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  5. › Musiker, Musikindustrie…

Sie müssen es ja wissen...

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  1. Sie müssen es ja wissen...

    Autor: LX 23.01.07 - 11:37

    ...immerhin haben Film- und Musikindustrie ihr Geschäft auch auf einem Diebstahl an geistigem Eigentum (man nehme nur bspw. Edison, einer der wichtigsten Erfinder der Filmtechnik, oder Emil Berliner, den Erfinder des Grammophons und der Schallplatte, deren Technik ohne Lizensierung der entsprechenden Patente einfach verwendet wurde - aus diesem Grund hat sich die Filmindustrie übrigens in Hollywood angesiedelt: weit genug weg von Edison).

    Die Gerätehersteller verfolgen lediglich das Ziel, für die Verbraucher interessante Geräte auf den Markt zu bringen, um zu gewährleisten, dass diese auch gekauft werden. Wenn diese Geräte künstlich beschränkt werden, um den Verbraucher seiner Möglichkeit zu berauben, seine Rechte (bspw. den Genuß eines mit einer CD erworbenen Musikstücks auf dem MP3-Player) zu nutzen, wird das darin resultieren, dass der Verbraucher zu Produkten greift, die dieses nicht tun (und asiatische Billigwarenhersteller werden sich darin überschlagen, solche zu liefern).

    Vielleicht sollten die MPAA und RIAA mal ihre Wurzeln bedenken und aufhören, ihre tatsächlich überaus treuen Kunden zu kriminalisieren - immerhin verzeichnen Film- und Musikbranchen immer noch enorm hohe Umsatzzahlen.

    LX

  2. Re: Sie müssen es ja wissen...

    Autor: Urheberrecht = Menschenrecht 23.01.07 - 11:47

    > Die Gerätehersteller verfolgen lediglich das Ziel,
    > für die Verbraucher interessante Geräte auf den
    > Markt zu bringen, um zu gewährleisten, dass diese
    > auch gekauft werden. Wenn diese Geräte künstlich
    > beschränkt werden, um den Verbraucher seiner
    > Möglichkeit zu berauben, seine Rechte (bspw. den
    > Genuß eines mit einer CD erworbenen Musikstücks
    > auf dem MP3-Player) zu nutzen, wird das darin
    > resultieren, dass der Verbraucher zu Produkten
    > greift, die dieses nicht tun (und asiatische
    > Billigwarenhersteller werden sich darin
    > überschlagen, solche zu liefern).

    Und warum hat dann der Ipod einen Marktanteil von 80% ?

    Die meisten Menschen haben kein Problem mit DRM, die einzigen die sich darüber aufregen sind die die illegale Raubkopien erstellen wollen.
    Für den ehrlichen Kunden der sich an die Vertragsbedingungen hält bietet DRM keinen Nachteil, ganz im gegenteil wer DRM inhalte besitzt barucht keine angst zu haben das sie illegal im P2P landen und der Besitzer zur Rechenschafft gezwungen wird.

  3. Hoher Marktanteil des ipods != Viele Verbraucher sind für DRM

    Autor: LX 23.01.07 - 11:56

    Der ipod hat einen Marktanteil von 80%, weil er in Sachen Design und Bedienung im Moment der beste Player auf dem Markt ist. Es ist darüberhinaus auch mit einem ipod möglich, von CD ausgelesene und als MP3 kodierte Musik zu hören. Wenn Du nachweisen könntest, dass mehr Musikstücke über iTunes auf MP3-Playern landen, als auf anderen Wegen, dann wäre Dein Argument berechtigt.

    Ich stimme Dir jedoch zu, dass das internationale Urheberrecht ein Menschenrecht ist - ich selbst bin ein großer Fan des Urheberrechts. Allerdings hat Urheberrecht mit DRM nur so viel zu tun, als dass es von den Medienindustrien als Argument missbraucht wird, um diese verbraucher- und Urheberfeindliche Technologie durchzudrücken.

