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Bequemlichkeit schlägt Vernunft

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  1. Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: m.leonberger 05.05.22 - 09:03

    wenn ich lese das es immer mehr Autos pro Haushalt werden muss ich doch etwas an der Menschheit zweifeln.
    Bin erst aus der Stadt rausgezogen und haben uns dafür 1 Auto besorgt und das reicht uns.

    Ich würde mir einfach wünschen das die Allgemeinheit den Bleistift spitzt und nochmal gut überlegt ob ich wirklich ein 2tes oder 3tes Auto brauche weil es ggf. 10-15 Minuten schneller ist als mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum nächsten Bahnhof zur fahren und den ÖPNV zu nehmen.
    --> ja ich weiß das geht nicht immer
    Einfach etwas mehr "schwäbische" Haushaltsführung wo es möglich ist und dafür lieber ein Eis mehr im Sommer schlotzen.

    Denke das würde schon viel ausmachen.

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  2. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: BlindSeer 05.05.22 - 09:10

    Nur sind es eben nicht 10 - 15 Minuten. Hier sind es ca. 25 Minuten mit dem Auto vs. 40 - 45 Minuten mit dem Bus zur Bahnhaltestelle in der Stadt, Wartezeit, 10 - 15 Minuten mit der Straßenbahn zur Zielhaltestelle und dann nochmal 10 - 15 Minuten laufen. Es stehen also 25 Minuten vs. 75 Minunte je Strecke.
    Das Schwäbische Haushaltsbuch verrechnet übrigens nicht was am wertvollsten ist: Unsere Lebenszeit. Da wäre ein Recht auf Home Office hilfreicher.

  3. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: m.leonberger 05.05.22 - 09:16

    Das Recht auf HO finde ich auch angebracht.
    Was ich sagen will ist, dass wir früher 2 Autos und 2 Motorräder hatten obwohl wir in einer Großstadt gewohnt haben.
    Wie gesagt es ist nicht immer machbar den ÖPNV zu nehmen, aber wenn der Geldbeutel voll ist wird eine alternative zum Auto oft gar nicht in Betracht gezogen.

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  4. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: ChickenRice 05.05.22 - 09:17

    Das Problem ist, sobald du Vollzeit arbeitest, dementsprechend Stress hast und kaum Freizeit, überlegst du dir zweimal ob du dich in ein stinkendes, langsames Öffi setzt. Mit dem Auto maximiere ich die Freizeit, Samstags kann ich problemlos morgens um 7:30 den Wocheneinkauf erledigen, dann in ein anderthalb Stunden entferntes Wandergebiet fahren, dort 6 Stunden in den Bergen herumkraxeln und trotzdem wieder um 19 Uhr zuhause sein um ein befreundetes Paar zum Abendessen im Restaurant treffen. Versuch das mal mit der Bahn, dann musst die Hälfte streichen.

  5. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: flasherle 05.05.22 - 09:21

    Wir in Schwaben, sehen aber die Ersparnis an Zeit als noch wichtiger wie die Ersparnis in Geld an.
    Dazu kommt das man auf dem Land nun mal pro Person ein Auto braucht. Wer fährt schon morgens mit dem Fahrrad ins Geschäft um dann dort duschen zu müssen und sich wieder zu richten. Und zum nächsten Bahnhof ist es ja fast so weit wie bis zum Geschäft.

  6. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: BlindSeer 05.05.22 - 09:23

    Und wenn man ihn zwanghaft leert trifft man die Ärmeren hörter und regt ein Umdenken bei der nächsten Wahl an. Daher halte ich "Preis drauf klatschen" für die am wenigsten nachhaltige Lösung in einer Demokratie.

  7. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: Markus08 05.05.22 - 09:23

    flasherle schrieb:
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    > Wir in Schwaben, sehen aber die Ersparnis an Zeit als noch wichtiger wie
    > die Ersparnis in Geld an.
    > Dazu kommt das man auf dem Land nun mal pro Person ein Auto braucht. Wer
    > fährt schon morgens mit dem Fahrrad ins Geschäft um dann dort duschen zu
    > müssen und sich wieder zu richten. Und zum nächsten Bahnhof ist es ja fast
    > so weit wie bis zum Geschäft.

