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Urheberrechte ganz abschaffen

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  1. Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: Polarstern 17.08.21 - 18:23

    Das Teilen von Wissen und Kulturgut gehört seit eh und je zum Leben dazu. Früher wurden Bücher abgeschrieben, Geschichten weitererzählt, Rezepte nachgekocht und Lieder nachgesungen. Im Zeitalter der Massenmedien war es für eine kleine Gruppe auf einmal möglich, Inhalte sehr einfach zu reproduzieren und mit großem Gewinn an die Massen zu vermarkten, was den Menschen in dieser Branche ein Leben in unverschämtem Reichtum ermöglichte und bis heute ermöglicht.

    Durch das Internet hat nun jeder die Möglichkeit mit kleinem Aufwand Informationen mit der Welt zu teilen und beliebig zu reproduzieren, sodass das Geschäftsmodell dieser Gruppe gefährdet ist. Nun soll also der Staat seine Bürger kriminalisieren, damit eine kleine Gruppe zwar einerseits vom Internet profitieren kann, um ihre Inhalte kostengünstig global zu vermarkten, andererseits die Nachteile des Internets nicht hinnehmen muss.

    Der Staat sollte daher im Sinne des Gemeinwohls sämtliche Verbote und Beschränkungen der Vervielfältigung von Inhalten aufheben. Wer die volle Kontrolle über seine Inhalte behalten will, der sollte sie nicht über das Internet vermarkten. Theater statt Netflix, Konzert statt Spotify.

  2. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: Oktavian 17.08.21 - 18:47

    Witzig, solche Vorschläge kommen meist von denen, die nicht kreativ arbeiten und ihr Geld damit verdienen, Werke zu schaffen.

    > Das Teilen von Wissen und Kulturgut gehört seit eh und je zum Leben dazu.
    > Früher wurden Bücher abgeschrieben,

    Ja, das ist richtig. In der Zeit lag die Alphabetisierungsrate in Europa irgendwo zwischen 2 und 3 Prozent. Und in aller Regel wurden Bücher einfach abgeschrieben, wirklich neues Wissen geschaffen wurde wenig. Einem gelehrten Menschen war es durchaus möglich, in seinem Leben alle Bücher, die es in Deutschland gab (das es damals so noch nicht gab) zu lesen, und nicht weniger Universalgelehrte der Zeit haben genau das getan. Ein durchschnittlicher Adliger besaß noch keine 10 Bücher, ein durchschnittlicher Bauer gar keine. Denn, auch wenn "nur" abgeschrieben, ein Buch kostete etwa den Gegenwert eines Hauses in der Stadt.

    Die paar Bücher, die neu entstanden und nicht "nur" abgeschrieben waren, wurden bezahlt von Königen, hohen Adligen oder zumeist der Kirche. Die Gesamt-Literaturproduktion in Europa hätte ein Mensch problemlos begleitend lesen können, so er der Bücher denn überhaupt habhaft werden konnte. Denn obwohl das mit dem Abschreiben ach so frei war, von den meisten Büchern gab es nur eine Handvoll Exemplare.

    > Geschichten weitererzählt, Rezepte
    > nachgekocht und Lieder nachgesungen.

    Richtig, und deshalb waren die Märchen immer die gleichen, die Rezepte waren immer gleich, und der Schatz an Volkslieder war auch eher überschaubar. Es gab ja niemanden, der die Motivation hatte, kreativ tätig zu werden und zu schaffen.

    Ach ja, doch, geistliche Lieder und geistliche Musik wurde regelmäßig geschaffen, denn die Kirche zahlte dafür. Komponisten waren bei der Kirche genau für diesen Zweck fest angestellt.

    Das änderte sich eigentlich erst im Barock, da explodierte plötzlich die Kreativität, und da fingen dann auch Menschen an, kreativ Werke zu schaffen und zu verkaufen. Der Buchdruck war erfunden, und plötzlich gab es auch erste Grundzüge des Urheberrechts. Das Problem des Schwarzdrucks ist so alt wie die Buchdruckerkunst.

    > Wer die volle
    > Kontrolle über seine Inhalte behalten will, der sollte sie nicht über das
    > Internet vermarkten. Theater statt Netflix, Konzert statt Spotify.

