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Zu viele Nachteile

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  1. Zu viele Nachteile

    Autor: muetze 25.01.22 - 11:25

    Abhängigkeits-Debakel. Erstmal werden gefühlt 100 Bibliotheken von irgendwo runtergeladen. Da hat man schon die ersten Bauchschmerzen.
    Änderungen nachverfolgen oder ähnliches ist auch praktisch nicht möglich, auch GIT ist hier nur halbwegs brauchbar. Und auch nicht jeder hat einen GIT-Server. Wenn man die Daten aus der Hand geben will, geht es natürlich einfacher (overleaf etc.).
    Zu wenig Kontrolle über das Design. Wenn ich explizit will, dass ein Bild auf dieser Seite links oben erscheint, dann ist das gar nicht mal so einfach.
    Unterm Strich ist Latex nur sinnvoll, wenn man sehr viele Gleichungen im Text hat (wobei auch hier Word/Writer besser werden). Ansonsten ein Nischenprodukt für den typischen Missionar, der dir auch Linux andrehen will und der von der Tatsache ablenken will, dass er sich nicht mit Word/Writer auskennt (was er deutlich schneller gelernt hätte als Latex).

  2. Re: Zu viele Nachteile

    Autor: PeterTasse 25.01.22 - 11:37

    muetze schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Abhängigkeits-Debakel. Erstmal werden gefühlt 100 Bibliotheken von irgendwo
    > runtergeladen. Da hat man schon die ersten Bauchschmerzen.
    > Änderungen nachverfolgen oder ähnliches ist auch praktisch nicht möglich,
    > auch GIT ist hier nur halbwegs brauchbar. Und auch nicht jeder hat einen
    > GIT-Server. Wenn man die Daten aus der Hand geben will, geht es natürlich
    > einfacher (overleaf etc.).
    > Zu wenig Kontrolle über das Design. Wenn ich explizit will, dass ein Bild
    > auf dieser Seite links oben erscheint, dann ist das gar nicht mal so
    > einfach.
    > Unterm Strich ist Latex nur sinnvoll, wenn man sehr viele Gleichungen im
    > Text hat (wobei auch hier Word/Writer besser werden). Ansonsten ein
    > Nischenprodukt für den typischen Missionar, der dir auch Linux andrehen
    > will und der von der Tatsache ablenken will, dass er sich nicht mit
    > Word/Writer auskennt (was er deutlich schneller gelernt hätte als Latex).


    Ok. Ansichtssache. Bibliotheken werden ja meist automatisch runtergeladen und integriert. Es ist unglaublich selten, dass man das händisch machen muss. Bilder frei setzen? In LaTeX eigentlich absolut kein Problem. Klar ist das in Word einfacher. Drag&Drop macht es möglich. Dafür ist aber die Formatierung des Gesamttextes deutlich schwerer. Hört sich für mich eher so an, als ob Du nie wirklich viel mit laTeX gearbeitet hast. Oder es einfach nie gut hinbekommen hast. Wenn man es mal kann, sind solche Sachen alle ziemlich simpel. Aber hier ist halt leider auch das Problem - es ist halt schwerer zu erlernen als Word und Co.

  3. Re: Zu viele Nachteile

    Autor: Keep The Focus 25.01.22 - 15:24

    +1

  4. Re: Zu viele Nachteile

    Autor: .02 Cents 25.01.22 - 17:03

    Wenn man es mal kann ...

    Ich hatte in den frühen 90ern an einem Uni Rechenzentrum eine Ausbildung gemacht - da wurde Latex als Standard Tool eingesetzt. Ich war nie Virtuose, aber habe diverse Projektberichte, Semesterarbeiten u.ä. damit erstellt. Latex war damals sicher sehr viel mächtiger als das, was man mit den ersten "WinWord" Versionen machen konnte. Ich kann mich aber auch gut daran erinnern, dass man auch in Latex etliche Klippen umschiffen musste, wenn eben etwas kompliziertere Texte hinbekommen wollte.

    Wenn man es mal kann ... ist aber auch heute noch ein Problem bei den üblicheren WYSIWYG Textverarbeitungen. Ich sehe heute noch jeden Tag Word Dokumente, bei denen die Leute offensichtlich nicht verstanden haben, was eine Formatvorlage ist. Das übliche sind doppelte Zeilenumbrüche um Abstände zwischen Absätzen zu generieren, oder Textpassagen wie Aufzählungen, die man hervorheben will, werden manuell formatiert (so das jede Aufzählung individuell formatiert ist) etc. High Light war eine Diplomarbeit, die ich vor ca. 5 Jahren Korrektur gelesen habe, und bei der die Überschriften manuell nummeriert waren (vielleicht ein Einzelfall) ...

