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Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

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  1. Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: Its_Me 27.09.21 - 17:45

    Wenn ich hier immer so lese, ist die Haltbarkeit von Akkus im Auto überhaupt kein Problem. Warum ist das so anders als bei allen anderen Geräten, die ich so kenne? Bei Smartphones und Notebooks leuchtet das ja noch ein, da dort mitunter 1000 Ladezyklen in wenigen Jahren zusammen kommen. Und dass Akkus in diesen Geräten nach wenigen Jahren deutlich weniger Kapazität haben, kennt wohl jeder.

    Aber ich habe z.B. seit 2017 ein Pedelec und bin damit bisher etwa 5500 km gefahren. Das sind auf jeden Fall noch keine 100 Ladezyklen. Ich fahre nur im Sommer bei schönem Wetter. Im Winter lagert der Akku bei Zimmertemperatur. Das Pedelec ist von Kalkhoff, die bei Tests eigentlich immer recht gut abschneiden. Also kein Baumarktteil.
    Nun ist die Kapazität aber schon so auf 70% geschrumpft. Im ersten Jahr bin ich mal 107km am Stück gefahren, bis der Akku leer war. Jetzt bin ich froh, wenn ich bei vergleichbaren Streckenprofil 70km schaffe.

    Da stellt sich mir die Frage, wieso soll das bei einem Autoakku, der noch ganz anderen Umweltbedingungen ausgesetzt ist, soviel besser sein? Angeblich haben da ja Leute auch nach vielen Jahren noch 90% Kapazität. Hierbei rede ich jetzt nicht von Ladezyklen bzw. gefahrenen Kilometern, sondern einfach von Alterung. Hat da jemand eine Erklärung?

  2. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: Quantium40 27.09.21 - 17:50

    Fahrzeugakkus dürften ein deutlich besseres Temperaturmanagement haben.
    Zudem dürften die Fahrradakkus weniger Reserve oberhalb der Nennkapazität haben, so dass jedes Vollladen diese deutlich mehr schädigt, als die Pseudo-Vollladung beim Auto, die nur auf z.B. 80% der wahren Kapazität hochlädt. Ähnlich sieht es mit der Entladetiefe aus. Tiefentladungen schädigen die Zellen dauerhaft, wodurch sich schlechtes Batteriemanagement schnell in einer verringerten Zyklenzahl zeigt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.09.21 17:52 durch Quantium40.

  3. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: TonyStark 27.09.21 - 18:01

    Ich halte Kalkhoff für Baumarktware, sorry aber bei Cube, KTM oder Riese und Müller gibt es dieses starke Schrumpfen der Kapazität nicht.

  4. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: Boandlgramer 27.09.21 - 19:03

    Its_Me schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn ich hier immer so lese, ist die Haltbarkeit von Akkus im Auto
    > überhaupt kein Problem. Warum ist das so anders als bei allen anderen
    > Geräten, die ich so kenne? Bei Smartphones und Notebooks leuchtet das ja
    > noch ein, da dort mitunter 1000 Ladezyklen in wenigen Jahren zusammen
    > kommen. Und dass Akkus in diesen Geräten nach wenigen Jahren deutlich
    > weniger Kapazität haben, kennt wohl jeder.

    Die Chemie ist durchaus vergleichbar, es sind drei Faktoren, die den Unterschied machen:

    1. Laufleistung, Verbrauch und Zyklenzahl im Dreisatz führen dazu, dass da insgesamt gar nicht so viele Zyklen notwendig sind. Nehmen wir einen 60 kWh Akku, der 2000 Zyklen hält - der würde in einem Auto mit 20 kWh/100 km rechnerisch bei 100% DOD für 600.000 km reichen. Da ist jede Menge Luft für 80% DOD und wear management. Die ersten Nutzer berichten bereits über Akkus, die nach 200.000 km noch keine nennenswerten Kapazitätsverluste haben.

    2. Ein Batteriemanagement, das den Namen verdient. Das teilt die Last und Ladung so auf die Stränge auf, dass sie gleichmäßig und mäßig belastet werden. Ich weiß nicht, wie's im Detail Umgesetzt wird, aber zum Beispiel wird man im Betrieb nicht direkt die Zellen zur Rekuperation nutzen, die man gerade mit dem Vortrieb belastet hatte. Da dürfte es dann eine Menge individueller Strategien der Hersteller geben, um sich zu unterscheiden...