    Das Prädikat "Verbraucherfeindlich" leuchtet jedem ein, der auch nur über ein wenig Wissen über DRM verfügt. Doch warum "Urheberfeindlich", werden viele fragen: wenn es den Medienindustrien gelingt, DRM-Plattformen so zu etablieren, dass die Technikindustrie keine Alternativen mehr anbietet, leiden darunter insbesondere jene Urheber, die es ablehenen, sich von den Medienkonzernen über den Tisch ziehen zu lassen - sie stärken somit ihr Monopol auf den Medienvertrieb insbesondere gegenüber Künstlern, die Ihre Werke unter freie Lizenz stellen.

    LX

    Urheberrecht = Menschenrecht schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Und warum hat dann der Ipod einen Marktanteil von
    > 80% ?
    >
    > Die meisten Menschen haben kein Problem mit DRM,
    > die einzigen die sich darüber aufregen sind die
    > die illegale Raubkopien erstellen wollen.
    > Für den ehrlichen Kunden der sich an die
    > Vertragsbedingungen hält bietet DRM keinen
    > Nachteil, ganz im gegenteil wer DRM inhalte
    > besitzt barucht keine angst zu haben das sie
    > illegal im P2P landen und der Besitzer zur
    > Rechenschafft gezwungen wird.


  4. Re: Hoher Marktanteil des ipods != Viele Verbraucher sind für DRM

    Autor: Freier Musiker 23.01.07 - 12:11

    LX schrieb:
    -------------------------------------------------------
    >
    > Das Prädikat "Verbraucherfeindlich" leuchtet jedem
    > ein, der auch nur über ein wenig Wissen über DRM
    > verfügt. Doch warum "Urheberfeindlich", werden
    > viele fragen: wenn es den Medienindustrien
    > gelingt, DRM-Plattformen so zu etablieren, dass
    > die Technikindustrie keine Alternativen mehr
    > anbietet, leiden darunter insbesondere jene
    > Urheber, die es ablehenen, sich von den
    > Medienkonzernen über den Tisch ziehen zu lassen -
    > sie stärken somit ihr Monopol auf den
    > Medienvertrieb insbesondere gegenüber Künstlern,
    > die Ihre Werke unter freie Lizenz stellen.
    >

    Das sehen aber leider wohl nur die wenigstens. Ich finde es heutzutage schon eine frechheit, dass ich als freier Musiker und nicht-Mitglied der GEMA, MEINE eigenen Musikstücke bei Konzerten bei der GEMA angeben muss! Von dem Freistellungs-Antrag bei der Pressung von CDs will ich erst gar nicht anfangen.

  5. Re: Sie müssen es ja wissen...

    Autor: schmic 23.01.07 - 12:17

    also ich muss davor auch keine Angst haben!

    Ich hätte auch nichts gegen DRM, wenns dann wenigstens billiger wäre, aber das isses nicht, also weg mit dem Scheiss, ich darf ja wohl noch selber entscheiden, was ich kaufe!

  6. Gema umgehen...

    Autor: LX 23.01.07 - 12:23

    Ich war früher selbst Mitglied von Gema und GVL. Eine akzeptable Alternative besteht darin, die eigene Musik unter CC-Lizenz zu stellen (da die Gema in Deutschland seit Jahrzehnten in einer rechtlichen Grauzone agiert). Eine solche "Registrierung" kostet nur ein paar Minuten und bietet prinzipiell den gleichen Schutz.

    Was die Freistellung für CDs betrifft, hätte ich auch einen kleinen Tip zu bieten: packe die Stücke auf der CD als MP3s auf einen Datentrack und deklariere die CD dann als Software - schon hat die Gema nichts mehr zu melden.

    Gruß, LX
    (Gitarrist, Sänger, Komponist und Texter)

    Freier Musiker schrieb:
    -------------------------------------------------------
    >
    > Das sehen aber leider wohl nur die wenigstens. Ich
    > finde es heutzutage schon eine frechheit, dass ich
    > als freier Musiker und nicht-Mitglied der GEMA,
    > MEINE eigenen Musikstücke bei Konzerten bei der
    > GEMA angeben muss! Von dem Freistellungs-Antrag
    > bei der Pressung von CDs will ich erst gar nicht
    > anfangen.


