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Aus eigener Erfahrung

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  1. Aus eigener Erfahrung

    Autor: ulink 11.03.22 - 13:11

    Zum grauen Markt sollte man ALLE Händler aus China zählen und entsprechend vorsichtig sein.
    Ich persönlich kaufe inzwischen grundsätzlich nur beim Hersteller selbst oder bei autorisierten Distributoren ein. Sicherlich teurer, aber man spart sich viel Ärger.

    Was ich gar nicht leiden kann, ist das Spekulantenpack. Es gibt Firmen, die nur den Geschäftszweck haben, mögliche zukünftige Engpässe auszunutzen und sogar noch zu verstärken. Und da reden wir dann nicht von Faktor zwei bei den Preisen. Spaßeshalber habe ich mir kürzlich von zwei solcher Drecksbuden einen NXP ARM Microcontroller anbieten lassen, den ich vor einem Jahr noch in einem meiner Geräte verwendet hatte. Statt 8 Euro wollte man 130 haben.
    Solchen Buden wünsche ich alles schlechte, mögen sie an ihrem Lager ersticken.

    Zum Glück kenne ich das schon und lege meine HW und SW so aus, dass ein CPU Wechsel mit ein paar Wochen Arbeit möglich ist. Ist an Anfang mehr Arbeit, die sich aber lohnt. Auch für die restlichen Bauteile empfiehlt es sich, andere Hersteller mit kompatiblen Teilen in der Hinterhand zu behalten und lieber mehr Hirnschmalz in die Entwicklung mit einfacheren Bauteilen zu investieren als auf grenzwertige Eigenschaften von Spezialbauteilen zu setzen.

    Und lieber mal ein Redesign von HW und SW mit der Chance auf Verbesserungen wagen, anstatt ewig mit alten CPUs weiterzupfriemeln.

    Dann muss man sich auch nicht auf dem grauen Markt bedienen oder den Spekulanten das Geld in den Rachen stopfen.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 11.03.22 13:15 durch ulink.

  2. Re: Aus eigener Erfahrung

    Autor: x2k 11.03.22 - 14:15

    Wenn man denn beim hersteller überhaupt was kaufen darf.

    Ich hab mehrfach anfragen gestellt und entweder keine Antwort erhalten oder man wollte mir nichts verkaufen.
    Das ist nicht besonders start up freundlich.
    Viele haben überhaupt keine andere wahl als im Graubereich zukaufen.

  3. Re: Aus eigener Erfahrung

    Autor: denlow80 11.03.22 - 21:00

    Leider haben viele Hersteller Rahmenverträge mit Distributoren geschlossen, das vereinfacht deren Aufwand enorm, zb. Xilinx für FPGAs oder Osram bei LEDs ... ein Direktkontakt verweist dich immer nur an Distributoren wie zb Arrow oder Neumüller bei LEDs von Osram.

  4. Re: Aus eigener Erfahrung

    Autor: ulink 11.03.22 - 22:10

    Z.B. Microchip verkauft glaube ich auch direkt, und noch ein paar (Maxim?). Mit 5 Stück oder so wird es da halt schwierig.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.03.22 22:14 durch ulink.

  5. Re: Aus eigener Erfahrung

    Autor: __M 12.03.22 - 20:47

    Ist lustig, wenn du sicherheitsrelevante Produkte oder Medizintechnik fertigst und nicht mal einen Widerstand ändern darfst, wenn der nicht als Alternative auf der abgenommenen BOM steht, ohne dass du Risikobetrachtung etc. etc. wiederholst und das von der benannten Stelle freigeben lässt.

    Da den Controller tauschen wenn teilweise die ganze Controllerfamilie nicht verfügbar ist, pfuuuh...

    Kaufen geht da üblicherweise auch nur von zertifizierten Suppliern...damit eben keine Fälschungen in diesen sensiblen Bereichen landen.

  6. Re: Aus eigener Erfahrung

    Autor: ulink 13.03.22 - 09:45

    Jaja, es gibt in der Tat Bereiche wie die genannte Medizintechnik, wo man tatsaechlich nicht mal die Farbe von Isoierungen oder eines kleinen Schlaeuchleins **im** Geraet aendern darf, ohne dass das ganze Ding neu zertifiziert werden muss (alles schon erlebt). Aber eine grosse Firma kann das sicherlich finanziell stemmen und oft ist sowieso eine Einzelstueckpruefung (!!) vorgeschrieben, dann ist es auch schon egal.

    Lustig wird es, wenn die einzige Pruefstelle im ganzen Bundesgebiet zumacht, weil die Vorschriften wieder mal verschaerft worden sind und sie keine Lust mehr auf die Scheisse hat. Und man dann jedesmal zur Einzelstueckpruefung hunderte Kilometer ins Ausland pilgern darf.

    Der ganze buerokratische Wahnsinn bringt die Klein- und Mittelbetriebe langsam um. Aber das ist eine andere Geschichte. Leider eine, die noch obendrauf kommt.

    > Da den Controller tauschen wenn teilweise die ganze Controllerfamilie nicht
    > verfügbar ist, pfuuuh...

    Lustig und einfach ist das nicht, billig auch nicht. Und wenn man nicht von vornherein dafuer gesorgt hat, dass HW und SW moeglichst modular und flexibel aufgebaut sind, wird es noch schwieriger und teurer.

    Die o.g. "Vorsorge" bei der Entwicklung muss man aber auch treffen, wenn man seine Geraete laengere Zeit liefern will. Man darf nicht annehmen, dass die aktuelle CPU in 10 Jahren noch lieferbar ist (manche sind nach 5 Jahren schon weg). Ausserdem kann man so leichter auf performantere CPUs umsteigen (die meist dann, weil neuer und in groesseren Stueckzahlen verkauft, sogar billiger sind).

    Jammern hilft nix. Anpacken und durchziehen, die alten Fehler nicht wiederholen. Und dem Spekulantenpack die Koerperrueckseite ins Gesicht druecken :-)

  7. Re: Aus eigener Erfahrung

    Autor: __M 13.03.22 - 14:33

    Große Firmen mögen das stemmen können, der mittelständische Zulieferer der großen Medizintechnikfirmen bekommt Probleme, wenn er monatelang seine Fertigung nicht auslasten kann.

    Und bei der 100%-Prüfung wird zwar jede einzelne Einheit geprüft, aber auch nicht bei z.B. extremen Umweltbedingungen. Die korrekte Funktion unter diesen Bedingungen hatte man ja bei der Entwicklung verifiziert.

    Ja, ordentlich modulare SW und HW sollte man schon entwickeln, da stimme ich dir voll zu.
    10-20Jahre Laufzeit sind keine Seltenheit. Der Unterschied ist halt gerade, normalerweise bekommt man eine Abkündigung eines Bauteils rechtzeitig mit und kann sich darauf einstellen, die Nichtverfügbarkeit der letzten Zeit kam mit unverhoffter Geschwindigkeit und Breite. Da hast du so schnell keine (Personal-)Ressourcen, mal eben die Hälfte deiner Produkte anzupassen.
    Mitarbeiter des Änderungswesens haben auf jeden Fall gerade keinen entspannten Job, Einkäufer auch nicht.

    Im Endeffekt ist man dann angesichts der Auswirkungen dann doch mal bereit den 10-20fachen Preis für Bauteile zu bezahlen.

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