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Imho Gewerkschaften

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  1. Imho Gewerkschaften

    Autor: sovereign 01.01.22 - 14:59

    ...zumindest die großen existieren doch nur noch zum Selbstzweck. Ich mein wenn man sieht wie viel zum Teil gut dotierte Pöstchen es da gibt....
    Und was die im Gegenzug für "tolle" Abschlüsse zu Stande bringen.

    just my 2 cents

  2. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: xoxox 01.01.22 - 15:48

    Ich bin mit der Arbeit der IGM sehr zufrieden. Die Abschlüsse sind gut (weiss nicht was da die Erwartungshaltung ist? Money for nothing and chicks for free?).

  3. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: Schattenwerk 01.01.22 - 16:35

    Eine Freundin fällt unter IGM in ihrem Unternehmen. Die daraus resultierenden Vorteile, die Gratislohnerhöhung etc. sind schon nett. Da bin ich ehrlich.

  4. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: Oktavian 01.01.22 - 17:00

    > Und was die im Gegenzug für "tolle" Abschlüsse zu Stande bringen.

    Es kommt immer etwas drauf an, welche Verhandlungsmacht ein AN ohne Tarifvertrag und Gewerkschaft hätte. Das kann sehr unterschiedlich sein.

    Für die Masse der einfachen Arbeiter ist ein Tarifvertrag schon halbwegs sinnvoll. Klar, Gewerkschaften und Betriebsräte sind ein korrupter Haufen, gerade in der Auto-Branche, aber für den einfachen Arbeiter am Band wäre es schwierig, seine Lohnforderungen individuell durchzusetzen. Hier kann der AG die Regional-Karte ausspielen. Wenn man in Wolfsburg wohnt und Autos zusammenbauen will, kann man das nur bei VW. Ein Wechsel zu Mercedes lohnt sich nicht.

    Das Problem bei den Gewerkschaften und ihren Abschlüssen ist oft, sie verhandeln auch genau für die Masse der unteren Lohngruppen. Dort sind die Erhöhungen und Randbedingungen oft nennenswert, in den oberen Lohngruppen sind sie eher dürftig. Aus Perspektive der Gewerkschaft ist das sinnvoll, denn in der Masse der einfachen Angestellten liegt ihre Verhandlungsmacht.

    Für einen Angestellten der oberen Lohngruppe ist das maximal nervig. Man bekommt kaum Gehaltsentwicklung, kann in der Regel aber auch nicht individuell verhandeln, da der AG immer auf den Tarifvertrag verweist. In der Konsequenz haben sich in den oberen Lohngruppen Kleingewerkschaften gegründet, die für ihre Mitglieder wesentlich besser verhandeln (Cockpit, UFO, GDL, Marburger Bund, etc.).

    Für mich wäre jedenfalls eine starke Gewerkschaft in einem Unternehmen und ein Tarifvertrag ein wichtiger Grund, um dieses Unternehmen einen großen Bogen zu machen. Ich bin schon groß, ich kann für mich selbst reden. Ich muss niemanden dafür bezahlen, dass er in meinem Namen schlecht für mich verhandelt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.01.22 17:02 durch Oktavian.

  5. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: danio 01.01.22 - 17:56

    sovereign schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...zumindest die großen existieren doch nur noch zum Selbstzweck. Ich mein
    > wenn man sieht wie viel zum Teil gut dotierte Pöstchen es da gibt....



    Du darfst gerne auf alles, was Gewerkschaft errungen haben und erringen, verzichten. Da wird das Leben gleich viel spannender.

  6. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: demon driver 01.01.22 - 18:32

    sovereign schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...zumindest die großen existieren doch nur noch zum Selbstzweck. Ich mein
    > wenn man sieht wie viel zum Teil gut dotierte Pöstchen es da gibt....
    > Und was die im Gegenzug für "tolle" Abschlüsse zu Stande bringen.

    Wieviele "gut dotierten Pöstchen" gibt es denn da genau? Wenn du das behauptest, wirst du das ja doch beziffern können?

    Ich kann dir die Antwort geben – viel zu wenige, als dass es im Gesamtkontext einer Gewerkschaft irgendeine Rolle spielen würde. Dein Gewerkschaftsbild ist extrem verzerrt, ganz so, wie es antigewerkschaftliche Ideologen, die im Sinne der Arbeitgeber unterwegs sind, gerne verbreiten. Man muss da echt aufpassen, wer da was erzählt.

