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    Autor: [gelöscht] 19.05.22 - 17:14

    [gelöscht]

  2. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: VirusBlackBox 19.05.22 - 17:56

    Korrekt.

  3. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Oktavian 19.05.22 - 18:02

    > Was Deutschland immer wieder verpasst hat, ist, die sogenannte
    > Schutzaltergrenze entsprechend zu formulieren. Wenn ein 16-jähriger mit
    > einer 14-jährigen Bilder austauscht, ist das nur in Deutschland eine
    > Straftat, weil bereits der Besitz dieser Bilder eine Straftat darstellt,

    So kleinkariert ist nicht mal der deutsche Gesetzgeber, und das will schon was heißen. Es gibt StGB §184c Abs. 4:
    "Absatz 1 Nummer 3, auch in Verbindung mit Absatz 5, und Absatz 3 sind nicht anzuwenden auf Handlungen von Personen in Bezug auf einen solchen jugendpornographischen Inhalt, den sie ausschließlich zum persönlichen Gebrauch mit Einwilligung der dargestellten Personen hergestellt haben."

    Wenn also deine 14- und 16-jährigen solche Bilder austauschen, ist das vollkommen legal, solange das freiwillig ist und die es für sich behalten. Wenn aber einer der beiden diese Bilder an einen Dritten weiterleitet ohne Einwilligung der abgebildeten Person, wird das Bild in seinen Händen plötzlich jugendpornographisch. Eigentlich recht praxisnah.

    > aber auch gar kein Schutzalter definiert ist. Die Besitzstrafbarkeit gibt's
    > woanders auch, aber Schutzalter verhindern eben, dass Kinder und
    > Jugendliche sinnlos verfolgt werden.

    Wie gesagt, gibt es bei uns auch. Erst wenn die abgebildete Person unter 14 ist, ist es immer strafbar, es sei denn, die Person mit dem Bild ist auch unter 14, dann ist sie nicht strafmündig.

  4. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Darklord 19.05.22 - 18:22

    > Wie gesagt, gibt es bei uns auch. Erst wenn die abgebildete Person unter 14
    > ist, ist es immer strafbar, es sei denn, die Person mit dem Bild ist auch
    > unter 14, dann ist sie nicht strafmündig.

    Was das Gesetz kein bisschen weniger dämlich macht, denn letztlich macht es nichts anderes als Jugendlichen die Entwicklung ihrer eigenen Sexualität abzusprechen, indem man es faktisch unter Strafe stellt. Und das macht auch die "unter 14 Jahren ist man nicht strafmündig, deshalb wird die Straftat nicht verfolgt"-Krücke nicht besser.

    Dabei wäre es so viel einfacher, wenn man sich nicht in so völlig realitätsfremden Konstrukten verstricken würde, sondern bei der Frage, ob es sich um eine Straftat handelt, vielleicht einfach den Kontext zwangsweise mit einzubeziehen hat? Es sollte weder irgendwen tangieren ob Kinder das untereinander mit nahezu gleichaltrigen Partnern tun, noch sollten irgendwelche Familien dafür belangt werden, wenn sie Nacktbilder von ihren Kindern am Strand besitzen.

    Verfolgt werden sollte entsprechender Austausch solcher Bilder wenn auf der einen Seite oder auf beiden Seiten der Kommunikation ein Erwachsener steckt und es einen klaren sexuellen Kontext gibt.
    Aber alles andere ist doch kompletter Schwachsinn und schießt meilenweit am eigentlich Ziel vorbei.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.05.22 18:24 durch Darklord.

  5. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Oktavian 19.05.22 - 18:52

    > Was das Gesetz kein bisschen weniger dämlich macht, denn letztlich macht es
    > nichts anderes als Jugendlichen die Entwicklung ihrer eigenen Sexualität
    > abzusprechen, indem man es faktisch unter Strafe stellt. Und das macht auch
    > die "unter 14 Jahren ist man nicht strafmündig, deshalb wird die Straftat
    > nicht verfolgt"-Krücke nicht besser.

    Ach doch, das funktioniert in der Praxis schon ganz gut. Die "Krücke" hat die Konsequenz, dass solche Sachen gar nicht erst zur Anzeige gebracht werden.

