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"Wieder" ein innovatives Akku

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  1. "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: ultim 29.07.21 - 16:58

    Wenn das funktioniert, und hoffentlich tut es, dann ist es schön und gut. Aber seit zehn Jahren liest man regelmäßig über irgendwelche neue und innovative Akkutechnologien, die "nur mehr" in die Serienproduktion überleitet werden müssen (das ist hier auch der Fall) und endlich deutlich besser oder zumindest billiger sind als das Status Quo. Dann verschwinden sie alle und es wird nichts daraus und sie erscheinen nie am Markt.

    Ich kann leider diese Nachrichten nicht mehr ernst nehmen solang die neue Akkus nicht schon heute massenhaft produziert und eingesetzt werden. Bis dann ist das aber aus Erfahrung nur heiße Luft, Billigmarketing für die die Entwicklungsfirma oder Sensationsmacherei für die Medien.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.07.21 17:01 durch ultim.

  2. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 29.07.21 - 17:00

    Vor 11 Jahren haben Lithium-Ionen-Akku noch ca. 1000 Euro pro Kilowattstunde gekostet und bestenfalls irgendwas um die 200 Wh/kg gehabt.

    Die Verbesserungen sind nicht verschwunden, es hat nur niemand mitbekommen, dass sie auf dem Markt angekommen sind.

    Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/

  3. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: nuclear 29.07.21 - 17:02

    Kleiner aber feiner Unterschied. Das sind die Akkus von denen du vor 10 Jahren gelesen hast. Dieses Mal geht es nicht um das Labor sondern um die Ankündigung einer der größten Hersteller weltweit diese Zellen zu produzieren.
    Das ist schon was anderes.

  4. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: ultim 29.07.21 - 17:11

    Frank Wunderlich-Pfeiffer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vor 11 Jahren haben Lithium-Ionen-Akku noch ca. 1000 Euro pro
    > Kilowattstunde gekostet und bestenfalls irgendwas um die 200 Wh/kg gehabt.
    >
    > Die Verbesserungen sind nicht verschwunden, es hat nur niemand mitbekommen,
    > dass sie auf dem Markt angekommen sind.

    Nein, ich rede explizit von neuen Akkutechnologien, nicht von Optimierungen an den klassischen Lithium-Ionen-Akkus. Die Energiedichte über die Jahre hat sich zwar schon verbessert aber nur relativ gering, langsam und inkrementell, nie weil es plötzlich einen technologischen Sprung gegeben hätte. Und vorallem der Preis hat sich nie durch technologischen Fortschritt verbessert. Die große Preisreduktion verglichen mit Akkus von den Anfängen kam hauptsächlich durch den Ausbau der Produktionskapazitäten, durch die Modernisierung der Produktion, und durch die bessere Verfügbarkeit der Rohmaterialen zustande.
    Eine neue Akkutechnologie ist aber nie angekommen, obwohl schon tausendmal darüber berichtet war.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 29.07.21 17:14 durch ultim.

  5. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: AllDayPiano 29.07.21 - 17:16

    Ich seh das Thema zwar mindestens genauso negativ, wie Du, aber in diesem Fall ist der Unterschied gewaltig.

    Wenn der größte Akkuhersteller der Welt sagt, er wird 2023 in Serie mit einem komplett neuen Akku gehen, dann wird er das auch. Vllt. wird es statt Frühjahr Herbst, aber er wird kommen.

    Was hier passiert, ist das gleiche, wie die erste Serienproduktion der ersten Lithium-Ionen-Akkus.

    Catl macht kein Geheimnis aus den bestehenden Problemen. Und sie verweisen darauf, dass noch viel Forschung notwendig ist. Aber der Akku wird benutzbar sein und er wird für viele Anwendungen locker reichen.

    Ich hoffe, dass der Na-Ion-Akku es schafft, diese elenden Lithiumakkus aus sämtlichen Akkugeräten zu verbannen, wo es nicht wirklich auf extrem hohe Leistungsdichte ankommt.