  5. Re: Zu viele Nachteile

    Autor: Thinal 25.01.22 - 17:19

    muetze schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Abhängigkeits-Debakel. Erstmal werden gefühlt 100 Bibliotheken von irgendwo
    > runtergeladen. Da hat man schon die ersten Bauchschmerzen.

    Ist es dir lieber, die installierst dir einmal ein fettes Setup.exe mit 10GB statt 100 MB in Einzelteilen runter zu laden? Warum? So ein "komisches Gefühl?" Was ein Argument.

    > Änderungen nachverfolgen oder ähnliches ist auch praktisch nicht möglich,
    > auch GIT ist hier nur halbwegs brauchbar. Und auch nicht jeder hat einen
    > GIT-Server. Wenn man die Daten aus der Hand geben will, geht es natürlich
    > einfacher (overleaf etc.).

    Wozu brauchst du einen Git Server? Reicht doch lokal. Und wenn du mit Git nicht umgehen kannst, nimm doch svn oder rcs oder mercurial oder cvs. Vollkommen egal. Mit all den Systemen kannst du Änderungen viel einfacher nachvollziehen. In verteilten Umgebungen allemal wo jeder zweite "Änderungen verfolgen" abgeschaltet hat und mergen kann man zwei unterschiedliche Versionen auch nicht, es muss also immer gelockt werden oder man muss es in die Cloud packen bei MS.

    > Zu wenig Kontrolle über das Design. Wenn ich explizit will, dass ein Bild
    > auf dieser Seite links oben erscheint, dann ist das gar nicht mal so
    > einfach.

    DAS ist sehr einfach. Aber die Philosophie von Latex ist eben, dass du dich auf den Inhalt konzentrieren sollst und Latex die gängigen Regeln des Text-Satzes schon einhält. Und wenn es was ausgefallenes sein soll, gibt es Millionen von Vorlagen, die man einfach runterladen kann.

    > Unterm Strich ist Latex nur sinnvoll, wenn man sehr viele Gleichungen im
    > Text hat (wobei auch hier Word/Writer besser werden). Ansonsten ein
    > Nischenprodukt für den typischen Missionar, der dir auch Linux andrehen
    > will und der von der Tatsache ablenken will, dass er sich nicht mit
    > Word/Writer auskennt (was er deutlich schneller gelernt hätte als Latex).

    Latex hat sehr viele sinnvolle Anwendungsgebiete. Es ist wesentlich einfacher, automatisiert Dokumente zu erstellen, Versionen zu kontrollieren, mit mehreren an einem Dokument arbeiten oder sich schlicht auf den Inhalt konzentrieren will. Ich habe mit beidem gearbeitet und ziehe Latex bei weitem vor, mein Puls ist beim Arbeiten nur halb so hoch, weil Word sich wieder für schlauer hält oder mit jeder Version man die Funktionen wieder suchen muss.

    Bleib du einfach bei deinen Tools, die neidet dir niemand, aber verbreite keinen Blödsinn über Dinge, die du nur unzureichend kennst.

  6. Re: Zu viele Nachteile

    Autor: interlingueX 25.01.22 - 20:33

    Thinal schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bleib du einfach bei deinen Tools, die neidet dir niemand, aber verbreite
    > keinen Blödsinn über Dinge, die du nur unzureichend kennst.

    Schon ein etwas hartes Urteil... Aber ich stimme zu: Prinzipiell lauten meiner Erfahrung nach die wichtigsten zwei Regeln:
    1. LaTeX hat immer Recht.
    2. Sollte LaTeX einmal nicht Recht haben, teitt automatisch Regel 1 in Kraft.

    Anders ausgedrückt: Man muss sich einarbeiten, aber das Ergebnis ist systematisch über jedes typographische und layouttechnische Eigengefrickel erhaben. Das muss es einem halt wert sein, und für kurze Dokumente nehm' ich auch lieber LibreOffice, vor allem, wenn ich Vorlagen für andere erstelle. Meine Briefe sehen aber immer top gesetzt aus und ich nutze LaTeX auch knallhart für meine Bewerbungsschreiben: Seitenumbruch = zuviel Blabla.

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
    Also, ich bin Generation A. Trends muss man setzen, bevor es zu spät ist.

  7. Re: Zu viele Nachteile

    Autor: NativesAlter 25.01.22 - 21:09

    Thinal schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [...]
    > Wozu brauchst du einen Git Server? Reicht doch lokal. Und wenn du mit Git
    > nicht umgehen kannst, nimm doch svn oder rcs oder mercurial oder cvs.
    > Vollkommen egal. Mit all den Systemen kannst du Änderungen viel einfacher
    > nachvollziehen. [...]

