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Das Problem mit den Reichweitenangaben

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  1. Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: exothermal 25.01.22 - 15:26

    Ist die Erwartung von 616 km jetzt eine WLTP Angabe, oder die tatsächlich erwartete Reichweite?

    Wenn ich mal meinen eigenen Wunschzettel als Referenz her nehme: Ich bin der Meinung, dass man mit 400km Reichweite im Alltag ganz gut klar kommt. 200km je Strecke reichen für so ziemlich jeden Tagesausflug, ungeachtet der Tatsache ob am Wanderparkplatz jetzt eine Ladestation steht oder nicht. Und nach ca. 4h auf der Autobahn wäre ich um eine halbe Stunde Pause auch nicht böse. Mit einmal nachladen und dann 700-800 km Reichweite kommt man auch ganz gut in den Urlaub oder zur entfernt wohnenden Verwandtschaft.
    Und hier kommt das Problem: Im Stadtverkehr auf dem Weg zur Arbeit interessiert mich die Reichweite nicht wirklich. Die 20-25km ins Büro schaffe ich problemlos. Interessant ist wie weit ich mit 130 km/h auf der Autobahn komme. Und wenn ich 400km fahren möchte, will ich danach an einem Punkt sein, wo bei einem Verbrenner die Tankleuchte angeht, ich also noch knapp 50km Reichweite habe, falls die angepeilte Ladesäule doch mal belegt oder defekt sein sollte.
    Und das egal ob im Sommer mit Klimaanlage oder im Winter mit Heizung. Da sind es nämlich schnell 30% weniger als angegeben. Und wenn ich schon ein kleines Vermögen für ein umweltfreundliches Auto ausgebe, ist es nur ökonomisch und ökologisch, wenn ich es - genau wie unseren aktuellen Verbrenner - fahre bis es auseinander fällt. Was bedeutet, dass ich davon ausgehen muss, dass die Akku im Laufe seines Lebens nochmal gute 20% Kapazität verliert.

    Mit anderen Worten: Wenn ich ein E-Auto kaufe, müsste eine WLTP Reichweite von 800 km* drauf stehen, damit ich davon ausgehen kann, zuverlässig 400km auf der Autobahn fahren zu können.


    * 450km x (1 / 0.7) x (1 / 0.8) = 803.57km

  2. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: Legendenkiller 25.01.22 - 15:49

    mir würden echte 200km im Winter reichen , also 400km nach WLTP.

    PS: die 600km+ sind schon komisch, das schaffen selbst viele Verbrenner nicht.

    Hatte letzen mal wieder so ein Familienpanzer mit "nur" 160 km/h bewergt. Die Motorisierung hätte auch 200 hergegeben.
    ... der wollte nach 290km mit 50km Restreichweite an die Tanke. (12l/100km bei 42liter Tank)

    Mein Renault19 BJ 1990 hat 7,5 liter normalbenzin bei 160km/h verbraucht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.01.22 15:52 durch Legendenkiller.

  3. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: MarcusK 25.01.22 - 15:52

    Legendenkiller schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mir würden echte 200km im Winter reichen , also 400km nach WLTP.
    >
    > PS: die 600km+ sind schon komisch, das schaffen selbst viele Verbrenner
    > nicht.
    viele? Davon hatte ich zumindest noch keine gefahren.

    > Hatte letzen mal wieder so ein Familienpanzer mit "nur" 160 km/h bewergt
    > ... der wollte nach 290km mit 50km Restreichweite an die Tanke. (12l/100km
    > bei 41liter Tank)
    bei der Fahrweise kommt du mit Elektro nicht mal bis zu nächste Schnellladesäule.

  4. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: ibsi 25.01.22 - 15:54

    Dann fahre mal Autos die weniger als 30.000 kosten ;)
    (jetzt wird ein Fahrzeug für 30.000 gesucht und gezeigt: DOCH, DER SCHAFFT MEHR!!!!111)

  5. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: Its_Me 25.01.22 - 16:07

    > PS: die 600km+ sind schon komisch, das schaffen selbst viele Verbrenner nicht.

