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Wiso die IG Metall und nicht Verdi?

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  1. Re: Wiso die IG Metall und nicht Verdi?

    Autor: FeuerTeuer1 02.01.22 - 19:38

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > > Zumal es da gar nicht drauf ankommt. Tesla könnte seine Autos komplett
    > aus
    > > > Kunststoff bauen und würde zur Metallbranche zählen, weil
    > > > Metallverarbeitung generell bei Autos immer noch wesentlich
    > stattfindet.
    > > > Wenn irgendwann mal Metall in Autos generell die Ausnahme ist und nicht
    > die
    > > > Regel, stellt sich die Frage vielleicht, aber vorher eher nicht...
    > >
    > > Und hier sieht man doch sehr schön, was bei Gewerkschaften schief läuft.
    > > Sie gehen an moderne Unternehmen und Mischkonzerne mit einer Denkweise
    > > heran
    >
    > Nö. Du verstehst bloß nicht, wie Gewerkschaftszuständigkeit geregelt ist.
    >
    > Die IG Metall könnte theoretisch morgen früh ihre Zuständigkeit auch
    > rechtsgültig auf Fischereibetriebe ausdehnen. Wenn sie dort Mitglieder
    > findet, kann sie tätig werden; sie muss sich dann halt mit der bereits
    > bestehenden und bisher alleine zuständigen IG BAU auseinandersetzen.
    > (Probleme bekäme die IG Metall hier allenfalls mit dem DGB, der solche
    > Konkurrenz unter DGB-Gewerkschaften natürlich zu vermeiden trachtet.)
    >
    > Jede Gewerkschaft kann sich für jede Art von Unternehmen für zuständig
    > erklären. Ob ein Wort wie "Metall" oder "Chemie" im Gewerkschaftsnamen zu
    > den Dingen gehört, die die betreffenden Unternehmen verarbeiten, ist völlig
    > unerheblich.
    >
    > Und warum sollte eine Gewerkschaft mit einer über sieben Jahrzehnte lang
    > aufgebauten Kompetenz für die Beschäftigten in der Autoindustrie bei einem
    > Unternehmen plötzlich nicht mehr gute Arbeit machen können, nur weil ein
    > bestimmter Werkstoff dort plötzlich nicht mehr den Stellenwert wie zuvor
    > hat? Soll das eine andere Gewerkschaft besser können, die nie zuvor mit der
    > Kfz-Branche zu tun hatte?
    >
    > Und BCE oder ver.di oder irgeneine andere, von mir aus auch eine ganz neue
    > Gewerkschaft können sich ja ihrerseits jederzeit als zuständig für die
    > Elektroautoindustrie erklären. Schlimmstenfalls kommt es dann zu
    > Tarifkonkurrenz und Tarifpluralität (auch wenn der DGB das unter
    > DGB-Gewerkschaften naturgemäß zu verhindern versucht). Aber erst mal müssen
    > BCE oder ver.di oder die Neue bei den Elektroautobauern Mitglieder finden.
    >
    > Es gibt da auch längst Präzedenzfälle. So in den Neunzigerjahren bei der
    > IBM, für die infolge des zunehmenden Wandels im Konzern weg von der
    > Hardware die traditionell für Computerhardware zuständige IGM ihren
    > Zuständigkeitsbereich auf "Betriebe anverwandter Dienstleistungszweige,
    > insbesondere auch der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie der
    > Datenverarbeitung" erweiterte, um zu verhindern, dass ver.di dort komplett
    > übernahm.

    das eigentliche Ding ist, dass er als versteckter, rechter Schwurbler einfach mit schwachsinnigen Gedankenkonstrukten gegen Gewerkschaften schiessen will. Leider ist er vermeintlich das Schlauste, was die Rechte zu bieten hat, weswegen die sich von selbst zerlegen werden.

  2. Re: Wiso die IG Metall und nicht Verdi?

    Autor: Oktavian 02.01.22 - 20:10

    > das eigentliche Ding ist, dass er als versteckter, rechter Schwurbler

    Ich finde das witzig. Er ist nicht meiner Meinung, also Nazi. Wir sind wir, und wer nicht für uns ist, ist Nazi.

    Ist das nicht furchtbar langweilig, so eindimensional zu denken? Muss man immer aus allem eine rechts/links-Frage machen? Wobei, ist das überhaupt noch denken, oder sind das schon Reflexe aus dem Rückenmark?

    > gegen Gewerkschaften
    > schiessen will.

