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Erfahrungen mit Garmin

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  1. Erfahrungen mit Garmin

    Autor: Gryphon 06.08.21 - 18:39

    Ich bin gerade auf der Rückreise, am Ende eines Radurlaubes. Die Route war Kiel - Travemünde - Fähre nach Malmö - Helsingborg - dann den Kattegattleden bis nach Göteborg, dann per Fähre zurück nach Kiel. Rund 650km in 11 Tagen, zu zweit, auf jedem Bike ~15kg Gepäck.
    Die Frage ob Smartphone oder Radcomputer (und welcher?) hatte ich mir im Vorfeld natürlich auch gestellt, und mich für den Garmin Edge 830 entschieden, den kleineren Bruder des im Artikel getesteten 1030 Plus. 350¤ hat mich das Teil gekostet, mehr als mein Smartphone vor 4 Jahren...
    Und ich bin heilfroh, das Ding gekauft und dabei gehabt zu haben!
    Der absolute Killervorteil gegenüber Smartphone ist in meinen Augen bzw. bei meinem Anwendungsfall der Akku. Wir haben hier öfters mal draußen im Zelt oder in Schutzhütten übernachtet, auch mal 2 Nächte hintereinander. In Schweden gibt es zwar oft Trinkwasser an solchen Hütten, aber keinen Strom. Über Nacht aufladen ist also nicht. 20 Stunden ohne Laden, mit Display dauer-an, GPS Aufzeichnung und ab und an Teilstücke navigieren macht der Garmin problemlos mit. Okay, ich hatte auf der Tour keine Sensoren mit, das Handy nicht mit dem Gerät gekoppelt und Helligkeit meist auf 0% (transflexibles Display FTW).
    Trotzdem kommt da meiner Erfahrung nach kein Handy mit. Ein paar Radlkollegen mit Smartphone haben wir hier gesehen, gerne dann mit einer Powerbar irgendwie mit Kabelbindern oder Gaffatape am Oberrohr befestigt und irgendwie halbwegs wasserdicht gemacht... Naja.
    Geht bestimmt auch irgendwie, aber scheint mir insgesamt deutlich mehr Nerven zu kosten.
    Es gäbe noch Solar-Ladegeräte, die es tatsächlich schaffen, ein navigierendes Handy mit ausreichend Strom zu versorgen... Aber diese Leistungsklasse (+Wasserdicht) ist auch nicht gerade billig, ich muss das Teil irgendwie am Rad befestigen und dann wieder Kabel zum Lenker ziehen und bei jedem Kaffeestop alles verstauen oder halbwegs diebstahlsicher befestigen... Nee, danke.
    Also Radcomputer.
    Ich hab mich für den Garmin entschieden, weil ich ihn für das beste Gesamtpaket halte. Ja, Wahoo und Hammerhead können offenbar schöne Karten und schickes UI. Aber auf Tour ist Funktionalität halt wichtiger als Schönheit. Die Garmin-Karten sind über jeden Zweifel erhaben, und selbst wenn ich in der Testphase (im bekannten Terrain) unzufrieden gewesen wäre, hätte ich OSM oder openVeloMap oder Komoot-Karten oder sonstwas installieren können. Definitiv ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Genauso wie die 100%ige Offline-Navigation. Ich will nicht erst das Handy rauskramen, ggfs anschalten, mobile Daten und BT anschalten, um eine Navigation zu starten. Bei Garmin kann ich einfach ein neues Ziel (POI, Koordinaten, Adresse, ...) eingeben und los gehts. Im Zweifel geht das auch währen dem Fahren, da die UI halt explizit für den Einsatz beim Radfahren gemacht ist. Große, gut ablesbare Knöpfe. BTW kann ich die Kritik des Autors an der Navigationslinie nicht ganz nachvollziehen: Die Route wird als dicke magenta Linie mit Richtungspfeilen dargestellt, Abbiegepfeile sind nochmal extra Weiß abgesetzt. Keine Ahnung, wie man das uneindeutig finden kann. Nichts anderes in der Karte sieht auch nur ähnlich aus.
    Als sehr praktisch hat sich übrigens erwiesen, dass man GPX-Routen auf das Gerät kopieren und einfach nur in der Karte anzeigen lassen kann (also ohne entlang zu navigieren). So hab ich die 390km lange Kattegatt-Route als GPX von der offiziellen Seite geladen und auf der Karte gesehen. Auch bei gleichzeitig aktiver Navigation, z. B. zur nächsten Unterkunft. Oder wenn man mal für einen Kaffee oder eine Sehenswürdigkeit von der ausgeschilderten Strecke ab fährt.
    Überhaupt ist die Navigation ein Träumchen mit dem Gerät. Mit dem schwer beladenen Trekkingbike hast du verloren, wenn dich das Navi über den voll bewurzelten Singletrail schickt. Es ist in meinen Augen absolut notwendig, dass sich die Route an die Vorgaben zur Wegbeschaffenheit hält. Wenn die anderen Hersteller das tatsächlich nicht durchhalten, wäre das für mich ein absolutes Ausschlusskriterium.
    Ach ja, und die oft kritisierten "bitte wenden"-Hinweise... Hatte ich auch ab und zu. Aber nie wirklich penetrant. Wenn man absichtlich von der Navi-Route abweicht (warum aich immer), kann man die Navigation ja auch einfach kurz stoppen und nachher wieder starten. Und Hand aufs Herz: Manchmal ist "Bitte wenden" auch einfach die klügste Navigationsanweisung...

  2. Re: Erfahrungen mit Garmin

    Autor: joffito 06.08.21 - 21:38

    Klingt gut, danke für den bericht.
    Zum thema strom: gibt es nicht lösungen, die unterwegs über den dynamo mal 5 W usb ladeleistung zur verfügung stellen? Das sollte man ja auch mal eine weile wegstrampeln können. Zur not DIY mit gleichrichter, fettem elko und linearem spannungswandler ;-)

  3. Re: Erfahrungen mit Garmin

    Autor: Gryphon 07.08.21 - 09:21

    Ja stimmt, die gibts auch noch, hatte ich ganz vergessen!
    Aber auch hier, wie bei den Solarpanels: Ab 150¤ (eher 200¤) aufwärts beginnen die vernünftigen Modelle, das Ding muss irgendwie an die Gabel oder den Rahmen montiert werden, wieder Kabel verlegen und Anschlüsse wasserdicht bekommen...
    Und natürlich ist das Ganze dann wieder nicht redundant: Geht daran was kaputt und du merkst es erst, wenn der Handyakku leer ist, stehst du ohne Navi UND ohne Handy da.
    Allerdings muss ich zugeben, dass (wie bei Solar) die Idee, seinen benötigten Strom selbst unterwegs zu erzeugen, schon sehr reizvoll ist. Vielleicht probier ichs auf der Nächsten Tour doch mal aus. Kann ja auch den Garmin damit laden... ;-)
    Dann bleibt das Handy vielleicht noch ein, zwei Tage länger ausgeschaltet in der Tasche.

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