    Da ist Reichweite doch auch gar kein Thema, wenn man in 5 Minuten volltanken kann. Über Reichweite zu reden, macht doch nur bei E-Autos sinn, weil die Ladezeit im Vergleich zur Fahrzeit nicht vernachlässigbar ist.
    Wenn ich alle 200km 30 Minuten laden muss. ist das im Vergleich zum Verbrenner halt ein Nachteil, selbst wenn der einen so kleinen Tank hätte, dass der auch nur 200km weit kommt.
    Wenn man E-Autos in 5-10 Minuten laden kann und damit real über 200km weit kommt, so hat ist Reichweite hier auch kein Thema mehr.
    Blöd ist halt die Kombination aus geringer Reichweite und langer Ladezeit.

  6. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: Oktavian 25.01.22 - 16:39

    > Ist die Erwartung von 616 km jetzt eine WLTP Angabe, oder die tatsächlich
    > erwartete Reichweite?

    Natürlich reale. Was interessiert mich bei einem BEV irgendein Zyklus, der die Praxis nur unzureichend widerspiegelt. Ich fahre auf einer normalen Straße, mit Klimaanlage, mit Heizung, mit Sitzheizung, mit Radio, mit Scheibenwischern, mit Licht.

    > Wenn ich mal meinen eigenen Wunschzettel als Referenz her nehme: Ich bin
    > der Meinung, dass man mit 400km Reichweite im Alltag ganz gut klar kommt.

    Wirfst Du hier nicht etwas durcheinander? Auf Deinem persönlichen Wunschzettel seht, dass "man mit 400km Reichweite im Alltag ganz gut klar kommt". Sollte das nicht stehen, dass "ich mit 400km Reichweite im Alltag ganz gut klar komme"? Bei anderen Menschen mag da etwas ganz anderes drauf stehen, und ich hoffe mal, Du schließt jetzt nicht aus Deinen persönlichen Wünschen und Vorlieben auf die anderer Leute.

    > 200km je Strecke reichen für so ziemlich jeden Tagesausflug, ungeachtet der
    > Tatsache ob am Wanderparkplatz jetzt eine Ladestation steht oder nicht.

    Das mag für Deine Tagesausflüge gelten, für meine nicht. Es kommt durchaus vor, dass wir morgens zu Opa fahren (190km) und später abends wieder zurück.

    > Und
    > nach ca. 4h auf der Autobahn wäre ich um eine halbe Stunde Pause auch nicht
    > böse.

    Ich möchte eine Pause machen, wann ich will, wo ich will und wie lange ich will. Ich lasse mir ungerne von meinem Auto vorschreiben, wann ich pause zu machen habe (alle zwei Stunden), wo (an einem siffigen Autohof) und wie (dämlich neben dem Auto stehend, weil man da sonst nichts machen kann, oder mir bei McD nen Burger reindrückend, weil nichts anderes in der Nähe ist).

    > Mit anderen Worten: Wenn ich ein E-Auto kaufe, müsste eine WLTP Reichweite
    > von 800 km* drauf stehen, damit ich davon ausgehen kann, zuverlässig 400km
    > auf der Autobahn fahren zu können.

    Das genau ist das Problem. Alternativ darf da auch gerne 400 km stehen, wenn gleichzeitig da noch gilt "kann von 10% auf 90% binnen 5 Minuten geladen werden".

  7. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: exothermal 25.01.22 - 16:59

    Klar, durch schnelleres Laden kann man das ganze auch ein Stück weit in den Griff bekommen. Wenn ich auf 700km statt einer 30 Minuten Pause zwei mal für 15 Minuten laden müsste wäre es theoretisch auch egal. Wenn es statt zwei mal 15 Min sechs mal fünf Minuten werden werden, und/oder ich jedes mal noch 10 Min warten muss, bis die Säule frei ist wird es irgendwann lästig. Davon ab ist so häufiges Laden vermutlich auch nicht gut für die Lebensdauer des Akkus. Das ist (neben der Tatsache das wir zur Miete wohnen und keine Steckdose an unserem TG-Stellplatz haben) auch der Grund weshalb ein Plug-In Hybrid für aktuell nicht in Frage kommt.

    Stand heute schaffen die Modelle mit den größeren Batterien ja meist schon knapp über 500km im WLTP. Meine persönliche Hoffnung liegt darin, dass wir in den nächsten Jahren genug Fortschritt in der Akkutechnik sehen werden, dass die nächsten Fahrzeuggenerationen auf ca. 700km Reichweite kommen werden. Dann müssten "nur" noch die Preise ein wenig fallen... Bis dahin muss der alte Verbrenner halt wohl noch ein wenig durchhalten.

