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Medien, Gesellschaft und Gewalt

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  1. Medien, Gesellschaft und Gewalt

    Autor: blumenstrauss 11.12.06 - 21:53

    Die in den 80er Jahren geprägte Erkenntnis, daß Fernsehen die Klugen Klüger und die Dummen Dümmer macht, muß für das 21. Jahrhundert erweitert werden: Der Medienkonsum macht die Wohlhabenden Wohlhabender und die Ärmeren ärmer.

    Der im ersten Absatz skizzierte intellektuelle Riß, der durch die Gesellschaft verläuft, hat sich bis heute nicht nur vertieft, er hat aufgrund der neuen Medien nun auch noch mehr Dimensionen. Waren zur Zeit der Aufklärung das Lesen und Schreiben Voraussetzung zur Teilhabe am intellektuellen Diskurs, verfügen wir heutzutage mit Radio, Fernsehen und Internet über wesentlich schnellere Medien, deren Reichweite als global anzusehen ist.

    Weiteres Merkmal unserer heutigen Zeit ist, daß Konsum, Herstellung und Verbreitung von Informationen wesentlich vereinfacht worden sind. Wo in den 80er Jahren die Eltern in der Familie in der Regel die Kontrolle über ein dreigegliedertes Fernsehprogramm hatten, können sich heutzutage bereits 12jährige mit ihrem überlegenen Technikwissen über elterlich Verbote beim Medien-Konsum hinwegsetzen. Damit verfügt erstmals eine nachwachsende Generation über mehr technisches Wissen als die ihre unmittelbar vorangegangene. Ebenso neu für die Gesellschaft ist das Phänomen, daß das Individuum Dank der globalen Vernetzung nicht nur als Empfänger globaler Daten agiert, sonder ebenso als Sender diesen Datenstrom mitbefüttert.

    Folgende Konsequenzen ergeben sich aus diesen Randbedingungen:

    - Die gewinnorientierten Medienkonzerne versuchen mit geringem Ressourceneinsatz einen unersättlichen Markt zu befriedigen. Auf die Explosion der Sendeminuten im frei empfangbaren Fernsehen konnte natürlich nur mit einer Beschleunigung der Produktion reagiert werden, was zwangsläufig zu einer erheblichen Einbuße in der intellektuellen Qualität des Mediums in seiner Gesamtheit führte.

    - Die Senkung der Produktionskosten und der Gewinndruck hatten zur Folge, daß die Ansprüche an den Konsumenten sanken, die Konsumierbarkeit also erleichtert und Gleichzeitig der Konsument immer stärker in den Produktionsprozeß eingebunden wurde. Die daraus entstandenen Quiz- und Talksshows, Doku-Soaps und Beratungssendungen waren billig, gewinnbringend und identitätsstiftend.

    - Wo früher noch ein Held für einen Tag notwendig war, um ein Medienprodukt von definierbarer Qualität herzustellen, reicht heute bereits ein ‚Arschloch für eine Minute’, um Medieninhalte mit der Qualität von Latrinenparolen zusammenzudilletieren. Die Schwelle des Berichtenswerten ist soweit herabgesenkt worden, daß es zu einer globalen Teilhabe an globalen Alltäglichkeiten gekommen ist, aus denen im wesentlichen nur noch absurdes bis perverses herausragt.

    - Aus diesem medialen Tsunami, der von handfesten kapitalistischen Interessen angetrieben wird, die intellektuell herausragenden Informationsblöcke herauszufiltern, wird stetig schwieriger. Paranoide Verschwörungstheorien, rassistische Hetzte, Pornographie und Killervideos finden sich neben brillanten Internetangeboten vom Louvre, dem Gutenbergprojekt, Google Earth usw.

    Dank der oben aufgezeigten Randbedingungen ist das Individuum heute mehr, schnelleren und niveauärmeren Inhalten ausgesetzt. Damit ist wesentlich mehr ‚mediale Kompetenz’ erforderlich, die Inhalte zu bewerten und sie gemäß Nutzen und Wahrheitsgehalt einzuordnen. Gleich einem regellosen Selbstbedienungsladen erleichtert das heutige Medienangebot das Abtauchen in globalen Subkulturen, die vollständig entkoppelt von gesellschaftlichen Realitäten agieren können und dabei Parallelsoziotope mit völlig neuen Kodexen, Regeln und Paradigmen erzeugen, eine virtuelle Subkultur.

    Was dies konkret bedeuten kann, soll im folgenden skizzenhaft am Beispiel der Katastrophe von Emsdetten aufzeigt werden. ...

    weiter auf
    http://people.freenet.de/bluemer.drensteinfurt/

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