    Und was würde das nützen? Filme waren im Internet, schon bevor die Urheber das überhaupt angestrebt hatten. Man erinnere sich noch an XVid, DivX, VCD, Super-VCD und wie sie alle hießen. Theateraufführen werden mitgeschnitten und hochgeladen. Konzerte werden illegal mitgeschnitten und verbreitet, seit es elektronische Medien gibt, früher als Bootleg-Tape, dann als Platte oder CD unterm Ladentisch, dann auch im Internet.

    Das Medium ist nicht das Problem, sondern es ist das unmoralische Handeln der Konsumenten, die meinen, vervielfältigen zu dürfen ohne zu bezahlen.

  3. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: Wasweißichdennschon 17.08.21 - 18:55

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Witzig, solche Vorschläge kommen meist von denen, die nicht kreativ
    > arbeiten und ihr Geld damit verdienen, Werke zu schaffen.
    >
    > > Das Teilen von Wissen und Kulturgut gehört seit eh und je zum Leben
    > dazu.
    > > Früher wurden Bücher abgeschrieben,
    >
    > Ja, das ist richtig. In der Zeit lag die Alphabetisierungsrate in Europa
    > irgendwo zwischen 2 und 3 Prozent. Und in aller Regel wurden Bücher einfach
    > abgeschrieben, wirklich neues Wissen geschaffen wurde wenig. Einem
    > gelehrten Menschen war es durchaus möglich, in seinem Leben alle Bücher,
    > die es in Deutschland gab (das es damals so noch nicht gab) zu lesen, und
    > nicht weniger Universalgelehrte der Zeit haben genau das getan. Ein
    > durchschnittlicher Adliger besaß noch keine 10 Bücher, ein
    > durchschnittlicher Bauer gar keine. Denn, auch wenn "nur" abgeschrieben,
    > ein Buch kostete etwa den Gegenwert eines Hauses in der Stadt.
    >
    > Die paar Bücher, die neu entstanden und nicht "nur" abgeschrieben waren,
    > wurden bezahlt von Königen, hohen Adligen oder zumeist der Kirche. Die
    > Gesamt-Literaturproduktion in Europa hätte ein Mensch problemlos begleitend
    > lesen können, so er der Bücher denn überhaupt habhaft werden konnte. Denn
    > obwohl das mit dem Abschreiben ach so frei war, von den meisten Büchern gab
    > es nur eine Handvoll Exemplare.
    >
    > > Geschichten weitererzählt, Rezepte
    > > nachgekocht und Lieder nachgesungen.
    >
    > Richtig, und deshalb waren die Märchen immer die gleichen, die Rezepte
    > waren immer gleich, und der Schatz an Volkslieder war auch eher
    > überschaubar. Es gab ja niemanden, der die Motivation hatte, kreativ tätig
    > zu werden und zu schaffen.
    >
    > Ach ja, doch, geistliche Lieder und geistliche Musik wurde regelmäßig
    > geschaffen, denn die Kirche zahlte dafür. Komponisten waren bei der Kirche
    > genau für diesen Zweck fest angestellt.
    >
    > Das änderte sich eigentlich erst im Barock, da explodierte plötzlich die
    > Kreativität, und da fingen dann auch Menschen an, kreativ Werke zu schaffen
    > und zu verkaufen. Der Buchdruck war erfunden, und plötzlich gab es auch
    > erste Grundzüge des Urheberrechts. Das Problem des Schwarzdrucks ist so alt
    > wie die Buchdruckerkunst.
    >
    > > Wer die volle
    > > Kontrolle über seine Inhalte behalten will, der sollte sie nicht über
    > das
    > > Internet vermarkten. Theater statt Netflix, Konzert statt Spotify.
    >
    > Und was würde das nützen? Filme waren im Internet, schon bevor die Urheber
    > das überhaupt angestrebt hatten. Man erinnere sich noch an XVid, DivX, VCD,
    > Super-VCD und wie sie alle hießen. Theateraufführen werden mitgeschnitten
    > und hochgeladen. Konzerte werden illegal mitgeschnitten und verbreitet,
    > seit es elektronische Medien gibt, früher als Bootleg-Tape, dann als Platte
    > oder CD unterm Ladentisch, dann auch im Internet.
    >
    > Das Medium ist nicht das Problem, sondern es ist das unmoralische Handeln
    > der Konsumenten, die meinen, vervielfältigen zu dürfen ohne zu bezahlen.