    3. Eine angemessene Kühlung beim Laden - das macht was aus.

    Einiges davon könnte man auch in mobilen Geräten umsetzen, man macht's halt nicht, weil das Einschränkungen der Nutzung mit sich bringen könnte. Beziehungsweise nicht in dem Maße, das notwendig wäre, um einen Effekt zu erzielen. Und dann sind da halt auch noch echt billige Schei*teile dabei, die einfach die Nennkapazität noch nie hatten... ;)

    Lithiumeisenphosphat ist zum Beispiel viel unproblematischer und da gibt es Zellen, die bis 10.000 Zyklen bei 80% DOD schaffen (die handelsüblichen machen etwa die Hälfte). Die liefern jede Menge Strom, werden kaum heiß, sind eigensicher - aber eben nur die halbe Energiedichte etwa...

    Es wurde auch schon mit Hybridlösungen experimentiert: Ein kleiner LiFePo-Akku für Rekuperation und Lastspitzen - gewissermaßen als Opfer-Akku für die fiesen Lasten - und ein großer Lithium Akku mit hoher Dichte, der dann nur noch das machen muss, was er gut kann.

    Und weil Gewicht - Elektronik, Kühlsystem, Hybridlösungen - da im Vergleich zu dem großen Mobilitätsakkupack kaum eine Rolle spielt, kann man da schon ein wenig Aufwand treiben.

  5. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: MarcusK 27.09.21 - 19:13

    Boandlgramer schrieb:

    > 2. Ein Batteriemanagement, das den Namen verdient. Das teilt die Last und
    > Ladung so auf die Stränge auf, dass sie gleichmäßig und mäßig belastet
    > werden. Ich weiß nicht, wie's im Detail Umgesetzt wird, aber zum Beispiel
    > wird man im Betrieb nicht direkt die Zellen zur Rekuperation nutzen, die
    > man gerade mit dem Vortrieb belastet hatte.
    das glaube ich nicht. Man will ja die Verluste gering halten und damit will man die Ströme gering halte -> also möglichst auf alle Zellen gleich verteilen.

    Beim Batteriemanagement geht es meines Wissens hauptsächlich darum die Temperaturen der Zellen zu überwachen und dafür zu sorgen das die Zellen gleich ausgelastet werden ( Balancer ).

    > 3. Eine angemessene Kühlung beim Laden - das macht was aus.
    ja, dafür kann man einen E-Bike Akku einfach in 10 Stunden laden dann wird auch nichts warm. Schnellladung brauchen die wenigsten.


    Dafür muss ein Auto auch bei -20Grad und +40Grad passiv rumstehen können, das hat ein E-Bike Akku bei den meisten Leute doch ein angenehmeres leben.

  6. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: fanreisender 27.09.21 - 19:17

    Its_Me schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------


    > Nun ist die Kapazität aber schon so auf 70% geschrumpft. Im ersten Jahr bin
    > ich mal 107km am Stück gefahren, bis der Akku leer war. Jetzt bin ich froh,
    > wenn ich bei vergleichbaren Streckenprofil 70km schaffe.

    Und das ist definitiv der Akku? Nicht eine Gewöhnung an das leichte Fahren und eine entsprechend größere Unterstützung durch den Motor?
    Du hast den am Anfang und nach drei jahren versuchsweise definiert entladen?

  7. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: bernstein 27.09.21 - 19:29

    Boandlgramer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > werden. Ich weiß nicht, wie's im Detail Umgesetzt wird, aber zum Beispiel
    > wird man im Betrieb nicht direkt die Zellen zur Rekuperation nutzen, die
    > man gerade mit dem Vortrieb belastet hatte. Da dürfte es dann eine Menge
    > individueller Strategien der Hersteller geben, um sich zu unterscheiden...
    Idealerweise verteilt man sämtliche Lasten über alle Zellen. Nur so wird jede Zelle möglichst wenig stark belastet.

    Eine weitere sehr einfache aber effektive Möglichkeit ist overprovisioning. D.h. die Zellen werden nur bis 80-90% geladen bevor der Akku "vollgetankt ist". Und bei 10-20% restladung ist der Akku "leer" und man kann nur noch im Schneckentempo weiterfahren.

  8. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: Eheran 27.09.21 - 20:35

    Ohne richtige Kapazitätsmessung sind die Aussagen halt recht wertlos. Ansonsten: Hohe Zellspannung ist DER Grund für ein schnelles altern. Aufladen bis 100 % und dann so im Warmen liegen lassen ist das schlechteste von allem.

