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In dieser Welt... Eine Sicherheitsfrage

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  1. In dieser Welt... Eine Sicherheitsfrage

    Autor: Chatlog 10.03.07 - 09:35

    Hallo,

    das Thema das Gehirn als Eingabegerät für Geräte, insbesondere Computer, zu nutzen ist ja mittlerweile was älter.
    Und eigentlich finde ich den Grundgedanken dahinter recht interessant. Ich muss zugeben das ich jahrelang Cyberpunk Pen&Paper gespielt habe und dort diese Methode schon vor 15 oder 20 Jahren die gängige Methode war Elektronik zu steuern.
    Warum auch nicht? Das direkte neurale Interface ist die logische Schlussfolgerung. Anstatt diesen Text zu tippen, würde ich ihn einfach denken und er wäre da. Oder in einem Spiel an eine Aktion denken und sie wird ausgeführt. Mit dem optimalen Grad an Umsetzung schneller als alles was man über manuell betätigte Eingabegeräte realisieren kann.
    Und das hier gezeigte System ist, auch wenn es "nur" auf pattern matching basiert, der erste Schritt auf einem langen Weg in diese Richtung.

    Warum habe ich nur ein so unangenehmes Zucken im Nacken bei der Sache, wenn ich dem ganzen an und für sich so positiv zugetan bin?
    Nun, dieses ist ein nicht-invasives System, es kann also in diesem Zustand keine bidirektionale Kommunikation herstellen. Also besteht hier auch wenig Gefahr von negativen Auswirkungen auf den Träger direkt (Suchtgefahr durch simulierte Sinneseindrücke, Beeinflussung, Gehirnhacking).

    Nun eventuell ist es der Weg mit dem unsere "Gesellschaft" oder zumindest ein Teil davon mit persönlichen Rechten umgeht.
    Meine Gehirnwellen sind einzigartig.
    Sie gehören zu den besten Wegen einen Menschen absolut zweifelsfrei zu identifizieren. Besser als Fingerabdrücke, DNA oder Retinascans.

    Nun ist es aber so, das in der Welt in der wir leben jedwede Form von persönlichen Daten eben nicht mehr persönlich ist. Der "Gläserne Mensch" vor dem in den 80er Jahren noch jeder Informatiker lauthals gewarnt hat und gegen den Bürgerrechtler sehr vehement protestiert haben, ist heute in einer Form Realität die die kühnsten Ängste dieser Protestanten bei weitem überschreitet.

    Da werden Kreditkartenabrechnungen herangezogen um Benutzerprofile zu erstellen und "massgeschneiderte" Werbung an den Besitzer weiterzuleiten. Es werden Bewegungsprofile erstellt und gespeichert, sowohl im normalen Leben als auch online.
    Viren, Trojaner, Spyware, Keylogger und alle möglichen Schadprogramme sind für alle heute so selbstverständlich geworden wie KfZ-Steuer: Ein notwendiges Übel das es nunmal gibt.
    Es werden heute soviele Telefongespräche mitgehört und mitgeschnitten wie im gesamten letzten Jahrhunder zusammen nicht. Und ich rede nur von Anrufen bei Hotlines um etwas zu bestellen (mit der Kreditkarte) oder Garantieanfragen zu stellen. Von staatlicher Überwachung rede ich noch nicht, und die ist in manchem westlichen Land von solcher erschlagender Allgegenwärtigkeit, das selbst Erich Mielke vor Neid erblassen würde.

    Microsoft hat gerade erst (wieder) zugegeben ungefragt und ohne rechtliche Grundlage Kundendaten zu sammeln, ohne das die Kunden etwas davon wissen. Allgegenwärtige Anwendungen übermitteln Kundendaten direkt an Drittanbieter zur Auswertung (Skype).
    Das Datamining verlagert sich langsam von Malware, die sich einschleichen und verstecken muss, zu Applikationen und Programmen die sich immer mehr in unseren Alltag eingraben. Wir akzeptieren, das Microsoft einmal die Woche die "Userdaten" ausliest, wenn man nach Updates sucht.
    Und wirklich offengelegt was übermittelt wird wurde noch von keiner Firma.

    Und dann kommen Politiker in einem Land mit einer richtig netten Überwachungshistorie in totalitären Regimen und fordern die "Onlinedurchsuchung", am liebsten ohne richterlichen Beschluss und Verdachtsmoment. Günther Beckstein dürfte aufs höchste erfreut sein, immerhin vermittelt er seit Jahrzehnten den Eindruck, das Privatsphäre so lange eine feine Sache ist, wenn es seine ist. Und Herr Heinrich Müller und Herrn Erich Mielke dürfte es bei dem Gedanken an die Möglichkeiten warm am Beim herunterlaufen. Oder sie weinen leise in ihren Gräbern, weil sie dies nicht konnten und der Kollege Beckstein nun die Chance bekommt.

    Will ich in dieser Welt meine Gehirnmuster an Applikationen und Betriebssysteme übergeben, mit meinem Kaufverhalten und meinen Bewegungsprofilen verlinken?
    Bei einer Onlinedurchsuchung einen verdeckten Persönlichkeitstest machen und eventuell, weil die Behörden ja mal "drauf" sind, mich einem verdeckten Lügendetektortest unterziehen?

    Schöne neue Welt.

    PS: Ich weiss das der Vergleich der Politiker nicht 100% sachlich stimmig ist, es ist mein persönlicher Eindruck. Ich rate jedem, der in Deutschland lebt, genau zu überdenken ob er diesen Vergleich wörtlich so benutzen will, da er juristisch angreifbar ist in Deutschland.
    Ich lebe in einem Land wo diese Darstellung nicht gegen geltendes Recht verstösst und geniesse daher die karikierende Freiheit, diesen Vergleich als Diskussionselement in den Raum zu stelllen.

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