    Alles, was oben steht, ist eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich eine absolute Aussage treffe, dann ist das ebenfalls eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich etwas mit Quellen belege, ist es entsprechend gekennzeichnet und damit keine Meinung, sondern eine Schlussfolgerung oder Tatsachendarstellung. Gut, dass wir das jetzt abschließend geklärt haben. Springen wird Golem.de trotzdem weiterhin.

  6. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: FrozenPie 29.07.21 - 17:21

    ultim schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Frank Wunderlich-Pfeiffer schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Vor 11 Jahren haben Lithium-Ionen-Akku noch ca. 1000 Euro pro
    > > Kilowattstunde gekostet und bestenfalls irgendwas um die 200 Wh/kg
    > gehabt.
    > >
    > > Die Verbesserungen sind nicht verschwunden, es hat nur niemand
    > mitbekommen,
    > > dass sie auf dem Markt angekommen sind.
    >
    > Nein, ich rede explizit von neuen Akkutechnologien, nicht von Optimierungen
    > an den klassischen Lithium-Ionen-Akkus. Die Energiedichte über die Jahre
    > hat sich zwar schon verbessert aber nur sehr langsam und inkrementell, nie
    > weil es plötzlich einen technologischen Sprung gegeben hätte. Und vorallem
    > der Preis hat sich nie durch technologischen Fortschritt verbessert. Die
    > große Preisreduktion verglichen mit Akkus von den Anfängen kam
    > hauptsächlich durch den Ausbau der Produktionskapazitäten, durch die
    > Modernisierung der Produktion, und durch die bessere Verfügbarkeit der
    > Rohmaterialen zustande.
    > Eine neue Akkutechnologie ist aber nie angekommen, obwohl schon tausendmal
    > darüber berichtet war.

    Die allermeisten Technologien die vorgestellt wurden hatten immer den ein oder anderen Nachteil, sei es Lade-/Entladerate, Energiedichte pro Liter/Kilogramm oder die Zyklenfestigkeit. Manchmal auch eine Kombination aus mehreren dieser Dinge. Das waren auch alles immer Laborerkenntnisse dieser Technologien, welche ihr Potenzial aufzeigen sollten und erst noch Entwickelt werden müssen um die angesprochenen Nachteile zu minimieren.
    In diesem Fall geht es jedoch darum, dass ein großer Fertiger ankündigt einen neuen Akkutyp auf Basis alternativer Materialien in Masse zu produzieren. Das hat schon einen "etwas" anderen Stellenwert, als wenn ein Wissenschaftler wieder aus dem Labor "Heureka" ruft, denn meistens wollen letztere viel Aufbauschen und Wirbel machen um Forschungsgelder von Investoren zu bekommen.

  7. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: berritorre 29.07.21 - 17:30

    Zumal sich die Wissenschaftler im Labor ja meist keine grossen Gedanken über die Massenproduktion machen müssen. Die Technologien mögen teilweise ja wirklich gut und überlegen sein. Aber was bring mir doppelte Kapazität bei 100fachen kosten z.B.

    Das soll nicht heissen, dass die Forschung keinen Sinn macht. Ich denke gerade an Unis muss man sowas auch entwickeln. Die Massenproduktion ist dann die Aufgabe von anderen.

    Aber das erklärt sicher auch, dass so manche Wundertechnik nicht wirklich vorwärts kommt, weil es halt schwer oder teuer oder beides ist, das in Masse zu produzieren.