    Fast alle hauptamtlichen Gewerkschaftsfunktionäre und -beschäftigten haben normale Jobs mit normalen Gehältern, und die machen die Gewerkschaftspolitik und stimmen sie in gewerkschaftlichen Gremien ab, und die Gewerkschaftspolitik wird außerdem von ehrenamtlichen Funktionären mitbestimmt, die aus den Betrieben zu den entsprechenden Sitzungen in die Gewerkschaftsgremien entsandt werden.

    Und wenn Tarifabschlüsse bescheiden ausfallen, dann hat das in aller Regel nur einen einzigen Grund – dass auf Gewerkschaftsseite nicht glaubhaft Druck aufgebaut werden konnte, mit der einzigen Drohung, die solchen Druck aufbauen kann, nämlich der mit einem Erzwingungsstreik. Wenn das nicht gelingt, dann heißt das schlicht, dass die Gewerkschaft in der Branche oder dem Unternehmen nicht genug Mitglieder hat, die auch streikbereit wären.

    Schuld daran sind folglich in allererster Linie alle die Beschäftigten, die meinen, sich die Mitgliedschaft sparen zu können. Insofern haben Nichtmitglieder nicht auch nur das geringste Recht, sich über zu niedrige Tarifabschlüsse zu beschweren.

  7. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: Bermuda.06 01.01.22 - 18:33

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Und was die im Gegenzug für "tolle" Abschlüsse zu Stande bringen.
    >
    > Es kommt immer etwas drauf an, welche Verhandlungsmacht ein AN ohne
    > Tarifvertrag und Gewerkschaft hätte. Das kann sehr unterschiedlich sein.
    >
    > Für die Masse der einfachen Arbeiter ist ein Tarifvertrag schon halbwegs
    > sinnvoll. Klar, Gewerkschaften und Betriebsräte sind ein korrupter Haufen,
    > gerade in der Auto-Branche, aber für den einfachen Arbeiter am Band wäre es
    > schwierig, seine Lohnforderungen individuell durchzusetzen. Hier kann der
    > AG die Regional-Karte ausspielen. Wenn man in Wolfsburg wohnt und Autos
    > zusammenbauen will, kann man das nur bei VW. Ein Wechsel zu Mercedes lohnt
    > sich nicht.
    >
    > Das Problem bei den Gewerkschaften und ihren Abschlüssen ist oft, sie
    > verhandeln auch genau für die Masse der unteren Lohngruppen. Dort sind die
    > Erhöhungen und Randbedingungen oft nennenswert, in den oberen Lohngruppen
    > sind sie eher dürftig. Aus Perspektive der Gewerkschaft ist das sinnvoll,
    > denn in der Masse der einfachen Angestellten liegt ihre Verhandlungsmacht.
    >
    > Für einen Angestellten der oberen Lohngruppe ist das maximal nervig. Man
    > bekommt kaum Gehaltsentwicklung, kann in der Regel aber auch nicht
    > individuell verhandeln, da der AG immer auf den Tarifvertrag verweist. In
    > der Konsequenz haben sich in den oberen Lohngruppen Kleingewerkschaften
    > gegründet, die für ihre Mitglieder wesentlich besser verhandeln (Cockpit,
    > UFO, GDL, Marburger Bund, etc.).
    >
    > Für mich wäre jedenfalls eine starke Gewerkschaft in einem Unternehmen und
    > ein Tarifvertrag ein wichtiger Grund, um dieses Unternehmen einen großen
    > Bogen zu machen. Ich bin schon groß, ich kann für mich selbst reden. Ich
    > muss niemanden dafür bezahlen, dass er in meinem Namen schlecht für mich
    > verhandelt.

    Da muss ich dir Recht geben. Bei uns verhindert die Tarifbindung des Unternehmens sogar höhere Löhne für gute qualifizierte Mitarbeiter. Quasi ein Gehaltsdeckel der Gewerkschaft. Das kann man nur umgehen wenn man in einen außertarifliche Vertrag wechselt aber das ist viel schwieriger umsetzbar als eine Gehaltserhöhung.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.01.22 18:35 durch Bermuda.06.

  8. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: Oktavian 01.01.22 - 18:52

    > Das kann man nur umgehen wenn man in
    > einen außertarifliche Vertrag wechselt aber das ist viel schwieriger
    > umsetzbar als eine Gehaltserhöhung.

    Richtig, denn daran hat der AG nun gar kein Interesse. Der eine Vorteil für den AG einer Tarifbindung ist ja gerade, dass er vergleichsweise viel Ruhe hat. Er hat einmal alle zwei Jahre Ärger und muss verhandeln, aber dann ist auch gut. Danach verweist er alle AN auf den Tarifvertrag. Der andere ist, dass die Löhne in den oberen Gehaltsgruppen überschaubar sind.

