > betrieben wird, [...] mit Technik der 1970er Jahre [...], ist längst kein
    > Grund mehr für Stolz auf die alte Technik."
    >
    > Gerade darauf, dass Technik aus den 70ern seit 30 Jahren hervorragende
    > wissenschaftliche Arbeit leistet, kann man stolz sein.
    >
    > Die Hochnäsigkeit junger Ingenieure (und Technik-Journalisten) ist
    > erschreckend.

    Es ist Technik, die keinerlei Flexibilität oder Autonomie zulässt. Das Teleskop muss ständig überwacht werden, Beobachtungen müssen selbst bei trivialen Problemen komplett abgebrochen werden. Jede Form von Beobachtung veränderlicher Phänomene ist komplett ausgeschlossen, weil der primitiven Hardware jede Kapazität zur notwendigen Datenverarbeitung fehlt. Probleme, die man mit neuer Technik nicht hat. Siehe auch:

    https://www.stsci.edu/contents/newsletters/2020-volume-37-issue-02/event-driven-operations-oss-and-jwst

    Es geht hier nicht um Hochnäsigkeit, sondern technologischen Fortschritt der die Rechenkapazitäten mehr als vertausendfacht hat. Es geht nicht um Nuancen, sondern mehrere Größenordnungen. Egal wie stolz man darauf ist, eine alte Maschine zu benutzen, sollte man dabei nicht ignorieren, wie viel dabei verloren geht. Und Hubble ist nun einmal das einzige Weltraumobservatorium seiner Art.

    Ich würde sofort in den Chor der Bewunderung einstimmen, wenn Hubble im Jahr 2021 als Teil einer Flotte von Weltraumobservatorien noch aktiv wäre, die alle jederzeit die gleichen Aufgaben wie Hubble übernehmen könnten und Hubble deren Arbeit nur noch ergänzt. Diese Flotte existiert aber nicht und stattdessen sind alle Astronomen auf diese alte und unflexible Technik angewiesen.

    Dieser fehlplatzierte Stolz beim festhalten an völlig veralteter Technik hält die gesamte Weltraumastronomie zurück und ist auch im Rest der Raumfahrt anzutreffen. Klar kann man Stolz darauf sein, dass die Ariane 5 mit fast dem gleichen Oberstufentriebwerk wie die Ariane 1 fliegt - ignoriert dabei aber alle Kompromisse in der Konstruktion, in der Missionsdurchführung und der Leistung der Rakete, die damit einher gehen.

    Es ist, ganz im Gegenteil, für unsere Zeit sehr typisch, alte Technik zu glorifizieren und ihre Probleme und Nachteile nicht wahrnehmen zu wollen.

    Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.06.21 14:54 durch Frank Wunderlich-Pfeiffer.

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