  8. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: Oktavian 25.01.22 - 17:21

    > > PS: die 600km+ sind schon komisch, das schaffen selbst viele Verbrenner
    > > nicht.
    > viele? Davon hatte ich zumindest noch keine gefahren.

    Bei denen ist Reichweite auch nicht so entscheidend, denn die Nachfüllzeiten sind extrem gering. Von quasi Null auf Voll (und nicht von 20% auf 80%, also gerade mal halb) binnen 5 Minuten.

    Ich hätte keine Probleme, mit einem Fahrzeug, dass nur 200 km reale Reichweite hat, auch lange Strecken zu fahren. Alle 1,5 Stunden fährt man halt für 5 Minuten ran. Beim BEV fährt man, wenn er ganz voll war, zum ersten mal nach 160km ran, wartet dann 30 bis 45 Minuten, und darf von da ab alle 120 km wieder so lange warten. Suuuuper.

    > bei der Fahrweise kommt du mit Elektro nicht mal bis zu nächste
    > Schnellladesäule.

    Ich sehe das Problem beim Fahrzeug, nicht beim Fahrer.

  9. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: exothermal 25.01.22 - 17:57

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...
    >
    > > Wenn ich mal meinen eigenen Wunschzettel als Referenz her nehme: Ich bin
    > > der Meinung, dass man mit 400km Reichweite im Alltag ganz gut klar
    > kommt.
    >
    > Wirfst Du hier nicht etwas durcheinander? Auf Deinem persönlichen
    > Wunschzettel seht, dass "man mit 400km Reichweite im Alltag ganz gut klar
    > kommt". Sollte das nicht stehen, dass "ich mit 400km Reichweite im Alltag
    > ganz gut klar komme"? Bei anderen Menschen mag da etwas ganz anderes drauf
    > stehen, und ich hoffe mal, Du schließt jetzt nicht aus Deinen persönlichen
    > Wünschen und Vorlieben auf die anderer Leute.

    Ja, das war tatsächlich etwas ungünstig formuliert.

    > > 200km je Strecke reichen für so ziemlich jeden Tagesausflug, ungeachtet
    > der
    > > Tatsache ob am Wanderparkplatz jetzt eine Ladestation steht oder nicht.
    >
    > Das mag für Deine Tagesausflüge gelten, für meine nicht. Es kommt durchaus
    > vor, dass wir morgens zu Opa fahren (190km) und später abends wieder
    > zurück.

    Also wenn ich nicht ganz falsch liege, dann sollten mit 200km realistischer Reichweite je Strecke auch deine 190km je Fahrt zu schaffen sein. ;-) Davon ab mag es natürlich Leute geben, die bei einem Tagesausflug auch 250 oder 300km Entfernung für akzeptabel halten, aber wenn man von davon ausgeht, dass man mit Weg zur Autobahn, Verkehr, Tempolimits etc. ca. 1h je 100km braucht kommt ist irgendwo der Punkt erreicht, dass neben der ganzen Fahrerei halt kaum noch was vom Tag über ist.

    > > Und
    > > nach ca. 4h auf der Autobahn wäre ich um eine halbe Stunde Pause auch
    > nicht
    > > böse.
    >
    > Ich möchte eine Pause machen, wann ich will, wo ich will und wie lange ich
    > will. Ich lasse mir ungerne von meinem Auto vorschreiben, wann ich pause zu
    > machen habe (alle zwei Stunden), wo (an einem siffigen Autohof) und wie
    > (dämlich neben dem Auto stehend, weil man da sonst nichts machen kann, oder
    > mir bei McD nen Burger reindrückend, weil nichts anderes in der Nähe ist).