    Was passiert eigentlich, wenn man mit der erbrachten Leistung dieser Kreativität nicht zufrieden ist und sein Geld zurückverlangt, wie es bei jedem anderen Produkt, dass seine Versprechen bzw. Zweck nicht erfüllt?

  4. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: Oktavian 17.08.21 - 19:01

    > Was passiert eigentlich, wenn man mit der erbrachten Leistung dieser
    > Kreativität nicht zufrieden ist und sein Geld zurückverlangt, wie es bei
    > jedem anderen Produkt, dass seine Versprechen bzw. Zweck nicht erfüllt?

    Das solltest Du als Konsument mit dem Händler ausmachen. Du kaufst ja nicht ein Stückchen Kreativität bei einem Künstler, Du kaufst ein Buch, eine CD, einen Streaming-Zugang, etc.

    Viele Händler lösen so etwas über Probe-Monate, Rabatte, Rückgaberechte, usw.

  5. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: Polarstern 17.08.21 - 19:33

    > Witzig, solche Vorschläge kommen meist von denen, die nicht kreativ arbeiten und ihr Geld damit verdienen, Werke zu schaffen.

    Für Softwarentwicklung und Forschung gilt mein Vorschlag natürlich auch, nicht nur für Künstler. Ich kann leider auch nicht immer mein Geld mit den Sachen verdienen, die mir Spaß machen, es sollte allerdings darauf auch keinen einklagbaren Anspruch geben.

    Echte Talente haben eh nichts zu befürchten. Sie werden in der heutigen Zeit immer Leute finden, die sie unterstützen. Blöd nur für die Mittelsmänner in den großen Studios, die sich dann vermutlich umorientieren müssen…

  6. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: Morons MORONS 17.08.21 - 19:49

    Du bist offensichtlich ungebildet. Sonst wäre dir nicht entgangen, dass "die echten Talente", die "nichts zu befürchten haben", allesamt Stephen King und Rowling heißen und Literatur schon mit einer 5000er-Auflage als Bestseller gilt.
    Deine Welt verarmt vermutlich nicht, wenn derartige Autoren verhungern oder das Schreiben aufgeben, die ist ja anscheinend jetzt schon arm.

    Du willst bloss Rache dafür nehmen, dass "du leider auch nicht immer dein Geld mit Sachen verdienen kannst, die dir Spaß machen" und möchtest das auch anderen nicht gönnen. Ganz davon abgesehen ist es eine dumme Verkürzung, Künstlern zu unterstellen, die würden bei ihrer Arbeit "immer Spaß haben". Viele von denen arbeiten vermutlich mehr und härter als du.

    So, jetzt kannst du wieder deine Game-Of-Thrones-DVD-Collection abstauben und dir den Trailer für den nächsten Hulk-Film anschauen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.08.21 19:50 durch Morons MORONS.

  7. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: ds4real 17.08.21 - 19:59

    Ich denke nicht, dass er "Rache" will, sondern Gerechtigkeit. Und das derzeitige Urheberrecht ist absolut menschenfeindlich und bevorzugt ein paar Wenige. Da ganze System inkl. Geschmacksmuster, Tradermarken usw. ist obsolet und verhindert Fortschritt.

    Vielleicht sollte das Urheberrecht nicht abgeschafft, aber definitiv entschieden vereinfacht und die Bevölkerung entkriminalisiert werden. Es wird nichts gestohlen, denn der Urheber verfügt immer noch über sein Werk.

  8. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: Polarstern 17.08.21 - 20:01

    Lieber ungebildet, als hasszerfressen. Große Autoren (Rowling xD) und Philosophen haben ohnehin nie wegen des Geldes geschrieben, sondern weil sie die Kultur und Gesellschaft prägen wollten. Ich gönne jedem seinen Erfolg, dann bitte aber auch aus eigener Kraft und nicht lächerlich über Abmahnkanzleien.

