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Probleme... aber nicht überall

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  1. Probleme... aber nicht überall

    Autor: Der schwarze Ritter 05.12.21 - 20:20

    Probleme sehe ich oft bei Smartphonenutzung - aber bei allen Altersgruppen. Bei manchen Familienzusammenkünften kommt kaum mehr ein brauchbares Gespräch zustande. Es vergehen keine 5 Minuten in denen von 5 Personen nicht irgendjemand auf sein Smartphone glotzt. Bei manchen hat man das Gefühl, man redet mit sich selbst und man bekommt dann nur alle paar Minuten ein lustiges Bild oder irgendein schwachsinniges TikTok-Video gezeigt.

    Das ist schon wirklich schlimm und enorm nervig. Meistens hab ich schon gar keine Lust mehr, manche Leute überhaupt zu treffen... weil, wozu denn? Eine Unterhaltung findet nicht statt und irgendwelche semilustige Videos und Bilder - jo, da kann man mal 1-2 anschauen, aber im minutentakt ermüdet das enorm schnell.

    Schlimmer wird es bei "der Jugend"(tm) - aber auch hier nicht bei allen. Dennoch beobachte ich als Ausbilder, dass bei manchen Azubis quasi keine Aufmerksamkeitsspanne mehr vorhanden ist. Wir mussten dazu übergehen, dass Azubis ihre Smartphones im Vorzimmer ablegen müssen, so dass man im Tagesverlauf eben nicht nur ständigen Nutzung verleitet wird. Mal schnell schauen, was bei Insta los ist, Facebook und TikTok nimmt man im Vorbeilaufen eh mit, Twitter findet permanent nebenher statt. Und wenn ich mal mehr als 3 Minuten am Stück was erkläre, sieht man die Gedanken abschweifen. Es gibt auch etwa gleich viele positive Gegenbeispiele, daher bin ich weiter verhalten optimistisch, weil die Pappnasen-Azubis gabs vor 20 Jahren halt auch schon.

    Dennoch, wirklich geil ist das nicht.

  2. Re: Probleme... aber nicht überall

    Autor: Oktavian 05.12.21 - 20:29

    > Schlimmer wird es bei "der Jugend"(tm) - aber auch hier nicht bei allen.
    > Dennoch beobachte ich als Ausbilder, dass bei manchen Azubis quasi keine
    > Aufmerksamkeitsspanne mehr vorhanden ist.

    Ein Freund von mit ist Professor an einer FH, unterrichtet Mathe. Er beobachtet genau das gleiche. Er hält die Vorlesungen seit vielen Jahren nahezu identisch, auch die Übungen und Klausuren sind immer sehr ähnlich. Durchfallquote in den Grundvorlesungen war immer so bei 10 bsi 15%. Das hat sich mit der Generation Smartphone dramatisch geändert. Die Durchfallquote ist auf bis zu 50% hochgeschossen.

    Seine Beobachtung aus den Übungsveranstaltungen: Bei Mathe muss man sich oft bei schwierigen Problemen ziemlich durchbeißen. Man muss dranbleiben, darf sich nicht ablenken lassen, muss mehrere Gedanken im Kopf behalten, kombinieren, ausprobieren, knobeln, und steht dann irgendwann vor der Lösung. Das dauert gerne mal 30 Minuten bis eine Stunde. Wenn man unterbricht, ist der Gedanke weg, man muss von vorn beginnen.

    Wenn man nun aber gewohnt ist, alle 5 Minuten aufs Smartphone zu gucken, wird das nichts.

  3. Re: Probleme... aber nicht überall

    Autor: smonkey 05.12.21 - 20:34

    Der schwarze Ritter schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Probleme sehe ich oft bei Smartphonenutzung - aber bei allen Altersgruppen.
    > Bei manchen Familienzusammenkünften kommt kaum mehr ein brauchbares
    > Gespräch zustande.

    Kenne ich teilweise auch. Aber man lässt die Ü50er dann halt an ihrem Smartphone daddeln während man sich mit den anderen Jüngeren ausgiebig unterhält.

  4. Re: Probleme... aber nicht überall

    Autor: dEEkAy 05.12.21 - 21:21

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Schlimmer wird es bei "der Jugend"(tm) - aber auch hier nicht bei allen.
    > > Dennoch beobachte ich als Ausbilder, dass bei manchen Azubis quasi keine
    > > Aufmerksamkeitsspanne mehr vorhanden ist.
    >
    > Ein Freund von mit ist Professor an einer FH, unterrichtet Mathe. Er
    > beobachtet genau das gleiche. Er hält die Vorlesungen seit vielen Jahren
    > nahezu identisch, auch die Übungen und Klausuren sind immer sehr ähnlich.
    > Durchfallquote in den Grundvorlesungen war immer so bei 10 bsi 15%. Das hat
    > sich mit der Generation Smartphone dramatisch geändert. Die Durchfallquote
    > ist auf bis zu 50% hochgeschossen.