  7. Re: Sie müssen es ja wissen...

    Autor: Kasperle 23.01.07 - 12:32

    Urheberrecht = Menschenrecht schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Die meisten Menschen haben kein Problem mit DRM,
    > die einzigen die sich darüber aufregen sind die
    > die illegale Raubkopien erstellen wollen.
    > Für den ehrlichen Kunden der sich an die
    > Vertragsbedingungen hält bietet DRM keinen
    > Nachteil, ganz im gegenteil wer DRM inhalte
    > besitzt barucht keine angst zu haben das sie
    > illegal im P2P landen und der Besitzer zur
    > Rechenschafft gezwungen wird.

    Blödsinn! Ich hab ein Problem mit DRM. Das Problem ist die Kontrolle, der man sich unterwerfen soll, denn diese basiert auf Mißtrauen. Wer seinen eigenen Kunden mißtraut, darf sich über die Folgen nicht wundern. Entweder bleibt der Kunde weg oder er holt sich das auf anderem Weg. Der sprichwörtlich Ehrliche ist natürlich, wie immer, auch der Dumme. Ist er dagegen schlicht prinzipientreu, dann ist die Industrie der Dumme.


  8. Re: Gema umgehen...

    Autor: Freier Musiker 23.01.07 - 12:34

    LX schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ich war früher selbst Mitglied von Gema und GVL.
    > Eine akzeptable Alternative besteht darin, die
    > eigene Musik unter CC-Lizenz zu stellen (da die
    > Gema in Deutschland seit Jahrzehnten in einer
    > rechtlichen Grauzone agiert). Eine solche
    > "Registrierung" kostet nur ein paar Minuten und
    > bietet prinzipiell den gleichen Schutz.
    >

    Gut zu wissen, vielen Dank. Werde ich mir mal ansehen. Hilft aber leider nicht bei dem Problem, dass ich als Musiker selbst freie Musik eigentlich immer melden muss, damit es nicht irgendwann einmal Stress mit der GEMA gibt. Eigentlich sollte die GEMA beweisen müssen, dass ich keine 'GEMA-Musik' spiele, nicht ich.

    > Was die Freistellung für CDs betrifft, hätte ich
    > auch einen kleinen Tip zu bieten: packe die Stücke
    > auf der CD als MP3s auf einen Datentrack und
    > deklariere die CD dann als Software - schon hat
    > die Gema nichts mehr zu melden.
    >

    Nun ja, nenn mich altmodisch, aber ich bevorzuge immer noch eine 'richtige' Audio CD, welche ich auch in meine Anlage und in das Auto-Radio schmeißen kann - so modernen Schnickschnack wie mp3 kennen beide Geräte nicht ;-)


  9. Re: Hoher Marktanteil des ipods != Viele Verbraucher sind für DRM

    Autor: Choleriker 23.01.07 - 12:37

    Freier Musiker schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > ... angeben muss!

    Müssen tut man nur, wenn man weder will noch soll.


  10. Re: Gema umgehen...

    Autor: LX 23.01.07 - 12:42

    Freier Musiker schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Gut zu wissen, vielen Dank. Werde ich mir mal
    > ansehen. Hilft aber leider nicht bei dem Problem,
    > dass ich als Musiker selbst freie Musik eigentlich
    > immer melden muss, damit es nicht irgendwann
    > einmal Stress mit der GEMA gibt. Eigentlich sollte
    > die GEMA beweisen müssen, dass ich keine
    > 'GEMA-Musik' spiele, nicht ich.
    >
    Das ist so nicht ganz richtig. Wenn Du Deine Auftritte nicht bei der Gema meldest, müssen Sie Dir nachweisen, dass Du keine bei ihnen lizensierte Musik gespielt hast. Wie schon gesagt, die Gema stellt es zwar gerne andersherum dar, agiert dabei aber in einer recht dunklen Grauzone, die von keinerlei Gesetzgebung in Deutschland abgedeckt ist.
    >
    > Nun ja, nenn mich altmodisch, aber ich bevorzuge
    > immer noch eine 'richtige' Audio CD, welche ich
    > auch in meine Anlage und in das Auto-Radio
    > schmeißen kann - so modernen Schnickschnack wie
    > mp3 kennen beide Geräte nicht ;-)
    >
    Das läßt sich ganz einfach mit einer Dual-Mode-CD umgehen: der erste TOC-Track wird von Audio-CD-Playern (selbst von denen im Autoradio, abgesehen von solchen, die MP3 abspielen - und dort ist es auch kein Problem) i.d.R. nicht ausgelesen, so dass die am Anfang befindlichen Audiodaten problemlos abgespielt werden. Wenn man nun den ersten Track hinter die Audiodaten setzt, erkennt ein CD-ROM dieses und liest die CD als Daten-CD ein.