    Genau so ist es bei mir auch. Obwohl ich in einer Stadtrandgemeinde wohne und es nicht mal so weit in die Arbeit ist, brauch ich mit dem Auto ca. 10 Minuten und mit dem Bus sind es dann fast ne Stunde. Und hier ist mir meine Zeit einfach zu wertvoll.

  8. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: m.leonberger 05.05.22 - 09:23

    ChickenRice schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mit dem Auto maximiere ich die Freizeit, Samstags
    > kann ich problemlos morgens um 7:30 den Wocheneinkauf erledigen, dann in
    > ein anderthalb Stunden entferntes Wandergebiet fahren, dort 6 Stunden in
    > den Bergen herumkraxeln und trotzdem wieder um 19 Uhr zuhause sein um ein
    > befreundetes Paar zum Abendessen im Restaurant treffen.

    Einfach mal zum "Spaß" 200km zum Wandern fahren ( für einen Tag ) ist ja wohl der Gipfel der Dekadenz und der Klimawandelignoranz.
    Wer das für sinnvoll oder angebracht hält dem kann keiner helfen.
    Wandern könnte man überall, aber als Zeichen des sozialen Status ist es wohl notwendig das nicht in der Nähe des Wohnortes zu tun.
    --> Nicht das ich das nicht auch früher gemacht hätte. Ich bin drüber weg. Ich brauche keine ahhs und ohhs mehr von Freunden und Familie wenn ich die Fotos vom Tagesausflug zeige.

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  9. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: pete.kl 05.05.22 - 09:24

    Ich will nicht alles in deinem Beitrag in Abrede ziehen, aber deinem Geschreibsel liegt zugrunde dass sich jeder Mensch dem Nachhaltigkeitsgedanken absolut unterordnet.

    Und ich bin schon der Meinung, dass man durchaus sagen kann z.b.: der Komfortgewinn durch einen 2.Wagen erspart mir jede Woche 8 h Lebenszeit, die ich nicht im Zug sitze, deshalb bevorzuge ich Komfort vor Ökologie.

    Ökologie ist gottseidank inzwischen wichtiger geworden, aber wir müssen auch Abstand nehmen von dieser radikalen Ökosekte, die nur spaltet und keine neuen Fortschritte erreicht.

    Schlussendlich klappt der Klimaschutz, wenn weniger klimaschädlicher Alternative attraktiv sind, z.B. zahlbare E-Autos, günstige Fahrräder. Finanzielle Vortreile für E-Mobilität und Stromsparmassnahmen, Solar- und Wind-Energie gefördert werde, etc.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.05.22 09:27 durch pete.kl.

  10. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: flasherle 05.05.22 - 09:24

    wer kennt es nicht das wandern in einer Großstadt...

  11. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: xSureface 05.05.22 - 09:25

    Sagen die Schwaben nicht, gespart wird, egal was es kost?

  12. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: BlindSeer 05.05.22 - 09:29

    Oder zum 50. Mal die gleiche Strecke im Naherholungsgebiet auf der man jeden Grashalm namentlich kennt.

  13. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: m.leonberger 05.05.22 - 09:30

    flasherle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wer kennt es nicht das wandern in einer Großstadt...

    z.B.
    https://sbahn.berlin/was-hast-du-vor/ausflugstouren/
    oder
    https://www.s-bahn-muenchen-magazin.de/wanderwege
    oder
    https://www.s-bahn-stuttgart.de/s-stuttgart/Unser_Service_fuer_Sie/Mit-der-S-Bahn-ins-Gruene/Mit-der-Bahn-zum-Wandern-in-den-Sommer-4964972
    ...

    und man kann sogar unterwegs was trinken.

  14. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: BlindSeer 05.05.22 - 09:30

    und zwar dadurch dass sie von sich aus attraktiver und günstiger sind. Das ist wichtig anzumerken, weil sonst jemand kommt der sagt "Also müssen wir alles was ich nicht will teurer machen". Nur wird dadurch halt leider nix besser.

  15. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: flasherle 05.05.22 - 09:38

    richtig, aber da geht nicht immer um Geld. Zeit mit der Familie steht sogar über geld...