  8. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 29.07.21 - 17:34

    ultim schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Frank Wunderlich-Pfeiffer schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Vor 11 Jahren haben Lithium-Ionen-Akku noch ca. 1000 Euro pro
    > > Kilowattstunde gekostet und bestenfalls irgendwas um die 200 Wh/kg
    > gehabt.
    > >
    > > Die Verbesserungen sind nicht verschwunden, es hat nur niemand
    > mitbekommen,
    > > dass sie auf dem Markt angekommen sind.
    >
    > Nein, ich rede explizit von neuen Akkutechnologien, nicht von Optimierungen
    > an den klassischen Lithium-Ionen-Akkus. Die Energiedichte über die Jahre
    > hat sich zwar schon verbessert aber nur relativ gering, langsam und
    > inkrementell, nie weil es plötzlich einen technologischen Sprung gegeben
    > hätte. Und vorallem der Preis hat sich nie durch technologischen
    > Fortschritt verbessert. Die große Preisreduktion verglichen mit Akkus von
    > den Anfängen kam hauptsächlich durch den Ausbau der Produktionskapazitäten,
    > durch die Modernisierung der Produktion, und durch die bessere
    > Verfügbarkeit der Rohmaterialen zustande.
    > Eine neue Akkutechnologie ist aber nie angekommen, obwohl schon tausendmal
    > darüber berichtet war.

    Das hier ist aber auch nichts anderes. Es wird eben Lithium durch Natrium ersetzt. Aufbau und Funktion des Akkus sind die gleiche. Kohlenstoffanoden wurden schon ganz am Anfang bei den ersten Akkus 1991 mit Lithium benutzt, bis sich Graphit durchgesetzt hat und der Kohlenstoff nur noch für ein paar Hochleistungsakkus zum Einsatz kam.

    Die Kathoden wurden weitgehend von Lithium abgeleitet, die Elektrolyte sind fast die gleichen wie mit Lithium, nur die Additive wurden ein wenig angepasst. Die Natriumsalze im Elektrolyt sind die gleichen wie die Lithiumsalze, nur halt mit einem anderen Alkali-Ion - nur, dass die sich mit Natrium erst bei etwas höheren Temperaturen auflösen, weshalb die Akkus Hitzebeständiger sind. (Ähnliches gilt für die Schichtoxide mit Natrium statt Lithium.)

    Man hat halt Glück, dass sich Natrium nicht bei niedriger Spannung mit Aluminium verbindet, deshlab kann man auf Kupfer verzichten. Man hat Pech, dass Natrium für Graphit zu groß ist, deshalb muss man Kohlenstoff nehmen. Dafür kann man aber Propylenkarbonat im Elektrolyt verwenden, das Graphit zerstören würde, aber einen tieferen Schmelzpunkt hat. Das bringt die höher Leistung bei tieferen Temperaturen mit sich. Und Natrium-Ionen hängen nicht ganz so sehr an anderen Ionen und Salzen dran, weshalb der Leitungswiderstand etwas kleiner ist, und der Akku allgemein mehr Leistung hat und sich schneller laden lässt.

    Aber im Prinzip ist alles noch das gleiche wie beim Lithium-Ionen-Akku.

    Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/

  9. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: Sharra 29.07.21 - 17:52

    Nein, man liest immer wieder von "im Labor hat...".
    Das hier ist ein Serienmodell, und es funktioniert.
    Man kann die Dinger kaufen und verwenden.

    Das ist der Unterschied zu den ganzen Meldungen, in denen irgendwelche Leute herausgefunden haben, wie man utopische Suppen kocht, und darin Energie speichert.

  10. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: berritorre 29.07.21 - 19:36

    Naja, wenn sie mit der Serienfertigung in 2023 rechnen, dann kann man es vermutlich noch nicht kaufen. Aber es ist auf jeden Fall schon mal sehr viel weiter als viele diese Durchbrüche im Labor.

  11. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: kumpu 29.07.21 - 22:02

    Muss auch sagen dass ich beim durchlesen ständig dachte "und wo ist der Haken..?". Da schrillen schon automatisch die zu-gut-um-wahr-zu-sein Alarmglöckchen, wenn man von neuer Akkutechnologie hört. Aber wenns der Herr Wunderlich-Pfeiffer schreibt dann bin ich geneigt ihm zu glauben. Scheint ja jemand zu sein der ernsthaft Recherche betreibt und sich Gedanken macht, kein 0815 Journalist. Und die bereits genannten Gründe stimmen natürlich auch optimistisch. Einfach mal abwarten.