    Btw., eine "schmerzarme" Kombi für unerfahrene Anwender dürfte mercurial mit TortoiseHg und KDiff3 sein. :)

  8. Re: Zu viele Nachteile

    Autor: Keep The Focus 26.01.22 - 01:18

    > Ist es dir lieber, die installierst dir einmal ein fettes Setup.exe mit 10GB statt 100 MB in Einzelteilen runter zu laden? Warum? So ein "komisches Gefühl?" Was ein Argument.

    Ja, die 10 GB sind schnell aufm Rechner. 100MB runterzuladen mit 1kbit pro Sekunde dagegen...
    die Hölle

  9. Re: Zu viele Nachteile

    Autor: glmuser 26.01.22 - 07:03

    > Anders ausgedrückt: Man muss sich einarbeiten, aber das Ergebnis ist
    > systematisch über jedes typographische und layouttechnische Eigengefrickel
    > erhaben.
    Viel zu pauschalisierendes Urteil. Latex ist gut wenn man standardisierte Layouts will, will man etwas außerhalb der Norm, muss man entweder ein Paket finden oder "frickeln".

  10. Re: Zu viele Nachteile

    Autor: OraEtLabora 26.01.22 - 09:35

    glmuser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Anders ausgedrückt: Man muss sich einarbeiten, aber das Ergebnis ist
    > > systematisch über jedes typographische und layouttechnische
    > Eigengefrickel
    > > erhaben.
    > Viel zu pauschalisierendes Urteil. Latex ist gut wenn man standardisierte
    > Layouts will, will man etwas außerhalb der Norm, muss man entweder ein
    > Paket finden oder "frickeln".

    Genau so ist es. Gute Vorlagen gibt es auch für (Libre/MS) Office.

    Dass man sich aber bei LaTeX nur um den Inhalt kümmert, während das Programm das Layout macht, funktioniert nur, wenn man viele gleichartige Dokumente mit hohem Text- und geringem Abbildungsanteil verfasst. Also im Prinzip so das, was die Dokumentklassen article oder report abdecken. Wenn einem dann egal ist, wo die Bilder landen und man mit der Optik eines Fachbuches aus den 60ern zufrieden ist, leistet LaTeX hervorragende Arbeit.

    Schreibe ich aber eine Softwaredokumentation, bauche ich unter Umständen viele Bilder. Und die Bilder müssen an einer exakten Stelle im Text stehen. Das artet unter LaTeX schnell in ein Trial-and-Error aus mit unzähligen Kompilierdurchläufen.

    Tabellen sind auch so ein Ding. Schonmal versucht, eine Tabelle in einem zweispaltigen Dokument über beide Spalten gehen zu lassen? Und dann soll die noch an einer festen Stelle im Text erscheinen? Viel Spaß, wenn du dich dabei "auf den Inhalt konzentrieren" möchtest!

    Oder ein anderer Klassiker: Du musst (weil das im Corporate Design so vorgesehen ist) ein Logo an einer bestimmten Stelle in der Kopfzeile haben und die Linie unter der Kopfzeile soll die gleiche Farbe wie das Logo haben.

    Kriegt man alles hin, keine Frage. Aber schnell, einfach und effizient geht anders.

  11. Re: Zu viele Nachteile

    Autor: AIM-9 Sidewinder 26.01.22 - 14:44

    > Abhängigkeits-Debakel. Erstmal werden gefühlt 100 Bibliotheken von irgendwo runtergeladen. Da hat man schon die ersten Bauchschmerzen.
    Oh, shit. Danke für die Information. Hatte mir schon ein Lesezeichen zum Runterladen gesetzt, aber auf dutzende von Bibliotheken aus allen möglichen fragwürdigen Quellen kann ich verzichten.

    Ich verstehe, dass diese Bibliotheken für Coder ganz toll sind und man dadurch schnell mal was ersetzen kann, wenn ein Paket nicht mehr verfügbar ist. Viel lieber würde ich eine 7-Zip runterladen, entpacken und loslegen.

  12. Re: Zu viele Nachteile

    Autor: FlutterRage 26.01.22 - 16:21

    > Oh, shit. Danke für die Information.

    Die Information ist leider nur halb wahr, um es mal nett auszudrücken.
    TeX-Live zB kannst du problemlos als 4GB ISO-Datei laden und von dort installieren. Da ist dann halt ziemlich viel dabei, was du nie brauchst und unnötig Platz belegt.
    Die "normale" Installation lädt zunächst nur den LaTeX-"Kern", alles andere wird dann automatisch bei der ersten Benutzung des jeweiligen Moduls nachgeladen. Von "fragwürdigen Quellen" kann dabei aber auch keine Rede sein. Wenn man unbedingt will kann man diese natürlich auch benutzen, ist aber für die meisten Anwender nicht unbedingt notwendig.

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