    Abgesehen davon: auch hier agiert die Gema in einer Grauzone. Das Problem besteht hauptsächlich darin, dass die meisten CD-Hersteller rechtliche Probleme befürchten und daher das Problem auf ihre Kunden abwälzen. Wenn man also die CDs nicht selbst herstellen will, muss man zwangsläufig die Bürokratie in Kauf nehmen.

    Gruß, LX

  11. Re: Gema umgehen...

    Autor: blackyy 23.01.07 - 13:47

    Das stimmt ja eigentlich schon.
    Aber ich glaube wenn es so relativ guenstig geht, stoert es auch niemanden aus deiner DatenCD (backup) selbst eine AudioCD zu brennen.

    Vielleicht wird sowas sogar begruesst, due waehlst die Titel in der eigenen Reihenfolge, kannst stuecke die dir nicht so gefallen weglassen.

    Also wenn du so die GEMA umgehen kannst wuerde ich es so versuchen.
    Bietest auf deiner Homepage deine MusikCD fuer z.b. 5 Euro an und versendest diese als reine DatenCD inkl. Bildern fuer Cover, .txt File fuer Songtexte.. und das wars..

    Selbstbaukitt einer CD :)

    Freier Musiker schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > LX schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich war früher selbst Mitglied von Gema und
    > GVL.
    > Eine akzeptable Alternative besteht
    > darin, die
    > eigene Musik unter CC-Lizenz zu
    > stellen (da die
    > Gema in Deutschland seit
    > Jahrzehnten in einer
    > rechtlichen Grauzone
    > agiert). Eine solche
    > "Registrierung" kostet
    > nur ein paar Minuten und
    > bietet prinzipiell
    > den gleichen Schutz.
    >
    > Gut zu wissen, vielen Dank. Werde ich mir mal
    > ansehen. Hilft aber leider nicht bei dem Problem,
    > dass ich als Musiker selbst freie Musik eigentlich
    > immer melden muss, damit es nicht irgendwann
    > einmal Stress mit der GEMA gibt. Eigentlich sollte
    > die GEMA beweisen müssen, dass ich keine
    > 'GEMA-Musik' spiele, nicht ich.
    >
    > > Was die Freistellung für CDs betrifft, hätte
    > ich
    > auch einen kleinen Tip zu bieten: packe
    > die Stücke
    > auf der CD als MP3s auf einen
    > Datentrack und
    > deklariere die CD dann als
    > Software - schon hat
    > die Gema nichts mehr zu
    > melden.
    >
    > Nun ja, nenn mich altmodisch, aber ich bevorzuge
    > immer noch eine 'richtige' Audio CD, welche ich
    > auch in meine Anlage und in das Auto-Radio
    > schmeißen kann - so modernen Schnickschnack wie
    > mp3 kennen beide Geräte nicht ;-)
    >
    >


  12. Verständnsiproblem

    Autor: Captain 23.01.07 - 14:35

    Freier Musiker schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > LX schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > >
    > Das Prädikat "Verbraucherfeindlich"
    > leuchtet jedem
    > ein, der auch nur über ein
    > wenig Wissen über DRM
    > verfügt. Doch warum
    > "Urheberfeindlich", werden
    > viele fragen: wenn
    > es den Medienindustrien
    > gelingt,
    > DRM-Plattformen so zu etablieren, dass
    > die
    > Technikindustrie keine Alternativen mehr
    >
    > anbietet, leiden darunter insbesondere jene
    >
    > Urheber, die es ablehenen, sich von den
    >
    > Medienkonzernen über den Tisch ziehen zu lassen
    > -
    > sie stärken somit ihr Monopol auf den
    >
    > Medienvertrieb insbesondere gegenüber
    > Künstlern,
    > die Ihre Werke unter freie Lizenz
    > stellen.
    >
    > Das sehen aber leider wohl nur die wenigstens. Ich
    > finde es heutzutage schon eine frechheit, dass ich
    > als freier Musiker und nicht-Mitglied der GEMA,
    > MEINE eigenen Musikstücke bei Konzerten bei der
    > GEMA angeben muss! Von dem Freistellungs-Antrag
    > bei der Pressung von CDs will ich erst gar nicht
    > anfangen.
    >
    >