  12. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: Ach 29.07.21 - 22:12

    Frank Wunderlich-Pfeiffer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das hier ist aber auch nichts anderes. Es wird eben Lithium durch Natrium
    > ersetzt. Aufbau und Funktion des Akkus sind die gleiche. Kohlenstoffanoden
    > wurden schon ganz am Anfang bei den ersten Akkus 1991 mit Lithium benutzt,
    > bis sich Graphit durchgesetzt hat und der Kohlenstoff nur noch für ein paar
    > Hochleistungsakkus zum Einsatz kam.
    >
    > Die Kathoden wurden weitgehend von Lithium abgeleitet, die Elektrolyte sind
    > fast die gleichen wie mit Lithium, nur die Additive wurden ein wenig
    > angepasst. Die Natriumsalze im Elektrolyt sind die gleichen wie die
    > Lithiumsalze, nur halt mit einem anderen Alkali-Ion - nur, dass die sich
    > mit Natrium erst bei etwas höheren Temperaturen auflösen, weshalb die Akkus
    > Hitzebeständiger sind. (Ähnliches gilt für die Schichtoxide mit Natrium
    > statt Lithium.)
    >
    > Man hat halt Glück, dass sich Natrium nicht bei niedriger Spannung mit
    > Aluminium verbindet, deshlab kann man auf Kupfer verzichten. Man hat Pech,
    > dass Natrium für Graphit zu groß ist, deshalb muss man Kohlenstoff nehmen.
    > Dafür kann man aber Propylenkarbonat im Elektrolyt verwenden, das Graphit
    > zerstören würde, aber einen tieferen Schmelzpunkt hat. Das bringt die höher
    > Leistung bei tieferen Temperaturen mit sich. Und Natrium-Ionen hängen nicht
    > ganz so sehr an anderen Ionen und Salzen dran, weshalb der
    > Leitungswiderstand etwas kleiner ist, und der Akku allgemein mehr Leistung
    > hat und sich schneller laden lässt.
    >
    > Aber im Prinzip ist alles noch das gleiche wie beim Lithium-Ionen-Akku.


    Du hast du die Ironie tags vergessen.

  13. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: ultim 29.07.21 - 22:16

    Vielleicht hat meine stimme zu negativ geklungen, war aber gar nicht so gemeint. Ich sage nicht, dass hier wieder nichts daraus wird. Ich sage nur, ich bin aktuell zurückhaltend und jubele erst wenn dieses Akku tatsächlich in die Serienproduktion geht. Die Tatsache, dass hier frühestens in 2 Jahren mit einer Serienproduktion gerechnet wird deutet nicht gerade auf ein "Serienmodell" (wie ein Vorredner gesagt hat) hin. Ich bleibe aber vorerst auch optimistisch, auch wenn zurückhaltend.