  9. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: Morons MORONS 17.08.21 - 20:12

    Polarstern schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lieber ungebildet, als hasszerfressen. Große Autoren (Rowling xD) und
    > Philosophen haben ohnehin nie wegen des Geldes geschrieben, sondern weil
    > sie die Kultur und Gesellschaft prägen wollten. Ich gönne jedem seinen
    > Erfolg, dann bitte aber auch aus eigener Kraft und nicht lächerlich über
    > Abmahnkanzleien.


    Wer kennt sie nicht, die Abmahnkanzleien, die für Updike, Habermas und Derrida die Raubmordkopierleser jagen.

  10. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: Oktavian 17.08.21 - 20:20

    > Große Autoren (Rowling xD) und
    > Philosophen haben ohnehin nie wegen des Geldes geschrieben

    Sorry, da hast Du eine sehr romantische Vorstellung. Frau Rowling mag mit dem überwältigenden Erfolg ihrer Bücher nicht gerechnet haben, aber sie hat sie mit dem ganz klaren Ziel geschrieben, sie zu verkaufen. Für Geld. Das sagt sie auch in mehreren Interviews.

    Und zu den Philosophen solltest Du mal ein paar der Briefe von Kant an König Friedrich II. lesen. Da wird sehr schön deutlich, dass er etliche Werke verfasst hat in der Absicht einer Festanstellung, die er ja auch bekommen hat. Ähnliche Texte gibt es von Hegel, Fichte, Nietzsche und Co.

  11. Ein Vorteil von Copyright

    Autor: Svenismus 17.08.21 - 20:21

    So oder so Du hast recht mit dem was Du schreibst. Copyright ist eine neuzeitliche Erfindung die es in der Geschichte ansonsten nie gab und auch nicht durchzusetzen war. So hat sich ja auch (eine gemeinsame [1]) Kultur gebildet, in dem man zum Beispiel Lieder nachsang, usw.

    Aber das Copyright hat auch einen großen Vorteil: Kulturelle Höchstleistungen. Das ist mir beim gucken des Filmes 'Interstellar' aufgefallen. Ohne Copyright wären solche Projekte realistisch betrachtet nicht finanzierbar. [2]

    [1] Edit1: Klammer Inhalt
    [2] Edit2: Damit meine ich natürlich den Film an sich, als Kulturgut und nicht was im Film passiert ist (Es war keine Doku) um Missverständnisse zu beseitigen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 17.08.21 20:24 durch Svenismus.

  12. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: ds4real 17.08.21 - 20:30

    Die Frage ist halt, ob man all diese kulturellen Höchstleistungen wirklich braucht (ich denke z.B. da an Adam Sandler Filme und Deadpool (wobei ich viele davon mag).
    Das Ding ist, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis irgendwann Möglichkeiten des Tauschen gefunden werden, die nicht nachvollziehbar sind und es leichter sein wird diese zu nutzen als in Erfahrung zu bringen auf welchem der Dienste ein bestimmter Film gerade läuft. Und was machen die dann? Können ja gerne versuchen es zu verbieten - wird nur sehr schwer.

    Ich finde, dass für Filme und Musik nicht geworben werden dürfte. Jeder kann sich selbst informieren und gut. Dann gäbe es auch weniger Drang seitens der Piraten sich eine Kopie von irgendetwas anzusehen (meist in mäßiger Qualität). Kinos usw. sollten hart gehandhabt werden, denn sie vermitteln Suchtprodukte wie Nikotin oder Drogen.

  13. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: Polarstern 17.08.21 - 20:57

    >Frau Rowling mag mit dem überwältigenden Erfolg ihrer Bücher nicht gerechnet haben, aber sie hat sie mit dem ganz klaren Ziel geschrieben, sie zu verkaufen.
    Für die Jüngeren im Forum: Wenn ihr euren Kopf nach links neigt, dann wird aus „xD“ ein lachendes Gesicht mit zusammengekniffenen Augen. Wir haben es damals benutzt, um 🤣 auszudrücken. Es soll signalisieren, dass ich Rowling nicht für eine große Autorin halte, da ihre Geschichten letztlich ein weiterer Aufguss von „die Guten gegen die Nazis“, jetzt halt mit zaubernden Kindern, sind und ich sicherlich nicht Eltern kriminalisieren werde, die sich den Scan laden und ihren Kindern das vorlesen. Denn würde mich das nicht zum Nazi machen? :‘(

    Abgesehen davon hat niemand was dagegen, wenn Künstler sich reiche (irgendwelche) Leute suchen, die ihre Arbeit mögen und sie fördern. Es geht hier um das Prinzip, Menschen teils mit Freiheitsentzug zu bestrafen, weil sie den Profitinteressen einer Minderheit im Weg stehen, die Millionen scheffelt und in abartigem Luxus lebt.