    Allerdings muss man eben auch der Realität Rechnung zollen, dass Kinder relativ leicht beeinflussbar sind, und dann freiwillig Dinge tun, die sie bei nochmaligem Nachdenken nicht täten. Ich stelle nicht in Abrede, dass auch Kinder unter 14 eine Sexualität haben und in der Richtung experimentieren, ich habe selbst zwei Kinder, aber auch als Vater wäre mir lieber, wenn sie das dann unter sich tun. Und ja, ich weiß auch, immer dann, wenn man Altersgrenzen aufstellt, gibt es genau an diesen Grenzen Fälle, die formal unlogisch sind.

    Im Zweifel geht hier schon die Staatsanwaltschaft und spätestens das Jugendgericht mit entsprechender Deutung ran. Mir wäre jedenfalls kein Fall bekannt, in dem ein 14-Jähriger zu Jugendarrest verurteilt wurde, weil er die Bilder seiner 13-jährigen Freundin hatte. Gerade bei Jugendlichen ist ja das Ziel, erzieherisch einzuwirken, und die Jugendfürsorge kann an der Stelle auch zum Ergebnis kommen, dass hier einfach kein Erziehungsbedarf ist, dass das alles so in Ordnung ist.

    > noch
    > sollten irgendwelche Familien dafür belangt werden, wenn sie Nacktbilder
    > von ihren Kindern am Strand besitzen.

    Könntest Du einen Fall anführen, in dem Eltern dafür belangt worden wären? Ich weiß, das Gerücht geistert immer wieder durch die Foren, mir ist aber kein realer Fall bekannt. Nacktbilder von Kindern sind eben nicht per se pornographisch, das steht ziemlich eindeutig so im Gesetz (StGB §184b Abs. 1).

  6. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: recluce 19.05.22 - 19:35

    Ich frage mich, was mit den Leuten ist, die bis in die frühen 2000er ein Traci Lords Video ganz legal im Laden gekauft haben. Sind das jetzt alles Sexualstraftäter, weil sie Jugendpornographie besitzen?

    Für die, die es nicht wissen: Traci Lords hat in den 80er Jahren in etwa 100 Pornofilme und Videos mitgewirkt und galt als Star. Sie hat als Altersnachweis einen gefälschten Führerschein benutzt. Später stellte sich dann heraus das sie nur in einem einzigen Film den 18. Geburtstag erreicht hatte. Damit sind praktisch alle ihre Filme in den USA Kinderpornographie und der Besitz strafbar.

    Hier wurden die Videos von Beate Uhse und Co zumindest bis in die 2000er verkauft.

  7. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Darklord 19.05.22 - 20:13

    > Im Zweifel geht hier schon die Staatsanwaltschaft und spätestens das
    > Jugendgericht mit entsprechender Deutung ran. Mir wäre jedenfalls kein Fall
    > bekannt, in dem ein 14-Jähriger zu Jugendarrest verurteilt wurde, weil er
    > die Bilder seiner 13-jährigen Freundin hatte. Gerade bei Jugendlichen ist
    > ja das Ziel, erzieherisch einzuwirken, und die Jugendfürsorge kann an der
    > Stelle auch zum Ergebnis kommen, dass hier einfach kein Erziehungsbedarf
    > ist, dass das alles so in Ordnung ist.

    Ja aber alleine der Aspekt, dass in dem Kontext überhaupt irgendwas in Bewegung gerät, dass ein Jugendlicher plötzlich mit einem derartigen Vorwurf konfrontiert wird....alleine das ist doch schon die Katastrophe daran.

    Was bewirkt das denn mit Kindern, wenn sie nach so einer Aktion plötzlich so einen Vorwurf und ein Verfahren an der Backe haben? Wenn etwas Kinder in ihrer Entwicklung wirklich nachhaltig schädigen würde, dann ja wohl das.

    > Könntest Du einen Fall anführen, in dem Eltern dafür belangt worden wären?
    > Ich weiß, das Gerücht geistert immer wieder durch die Foren, mir ist aber
    > kein realer Fall bekannt. Nacktbilder von Kindern sind eben nicht per se
    > pornographisch, das steht ziemlich eindeutig so im Gesetz (StGB §184b Abs.
    > 1).

    Das ist richtig, einen solchen Fall kenne ich zum Glück auch nicht. Aber was glaubst du was los ist, wenn man plötzlich anfängt - wie es ja aktuell in der Diskussion ist - irgendwelche Automatismen zum Einsatz kommen sollen. Dann wird die Sache halt richtig lustig.