  14. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: ultim 29.07.21 - 22:21

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Frank Wunderlich-Pfeiffer schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Das hier ist aber auch nichts anderes. Es wird eben Lithium durch
    > Natrium
    > > ersetzt. Aufbau und Funktion des Akkus sind die gleiche.
    > Kohlenstoffanoden
    > > wurden schon ganz am Anfang bei den ersten Akkus 1991 mit Lithium
    > benutzt,
    > > bis sich Graphit durchgesetzt hat und der Kohlenstoff nur noch für ein
    > paar
    > > Hochleistungsakkus zum Einsatz kam.
    > >
    > > Die Kathoden wurden weitgehend von Lithium abgeleitet, die Elektrolyte
    > sind
    > > fast die gleichen wie mit Lithium, nur die Additive wurden ein wenig
    > > angepasst. Die Natriumsalze im Elektrolyt sind die gleichen wie die
    > > Lithiumsalze, nur halt mit einem anderen Alkali-Ion - nur, dass die sich
    > > mit Natrium erst bei etwas höheren Temperaturen auflösen, weshalb die
    > Akkus
    > > Hitzebeständiger sind. (Ähnliches gilt für die Schichtoxide mit Natrium
    > > statt Lithium.)
    > >
    > > Man hat halt Glück, dass sich Natrium nicht bei niedriger Spannung mit
    > > Aluminium verbindet, deshlab kann man auf Kupfer verzichten. Man hat
    > Pech,
    > > dass Natrium für Graphit zu groß ist, deshalb muss man Kohlenstoff
    > nehmen.
    > > Dafür kann man aber Propylenkarbonat im Elektrolyt verwenden, das
    > Graphit
    > > zerstören würde, aber einen tieferen Schmelzpunkt hat. Das bringt die
    > höher
    > > Leistung bei tieferen Temperaturen mit sich. Und Natrium-Ionen hängen
    > nicht
    > > ganz so sehr an anderen Ionen und Salzen dran, weshalb der
    > > Leitungswiderstand etwas kleiner ist, und der Akku allgemein mehr
    > Leistung
    > > hat und sich schneller laden lässt.
    > >
    > > Aber im Prinzip ist alles noch das gleiche wie beim Lithium-Ionen-Akku.
    >
    > Du hast du die Ironie tags vergessen.

    LOL, mir ist auch so vorgekommen. Gerade wenn man den Beitrag durchliest, bekomme ich einen anderen Eindruck als "im Prinzip ist alles noch das gleiche". Man hat im Prinzip "doch nur" die wichtigsten Rohstoffe und dadurch die Chemie fast vollständig ausgetauscht. IMHO das ist alles andere als eine inkrementelle Verbesserung.

  15. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 29.07.21 - 22:21

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Du hast du die Ironie tags vergessen.


    Der Witz ist: Nein. Das ist schon so gemeint und zwar ernst. In den 1980er Jahren wurden Lithium- und Natrium-Ionen-Akkus parallel entwickelt. Die Entwicklung war mit Lithium nur einfacher und die potentiell mögliche Energiedichte höher. Deshalb hat man sich darauf konzentiert - und zwar zurecht. Die Leute wollte Handys, Walkmans, Gameboys und Laptops damit betreiben, keine Autos. Lithium war genau die richtige Wahl. Erst um 2010 herum fing die Entwicklung mit Natrium wieder ernsthaft an und baute fast komplett auf den Erkenntnissen mit Lithium-Ionen-Akkus auf, die dann für Natrium angepasst wurden - auch wenn es natürlich in einigen Ecken auch Entwicklungen in eigene Richtungen gibt.

    Aber im großen und ganzen hängt sehr eng miteinander zusammen, bis zu dem Punkt, dass umgekehrt in der Forschung Lithium manchmal durch Natrium ersetzt wird, um bestimmte Prozesse nochmal etwas anders zu sehen und besser zu verstehen. (Z.B. beim Paddlewheel-Effekt der Elektrolyte in einigen Festkörperakkus, der zuerst mit Natrium untersucht wurde, oder Anionischen Redox-Reaktionen die man zwar mit Lithium entdeckt, aber erst mit Natrium isoliert betrachten und erklären konnte.)

    Ja klar. Praktisch jedes Teil ist irgendwie anders, weil es eben auf Natrium angepasst wird. Aber die Prinzipien sind so nah aneinander, wie man es sonst selten sieht. Wenn man das gleiche mit Magnesium oder Aluminium versucht, hat man keine Chance, ist einfach eine völlig andere Chemie. Aber Lithium und Natrium sind sich chemisch wirklich sehr ähnlich.

    Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.07.21 22:24 durch Frank Wunderlich-Pfeiffer.