  14. Alle Kulturgüter wichtig und niemand zwingt Piraten

    Autor: Svenismus 17.08.21 - 21:00

    Adam Sandler Filme und Deadpool sind auch erst einmal Ausdruck unserer Kultur, bzw kulturelle Erzeugnisse und in erster Instanz z.B. Deadpool eine kulturelle Höchstleistung. Dahinter steckt ein riesen Team, dass diesen Film verwirklicht hat. Es ist nicht wie bei einem Lied welches von nur einer Person komponiert wurde. Ich benutze den Begriff kulturelle Höchstleistung auch nicht als Wertung im Sinne von mag ich oder mag ich nicht, sondern in seinem Aufwand ein Kulturgut herzustellen, welches ganz real sehr hohe Kosten erzeugt.

    Ob wir diese kulturellen Höchstleistungen brauchen? Ich denke wir brauchen alle kulturellen Erzeugnisse, genau das wäre ja der Vorteil einer Copyright freien Welt, jeder könnte die kulturellen Erzeugnisse legal sammeln und verbreiten, wodurch diese erhalten bleiben. Mainstream Filme und Musik wird eigentlich so gut wie nie verloren gehen, aber gäbe es nicht Personen die sich in die Illegalität begeben, könnte ich mir vorstellen, dass tatsächlich manche Randerscheinungen verloren gehen könnten. Direkt dazu: Ich selbst habe zwei lokal erworbene Musikalben ins Internet hochgeladen mit all dem enthaltenen artwork. Diese Alben sind im Internet komplett nicht zu finden, nicht einmal ein Hinweis auf deren Existenz.

    "[...] eine Frage der Zeit ist bis irgendwann Möglichkeiten des Tauschen gefunden werden, die nicht nachvollziehbar sind [...]". Das ist eine Behauptung für die du keine Beweise hast nehme ich an? In die Zukunft kann keiner sehen.

    Keiner ist gezwungen oder nichts zwingt einen Filme zu gucken oder Musik zu hören. Eigentlich alle Piraten die mir bekannt sind ob im echten Leben oder im Internet machen dies als Hobby oder weil sie es (selbst zugeben, sowie ich) Sachen umsonst haben können.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 17.08.21 21:08 durch Svenismus.

  15. Re: Alle Kulturgüter wichtig und niemand zwingt Piraten

    Autor: Oktavian 17.08.21 - 21:11

    > Ob wir diese kulturellen Höchstleistungen brauchen? Ich denke wir brauchen
    > alle kulturellen Erzeugnisse, genau das wäre ja der Vorteil einer Copyright
    > freien Welt, jeder könnte die kulturellen Erzeugnisse legal sammeln und
    > verbreiten, wodurch diese erhalten bleiben.

    Für bereits vorhandene Kulturgüter wäre das "nett", aber wer sollte denn dann noch neue Güter schaffen? Wie Du schon sagtest, so ein Film ist ein Mulitmillionen-Projekt. Teils wirken tausende Mitarbeiter mit, die wollen leben, essen, wohnen, sich kleiden. Wer bezahlt sie dann, wenn ihr Werk zwar einen hohen ideellen aber keinen kommerziellen Wert mehr hat?

  16. Re: Alle Kulturgüter wichtig und niemand zwingt Piraten

    Autor: Polarstern 17.08.21 - 21:15

    > Wer bezahlt sie dann, wenn ihr Werk zwar einen hohen ideellen aber keinen kommerziellen Wert mehr hat?
    Die gleichen Leute, die heute ins Kino rennen, obwohl es den Film bald auch auf Netflix gibt? Die Leute, die Netflixen, statt günstigere OCH mit mehr Angebot zu verwenden? Dass das Geschäftsmodell komplett wegbricht ist doch einfach nur ein Mythos der Branche.