  9. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: Sharra 27.09.21 - 20:40

    Lagern im Zimmer ist zwar besser als im Keller oder gar in der Garage, aber Lagern ist grundsätzlich Gift für Akkus.

  10. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: thinksimple 27.09.21 - 20:44

    TonyStark schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich halte Kalkhoff für Baumarktware, sorry aber bei Cube, KTM oder Riese
    > und Müller gibt es dieses starke Schrumpfen der Kapazität nicht.


    Es kommt nicht auf den Radhersteller an sondern auf den Akkuhersteller...

    Mit Vision only hört man ja nix mehr....

  11. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: captain_spaulding 27.09.21 - 20:49

    Mein China-E-Bike lädt den Akku auf 100%(4,2V pro Zelle).
    Würde mich interessieren ob die hochwertigeren Marken das auch so machen.

  12. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: DooMMasteR 27.09.21 - 21:33

    Die (Bosch und Yamaha) machen das genauso und die Zellen altern auch dementsprechend.
    Einzig Panasonic hatte früher (sind ja aus dem Markt raus) Ladegeräte (für Verleiher gedacht) die eine Möglichkeit boten die Akkus nicht auf 100% zu laden.
    Bosch zumindest Beginn auch erst am oberen Ende der Ladekurve mit dem balancing, was etwas störend ist, wenn man die Akkus selbst nicht voll laden will (dann werden sie nicht ordentlich gebalanced).

    Beim Entladen sind alle Hersteller recht vernünftig und lassen etwa 15% Restkapazität in den Zellen.

  13. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: ulink 27.09.21 - 23:25

    Kurze Antwort: Ausgeklügeltes Batterie Management (Strom, Temperatur, Zellenspannung) und grosse Akkus (weniger Ladezyklen, kleinerer Zellenstrom, größerer "Maneuvrier Bereich" für das BMS).

  14. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: Bananularphone 28.09.21 - 07:32

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ohne richtige Kapazitätsmessung sind die Aussagen halt recht wertlos.
    > Ansonsten: Hohe Zellspannung ist DER Grund für ein schnelles altern.
    > Aufladen bis 100 % und dann so im Warmen liegen lassen ist das schlechteste
    > von allem.

    Noch schlimmer ist Entladen bis der Tiefentladeschutz anschlägt und dann herumliegen lassen. Durch die Selbstentladung entlädt sich der Akku noch weiter und ist dann oft komplett tot.

    Die Ladeschlussspannung ist hoffentlich so ausgelegt das „100%“ nicht wirklich schädlich ist. Wobei es natürlich toll wäre wenn man das als Anwender selbst konfigurieren könnte wenn man die Kapazität nicht braucht aber den Akku schonen möchte.

  15. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: TonyStark 28.09.21 - 07:50

    thinksimple schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > TonyStark schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich halte Kalkhoff für Baumarktware, sorry aber bei Cube, KTM oder Riese
    > > und Müller gibt es dieses starke Schrumpfen der Kapazität nicht.
    >
    > Es kommt nicht auf den Radhersteller an sondern auf den Akkuhersteller...

    Klar, da hast Du natürlich recht.
    Ein vernünftiger Hersteller nimmt aber auch dementsprechende Bauteile u. a. auch hochwertige Akkus.

  16. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: Weitsicht0711 28.09.21 - 08:56

    TonyStark schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Klar, da hast Du natürlich recht.
    > Ein vernünftiger Hersteller nimmt aber auch dementsprechende Bauteile u. a.
    > auch hochwertige Akkus.

    https://www.kalkhoff-bikes.com/de_de/e-bike-drive-systems

    Wie hochwertiger willst du es noch?

  17. Re: Leicht OT: Warum sind die Akkus in Autos eigentlich haltbarer

    Autor: Its_Me 28.09.21 - 09:40

    Ja, das ist definitiv der Akku. Ich dachte auch, dass ich inzwischen vielleicht anderes (schneller) fahre. Deshalb bin ich mal eine Strecke extra langsamer gefahren, also so immer wieder rollen lassen etc.
    Aber das hatte auch kaum einen Einfluss, viel mehr als 70km kamen da auch nicht bei raus.

  18. Re: Leicht OT: Danke für die Antworten

    Autor: Its_Me 28.09.21 - 10:02

    Zuerst einmal vielen Dank für die Antworten. Allerdings sind da viele Sachen bei, die eigentlich nicht die Ursache sein können.