    Wenn hier Aussagen fallen wie "Lieber eine schlechte, korrupte Gewerkschaft als gar keine", dann muss man doch was dagegen sagen. Sowas kann man doch nicht unkommentiert stehen lassen. Am Ende kommt noch jemand, liest das, und glaubt es auch noch.

    Oder es liest jemand, und schließt, da es unwidersprochen blieb, gleich auf die ganze Golem-Community. Das wäre doch schlimm für uns alle hier.

  3. Re: Wiso die IG Metall und nicht Verdi?

    Autor: demon driver 02.01.22 - 21:11

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Auch wenn's "nur" für zehn Jahre wäre, würden sich die Anstrengungen
    > > lohnen, den Beschäftigten einen Tarifvertrag zu verschaffen
    >
    > Sorry, die wollen nicht. [...] Die Amazon-Mitarbeiter sind glücklich an ihrem
    > Arbeitsplatz [...]

    Du hast wirklich überhaupt keine Ahnung. Der Umstand, dass sich Leute auf diese Stellenangebote bewerben, heißt nur, dass andere Jobs entweder nicht existieren oder noch beschissener sind (und seit Hartz IV und Agenda 2010 ist für die meisten halt auch der letzte Drecksjob besser als die Arbeitslosigkeit, was ja das Ziel war).

    > > und bei Amazon den Fuß in die Tür zu bekommen.
    >
    > Hier liegt der Hase im Pfeffer, darum geht es ja eigentlich für Verdi, den
    > Fuß in die Türe bekommen. Pöstchen und Posten.

    Die älteste und blödeste antigewerkschaftliche Propaganda, die es gibt. Soviele Posten gibt es nicht, dass die für Gewerkschaftsziele, die in den Gewerkschaftsgremien gemeinsam abgestimmt werden, irgendeine Relevanz hätten. Die Gewerkschafter, die solche Projekte konzipieren und durchführen, werden von Mitgliedsbeiträgen bezahlt, nicht von Unternehmen. Und den Fuß in die Tür bekommen heißt, mehr für die Beschäftigten rausholen zu können. Alles andere ist reine Hetze ohne jede Faktenbasis.

    > > Die Auslagerung ins benachbarte Ausland wird nicht funktionieren, ohne die
    > > im Vergleich zu den Anfängen mitunter bereits recht lang gewordenen
    > > Lieferzeiten noch länger werden zu lassen, das würden die Kunden nicht
    > > goutieren.
    >
    > Abwarten, in Kombination klappt das ja schon ganz gut. Man weiß, welche
    > Artikel schnell drehen, die kommen aus der Nähe, und der Rest von etwas
    > weiter weg. Auch die Logistik mit dem Ausland wird besser, das bekommt
    > Amazon in der Regel gut hin.
    >
    > > Ich bin allerdings auch nicht so "optimistisch", was den Wegfall dieser
    > > Jobs durch Automatisierung angeht. Klar, Automatisierung hört nie auf, und
    > > irgendwann wird man auch mit der Erkenntnis umgehen müssen, dass
    > > Vollzeit-Erwerbsarbeit für alle nicht mehr realisierbar ist. Andererseits
    > > ist heute bereits automatisiert, was sich relativ leicht automatisieren
    > > lässt. Je weiter die Automatisierung fortschreitet, umso schwerer wird es,
    > > auch das zu automatisieren, was noch übriggeblieben ist; Automatisierung
    > > verlangsamt sich ab einem gewissen Punkt. Insofern bleibt abzuwarten, ob
    > > Amazon das wirklich schafft in zehn Jahren.
    >
    > Stücklager und Pakete packen ist schlichtweg ideal zu automatisieren. Die
    > Technik dafür ist heute schon da, zur Zeit sind nur die Kosten für die
    > Technik noch zu hoch bzw. die Kosten für Mitarbeiter noch hinreichend
    > günstig. Aber so wie die Technikkosten sinken und die Lohnkosten steigen,
    > wird dies bald kippen.

    Bei der herrschenden Warenvielfalt und der Schlagzahl bei den Sortimentveränderungen bezweifle ich, dass es da absehbar zu einer Vollautomatisierung kommt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.01.22 21:25 durch demon driver.

  4. Re: Wiso die IG Metall und nicht Verdi?

    Autor: demon driver 02.01.22 - 21:22

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > das eigentliche Ding ist, dass er als versteckter, rechter Schwurbler
    >
    > Ich finde das witzig. Er ist nicht meiner Meinung, also Nazi. Wir sind wir,
    > und wer nicht für uns ist, ist Nazi.