    Sorry, ich bin nur Hörer guter Musik,

    aber wieso muss ich der GEMA irgendetwas mitteilen, wenn ich ansonsten nichts mit denen zu tun habe? Und warum musst du zahlen? Wo ist das rechtlich begründet?


  13. Re: Sie müssen es ja wissen...

    Autor: kostenlos registrieren 23.01.07 - 14:38

    Urheberrecht = Menschenrecht schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > > Die Gerätehersteller verfolgen lediglich das
    > Ziel,
    > für die Verbraucher interessante Geräte
    > auf den
    > Markt zu bringen, um zu
    > gewährleisten, dass diese
    > auch gekauft
    > werden. Wenn diese Geräte künstlich
    >
    > beschränkt werden, um den Verbraucher seiner
    >
    > Möglichkeit zu berauben, seine Rechte (bspw.
    > den
    > Genuß eines mit einer CD erworbenen
    > Musikstücks
    > auf dem MP3-Player) zu nutzen,
    > wird das darin
    > resultieren, dass der
    > Verbraucher zu Produkten
    > greift, die dieses
    > nicht tun (und asiatische
    >
    > Billigwarenhersteller werden sich darin
    >
    > überschlagen, solche zu liefern).
    >
    > Und warum hat dann der Ipod einen Marktanteil von
    > 80% ?
    >
    > Die meisten Menschen haben kein Problem mit DRM,
    > die einzigen die sich darüber aufregen sind die
    > die illegale Raubkopien erstellen wollen.
    > Für den ehrlichen Kunden der sich an die
    > Vertragsbedingungen hält bietet DRM keinen
    > Nachteil, ganz im gegenteil wer DRM inhalte
    > besitzt barucht keine angst zu haben das sie
    > illegal im P2P landen und der Besitzer zur
    > Rechenschafft gezwungen wird.

    Das Problem ist von der Gewichtung her nicht mehr das illegale P2P sharing, da hat die Musikindustrie zuvor leider zu lange geschlafen um ihre Rechte durchzusetzen - ja es hätte schneller gehen können.
    Momentan sieht das nun eher wie im wilden Kurdistan aus, juristisch gesehen. Für die MPAA/RIAA/etc. besteht eine nahezu uneingeschränkte Abzockgewalt, der Bürger, der - so naiv wie er sein mag - immer noch verbotenerweise Musik via P2P tauscht und erwischt wird, wird derart finanziell belastet, so als hoffe man damit alle Verluste der letzten Jahre + Bonus für die RAs nachholen zu können.
    Hier ist nichts mehr von MENSCHENRECHT bzw. Gerechtigkeit überhaupt (Hart aber gerecht) zu sehen. Das ist im Grunde genommen Ausbeutung! Der Effekt der Abschreckung ist FRAGLICH! Getauscht wird anscheinend immer noch zu viel, denn wie soll sich sonst die populistische Reaktion mit den 1000 Abmahnungen/Monat erklären.


  14. Re: Verständnsiproblem

    Autor: LX 23.01.07 - 22:53

    Das Urheberrecht des letzten Jahrhunderts enthielt das Recht auf Privatkopie. Weil jedem Tonträger, jeder Rundfunkübertragung und jedem Konzert die Möglichkeit einer Kopie bzw. eines Mitschnitts innewohnt, drängten Musiker und weniger verhalten die Rechteverwerter darauf, eine finanzielle Kompensation zu schaffen.