    Deshalb der Wunsch nach genügend Restreichweite. Wenn ich 450km schaffe, würde ich ab ca. 350km die Augen nach einer geeigneten Lademöglichkeit offen halten bis eine kommt die mir zusagt. Bestimmt gibt es auch irgendwo eine Strecke, auf der der hübsche Lieblingsrasthof erst nach 500km kommt. Und mit Sicherheit gibt es auch Leute, die meinen, dass sie 800km am Stück brettern können. Ich sehe hingegen kein Problem drin nach etwa 4h auch mal raus zu fahren. Irgendwann drückt halt doch die Blase und die Konzentration lässt nach.
    Bei professionellen Kraftfahrern schreibt der Gesetzgeber übrigens explizit eine Ruhepause nach 4,5h vor. So ganz verkehrt wird es also wohl nicht sein, wenn man sich nach entsprechend langer Fahrt auch mal eine halbe Stunde Pause gönnt...
    Worum es aber eigentlich geht: Man will die Reichweite nie komplett ausnutzen, genau wie man nie den letzten Tropfen Benzin im Tank verfährt. Die tatsächliche Reichweite sollte immer etwas größer sein, als das was man tatsächlich braucht.

    > > Mit anderen Worten: Wenn ich ein E-Auto kaufe, müsste eine WLTP
    > Reichweite
    > > von 800 km* drauf stehen, damit ich davon ausgehen kann, zuverlässig
    > 400km
    > > auf der Autobahn fahren zu können.
    >
    > Das genau ist das Problem. Alternativ darf da auch gerne 400 km stehen,
    > wenn gleichzeitig da noch gilt "kann von 10% auf 90% binnen 5 Minuten
    > geladen werden".

    Dann sind wir uns ja doch einig. Letztlich ging es mir darum an einem Beispiel aufzuzeigen, dass die WLTP Angaben ziemlicher Murks sind und man sie eigentlich schon fast halbieren müsste um brauchbare Zahlen zu erhalten. Wenn ein E-Auto unter realistischen Bedingungen tatsächlich so weit käme, wie das Datenblatt behauptet käme man - oder zumindest ich - mit einem E-Auto ganz gut klar.
    Ich lehne mich sogar soweit aus dem Fenster zu behaupten, dass durch diese bewusst unrealistischen Angaben die "deutsche Reichweitenangst" sogar noch befeuert wird, da die Leute halt mittlerweile erkannt haben, dass sie den Angaben nicht trauen können und die Werte nun um so kritischer hinterfragen. Oder eben bei Ihren 616km Wunschreichweite möglicherweise (un)bewusst höhere Angaben machen, da sie aufgrund von Erfahrungswerten eine gewisse Reserve einplanen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 25.01.22 18:05 durch exothermal.

  10. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: Oktavian 25.01.22 - 18:35

    > Also wenn ich nicht ganz falsch liege, dann sollten mit 200km realistischer
    > Reichweite je Strecke auch deine 190km je Fahrt zu schaffen sein. ;-)

    190km zu Opa sind einfach Entfernung. Wir fahren dann abends noch zurück. Und nein, ich werde Opa nicht bitte, sich ne Wallbox anzuschaffen. :-)

    > Davon
    > ab mag es natürlich Leute geben, die bei einem Tagesausflug auch 250 oder
    > 300km Entfernung für akzeptabel halten, aber wenn man von davon ausgeht,
    > dass man mit Weg zur Autobahn, Verkehr, Tempolimits etc. ca. 1h je 100km
    > braucht kommt ist irgendwo der Punkt erreicht, dass neben der ganzen
    > Fahrerei halt kaum noch was vom Tag über ist.

    Das sollten wir doch denen überlassen, die da fahren wollen, oder? Wenn Du das nicht fahren möchtest, klar, wie Du magst. Aber andere können das wieder ganz anders sehen.

    > Deshalb der Wunsch nach genügend Restreichweite. Wenn ich 450km schaffe,
    > würde ich ab ca. 350km die Augen nach einer geeigneten Lademöglichkeit
    > offen halten bis eine kommt die mir zusagt.

    Bislang haben wir hier das Problem. Echte Schnelllader (also mit deutlich mehr als 11kW) kenne ich im wesentlichen auf Autobahnraststätten und Autohöfen. An netten kleinen Restaurants im grünen hab ich sowas noch nicht gesehen. Ja, das ändert sich vielleicht irgendwann. Aber Autos kauft man für den Zustand jetzt, nicht für einen Zustand, wie er vielleicht irgendwann mal sein könnte.

    > Worum es aber eigentlich geht: Man will die Reichweite nie komplett
    > ausnutzen, genau wie man nie den letzten Tropfen Benzin im Tank verfährt.

    Richtig, aber wenn ich schön höre, man sollte den Akku nicht leerer als 20% fahren und am Schnelllader auch nicht voller als 80% machen, dann bleibt von der Reichweite nicht so furchtbar viel übrig.