    Nazi hat er nicht gesagt. Dass deine Haltungen zur Arbeit so weit rechts sind, wie es weiter rechts nicht geht, radikal arbeitnehmerfeindlich mit der Tendenz hin zum Kapitalfaschismus, es interessieren nur die Besser- und Bestverdienenden unter den Beschäftigten, die ohnehin bereits am meisten von der Ausbeutung aller anderen profitieren, und alle diese anderen sind nur Dreck, das ist auch eine Form von Rechtsradikalismus. Und in gewisser Weise ist der noch deutlich hässlicher als der Rechtsradikalismus des besoffenen Nazis, der sich in der Öffentlichkeit mit gerecktem Arm in die Jogginghose pisst. Der hat wenigstens keinerlei Einfluss.

    > Wenn hier Aussagen fallen wie "Lieber eine schlechte, korrupte Gewerkschaft
    > als gar keine", dann muss man doch was dagegen sagen

    Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

  5. Re: Wiso die IG Metall und nicht Verdi?

    Autor: Oktavian 02.01.22 - 22:44

    > Nazi hat er nicht gesagt. Dass deine Haltungen zur Arbeit so weit rechts
    > sind, wie es weiter rechts nicht geht,

    Mir war nicht bewusst, dass Marktliberalität eine rechte Einstellung ist. Historisch sind weder rechte noch linke Parteien sonderlich liberal, das war eher eine Domäne der Parteien der Mitte. Aber ich weiß, heute gibt es nur noch recht und links, alles dazwischen ist Nazi, wenn man selber links ist oder kommunistisch, wenn man selber rechts ist.

    > radikal arbeitnehmerfeindlich mit
    > der Tendenz hin zum Kapitalfaschismus,

    Lustige Wortkombinationen. Man kann an alles Faschismus anhängen, dann wird es böse. Geht das auch als Gewerkschaftsfaschismus? Oder Minderleisterfaschismus? Betriebsratsfaschismus?

    Ja, es funktioniert wirklich. Der Trick ist toll.

    > es interessieren nur die Besser- und
    > Bestverdienenden unter den Beschäftigten,

    Hmm, nein, die anderen Besserverdienenden interessieren mich da nicht sonderlich. Ich verhandle stets nur mein eigenes Gehalt. Okay, wenn mich ein junger Kollege fragt, gebe ich gerne ein paar Tipps, aber alles auf eigene Gefahr.

    > die ohnehin bereits am meisten
    > von der Ausbeutung aller anderen profitieren,

    Ich wüsste jetzt nicht, wen ich gerade ausbeute. Aber ich glaube, das ist auch so ein rechts-links-Ding, immer in allem Ausbeutung zu vermuten. Ich weiß, alles böse außer die eigene Gruppe. Alles Feinde da draußen. Mal ist es der Klassenfeind, mal der böse Ausländer, Hauptsache Feinde, die man überall sehen kann. So ein Weltbild muss schrecklich bedrückend sein.

    > und alle diese anderen sind
    > nur Dreck,

    Echt, du empfindest andere als Dreck? Weiß nicht, das würde ich mir nicht anmaßen. Klar, es gibt Schmarotzer und so, aber Dreck? Nee.

    > > Wenn hier Aussagen fallen wie "Lieber eine schlechte, korrupte
    > Gewerkschaft
    > > als gar keine", dann muss man doch was dagegen sagen
    >
    > Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

    Gewerkschaften sind so in der Art wie die Mafia in Sizilien. Den Arbeitnehmern macht man Angst vor den bösen Arbeitgebern und erpresst auf die Art Schutzgeld. Den Arbeitgebern droht man mit Streik und erpresst auf die Art Schutzgeld.

    Nur mal so als Größenordnung, via Aufsichtsrat überweist alleine VW ca. 2,2 Mio. EUR an die Hand-Böckler-Stiftung, also in die Gewerkschaftskassen. Nahezu alle Unternehmen mit Betriebsräten müssen ihren BR-Mitgliedern regelmäßig "Schulungen" bei gewerkschaftsnahen Anbietern zukommen lassen. Betriebsräte rekrutieren auf Kosten ihrer Arbeitgeber "Berater" aus gewerkschaftsnahen Instituten, die ihnen ihre Arbeit erklären. Auch hier kommen Millionen zusammen.