  17. Re: Ein Vorteil von Copyright

    Autor: Oktavian 17.08.21 - 21:18

    > So oder so Du hast recht mit dem was Du schreibst. Copyright ist eine
    > neuzeitliche Erfindung die es in der Geschichte ansonsten nie gab

    Die Frage ist, was nennst Du hier "neuzeitlich"? Wenn Du es im historischen Sinne meinst, da beginnt die Neuzeit in der Regel mit der Reformation, also etwa dem ausgehenden 16. Jh. Das passt ziemlich gut, denn da verbreitete sich die Buchdruckerei, die Alphabetisierung setzte ein, es gab erste Schriftsteller und erste freie Künstler und Komponisten, und da gab es auch erste Berichte über "Schwarzdrucke" von Büchern und Noten, die auch gesetzlich verboten wurden. Der Anfang des Urheberrechts.

    > und auch
    > nicht durchzusetzen war. So hat sich ja auch (eine gemeinsame [1]) Kultur
    > gebildet, in dem man zum Beispiel Lieder nachsang, usw.

    Hier muss man aber auch konstatieren, bis auf geistliche Lieder gab es auch niemanden, der Lieder komponierte. Künstler im modernen Sinne gab es im Mittelalter faktisch nicht, weshalb wir es auch das "Dunkle Mittelalter". Es war weitgehend eine Zeit kultureller Stagnation.

    > Aber das Copyright hat auch einen großen Vorteil: Kulturelle
    > Höchstleistungen. Das ist mir beim gucken des Filmes 'Interstellar'
    > aufgefallen. Ohne Copyright wären solche Projekte realistisch betrachtet
    > nicht finanzierbar.

    Ohne "Copyright" würde es kaum moderne Filme geben, kaum Bücher (außer der Klassiker), kaum Musik (außer der selbst gesungenen Volkslieder).

  18. Re: Urheberrechte ganz abschaffen

    Autor: Dakkaron 17.08.21 - 21:21

    Erfindung des Buchdruckes: 1440
    Weltweit erstes Gesetz in Richtung von Urheberrecht: 1710
    Urheberrecht in Deutschland: (je nach Gebiet) 1837-1871

    Künstler, die dazwischen gelebt haben:
    Shakespeare, Goethe, Mozart, Bach, Schikaneder, ...

    Ja, immer die gleichen Sachen... Kunst gibt es nur wegen dem Urheberrecht, vor dem Urheberrecht wurde nichts Relevantes geschaffen.

  19. Re: Alle Kulturgüter wichtig und niemand zwingt Piraten

    Autor: Svenismus 17.08.21 - 21:24

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Für bereits vorhandene Kulturgüter wäre das "nett", aber wer sollte denn
    > dann noch neue Güter schaffen? Wie Du schon sagtest, so ein Film ist ein
    > Mulitmillionen-Projekt. Teils wirken tausende Mitarbeiter mit, die wollen
    > leben, essen, wohnen, sich kleiden. Wer bezahlt sie dann, wenn ihr Werk
    > zwar einen hohen ideellen aber keinen kommerziellen Wert mehr hat?

    Genau das nenne ich ja in meinem vorherigen Beitrag als Vorteil von Copyright. Scroll etwas weiter hoch, hat den Titel: "Ein Vorteil von Copyright". Das Copyright ermöglicht solche Projekte überhaupt finanzierbar zu machen.

  20. Richtig, das meine ich mit neuzeitlich

    Autor: Svenismus 17.08.21 - 21:27

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Frage ist, was nennst Du hier "neuzeitlich"? Wenn Du es im historischen
    > Sinne meinst, da beginnt die Neuzeit in der Regel mit der Reformation, also
    > etwa dem ausgehenden 16. Jh. Das passt ziemlich gut, denn da verbreitete
    > sich die Buchdruckerei, die Alphabetisierung setzte ein, es gab erste
    > Schriftsteller und erste freie Künstler und Komponisten, und da gab es auch
    > erste Berichte über "Schwarzdrucke" von Büchern und Noten, die auch
    > gesetzlich verboten wurden. Der Anfang des Urheberrechts.

    Ja, das meine ich mit neuzeitlich.

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