  8. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Oktavian 19.05.22 - 22:02

    > er Aspekt, dass in dem Kontext überhaupt irgendwas in
    > Bewegung gerät, dass ein Jugendlicher plötzlich mit einem derartigen
    > Vorwurf konfrontiert wird....alleine das ist doch schon die Katastrophe
    > daran.

    In aller Regel gerät ja gar nicht erst was in Bewegung. Bleib mal realistisch, das sind alles konstruierte Fälle von "man könnte ja". Ein Rechtssystem lebt von den Personen, die es anwenden, und die gehen in aller Regel gerade bei Kindern mit sehr gutem Gespür vor. Man muss sich von dem Gedanken verabschieden, ein System von Gesetzen könnte jeden Sonderfall und jede Ausnahme sicher abfangen. Das ist nicht das Ziel, ein solches Rechtssystem muss in sich widersprüchlich sein. Deshalb gibt es reichlich Möglichkeiten, gesunden Menschenverstand walten zu lassen, ganz ohne dass der "Tatverdächtige" überhaupt mitbekommt, dass er jemals tatverdächtig war.

    > Was bewirkt das denn mit Kindern, wenn sie nach so einer Aktion plötzlich
    > so einen Vorwurf und ein Verfahren an der Backe haben? Wenn etwas Kinder in
    > ihrer Entwicklung wirklich nachhaltig schädigen würde, dann ja wohl das.

    Sie haben ja kein Verfahren an der Backe, denn alle Beteiligten können das richtig einschätzen. Bei uns (also bei meinen Kindern) an der Grundschule gab es auch den Fall, dass ein paar Kinder etwas "Experimentalfotografie" gemacht haben. Nein, kein Lehrer hat die Polizei gerufen, kein Staatsanwalt, keine Jugendhilfe, alle Beteiligten sind ja unter 14. Man (also die Lehrerin) hat einfach die Karte gelöscht und es gab eine freundliche Mail an die Eltern, dies doch mal zum Anlass zu nehmen, mit den Kindern über Medien, Fotos, etc. zu reden. Meine beiden waren bei den Abgelichteten nicht dabei, obwohl ich ihnen das problemlos zugetraut hätte.

    > Das ist richtig, einen solchen Fall kenne ich zum Glück auch nicht. Aber
    > was glaubst du was los ist, wenn man plötzlich anfängt - wie es ja aktuell
    > in der Diskussion ist - irgendwelche Automatismen zum Einsatz kommen
    > sollen. Dann wird die Sache halt richtig lustig.

    Siehst Du, und deshalb kommen Automatismen nur zur Vorselektion zur Anwendung, was sich dann vielleicht ein Mensch mal angucken könnte. Davon, dass Automatismen Strafbefehle ausstellen, Anhörungen durchführen, Anklage erheben oder Urteile fällen, sind wir zum Glück noch sehr sehr weit entfernt.

  9. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Oktavian 19.05.22 - 22:12

    > Ich frage mich, was mit den Leuten ist, die bis in die frühen 2000er ein
    > Traci Lords Video ganz legal im Laden gekauft haben. Sind das jetzt alles
    > Sexualstraftäter, weil sie Jugendpornographie besitzen?

    Nein, und das gleich aus mehreren Gründen:

    1. Straftäter ist man ja nur, wenn man rechtskräftig wegen einer Straftat verurteilt wurde. Die Verjährungsfrist für jugendpornographische Inhalte sind fünf Jahre, das ist also schon alles lange lange verjährt.

    2. Und selbst wenn, der objektive Tatbestand von StGB §184b mag zwar erfüllt sein, aber nicht der subjektive Tatbestand. Der "Täter" hat ein jugendpornographisches Werk erworben (objektiver Tatbestand), aber er wollte eigentlich 'nen ganz normalen Porno kaufen, er hat es nicht gekauft, weil die Dame minderjährig war, denn das war da ja noch gar nicht bekannt (subjektiver Tatbestand). Es fehlte einfach der Vorsatz, der hier zwingend ist.