    Die Gema hat sich daraufhin den bundesstaatlichen Auftrag erstritten, die Verbreitung von Musik zu Gunsten der Künstler (deren Kunst damals recht brotlos war) und Rechteinhaber zu reglementieren.

    Das Ergebnis war, dass der Gema jede Neukomposition gemeldet werden sollte, damit sie den rechtlichen Schutz durch die Gema genießt (d.h. wenn jemand anders das Musikstück klaut, treibt die Gema für Dich die "Lizenzgebühren" ein, sofern Du Mitglied bist). Weil sich schnell abzeichnete, dass die Klassische Musik hinter der Unterhaltungsmusik finanziell stark zurückstand, wurde die Klassifizierung in "E-" und "U-Musiker" eingeführt - letztere erhalten geringere Ausschüttungen.

    Mit der Zeit hatte sich die Gema so etabliert, dass sie erfolgreich das Gerücht verbreiten konnte, alle Musiker müssten sich bei Ihr anmelden (ähnlich die GVU, die jedoch nicht für Texter und Komponisten, sondern für Interpreten agiert).

    Tatsächlich ist das Recht, auf das sich die Gema berufen kann, das Urheberrecht (und der Auftrag des Bundes). Allerdings legt das Urheberrecht schon vor der Gema fest, dass der Urheber mit seinem Werk verfahren kann, wie ihm beliebt. Die Freiheit der Lizensierung von Musik kollidiert hier mit dem Anspruch der Gema auf Anmeldung. Urheberrechtliche Freiheit ist ein Menschenrecht, dass hier dem Auftrag der Gema überwiegt. Dementsprechend muss man der Gema nichts mitteilen, verliert dann aber auch den Anspruch auf Schutz des Urheberrechts durch die Gema.

    Zahlen muss man bei der Gema Mitgliedsbeiträge, Anmeldegebühren und jede Menge Bürokratie. Angesichts der Versuche der Musikindustrie, die Privatkopie entweder rechtlich oder technisch zu verhindern, verliert die Gema zusehends ihre Daseinsberechtigung.

    Gruß, LX

    Captain schrieb:
    -------------------------------------------------------
    >
    > Sorry, ich bin nur Hörer guter Musik,
    >
    > aber wieso muss ich der GEMA irgendetwas
    > mitteilen, wenn ich ansonsten nichts mit denen zu
    > tun habe? Und warum musst du zahlen? Wo ist das
    > rechtlich begründet?
    >
    >


  15. Abmahnrecht, RIAA-Prozesse

    Autor: LX 23.01.07 - 23:03

    Das Hauptproblem, auf das Du ansprichst, ist die Deutsche Seltsamkeit "Abmahnrecht". Jeder Anwalt darf bei einem Verstoß gegen zivilrechtliche Ansprüche (bspw. Urheberrecht) eine kostenpflichtige (ca. 150-1500 Euro) Abmahnung verschicken. In allen anderen Ländern, die ein Abmahnrecht konstituieren, ist die erste Abmahnung zwingend kostenlos - nur in Deutschland erlaubt man den Anwälten, sich auf diese Weise zu bereichern!

    Das nächste sind die Gerichtsverfahren, die von der MPAA/RIAA gegen Otto-Normal-Bürger geführt werden. Das Amerikanische Rechtssystem hat (wie unser Abmahnrecht) die Macke, dass ein Angeklagter seine Kosten zunächst selbst tragen muss - so dass schon die Klage einen Privatmann in den Ruin treiben kann. Interessanterweise endeten alle Prozesse, bei denen die Angeklagten nicht ohnehin freigesprochen wurden (bspw. weil das verklagende Label die Rechte an der eingeklagten Musik peinlicherweise nicht nachweisen konnte) in einem geheimen außergerichtlichen Vergleich, was den Schluß nahelegt, dass die RIAA den Rummel um derartige Prozesse hauptsächlich zur Abschreckung nutzen möchte. Ich halte es sogar für möglich, das die RIAA den verwunderten Angeklagten angeboten hat, ihre Prozesskosten zu tragen, wenn sie dafür den Mund über die Einigung halten.