    Temperaturmanagement:

    Ja, Autos haben das und das Pedelec nicht. Aber wieso sollte es auch? Der Akku wird da nur langsam geladen (Vollladen dauert 6 Stunden) und leerfahren an Stück dauert auch etwa 4 Stunden. Da wird eigentlich nichts warm und im Winter bei Kälte bin ich nicht gefahren.
    Im Gegensatz dazu steht ein Auto doch auch mal bei Minustemperaturen im Freien rum oder heizt sich in der Sonne extrem auf.

    Lagern ist für Akkus schlecht:

    Lagern Akkus nicht immer? Was passiert eigentlich wenn ein Auto z.B. beim Gebrauchtwagenhändler rumsteht. Also ich weiß z.B. dass ein Händler einen Wagen von mir, den ich in Zahlung gegeben habe, erst nach einem Jahr verkauft hat. Muss der dann seine Gebrauchtwagenflotte eigentlich ständig aufladen? Was passiert, wenn ich den Wagen 2-3 Wochen z.B. am Flughafen stehen lasse? Also wenn Lagern ein Problem ist, gibt es das bei E-Autos auch.

    Lademanagement:

    OK, da sind E-Autos einerseits im Vorteil, da man wohl meistens nur bis 80% lädt. Auf der anderen Seite gibt es da aber auch Schnellladungen, die dem Akku auch nicht förderlich sein dürften. Und was ist mit Plug-In Hybriden. Da ist die Batterie rel. klein und die dürfte auch nicht nur bis 80% geladen werden. Dann müsste die ja eigentlich rel. schnell hin sein?
    Was man E-Auto wohl eher nicht macht, ist den Akku leer fahren. Mache ich beim eBike natürlich normalerweise auch nicht. Aber im Handbuch steht sogar explizit, dass man den Akku einmal im Jahr leer fahren soll, damit sich die Akkuanzeige kalibrieren kann. Ich gehe aber mal davon aus, dass der Akku nicht wirklich bei 0% sind, wenn der Akku sich ausschaltet.


    Kurz gesagt, so richtig plausibel finde ich die Erklärungen alle nicht. Gibt es hier denn Leute die schon mindestens 4-5 Jahre das gleiche E-Auto fahren (also damals Neuwagen) und in der Praxis Unterschiede in der Reichweite feststellen können, bzw. beim Laden eine geringere Kapazität festgestellt haben?

  19. Re: Leicht OT: Danke für die Antworten

    Autor: ulink 28.09.21 - 10:56

    Its_Me schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Temperaturmanagement:

    Beim Temperaturmanagement geht es primaer um die Temperatur der Zellen beim Laden und Entladen. Hat zwar auch mit der Aussentemperatur zu tun, aber nur mittelbar.

    > Lagern ist für Akkus schlecht:

    Es gibt bei Akkus eine kalendarische Alterung, gegen die man praktisch gar nichts tun kann ausser vielleicht "kuehl" zu "lagern" (nicht eiskalt oder gar unter dem Gefrierpunkt). Bei niedrigen Ladestaenden, vielleicht so um die 30-60%?

    Und dann gibt es seine Alterung durch Lade- und Entladevorgaenge. Dagegen kann man einiges tun, z.B. nicht bis 0 runter entladen, nicht bis 100% laden, schon gar nicht mit 100% wochenlang rumstehen lassen in der Sommerhitze usw.

    Aktuell ist es z.B. bei Smartphones immer noch so, dass man das Ladeende (z.B. 80%) nicht einstellen kann und daher fast immer bis 100% laedt. Es gibt maximal Apps, die bei einem eingestellten Ladestand warnen. Ein echtes Ladelimit bekommt man nur bei wenigen Handys hin und auch dort nur, wenn man das Ding rootet, was nicht jedermanns sache ist.

    Warum eigentlich? Manchmal hat man den Eindruck, der Akku SOLL kaputtgehen und weil der neuerdings meiste fest verbaut ist, ist dann das Handy auch fuer die Tonne. Auch ohne Aluhut koennte man darauf kommen, dass das so gewuenscht ist von den Herstellern.

    Und Smartphoneakkus muessen natuergemaess sehr flach sein und eine moeglichst hohe Energiedichte haben, das hilft auch nicht bei der Lebensdauer.

    Grundsaetzlich altern Akkus immer, auch die vom BEV. Nur dort halt langsamer wegen diverser Massnahmen und Umstaende. 5-7% Kapazitaetsverlust nach 2 Jahren und/oder 50.000km sind normal. Die Degradation laeuft bei einem neuen Akku anfangs schneller, dann immer langsamer ab. Mit etwas Glueck hat man nach vielen Jahren und/oder 300.000km doch nur 10% Verlust.