  16. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: m.leonberger 05.05.22 - 09:38

    pete.kl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich will nicht alles in deinem Beitrag in Abrede ziehen, aber deinem
    > Geschreibsel liegt zugrunde dass sich jeder Mensch dem
    > Nachhaltigkeitsgedanken absolut unterordnet.
    Nichts ist absolut oder perfekt ... NIE
    > Und ich bin schon der Meinung, dass man durchaus sagen kann z.b.: der
    > Komfortgewinn durch einen 2.Wagen erspart mir jede Woche 8 h Lebenszeit,
    > die ich nicht im Zug sitze, deshalb bevorzuge ich Komfort vor Ökologie.
    8h sind viel... aber davon rede ich ja auch nicht
    > Ökologie ist gottseidank inzwischen wichtiger geworden, aber wir müssen
    > auch Abstand nehmen von dieser radikalen Ökosekte, die nur spaltet und
    > keine neuen Fortschritte erreicht.

    > Schlussendlich klappt der Klimaschutz, wenn weniger klimaschädlicher
    > Alternative attraktiv sind, z.B. zahlbare E-Autos, günstige Fahrräder.
    > Finanzielle Vortreile für E-Mobilität und Stromsparmassnahmen, Solar- und
    > Wind-Energie gefördert werde, etc.
    und wenn es nicht "attraktiv" ist dann nehmen wir es mit schulterzucken zur Kenntnis, das wir in DE immer mehr extrem Wetter oder neue Tropenkrankheiten haben? Das es immer mehr Ernteausfälle gibt ? oder das schon Wirtschaftsunternehmen wie die MunichRe den Wohlstandsrückgang wegen Naturkatastrophen am Horizont sehen?

    Es sollte sich keiner Illusionen machen das wir oder unsere Kinder einen Preis für unser Verhalten zahlen... auch wenn es vielleicht noch nicht für jeden in Stunden oder Euro messbar ist.

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    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.05.22 09:40 durch m.leonberger.

  17. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: flasherle 05.05.22 - 09:41

    Wie du hast Kinder? Dann bist du ja die größte Umweltsau.
    Wenn einem die Umwelt was wert ist, setzt man keine Kinder in die Welt. Mit dem CO2 -Abdruck kannst ja dein Leben lang 10 V8 gleichzeitig fahren und jedes Jahr 20 mal in Urlaub fliegen...

  18. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: xSureface 05.05.22 - 09:43

    Tropenkrankheiten werden durch die Globalisierung eingeschleppt. Ist wie mit Corona. Ohne Globalisierung breiten sich Krankheiten nicht so schnell aus. Ein gewisser Lebensstandart wird jedoch durch Globalisierung erreicht. Ohne Globalisierung würde dein PC nicht bei dir Zuhause stehen, dein Smartphone wäre noch ne Telefonzelle. Und der Kommentar auf den ich gerade Antworte würde nicht existieren. Evtl. in deinen Gedanken. Wobei ohne Globalisierung der Klimaschutz nur Lokal nen Thema wäre und nicht Weltweit.

  19. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: BlindSeer 05.05.22 - 09:43

    Der Grundegedanke muss sein "Wie kann ich das Leben besser machen!". Nur Dinge teurer machen löst kein Problem, macht das Leben schlechter für Nicht-Reiche (die interessiert das nicht), schafft Antipatien und führt zu Widerstand.
    Ergo: Wir brauchen attraktive Lösungen für Jedermann und die Leute wechseln freiwllig und mit Freude, konnotieren dabei "Umwelt- und Klimaschutz ist gut für mich".

  20. Re: Bequemlichkeit schlägt Vernunft

    Autor: Apollo13 05.05.22 - 09:55

    Schon klar, dass die beste Welt eine wäre, in der es die Menschheit gar nicht mehr gibt...

    Warum betreiben wir Umweltschutz? Weil es auch uns hilft, und unsere Lebensgrundlage bewahrt.

    Wenn jemand für sich die Entscheidung pro oder contra Kind trifft, dann ist das zu akzeptieren; egal, wie sie ausfällt. Aber klar ist auch, dass das System zusammen brechen würde, sollten einfach keine jungen Menschen mehr nachkommen.

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