  16. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: gelöscht 29.07.21 - 22:27

    Wir freuen uns alle riesig auf den neuen Wunderakku. In nur 50% Volumen deutlich weniger Energie speichern mit Salz und Liebe. Am Ende ist das doch trotzdem nur eine Ankündigung. Wenn das Ding in einem Auto steckt und man Angaben zur Reichweite, Gewicht , Ladeleistung etc. machen kann dann können wir weiterreden…
    Ist ja schön dass sich Herr Wunderlich wie ein kleines Kind darüber freut und vielleicht kommt ja wirklich was brauchbares dabei heraus aber ganz ehrlich: jeder Batteriehersteller will in ein bis zwei Jahren mit der Wunderbatterie die alle Probleme löst um die Ecke kommen. Schön wenn es so wäre - paradiesisch geradezu. Bis dahin: es wird nichts soll heiß gegessen wie es gekocht wird oder auch: andere Firmen kochen auch nur mit Wasser oder […]

  17. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: malmi 29.07.21 - 23:09

    ultim schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und vorallem der Preis hat sich nie durch technologischen
    > Fortschritt verbessert. Die große Preisreduktion verglichen mit Akkus von
    > den Anfängen kam hauptsächlich durch den Ausbau der Produktionskapazitäten,
    > durch die Modernisierung der Produktion, und durch die bessere
    > Verfügbarkeit der Rohmaterialen zustande.
    > Eine neue Akkutechnologie ist aber nie angekommen, obwohl schon tausendmal
    > darüber berichtet war.
    Nein, natürlich hat bessere Produktionstechnologie einen wichtigen Einfluss auf die Produktion. Da wird ja auch am Energieverbrauch geschraubt (Trocknung etc.), der natürlich auch kostet, uvm. Als wäre das keine wirkliche Weiterentwicklung (bei der Chipindustrie geht es fast nur darum).

    Aber ganz zentral sind die Rohstoffkosten. Auch wenn es mal absolute Peaks gab, geht die Reduktion bei weitem nicht nur darauf zurück. Die Preise sind ja auch recht volatil. Entsprechend gab es eine echte Weiterentwicklung, die bestimmte, teure Rohstoffe reduziert.

    Beispiel NMC : Der teure und umstrittene Kobaltanteil wird kontinuierlich reduziert - 111, 532 622, 811, NMCA etc. Dabei reicht es nicht, die Oxide einfach in einem anderen Verhältnis zu mischen. Man muss die Zelle dann auf andere Art stabilisieren. Gleichzeitig wurde die Energiedichte dabei kontinuierlich erhöht, was auch nicht vom Himmel fällt. Wenn man dabei dann keine neuen noch teureren Rohstoffe oder Verfahren ins Spiel bringt, bedeutet das, dass die Rohstoffkosten pro kWh allein durch die gesteigerte Energiedichte geringer werden. Das sind alles wirkliche Weiterentwicklungen.

    Bei der Anode schafft man es auch immer mehr Si einzubauen, was die Energiedichte steigert, ohne dass es die Zelle zerreißt.

    Bei so einer Zelle müssen die Reaktionen der einzelnen Komponenten untereinander immer zusammen gedacht werden. Weiterhin gibt es viele Anforderungen, die gleichzeitig erfüllt werden müssen. Das macht das Testen aufwändig. Darum hört man von neuen Ansätzen zum Teil lange, zum Teil nie mehr etwas.

    Aber CATL ist keine neue Uni-Ausgründung. Das ist der größte Zellhersteller. Sie haben wahrscheinlich 20 Ansätze in der Pipeline, bei denen kleine Startups große Reklame machen müssten um überhaupt Entwicklungsgelder einzuwerben. Das ist bei CATL anders. Vielleicht werden 19 davon scheitern. Das werden wir vielleicht nie erfahren. Bei der Natrium-Ionen-Zelle sind sie aber anscheinend schon so weit, dass sie ihr die Praxis wirklich zutrauen.

  18. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: Ach 29.07.21 - 23:29

    Also ganz grob kommt mir beim Lesen deiner Zeilen sowas wie "Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen" oder so in den Sinn, oder vielleicht muss man auch erst mal tief genug in die Chemie eingetaucht gewesen sein, dass man beim Gedanken an Natrium eine so starke Langweile verspürt. Vielleicht in Form des Natrium als dem Störelement, das sich mit allem und jedem verbinden will, dem Störenfried den man normalerweise überall los zu werden versucht so gut es geht, und dass dieser Langweiler jetzt eine Hauptrolle einnehmen soll, könnte eventuell auch das ein Motiv für die Nüchternheit gegenüber dem Natrium sein?