  10. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: recluce 19.05.22 - 23:16

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ich frage mich, was mit den Leuten ist, die bis in die frühen 2000er ein
    > > Traci Lords Video ganz legal im Laden gekauft haben. Sind das jetzt
    > alles
    > > Sexualstraftäter, weil sie Jugendpornographie besitzen?
    >
    > Nein, und das gleich aus mehreren Gründen:
    >
    > 1. Straftäter ist man ja nur, wenn man rechtskräftig wegen einer Straftat
    > verurteilt wurde. Die Verjährungsfrist für jugendpornographische Inhalte
    > sind fünf Jahre, das ist also schon alles lange lange verjährt.
    >
    > 2. Und selbst wenn, der objektive Tatbestand von StGB §184b mag zwar
    > erfüllt sein, aber nicht der subjektive Tatbestand. Der "Täter" hat ein
    > jugendpornographisches Werk erworben (objektiver Tatbestand), aber er
    > wollte eigentlich 'nen ganz normalen Porno kaufen, er hat es nicht gekauft,
    > weil die Dame minderjährig war, denn das war da ja noch gar nicht bekannt
    > (subjektiver Tatbestand). Es fehlte einfach der Vorsatz, der hier zwingend
    > ist.

    Danke, interessante Punkte

  11. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: jsonn 20.05.22 - 01:54

    Boandlgramer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was Deutschland immer wieder verpasst hat, ist, die sogenannte
    > Schutzaltergrenze entsprechend zu formulieren. Wenn ein 16-jähriger mit
    > einer 14-jährigen Bilder austauscht, ist das nur in Deutschland eine
    > Straftat, weil bereits der Besitz dieser Bilder eine Straftat darstellt,
    > aber auch gar kein Schutzalter definiert ist. Die Besitzstrafbarkeit gibt's
    > woanders auch, aber Schutzalter verhindern eben, dass Kinder und
    > Jugendliche sinnlos verfolgt werden.

    Tatsächlich ist es doch eher so, dass unsere konservativen/prüden Kreise in den letzten 20 Jahren sehr aktiv dabei waren, Altersgrenzen für Delikte gerade im Bereich der Sexualität immer mehr und mehr anzuheben. Es ist also mitnichten in Fehler im Sinne von "Verpassen", sondern pure Absicht. Das diese Entwicklung in vielen Punkt an der Realität des Umgangs von Jugendlichen insbesondere auch zu Beginn der Pubertät vorbeigeht, interessiert einen Frührentner im Bundestag doch nicht.

  12. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Doener 20.05.22 - 02:28

    Was ich mir gerade überlege...

    Angenommen meine 13-jährige Freundin damals aus der Schule hat mir mal ein Foto geschickt als ich auch 13 war. Jetzt habe ich dieses Foto...
    Wann ist es illegal?
    Wenn ich 14,16,18 bin?
    Also mit 18 hätte ich dann ein Foto einer 13-Jährigen, welche jetzt auch 18 ist.

  13. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Oktavian 20.05.22 - 08:43

    > Angenommen meine 13-jährige Freundin damals aus der Schule hat mir mal ein
    > Foto geschickt als ich auch 13 war. Jetzt habe ich dieses Foto...
    > Wann ist es illegal?
    > Wenn ich 14,16,18 bin?

    Objektiv, wenn du 14 bist, subjektiv aber nicht.

    > Also mit 18 hätte ich dann ein Foto einer 13-Jährigen, welche jetzt auch 18
    > ist.

    Das ist tatsächlich juristisch nicht ganz einfach.

    Zum einen gibt es den objektiven Tatbestand. Demnach besitzt Du ein Bild, dass eine 13-Jährige zeigt in sexuell aufreizender Pose, damit wäre StGB §184b Abs. 1 erfüllt, nach objektiver Betrachtung sind alle Kriterien da.

    Das ist die Betrachtung des Laien, hier hört in Foren die Diskussion meist auf, alles eskaliert, was für unsinnige Gesetze.

    Jetzt fängt aber für den Juristen die eigentliche Arbeit erst an, es gibt im Strafrecht noch etliche weitere Punkte zu prüfen. Ein wesentlicher ist der sog "Innere Tatbestand", also das Innenleben des Täters. Man spricht auch vom subjektiven Tatbestand. Die Frage ist, wollte der Täter eine Straftat begehen. Hier besitzt zu ein Bild der Freundin. Du hast es, weil ihr damals mit der Kamera rumgealbert habt. Du hast es dir nicht verschafft, weil die Abgebildete 13 ist, sondern weil sie deine Freundin war. Du besitzt es immer noch nicht weil die Abgebildete 13 ist, sondern weil Du es vielleicht vergessen hast, vielleicht Erinnerungen damit verbindest, usw. Es fehlt der Vorsatz, diese Tat begehen zu wollen (StGB §7).