  6. Re: Wiso die IG Metall und nicht Verdi?

    Autor: Oktavian 03.01.22 - 08:06

    > Du hast wirklich überhaupt keine Ahnung. Der Umstand, dass sich Leute auf
    > diese Stellenangebote bewerben, heißt nur, dass andere Jobs entweder nicht
    > existieren

    Na komm, Scheißjobs gibt es wirklich reichlich.

    > oder noch beschissener sind

    Und das insbesondere in den Betrieben, die der Tarifbindung unterliegen. Lustig, oder? Die böse Amazon zahlt besser und bietet bessere Arbeitsbedingungen, als die guten Hermes und Schenker, die brav nach Logistiker-Tarif bezahlen.

    > (und seit Hartz IV und Agenda 2010
    > ist für die meisten halt auch der letzte Drecksjob besser als die
    > Arbeitslosigkeit, was ja das Ziel war).

    Und wer hats gemacht? Richtig, die SPD und die Grünen. Immer wieder dran denken, Agenda 2010 war ein linkes Projekt. SPD-Arbeitsminister Müntefering hat das mit einem Bibelzitat mal so erklärt: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen"

    > Bei der herrschenden Warenvielfalt und der Schlagzahl bei den
    > Sortimentveränderungen bezweifle ich, dass es da absehbar zu einer
    > Vollautomatisierung kommt.

    Voll muss ja gar nicht sein. Aber wenn man 90% der Pakete automatisiert befüllen kann, braucht man nur noch 10% der Angestellten. 90% gute Scheißjobs weniger.

  7. Re: Wiso die IG Metall und nicht Verdi?

    Autor: demon driver 03.01.22 - 08:49

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Du hast wirklich überhaupt keine Ahnung. Der Umstand, dass sich Leute auf
    > > diese Stellenangebote bewerben, heißt nur, dass andere Jobs entweder nicht
    > > existieren
    >
    > Na komm, Scheißjobs gibt es wirklich reichlich.

    Nicht mal Scheißjobs gibt's genug, sonst hätten wir nicht nach Jahren eines Konjunkturhochs immer noch Millionenarbeitslosigkeit. Scheißjobs sind zwar dank Hartz IV und Agenda 2010 massig hinzugekommen, aber nicht mal die plus der gleichzeitig verschärfte ökonomische Arbeitszwang können darüber hinwegtäuschen, dass die Wirtschaft immer weniger Menschen braucht, um Produktion und Dienstleistungen aufrecht zu erhalten, auch wenn der Schwund sich nun womöglich etwas verlangsamt.

    > > oder noch beschissener sind
    >
    > Und das insbesondere in den Betrieben, die der Tarifbindung unterliegen.

    Quatsch.

    > Lustig, oder? Die böse Amazon zahlt besser und bietet bessere
    > Arbeitsbedingungen, als die guten Hermes und Schenker, die brav nach
    > Logistiker-Tarif bezahlen.

    Zum einen ist das mindestens bei Hermes falsch, denn den Scheinselbständigen und den bei Sub-Sub-Kleinstunternehmen Angestellten zahlt niemand Logistiktarif. Dass diese Entwickluing eingetreten ist, die nun mal auch die Einflussmöglichkeiten der Gewerkschaften faktisch aushebelt, es ist ja nicht so, dass die dort nichts tun *wollten*, dafür können die Gewerkschaften wenig bis nichts.

    Zum anderen bedeutet das nicht, dass die Arbeitsbedingungen bei Amazon nicht auch immer noch ähnlich verbesserungsbedürftig wären, und es bedeutet insbesondere nicht, dass eine Gewerkschaft dort nicht anzusetzen versuchen sollte, wo sie es kann, weil sie dort immerhin über eine kritische Masse an Organisierten verfügt – auch wenn's woanders *noch* schlimmer ist.

    Bei Amazon ist definitiv nichts *gut*.

    > > (und seit Hartz IV und Agenda 2010
    > > ist für die meisten halt auch der letzte Drecksjob besser als die
    > > Arbeitslosigkeit, was ja das Ziel war).
    >
    > Und wer hats gemacht? Richtig, die SPD und die Grünen. Immer wieder dran
    > denken, Agenda 2010 war ein linkes Projekt. SPD-Arbeitsminister Müntefering
    > hat das mit einem Bibelzitat mal so erklärt: "Wer nicht arbeitet, soll auch
    > nicht essen"

    Ja sicher. Aber, erstens, was ist daran links? Zweitens, was hat das mit dem Thema zu tun? Rotgrün unter Schröder war eine neoliberale, rechte, antisoziale politische Ära, und das sahen auch zahlreiche Gewerkschaften so, die sich unter Schröder erstmals in der Geschichte der BRD weigerten, Wahlempfehlungen für die SPD auszusprechen.