    Glücklicherweise ist in Deutschland das Recht zumindest bei Prozessen ein wenig vernünftiger, insbesondere was die Berechnung der Schadenssumme angeht. Gebührenüberhebung, d.h. die Festsetzung einer zu hohen Schadenssumme, ist ein Straftatbestand, so dass Anwälte peinlich genau darauf achten müssen, keinen zu hohen Schaden anzusetzen. Prozesse wie in den USA kommen daher bei uns nicht in Frage, da sich der eigentliche Schaden nicht wirklich zuverlässig beziffern lässt.

    Gute Nacht, LX

    kostenlos registrieren schrieb:
    -------------------------------------------------------
    >
    > Das Problem ist von der Gewichtung her nicht mehr
    > das illegale P2P sharing, da hat die
    > Musikindustrie zuvor leider zu lange geschlafen um
    > ihre Rechte durchzusetzen - ja es hätte schneller
    > gehen können.
    > Momentan sieht das nun eher wie im wilden
    > Kurdistan aus, juristisch gesehen. Für die
    > MPAA/RIAA/etc. besteht eine nahezu
    > uneingeschränkte Abzockgewalt, der Bürger, der -
    > so naiv wie er sein mag - immer noch
    > verbotenerweise Musik via P2P tauscht und erwischt
    > wird, wird derart finanziell belastet, so als
    > hoffe man damit alle Verluste der letzten Jahre +
    > Bonus für die RAs nachholen zu können.
    > Hier ist nichts mehr von MENSCHENRECHT bzw.
    > Gerechtigkeit überhaupt (Hart aber gerecht) zu
    > sehen. Das ist im Grunde genommen Ausbeutung! Der
    > Effekt der Abschreckung ist FRAGLICH! Getauscht
    > wird anscheinend immer noch zu viel, denn wie soll
    > sich sonst die populistische Reaktion mit den 1000
    > Abmahnungen/Monat erklären.
    >


  16. Re: Verständnsiproblem

    Autor: Captain 24.01.07 - 16:38

    LX schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Das Urheberrecht des letzten Jahrhunderts enthielt
    > das Recht auf Privatkopie. Weil jedem Tonträger,
    > jeder Rundfunkübertragung und jedem Konzert die
    > Möglichkeit einer Kopie bzw. eines Mitschnitts
    > innewohnt, drängten Musiker und weniger verhalten
    > die Rechteverwerter darauf, eine finanzielle
    > Kompensation zu schaffen.
    >
    > Die Gema hat sich daraufhin den bundesstaatlichen
    > Auftrag erstritten, die Verbreitung von Musik zu
    > Gunsten der Künstler (deren Kunst damals recht
    > brotlos war) und Rechteinhaber zu reglementieren.
    >
    > Das Ergebnis war, dass der Gema jede
    > Neukomposition gemeldet werden sollte, damit sie
    > den rechtlichen Schutz durch die Gema genießt
    > (d.h. wenn jemand anders das Musikstück klaut,
    > treibt die Gema für Dich die "Lizenzgebühren" ein,
    > sofern Du Mitglied bist). Weil sich schnell
    > abzeichnete, dass die Klassische Musik hinter der
    > Unterhaltungsmusik finanziell stark zurückstand,
    > wurde die Klassifizierung in "E-" und "U-Musiker"
    > eingeführt - letztere erhalten geringere
    > Ausschüttungen.
    >
    > Mit der Zeit hatte sich die Gema so etabliert,
    > dass sie erfolgreich das Gerücht verbreiten
    > konnte, alle Musiker müssten sich bei Ihr anmelden
    > (ähnlich die GVU, die jedoch nicht für Texter und
    > Komponisten, sondern für Interpreten agiert).
    >
    > Tatsächlich ist das Recht, auf das sich die Gema
    > berufen kann, das Urheberrecht (und der Auftrag
    > des Bundes). Allerdings legt das Urheberrecht
    > schon vor der Gema fest, dass der Urheber mit
    > seinem Werk verfahren kann, wie ihm beliebt. Die
    > Freiheit der Lizensierung von Musik kollidiert
    > hier mit dem Anspruch der Gema auf Anmeldung.
    > Urheberrechtliche Freiheit ist ein Menschenrecht,
    > dass hier dem Auftrag der Gema überwiegt.
    > Dementsprechend muss man der Gema nichts
    > mitteilen, verliert dann aber auch den Anspruch
    > auf Schutz des Urheberrechts durch die Gema.
    >
    > Zahlen muss man bei der Gema Mitgliedsbeiträge,
    > Anmeldegebühren und jede Menge Bürokratie.
    > Angesichts der Versuche der Musikindustrie, die
    > Privatkopie entweder rechtlich oder technisch zu
    > verhindern, verliert die Gema zusehends ihre
    > Daseinsberechtigung.
    >
    > Gruß, LX
    >
    > Captain schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > >
    > Sorry, ich bin nur Hörer guter
    > Musik,
    >
    > aber wieso muss ich der GEMA
    > irgendetwas
    > mitteilen, wenn ich ansonsten
    > nichts mit denen zu
    > tun habe? Und warum musst
    > du zahlen? Wo ist das
    > rechtlich
    > begründet?
    >
    >