    Seit vielen Jahren unverändert und trotzdem steigen die Durchfallquoten? Meinste nicht, das hat etwas mit dem Stoff an sich und der Art der Lehre zu tun? Mathematik ist sowieso immer so ein konstruiertes Fach. Es werden irgendwelche Probleme behandelt die im wahren Leben nie vorkommen. Ich hab da auch kein Bock drauf, obwohl ich auch auf das Smartphone verzichten kann.

    Realitätsnah und -bezogen unterrichten. Auf das Publikum eingehen. Einfangen und begeistern.

    > Seine Beobachtung aus den Übungsveranstaltungen: Bei Mathe muss man sich
    > oft bei schwierigen Problemen ziemlich durchbeißen. Man muss dranbleiben,
    > darf sich nicht ablenken lassen, muss mehrere Gedanken im Kopf behalten,
    > kombinieren, ausprobieren, knobeln, und steht dann irgendwann vor der
    > Lösung. Das dauert gerne mal 30 Minuten bis eine Stunde. Wenn man
    > unterbricht, ist der Gedanke weg, man muss von vorn beginnen.
    >
    > Wenn man nun aber gewohnt ist, alle 5 Minuten aufs Smartphone zu gucken,
    > wird das nichts.

  5. Re: Probleme... aber nicht überall

    Autor: Oktavian 05.12.21 - 22:45

    > Seit vielen Jahren unverändert und trotzdem steigen die Durchfallquoten?
    > Meinste nicht, das hat etwas mit dem Stoff an sich und der Art der Lehre zu
    > tun?

    Die Mathematik in ihren Grundlagen ist seit so etwa 100 Jahren abgeschlossen. Die Durchfallerquote stieg auch nicht sukzessive über viele Jahre sondern mit dem Ankommen der Generation Smartphone sprunghaft.

    > Mathematik ist sowieso immer so ein konstruiertes Fach.

    Es ist eine Formalwissenschaft oder Strukturwissenschaft. Der ist innewohnend, dass sie konstruiert ist, sonst wäre sie eine Naturwissenschaft. Wer das nicht möchte, ist im falschen Kurs.

    > Es werden
    > irgendwelche Probleme behandelt die im wahren Leben nie vorkommen.

    Ja, wer reale Probleme lösen will, lernt rechnen und kommt mit dem Taschenrechner und einer Formelsammlung danach gut aus. Das ist nicht die Welt eines Mathematikers. Wer an der Uni Mathe-Vorlesungen hört, dem ist schon bewusst, dass das knackig ist, wirklich trockenes und schweres Zeug. Dafür ist die Belohnung, wenn man es geschafft hat, umso schöner. Man mag das, oder man lässt es besser.

    > Realitätsnah und -bezogen unterrichten. Auf das Publikum eingehen.
    > Einfangen und begeistern.

    Sorry, an der Uni ist man nicht beim Zirkus. Motivation müssen die Studenten schon selbst aufbringen. Der Dozent erklärt, lernen und lernen wollen muss der Student schon selbst. Man wird nicht zum Jagen getragen.

    Nehmen wir so etwas spannendes wie den Satz von Bolzano-Weierstraß oder den Satz vom Minimum und Maximum. Wenn man die zum ersten mal ließt, begreift man sofort, was sie aussagen und mit etwas nachdenken sieht man auch schnell, dass sie wahr sind. Aber der Beweis, das ist schon wieder eine andere Kategorie.

    Zwei Vorfälle fallen mir da noch ein aus meinen Analysis-Vorlesungen:
    1. Ein Kollege fragte man den Dozenten, ob er zu einem Satz nicht auch mal ein Beispiel machen könnte. Der schaute ihn ernsthaft verwirrt an und meinte dann "Ersetzen sie die Buchstaben doch einfach durch Zahlen, dann haben sie ein Beispiel".
    2. Ein Kollege fragte nach einem ewig langen und komplexen Beweis über 9 Tafeln "wozu braucht man eigentlich diesen Satz?". Der Dozent lächelte und meinte "Herr S.-L., solange sie diese Frage noch stellen, haben sie die Analysis in ihrer vollen Tragweite nicht erfasst. (Kunstpause) Nein, mal im Ernst, brauchen tut man ihn selten, aber der Beweis ist so schön." Es war wirklich ein herrlich verdrehter Widerspruchsbeweis.

    Wer Mathe studieren will oder ein Fach, in dem Mathe Voraussetzung ist, der muss ertragen, dass es sich um eine Formalwissenschaft handelt. Der sollte Spaß an so etwas haben oder zumindest die Bereitschaft mitbringen sich durchzubeißen. Und dazu gehört eben auch die Fähigkeit, sich ein bis zwei Stunden ausschließlich mit einem Problem zu beschäftigen, ohne die Gedanken abschweifen zu lassen, ohne ständig das Smartphone zu zücken und "nur mal eben" was zu gucken. Wer das nicht schafft, wird in der Mathematik und verwandten Bereichen nicht glücklich. Da hilft es dann auch nicht, die Einsteigervorlesungen und Prüfungen immer leichter zu machen und auf Schulniveau zu senken. Es wird dadurch später ja nicht leichter. Der Stoff ist komplex. Das muss man wollen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.21 23:00 durch Oktavian.