    Wenn er nun viele AN in den oberen Gehaltsgruppen AT bezahlt, verbindet er die Nachteile beider Systeme. Die AN in den unteren Gehaltsgruppen werden immer noch recht gut bezahlt. Zudem muss der den AT Kräften auch mehr bezahlen. Und mit denen muss er auch noch einzeln verhandeln.

  9. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: Sharra 02.01.22 - 07:54

    Für die meisten Gewerkschaften gilt deine Aussage inzwischen leider, allen voran die Versager von Verdi.
    Aber bei der IGM wirst du kaum Beschwerden hören. Klar, hier oder da opfern die auch mal was, aber das ist eben so in einem demokratischen Konsenssystem Man gibt, man nimmt, und das Ziel ist, dass am Ende beide Seiten gleich unzufrieden damit sind, und nicht eine Seite mehr.
    Diejenigen, die dann motzen, sind eben auch die, die es nicht kapiert haben, dass eine Gewerkschaft nicht eine bewaffnete Eskorte für den Arbeitnehmer ist, die ihm alles durchboxt was er gerne hätte.

  10. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: xoxox 02.01.22 - 10:02

    Oh, btw. Schon mal krank gewesen? Konntest nicht zur Arbeit? Aber hast trotzdem dein Gehalt bekommen? Das ist aber ein netter Arbeitgeber, macht er bestimmt freiwillig weil er dich so lieb hat...

    Oh warte. Nein, stimmt gar nicht. Dafür haben diese selbstsüchtigen Gewerkschaften 114 Tage lang gestreikt => https://de.wikipedia.org/wiki/Streik_um_die_Lohnfortzahlung_im_Krankheitsfall

    Alle diese "scheiss Gewerkschaften" Krakeler verstehen schlicht nicht, dass viele Annehmlichkeiten und Vorzüge die sie als ganz selbstverständlich ansehen, überhaupt nur existieren weil dafür Arbeitnehmer gekämpft und gestreikt haben.

  11. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: fanreisender 02.01.22 - 11:40

    Es gibt sicher Auswüchse.

    Ansonsten gibt es immer den Streit über die Verteilung des Kuchens. Nicht nur in der Wirtschaft. :-)
    Es kommt immer auf das Augenmaß an. Vor der verteilung des Kuchens muß der ja auch erst einmal gebacken werden.

    In denke einmal, hierzulande herrscht eine gute Balance zwischen Kuchenbäckern und -essern. Daran ändern auch einzelne Negativbeispiele wenig.

  12. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: thinksimple 02.01.22 - 13:55

    xoxox schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oh, btw. Schon mal krank gewesen? Konntest nicht zur Arbeit? Aber hast
    > trotzdem dein Gehalt bekommen? Das ist aber ein netter Arbeitgeber, macht
    > er bestimmt freiwillig weil er dich so lieb hat...
    >
    > Oh warte. Nein, stimmt gar nicht. Dafür haben diese selbstsüchtigen
    > Gewerkschaften 114 Tage lang gestreikt => de.wikipedia.org
    >
    > Alle diese "scheiss Gewerkschaften" Krakeler verstehen schlicht nicht, dass
    > viele Annehmlichkeiten und Vorzüge die sie als ganz selbstverständlich
    > ansehen, überhaupt nur existieren weil dafür Arbeitnehmer gekämpft und
    > gestreikt haben.


    Werden jene auch nicht verstehen. Frei nach dem Motto "Da hab ich doch eh Anspruch drauf. Die Alten habens eh verbockt. Haben alles kaputt gemacht".....
    Das setzen sich halt viele der jungen jetzt in gemachte Nester und meinen das sie die neuen Allmächtigen wären. Und daher brauchen sie niemanden mehr für irgendwas.
    Sie können jetzt alles besser und vor allem alleine.....

    Mit Vision only hört man ja nix mehr....

  13. Re: Imho Gewerkschaften

    Autor: Dwalinn 03.01.22 - 09:19

    Wenn der Arbeitgeber nicht verhandeln will weil es einen Tarifvertrag gibt riskiert er aber seine Angestellten zu verlieren... die meisten AG kapieren das früher oder später und sorgen mit Zulagen oder einer höheren Einstufung dafür attraktiv zu bleiben.
    Wenn der AG darauf nicht eingeht hält er das Gehalt für angemessen und hätte wahrscheinlich ohnehin nicht verhandelt.

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