    > > Bei der herrschenden Warenvielfalt und der Schlagzahl bei den
    > > Sortimentveränderungen bezweifle ich, dass es da absehbar zu einer
    > > Vollautomatisierung kommt.
    >
    > Voll muss ja gar nicht sein. Aber wenn man 90% der Pakete automatisiert
    > befüllen kann, braucht man nur noch 10% der Angestellten. 90% gute
    > Scheißjobs weniger.

    Das klappt dann, wenn die permanente Prüfung, welche Waren automatisiert verpackt werden können, nicht ähnlich viel Kosten verursacht, wie gleich alle manuell zu verpacken. Aber wir werden sehen.

    (Und gegen die vollautomatisierte Verpackung, die die Menschen wieder von einem weitern Stück Drecksarbeit befreit, wäre überhaupt nichts einzuwenden, wenn die herrschende Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialordnung von ihren Individuen für eine menschenwürdige materielle Existenz nicht die Vollzeiterwerbsarbeit zur Voraussetzung machen würde, egal welchen Blödsinn sie dafür erledigen.)

  8. Re: Wiso die IG Metall und nicht Verdi?

    Autor: demon driver 03.01.22 - 09:45

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Nazi hat er nicht gesagt. Dass deine Haltungen zur Arbeit so weit rechts
    > > sind, wie es weiter rechts nicht geht,
    >
    > Mir war nicht bewusst, dass Marktliberalität eine rechte Einstellung ist.

    Dir ist vieles nicht bewusst, was hier bei solchen Themen jedem offensichtlich wird.

    > Historisch sind weder rechte noch linke Parteien sonderlich liberal,

    Historisch sind auch liberale Parteien nicht liberal. Die Freiheit, die Liberale meinten, war von ihren Anfängen an die antisoziale Freiheit von ihresgleichen, die Freiheit der durch Besitz Bessergestellten, Handel zu treiben und ohne Rücksicht auf die einfachen Leute mit ihren Besitztümern tun und lassen zu können, was sie wollten. Mit der Industrialisierung kam dann eine weitere Freiheit als Ziel dazu, nämlich die, ohne Einschränkungen die Arbeitskraft der einfachen, nichtbesitzenden Bevölkerung auszubeuten. Die Liberalen setzten sich schon in ihren Anfängen genau dafür ein, was sich im Spätkapitalismus des 21. Jh. nun massiv verschärft – ein Neofeudalismus, in dem die Machtstellung des Adels von einer ähnlich weitreichenden Machtstellung der Besitzenden abgelöst wurde.

    Deswegen saß die FDP vor der neuen Sitzordnung im Bundestag neben der AfD auch völlig richtig.

    > das war eher eine Domäne der Parteien der Mitte. Aber ich weiß, heute gibt es
    > nur noch recht und links, alles dazwischen ist Nazi, wenn man selber links
    > ist oder kommunistisch, wenn man selber rechts ist.

    Nö. Das ist immer nur die dümmliche, Täter und Opfer vertauschende Hetze zum Selbstschutz jener, die jederzeit noch den menschenfeindlichsten Unfug herausplärren wollen, ohne ihn sich auch politisch korrekt einordnen zu lassen. Ein zivilisiertes Umfeld wird ihnen das aber nicht durchgehen lassen.

    > > radikal arbeitnehmerfeindlich mit
    > > der Tendenz hin zum Kapitalfaschismus,
    >
    > Lustige Wortkombinationen. Man kann an alles Faschismus anhängen, dann wird
    > es böse. Geht das auch als Gewerkschaftsfaschismus? Oder
    > Minderleisterfaschismus? Betriebsratsfaschismus?
    >
    > Ja, es funktioniert wirklich. Der Trick ist toll.

    Wieder nö. Es "funktioniert" nur dort, wo es eine faktische Substanz hat. Insbesondere ist der Hinweis "man kann" ganz sicher kein Argument gegen die konkrete Feststellung hinsichtlich der Natur von Teilen deiner bisherigen Einlassungen hier, insofern muss man sich mit dem Quatsch aber auch gar nicht inhaltlich beschäftigen.

    > > es interessieren nur die Besser- und
    > > Bestverdienenden unter den Beschäftigten,
    >
    > Hmm, nein, die anderen Besserverdienenden interessieren mich da nicht [...]