    Denn wie dem auch sei, und egal wie oft und wie lang Natrium die Entwicklung des Li-Ionen-Akkus bereits gekreuzt und begleitet hat, präsentiert sich Natrium aus der Sicht eines Außenstehenden wie mir als die endliche und sogar kurz vor kaufbaren Alternative zum ewigen Lithium, welche mein Nerd-Herz ganz spontan höher schlagen lässt. Die Banalität, die dieses Material und dessen Geschichte deiner Beschreibung nach umgibt, die Ähnlichkeit zum Lithium und krasse Unterschiedlichkeit in ein paar bestimmten Punkten, die macht das Metall aus meine Nicht-Chemiker-Sicht sogar noch einmal spektakulärer.

    BtW. Wie ist das eigentlich bei Bränden? Wie löscht man das? Die Reaktion von Natrium mit Wasser ist so eines der ganz wenigen Experimente, die mir aus dem Schul-Chemieunterricht in Erinnerung geblieben sind :).

  19. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: Gamma Ray Burst 29.07.21 - 23:49

    nuclear schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kleiner aber feiner Unterschied. Das sind die Akkus von denen du vor 10
    > Jahren gelesen hast. Dieses Mal geht es nicht um das Labor sondern um die
    > Ankündigung einer der größten Hersteller weltweit diese Zellen zu
    > produzieren.
    > Das ist schon was anderes.

    Ja, ist ja nicht so das große Firmen je irgendwas ankündigen würden ohne es dann auch zu liefern.

    HP - wollte den Computer neu erfinden
    Facebook - AI neu definieren
    Microsoft - wegen Microsoft wurde der Begriff Vaporware erfunden
    Tesla - jaaaaa …. Wo sind eigentlich die Robo Taxis?
    Lockheed - hat für 2025 mobile(!) Fusionskraftwerke angekündigt (mal sehen)


    Diese Ankündigungen sind manchmal kalkuliert, um Konkurrenten zu verunsichern, Investoren zu beruhigen, Aktienkurs zu pflegen, politischen Druck zu minimieren, Lobbyarbeit zu beeinflussen …

    Manchmal merken die Firmen einfach, dass es einfach nicht funktioniert … passiert.

    Bei CATL kann das durchaus Kalkül sein, der Wettbewerb ist stark, verschiedene Technologien sind in der Queue … da kann es helfen auf sich aufmerksam zu machen.


    “Schaut nicht auf Solid State Batteries, auch nicht Fuel Cells, nein auch nicht Synthetische Treibstoffe, hier wir haben da etwas das wird bald fertig”

    Da übersieht man gerne, dass die Natrium Batterien ein paar Probleme nicht lösen:
    - Ladezeit immer noch > 15 Minuten
    - Gewicht zu hoch
    - Reichweite? Der Artikel hat das nicht wirklich erwähnt

    Aber der Verzicht auf Lithium und Kobalt ist natürlich gut, aber die Darstellung das die Ressourcen einfach so rumliegen?


    Etwas zu optimistisch und hohe Temperaturen (die Erde erwärmt sich, sie kühlt nicht ab) werden nicht erwähnt. Die optimale Umgebungstemperatur für Li-Ion liegt bei 16-18 Grad, hat sich das verbessert?

    Etc …

  20. Re: "Wieder" ein innovatives Akku

    Autor: Jesterfox 30.07.21 - 12:56

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > BtW. Wie ist das eigentlich bei Bränden? Wie löscht man das? Die Reaktion
    > von Natrium mit Wasser ist so eines der ganz wenigen Experimente, die mir
    > aus dem Schul-Chemieunterricht in Erinnerung geblieben sind :).

    Natrium müsste da eigentlich auch weniger heftig sein als Lithium.

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