    > Lagern Akkus nicht immer?

    Die meiste Zeit. Es kommt viel auf den SoC (StateOfCharge) beim Rumstehen an. Niedrigere (nicht zu niedrig, sagen wir mal 30-60%) sind besser als hohe. Sehr hohe Ladestaende (nahe oder gleich 100%) sind wegen der hohen Zellspannung fuer "normale" Lithium-Akkus (mit Lithium, Nickel, Cobalt usw. drin ) ueberproportional schlecht. Den LFP (Lithium-Eisenphosphat) macht das wieder weniger aus.

    > Lademanagement:
    > OK, da sind E-Autos einerseits im Vorteil, da man wohl meistens nur bis 80%
    > lädt. Auf der anderen Seite gibt es da aber auch Schnellladungen, die dem
    > Akku auch nicht förderlich sein dürften.

    Schnelladung ist gar nicht mal so das Problem, wenn man die Temperaturen im Griff hat. Und wenn man viel Cobalt rein tut so wie es die deutschen Hersteller machen :-/

    > Und was ist mit Plug-In Hybriden.

    Die sind Schrott IMHO :-)

    > Da ist die Batterie rel. klein und die dürfte auch nicht nur bis 80%
    > geladen werden. Dann müsste die ja eigentlich rel. schnell hin sein?

    Ja. Ausser der Hersteller ist schlau und macht 20% mehr Kapazitaet rein, sagt Dir das aber nicht und laesst Dich auch nicht darauf zugreifen, sodass 0% eigentlich 10% sind und 100% 90%
    Vgl. auch brutto und netto Kapazitaet.

    > Was man E-Auto wohl eher nicht macht, ist den Akku leer fahren.

    Genau, weil das gar nicht geht. Alle BEV haben mindestens unten rum einen Puffer, auf den Du nicht zugreifen kannst, um zu verhindern, dass man auf **echte** 0% entlaedt. Bin mir sicher, dass es genug Deppen gibt, die das sonst tun wuerden. Und Smartphones haben wohl auch untenrum keinen Puffer (oder?).

    Und tiefentladen ist fuer jede Akkutype RICHTIG schaedlich.
    Beispiel meine Mutter mit Ihrem Verbrenner: Vor 6 Monate neue Starterbatterie (Blei) reingetan weil die alte kaputt war. Jetzt hat sie das Auto 2 Monate stehen gelassen ohne Nachladen --> komplett im Eimer das Ding --> naechster Akku bitte.

    > Aber im Handbuch steht sogar
    > explizit, dass man den Akku einmal im Jahr leer fahren soll, damit sich die
    > Akkuanzeige kalibrieren kann. Ich gehe aber mal davon aus, dass der Akku
    > nicht wirklich bei 0% sind, wenn der Akku sich ausschaltet.

    Hoffentlich.

    > Gibt es hier denn Leute die schon mindestens 4-5 Jahre das gleiche E-Auto
    > fahren (also damals Neuwagen) und in der Praxis Unterschiede in der
    > Reichweite feststellen können, bzw. beim Laden eine geringere Kapazität
    > festgestellt haben?

    Ich kann erst mit 2.5 Jahren und 44.000 km aufwarten, aber ich habe auch schon 5% Degradation (Tesla Model 3 LR). Wie oben schon geschrieben, wird die Kurve aber zunehmend flacher.

    Und 5% sind so ungefaehr 25km, das ist voellig belanglos, weil auf Kurzstrecke ca. 500km Reichweite (100%-->0%) sowieso ueberdimensioniert sind und ich auf Langstrecke wegen des Superchargernetzes alle 100-200km Ladestationen habe (mit DURCHSCHNITTLICH 10-12 Ladepunkten, nicht 2 oder 4 in groesseren Abstaenden). In der Praxis lade ich ueblicherweise alle 200-300km kurz von 5% auf 50-80% (am liebsten nur bis 60%). Das geht sehr schnell und reicht ueblicherweise gerade so fuer Klo + Kaffee und man kommt wegen der Pausen sehr entspannt an.