    Und selbst da hör die Prüfung noch nicht auf. Es käme z.B. auch noch ein Verbotsirrtum in Frage.

  14. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: ibsi 20.05.22 - 09:22

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es fehlt der Vorsatz, diese Tat begehen zu wollen (StGB
    > §7).
    Strafgesetzbuch (StGB)
    § 7 Geltung für Auslandstaten in anderen Fällen

    Was hat das mit Vorsatz oder so zu tun?

  15. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Oktavian 20.05.22 - 09:49

    > > Es fehlt der Vorsatz, diese Tat begehen zu wollen (StGB
    > > §7).
    > Strafgesetzbuch (StGB)
    > § 7 Geltung für Auslandstaten in anderen Fällen
    >
    > Was hat das mit Vorsatz oder so zu tun?

    Das passiert, wenn man aus dem Kopf zitiert. :-(

    Es ist StGB §15

    https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__15.html
    "Strafbar ist nur vorsätzliches Handeln, wenn nicht das Gesetz fahrlässiges Handeln ausdrücklich mit Strafe bedroht."

    StGB §7 ist es in Österreich.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.05.22 09:50 durch Oktavian.

  16. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Fegr 20.05.22 - 10:50

    > Erst wenn die abgebildete Person unter 14 ist, ist es immer strafbar, es sei denn, die Person mit
    > dem Bild ist auch unter 14, dann ist sie nicht strafmündig.
    Egal ob strafunmündig, eine unangenehme Untersuchung findet trotzdem statt(villeicht mit Hausdurchsuchung). Und vergiss nicht die Scheinpornographie: Wenn das Material den Anschein hat das die Person unter 14 Jahre aussieht gilt es auch als KP. Heißt auch blöderweise wenn eine 14-Jährige Freundin einen Bild mit ihren 14-Jährigen Freund teilt, aber körperlich trotzdem noch kinderliche Züge hat das man nicht klar sagen kann ob sie jetzt wirklich ü13 ist, dann ist es schon objektiv eine Straftat.

    >Nacktbilder von Kindern sind eben nicht per se pornographisch
    Das stimmt aber da gibt es nur eine schwammige Grenze und das entscheidet hauptsächlich der Richter (oder Gutachter), heisst auch ein einfaches Nacktbild könnte als strafbar verwertet werden, wegen Kamerawinkel, das Kind irgendwie in der Luft springt und so weiter, deshalb besser diese auch nicht in privaten familieren Chat teilen.
    Es müssen nicht mal Nacktbilder sein. Es reicht auch in Unterwäsche eine reizende Pose. Kann für die Eltern blöd laufen, wenn das Kind irgendetwas vom Fernsehen nachmacht (Beispiel Muskipopclip) die aufeizend ist. Ist natürlich wieder objektiv, aber es kann trotzdem wieder einen Untersuchung hinterherziehen.

    Natürlich wird man nur straffällig wenn der Vorsatz nachgewiesen wird. Aber das kann schon deinen Ruf ruinieren, egal ob man freigesprochen wird.

    Und wegen StGB §184b/c muss du nicht nur den Text beachten der drinne steht sonder auch die Urteile vom Bundesgerichtshofes. Da wurde 2013 geurteilt wegen Besitzverschaffung das zum Beispiel reine Textwerke nie tatsächlich oder wirklichskeitnah bewertet werden können, auch wenn diese wirklich eine echte Tat beschreiben.

    Und kann jemand mir den Unterschied zwischen StGB §184b/c Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und Absatz 1 Satz 2 erklären? Gilt beim privaten Chat unter zwei Personen nur Satz2?

  17. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Clown 23.05.22 - 09:51

    Fegr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es müssen nicht mal Nacktbilder sein. Es reicht auch in Unterwäsche eine
    > reizende Pose. Kann für die Eltern blöd laufen, wenn das Kind irgendetwas
    > vom Fernsehen nachmacht (Beispiel Muskipopclip) die aufeizend ist. Ist
    > natürlich wieder objektiv, aber es kann trotzdem wieder einen Untersuchung
    > hinterherziehen.