    so wird ein Schuh draus....

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Whatsapp: Krankschreibung auf Knopfdruck
Whatsapp
Krankschreibung auf Knopfdruck

Ein Hamburger Gründer verkauft Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen per Whatsapp. Ist das rechtens? Ärztevertreter warnen vor den Folgen.
Von Miriam Apke

  1. Medizin Schadsoftware legt Krankenhäuser lahm
  2. Medizin Sicherheitslücken in Beatmungsgeräten
  3. Gesundheitsdaten Gesundheitsapps werden beliebter, trotz Datenschutzbedenken

Noise Cancelling Headphones 700 im Test: Boses bester ANC-Kopfhörer sticht Sony vielfach aus
Noise Cancelling Headphones 700 im Test
Boses bester ANC-Kopfhörer sticht Sony vielfach aus

Bose schafft mit seinen neuen Noise Cancelling Headphones 700 eine fast so gute Geräuschreduzierung wie Sony und ist in manchen Punkten sogar besser. Die Kopfhörer haben uns beim Testen aber auch mal genervt.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Bose Frames im Test Sonnenbrille mit Musik
  2. Noise Cancelling Headphones 700 ANC-Kopfhörer von Bose versprechen tollen Klang
  3. Frames Boses Audio-Sonnenbrille kommt für 230 Euro nach Deutschland

IT-Arbeitsmarkt: Jobgarantie gibt es nie
IT-Arbeitsmarkt
Jobgarantie gibt es nie

Deutsche Unternehmen stellen weniger ein und entlassen mehr. Es ist zwar Jammern auf hohem Niveau, aber Fakt ist: Die Konjunktur lässt nach, was Arbeitsplätze gefährdet. Auch die von IT-Experten, die überall gesucht werden?
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. IT-Standorte Wie kann Leipzig Hypezig bleiben?
  2. IT-Fachkräftemangel Arbeit ohne Ende
  3. IT-Forensikerin Beweise sichern im Faradayschen Käfig

  1. Verfassungsschutz: Einbruch für den Staatstrojaner
    Verfassungsschutz
    Einbruch für den Staatstrojaner

    Der Verfassungsschutz soll künftig auch Computer und Smartphones von Verdächtigen durchsuchen dürfen. Um Staatstrojaner zu installieren, sollen Wohnungseinbrüche erlaubt sein.

  2. Be emobil: Berliner Ladesäulen auf Verbrauchsabrechnung umgestellt
    Be emobil
    Berliner Ladesäulen auf Verbrauchsabrechnung umgestellt

    Der Ladenetzbetreiber Allego hat die Abrechnung der öffentlichen Ladestationen in Berlin umgestellt. Statt eines Pauschalpreises für den Ladevorgang zahlen Elektroautomobilisten in Zukunft nach geladener Strommenge.

  3. Segway-Ninebot: E-Scooter sollen autonom zur Ladestation fahren
    Segway-Ninebot
    E-Scooter sollen autonom zur Ladestation fahren

    Das Aufladen von E-Scootern ist für die Verleihdienste aufwendig und kostspielig. Daher könnten künftig Geister-Scooter durch die Städte rollen. Beim Kauf "normaler" E-Scooter gibt es derweil Verzögerungen.


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