  20. Re: Leicht OT: Danke für die Antworten

    Autor: xUser 28.09.21 - 10:59

    Its_Me schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zuerst einmal vielen Dank für die Antworten. Allerdings sind da viele
    > Sachen bei, die eigentlich nicht die Ursache sein können.
    >
    > Temperaturmanagement:
    >
    > Ja, Autos haben das und das Pedelec nicht. Aber wieso sollte es auch? Der
    > Akku wird da nur langsam geladen (Vollladen dauert 6 Stunden) und
    > leerfahren an Stück dauert auch etwa 4 Stunden. Da wird eigentlich nichts
    > warm und im Winter bei Kälte bin ich nicht gefahren.
    > Im Gegensatz dazu steht ein Auto doch auch mal bei Minustemperaturen im
    > Freien rum oder heizt sich in der Sonne extrem auf.

    Das Rumstehen ist nicht so das Problem. Und für den Winter haben die besseren E-Autos auch eine Heizung für den Akku.
    Hauptproblem ist eher die Überhitzung wenn gerade viel Leistung (relativ zur Temperatur) abgerufen wird. Deswegen wird eine aktive Kühlung benötigt.


    > Lagern ist für Akkus schlecht:
    >
    > Lagern Akkus nicht immer? Was passiert eigentlich wenn ein Auto z.B. beim
    > Gebrauchtwagenhändler rumsteht. Also ich weiß z.B. dass ein Händler einen
    > Wagen von mir, den ich in Zahlung gegeben habe, erst nach einem Jahr
    > verkauft hat. Muss der dann seine Gebrauchtwagenflotte eigentlich ständig
    > aufladen? Was passiert, wenn ich den Wagen 2-3 Wochen z.B. am Flughafen
    > stehen lasse? Also wenn Lagern ein Problem ist, gibt es das bei E-Autos
    > auch.

    Die Autos können schon eine Weile rumstehen. So einmal im Moment sollte man aber mal schauen wie weit der Akku runter ist und ggf. etwas nachladen. Tatsächlich ist es bei einer Lagerung besser den Akku bei 30-60% zu lassen und ihn nicht voll zu machen. Deine drei Wochen am Flughafen sind aber kein Problem, solange am Anfang noch mindestens 50% drin sind.

    > Lademanagement:
    >
    > OK, da sind E-Autos einerseits im Vorteil, da man wohl meistens nur bis 80%
    > lädt. Auf der anderen Seite gibt es da aber auch Schnellladungen, die dem
    > Akku auch nicht förderlich sein dürften. Und was ist mit Plug-In Hybriden.
    > Da ist die Batterie rel. klein und die dürfte auch nicht nur bis 80%
    > geladen werden. Dann müsste die ja eigentlich rel. schnell hin sein?
    > Was man E-Auto wohl eher nicht macht, ist den Akku leer fahren. Mache ich
    > beim eBike natürlich normalerweise auch nicht. Aber im Handbuch steht sogar
    > explizit, dass man den Akku einmal im Jahr leer fahren soll, damit sich die
    > Akkuanzeige kalibrieren kann. Ich gehe aber mal davon aus, dass der Akku
    > nicht wirklich bei 0% sind, wenn der Akku sich ausschaltet.

    Wenn der Akku wirklich bei 0 ist, dann ist er kaputt. Am besten fährt man ihn nur bis max. 30% runter. Gilt genauso für Telefone und Notebooks. Erwarte von E-Bike Akkus nicht zu viel. Selbst bei den Markenherstellern ist das normalerweise kompletter Müll. Da sind einfach Standardmodule schlecht zusammengelötet und es wird ein 0815 Controller für das Lademanagement genutzt. Das ist nicht mal ansatzweise mit einem richtigen E-Auto zu vergleichen. (Wobei es das ein in den Anfängen ähnliche Probleme gab.)


    > Kurz gesagt, so richtig plausibel finde ich die Erklärungen alle nicht.
    > Gibt es hier denn Leute die schon mindestens 4-5 Jahre das gleiche E-Auto
    > fahren (also damals Neuwagen) und in der Praxis Unterschiede in der
    > Reichweite feststellen können, bzw. beim Laden eine geringere Kapazität
    > festgestellt haben?

    Es gibt genug Berichte online. Bei Tesla sind auch nach 500.000 km >70% Kapazität drin und auch mehr als 1mio Km bei mit 80% Kapa sind wohl möglich, wenn auch bei einem sehr speziellen Einsatzprofil (Taxi-Service). Inwieweit sich das auf "normale" Nutzung übertragen lässt wird die Zeit zeigen. Ich würde mir bei einem aktuellen E-Auto, welches explizit als E-Auto entwickelt wurde dort keine Sorgen machen. Der Akku wir voraussichtlich meisten anderen Komponenten des Autos überleben.

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