    Da musste ich spontan an das Musikvideo zu "Chandelier" von Sia denken. Das tanzende Mädel war seinerzeit 12 o.ä.. Klar, mit Sicherheit ist dies von der Kunstfreiheit gedeckt und juristisch höchstwahrscheinlich wasserdicht. Obwohl Ausdruckstanz praktisch garantiert auch aufreizende Posen beinhaltet. Je nach Sichtweise natürlich.
    Das alles hat einen faden Beigeschmack.

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  18. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: narfomat 23.05.22 - 17:27

    >Wenn also deine 14- und 16-jährigen solche Bilder austauschen, ist das vollkommen legal, solange das freiwillig ist und die es für sich behalten. Wenn aber einer der beiden diese Bilder an einen Dritten weiterleitet ohne Einwilligung der abgebildeten Person, wird das Bild in seinen Händen plötzlich jugendpornographisch. Eigentlich recht praxisnah.

    genau.

    ehrlich gesagt finde ich es besser, wenn irgendwelche 16 jährigen mal (fälschlicherweise durch fehleinschätzung oder fehlhandlung von behörden) eine hausdurchsuchung wegen "besitz von kinderpornographie" bekommen, als wenn gesetze "weicher" definiert werden und tatsächliche täter die vorsätzlich handeln davon kommen... OB man der meinung ist, eine 16jährige wäre (aufgrund ihrer allgemeinen entwicklungsstufe) nicht mehr oder weniger "mündig" bzgl. sexualität (oder auch anderem) als bspw. generell ein 18jähriger, ist eine ganz andere sache, und sollte schon entsprechenden fachkräften der beurteilung überlassen bleiben, meine meinung.

    muss auch ehrlich sagen, ich habe keinen blassen schimmer, wie es die sexuelle entwicklung von jungen menschen negativ beeinflussen soll, wenn die KEINE entsprechenden medialen inhalte ihrer sexualpartner besitzen, und schon gar nicht, wenn sie es (an dritte) weiter verbreiten...

  19. Re: Das ist das Paradebeispiel, warum Moral nicht zu Recht werden darf

    Autor: Clown 23.05.22 - 23:33

    narfomat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ehrlich gesagt finde ich es besser, wenn irgendwelche 16 jährigen mal
    > (fälschlicherweise durch fehleinschätzung oder fehlhandlung von behörden)
    > eine hausdurchsuchung wegen "besitz von kinderpornographie" bekommen, als
    > wenn gesetze "weicher" definiert werden und tatsächliche täter die
    > vorsätzlich handeln davon kommen...

    Besser? Der Vergleich ist schlicht unangebracht. Mit ein ganz klein wenig Polizeiarbeit lässt sich eine Hausdurchsuchung schon vermeiden. Diese Maßnahme ist beim besten Willen kein Zuckerschlecken und sollte nicht "mit der Gießkanne verteilt" jedem Anfangsverdacht folgen!

    > OB man der meinung ist, eine 16jährige
    > wäre (aufgrund ihrer allgemeinen entwicklungsstufe) nicht mehr oder weniger
    > "mündig" bzgl. sexualität (oder auch anderem) als bspw. generell ein
    > 18jähriger, ist eine ganz andere sache, und sollte schon entsprechenden
    > fachkräften der beurteilung überlassen bleiben, meine meinung.

    Darum geht es nur peripher. Es geht - wie eigentlich bei allem - um die Festsetzung von Grenze.
    Dagegen steht ein für Jugendliche ab 14 Jahren das im Grundgesetz verankerte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, die die Entwicklung der Sexualität selbstverständlich mit einschließt. Das setzt natürlich eine zweifelsfreie und nichterzwungene Einwillung voraus.

    > muss auch ehrlich sagen, ich habe keinen blassen schimmer, wie es die
    > sexuelle entwicklung von jungen menschen negativ beeinflussen soll, wenn
    > die KEINE entsprechenden medialen inhalte ihrer sexualpartner besitzen, und
    > schon gar nicht, wenn sie es (an dritte) weiter verbreiten...

    Ich vermute mal, die Frage kannst Du aus eigener Erfahrung - aufgrund Deines Alters - selber beantworten ;)
    Das ist aber nicht maßgeblich. Maßgeblich ist, dass "mediale Inhalte", das Internet und der Umgang damit zur Realität gehören und damit auch Teil der Entwicklung Jugendlicher ist.

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