    > Ich lehne mich sogar soweit aus dem Fenster zu behaupten, dass durch diese
    > bewusst unrealistischen Angaben die "deutsche Reichweitenangst" sogar noch
    > befeuert wird, da die Leute halt mittlerweile erkannt haben, dass sie den
    > Angaben nicht trauen können und die Werte nun um so kritischer
    > hinterfragen.

    Jedem Verbrennerfahrer ist klar, die Verbrauchsangabe nach WLTP ist Quatsch. Man rechnet mal locker 20% drauf, dann wird es realistisch. Das berechnet man mit ein und gut ist, wird die Fahrt halt etwas teurer. Auch ist jeden klar, wenn der Wagen altert, verbraucht er tendenziell etwas mehr. Aber an der Nutzbarkeit des Wagens ändert sich dadurch nichts.

    Wenn aber die real im Winter erreichbare Reichweite um 50% unter der Herstellerangabe liegt, dann hat man ein echtes Problem, denn dann fallen Ziele aus der Reichweite heraus bzw. sind nur mit langem Zwischenstopp erreichbar. Die Nutzbarkeit des Wagens leidet massiv. Statt also "nur" etwas teurer verkleinert sich der Aktionsradius des Wagens. Und die 50% sind nicht mal unrealistisch. Zum einen gibt der Hersteller an von 100% auf quasi 0%, also bis zum Stehenbleiben. Man sollte aber nur von 80% bis 20% fahren. Dann hat man natürlich gerade im Winter deutlich mehr Verbraucher laufen. Und schließlich ist auch der Fahrzyklus selbst eher industriefreundlich gewählt.

    Die eigentliche Reichweitenangst ist gar nicht so sehr die, auf der Strecke liegenzubleiben, sondern den Wagen nicht sinnvoll nutzen zu können.

  11. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: exothermal 25.01.22 - 21:09

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Also wenn ich nicht ganz falsch liege, dann sollten mit 200km
    > realistischer
    > > Reichweite je Strecke auch deine 190km je Fahrt zu schaffen sein. ;-)
    >
    > 190km zu Opa sind einfach Entfernung. Wir fahren dann abends noch zurück.
    > Und nein, ich werde Opa nicht bitte[n], sich ne Wallbox anzuschaffen. :-)

    Deshalb rede ich ja ebenfalls von 200km "pro [einfacher] Strecke" (wie beim Finanzamt^^), also der zurückgelegte Entfernung je Hin- oder Rückfahrt. Kommt dann auch ganz gut hin mit der gewünschten Reichweite von 400km am Stück...

    > > Davon
    > > ab mag es natürlich Leute geben, die bei einem Tagesausflug auch 250
    > oder
    > > 300km Entfernung für akzeptabel halten, aber wenn man von davon ausgeht,
    > > dass man mit Weg zur Autobahn, Verkehr, Tempolimits etc. ca. 1h je 100km
    > > braucht kommt ist irgendwo der Punkt erreicht, dass neben der ganzen
    > > Fahrerei halt kaum noch was vom Tag über ist.
    >
    > Das sollten wir doch denen überlassen, die da fahren wollen, oder? Wenn Du
    > das nicht fahren möchtest, klar, wie Du magst. Aber andere können das
    > wieder ganz anders sehen.

    Genau das tue ich doch, oder etwa nicht? Trotzdem gibt es irgendwo für jeden einen Punkt, ab dem die Fahrzeit so lang wird, dass es sich für einen Tagesausflug nicht mehr lohnt. Spätestens dann, wenn man den kompletten Tag im Auto verbringt.

    > > Deshalb der Wunsch nach genügend Restreichweite. Wenn ich 450km schaffe,
    > > würde ich ab ca. 350km die Augen nach einer geeigneten Lademöglichkeit
    > > offen halten bis eine kommt die mir zusagt.
    >
    > Bislang haben wir hier das Problem. Echte Schnelllader (also mit deutlich
    > mehr als 11kW) kenne ich im wesentlichen auf Autobahnraststätten und
    > Autohöfen. An netten kleinen Restaurants im grünen hab ich sowas noch nicht
    > gesehen. Ja, das ändert sich vielleicht irgendwann. Aber Autos kauft man
    > für den Zustand jetzt, nicht für einen Zustand, wie er vielleicht
    > irgendwann mal sein könnte.