    Oh, ich hatte gedacht, dass du wenigstens die sozialgesellschaftlichen Rahmenbedingungen für deine ökonomisch-soziale Schicht als für dich relevant erkennen würdest; danke für die Info, dass dein Ego selbst so weit nicht reicht.

    > > die ohnehin bereits am meisten
    > > von der Ausbeutung aller anderen profitieren,
    >
    > Ich wüsste jetzt nicht, wen ich gerade ausbeute. Aber ich glaube, das ist
    > auch so ein rechts-links-Ding, immer in allem Ausbeutung zu vermuten. Ich
    > weiß, alles böse außer die eigene Gruppe. Alles Feinde da draußen. Mal ist
    > es der Klassenfeind, mal der böse Ausländer, Hauptsache Feinde, die man
    > überall sehen kann. So ein Weltbild muss schrecklich bedrückend sein.

    Klingt, oberflächlich, so bist du halt, wie eine gleichzeitig geistreiche und den Gegner ganz locker mit links rhetorisch vernichtende Replik, scheitert aber schon am für jeden sofort erkennbar vollständig fehlerhaften ersten Satz, der etwas zu verneinen versucht, was nie gesagt wurde.

    Ausbeutung von Arbeitskraft ist so real wie Ausbeutung von Bodenschätzen; "böse" und "Feind" ist deswegen noch niemand, und die Unterstellung, wiederum natürlich nur als Argumentersatz, weil mit Sachargumenten und Sachlichkeit bei dir halt auch immer ganz schnell Feierabend ist, sagt dementsprechend auch über nichts etwas aus außer über dich selbst.

    > > und alle diese anderen sind nur Dreck,

    > Echt, du empfindest andere als Dreck?

    Auch ein bemühter Versuch zur Witzischkeit macht Quatsch nicht richtig...

    > Weiß nicht, das würde ich mir nicht
    > anmaßen. Klar, es gibt Schmarotzer und so, aber Dreck? Nee.
    >
    > > > Wenn hier Aussagen fallen wie "Lieber eine schlechte, korrupte Gewerkschaft
    > > > als gar keine", dann muss man doch was dagegen sagen
    > >
    > > Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
    >
    > Gewerkschaften sind so in der Art wie die Mafia in Sizilien.

    Haha, die Vergleiche werden ja immer besser...

    > Den Arbeitnehmern macht man Angst vor den bösen Arbeitgebern und erpresst auf
    > die Art Schutzgeld. Den Arbeitgebern droht man mit Streik und erpresst auf
    > die Art Schutzgeld.

    Echte Streiks, nur zur Erinnerung, kosten die Gewerkschaften in der Regel mehr, als sie ihnen auf lange Zeit einbringen.

    > Nur mal so als Größenordnung, via Aufsichtsrat überweist alleine VW ca. 2,2
    > Mio. EUR an die Hand-Böckler-Stiftung, also in die Gewerkschaftskassen.

    Die Hans-Böckler-Stiftung ist sowenig "Gewerkschaftskasse" (damit kann nichts der täglichen Gewerkschaftsarbeit, keine Rechtsberatung für Mitglieder, kein Streik, nichts dergleichen finanziert werden), wie die Friedrich-Naumann-Stiftung Parteikasse wäre.

    > Nahezu alle Unternehmen mit Betriebsräten müssen ihren BR-Mitgliedern
    > regelmäßig "Schulungen" bei gewerkschaftsnahen Anbietern zukommen lassen.

    Nein, müssen sie nicht. Sie müssen ihnen nur Schulungen zukommen lassen. Betriebsräte haben da lediglich genauso die Wahl, wie die Unternehmen die Wahl haben, welche fachlichen Schulungen sie ihren Beschäftigten zukommen lassen. Ich wüsste nicht, was daran auszusetzen wäre.

    Außerdem, so what? Betriebsräte sind nun mal Beschäftigte, die ihre Ausbildung im Hauptberuf haben und nicht in der Betriebsratsarbeit. Schulungen sind, wenn man diese Arbeit richtig machen will, dafür genauso erforderlich wie Aus- und Weiterbildung für den Job.

    > Betriebsräte rekrutieren auf Kosten ihrer Arbeitgeber "Berater" aus
    > gewerkschaftsnahen Instituten, die ihnen ihre Arbeit erklären. Auch hier
    > kommen Millionen zusammen.

    Ja, und? Siehe oben. Da haben die Gewerkschaften selbst sehr wenig von.

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