  6. Re: Probleme... aber nicht überall

    Autor: glasen77 06.12.21 - 08:28

    > Es ist eine Formalwissenschaft oder Strukturwissenschaft. Der ist innewohnend, dass sie konstruiert ist, sonst wäre sie eine Naturwissenschaft. Wer das nicht möchte, ist im falschen Kurs.
    Leider ist es nun mal so, dass Mathematik in 99% der Fälle eine Hilfswissenschaft für andere Wissenschaften ist. Und da stecken nun mal reale Probleme dahinter. Nur verstehen das viele Matheprofessoren nicht bzw. machen sich darüber auch noch lustig darüber.

    Dazu kommt noch die unsägliche Praxis Studenten von naturwissenschaftlichen oder Ingenieursstudiengängen in die Mathevorlesungen der "echten" Mathemathiker zu setzen. Erstere sind nämlich üblicherweise daran interessiert ein Werkzeug für ihre Probleme zur Hand zu bekommen und nicht irgendwelche Elfenbeinschlösser nachvollziehen zu müssen.

  7. Re: Probleme... aber nicht überall

    Autor: Oktavian 06.12.21 - 09:19

    > > Es ist eine Formalwissenschaft oder Strukturwissenschaft. Der ist
    > innewohnend, dass sie konstruiert ist, sonst wäre sie eine
    > Naturwissenschaft. Wer das nicht möchte, ist im falschen Kurs.
    > Leider ist es nun mal so, dass Mathematik in 99% der Fälle eine
    > Hilfswissenschaft für andere Wissenschaften ist.

    Das ist das Wesen einer Formalwissenschaft. Ansonsten wäre es ja nur mentale Selbstbefriedigung.

    > Und da stecken nun mal
    > reale Probleme dahinter. Nur verstehen das viele Matheprofessoren nicht
    > bzw. machen sich darüber auch noch lustig darüber.

    Ein Mathe-Prof. hat mir mal folgenden erzählt:
    Der Ingenieur sagt: "Meine Formeln sind eine gute Annäherung an die Realität."
    Der Physiker sagt: "Die Realität ist eine gute Annäherung an meine Formeln."
    Der Mathematiker sagt: "Ist mir doch egal."

    Oder auch:
    https://xkcd.com/435/

    > Dazu kommt noch die unsägliche Praxis Studenten von naturwissenschaftlichen
    > oder Ingenieursstudiengängen in die Mathevorlesungen der "echten"
    > Mathemathiker zu setzen.

    Naja, üblicherweise sitzen die Naturwissenschaftler und Ingenieure in Mathe I bis IV, die Mathematiker und Informatiker sitzen in Analysis I und II, Algebra I und II, Zahlentheorie, LA I und II, Numerik I und II, Statistik I und II, etc. Es sei denn, sie haben ein besonderes Interesse, dann kann man natürlich auch weitergehende Vorlesungen hören.

    Und ja, auch Mathe I bis IV ist anspruchsvoll. Das liegt aber daran, dass die Naturwissenschaft dahinter anspruchsvoll ist. Wenn der Physiker ART oder Quantenfeldtheorie verstehen will, muss er Tensorrechnung begreifen. Er muss mehrdimensionale Feldgleichungen lösen können. Das ist heftiges Zeug, keine Frage, aber das liegt daran, dass die Physik heute heftige Dinge tut. Wir lassen eben keine Steinchen mehr von Türmen fallen, das sind alles gelöste Probleme Einstein selbst ist an dieser Mathematik verzweifelt (und hatte dann Hilfe von Mathematikern), denn es gab sie zu dieser Zeit noch nicht. Heute ist das eben Stoff, den sich ein angehender Physiker antun muss, sonst wird er in diesem Fach nicht glücklich.

    > Erstere sind nämlich üblicherweise daran
    > interessiert ein Werkzeug für ihre Probleme zur Hand zu bekommen und nicht
    > irgendwelche Elfenbeinschlösser nachvollziehen zu müssen.

    Ja, nur er muss das Werkzeug auch verstehen, um es sinnvoll anwenden zu können. Er muss erlebt haben, was in diesem Werkzeug passiert.

    Ein Klassiker für mich war ein Doktorand der experimentellen Physik, den ich von mathematischer Seite betreut habe. Er forschte im Bereich der Biegeeigenschaften hochreiner Siliziumkristalle, war ein spannendes Thema. Allerdings hatte er sich in Mathe immer etwas durchgemogelt, das war einfach nicht seine Stärke, und damit hatte er sich beinahe die Promotion versaut. Er war eben ein Knöpfchendrücker, der Algorithmen nutzen wollte ohne zu verstehen, was in ihrem Inneren passiert. Und dabei hatte er einen Algorithmus erwischt, der unter seinen Bedingungen numerisch instabil war.

    Das schlimme war eigentlich nicht mal, dass ihm das passiert war. Das schlimme war, dass er um das Konzept der numerischen Stabilität von Algorithmen nicht wusste. Und da wird es dann für einen Physiker schon ekelig.

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