    Naja, das hängt ein wenig davon ab wie viel Zeit man fürs Laden veranschlagt. Von 20% auf 80% schaffen ja die ersten am Schnelllader ja schon in unter 20 Min. Davon gehen 10 drauf um vom Parkplatz zum Rasthof zu latschen, aufs Klo zu gehen und sich einen Kaffee zu holen. Den könnte man dann noch eben vor Ort trinken oder sich für die verbleibende Zeit wieder ins eigene Auto setzen. Wäre zumindest bei mir unterhalb der "Schmerzgrenze"...
    Ob es sich lohnt für die Zeit extra von der Autobahn runter und ins Grüne zu fahren muss man natürlich selbst entscheiden, aber wenn ich dafür schon extra einen Umweg in Kauf nehme würde ich doch lieber länger als 20 Min bleiben wollen. Wenn die Kiste 40 Min oder noch länger zum Laden braucht sieht die Welt natürlich schon wieder ganz anders aus...

    > Jedem Verbrennerfahrer ist klar, die Verbrauchsangabe nach WLTP ist
    > Quatsch. Man rechnet mal locker 20% drauf, dann wird es realistisch. Das
    > berechnet man mit ein und gut ist, wird die Fahrt halt etwas teurer. Auch
    > ist jeden klar, wenn der Wagen altert, verbraucht er tendenziell etwas
    > mehr. Aber an der Nutzbarkeit des Wagens ändert sich dadurch nichts.
    >
    > Wenn aber die real im Winter erreichbare Reichweite um 50% unter der
    > Herstellerangabe liegt, dann hat man ein echtes Problem, denn dann fallen
    > Ziele aus der Reichweite heraus bzw. sind nur mit langem Zwischenstopp
    > erreichbar. Die Nutzbarkeit des Wagens leidet massiv. Statt also "nur"
    > etwas teurer verkleinert sich der Aktionsradius des Wagens. Und die 50%
    > sind nicht mal unrealistisch. Zum einen gibt der Hersteller an von 100% auf
    > quasi 0%, also bis zum Stehenbleiben. Man sollte aber nur von 80% bis 20%
    > fahren. Dann hat man natürlich gerade im Winter deutlich mehr Verbraucher
    > laufen. Und schließlich ist auch der Fahrzyklus selbst eher
    > industriefreundlich gewählt.

    Ganz genau! Und durch ihre Lobbyarbeit hat sich unsere Automobilindustrie hier imho selbst einen ziemlichen Bärendienst erwiesen, da man als (potentieller) Käufer die E-Autos als Mogelpackungen wahrnimmt, die ihre Versprechen nicht einhalten.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Die aktuelle Batterietechnik stellt uns offensichtlich beide noch nicht zufrieden, da die brauchbar klingenden Reichweiten in den Fahrzeugkatalogen leider ausgesprochen wenig mit der Realität zu tun haben...

  12. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: xSureface 26.01.22 - 16:12

    Mein letzter Verbrenner hat seine 400km bei 170km/H geschafft. 60Liter tank mit 12Liter verbrauch. Hat nur 4k Bruttoliste weniger gekostet wie mein jetziger Elektro. Hatte dafür weniger Leistung und höheren Verschleiß. Hab mal Spaßeshalber ne Aufstellung gemacht. Monatliche Kosten sind um 200¤ gesunken mit dem E-Auto. Dabei hab ich jedoch die Anzahlungen nicht mit Einkalkuliert, wären dann nochmals 50 mehr Ersparnis mit dem E-Auto. Auch die ganzen Wartungen hab ich nicht einbezogen. Im Jahr komm ich mit Wartung evtl. sogar auf 5000¤ Ersparnis ggü. dem letztem Verbrenner. Auch kann ich am Zielort quasi immer Kostenfrei laden. Mich kosten 900km Strecke die Woche somit nur ca. 40¤ an Strom. E-Autos darf man eben nicht nur am Kaufpreis festmachen, sondern muss alle Kosten einbeziehen.

  13. Re: Das Problem mit den Reichweitenangaben

    Autor: BlindSeer 27.01.22 - 07:00

    Was bist du gefahren? 0_o 42l Tank und langfristiger Durchschnittsverbrauch von 5,9 - 6l. Allerdings fahren wir in der Regel auch eher 120 - 130 auf der AB

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