Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Politik/Recht
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › HP verklagt Pelikan

Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: gkj 03.05.07 - 20:05

    Wenn Patente dazu eingesetzt werden um einen einzelnen Erfinder zu schützen un dafür zu sorgen das er gerecht entlohnt wird dann ist das ja ok.
    Schlieslich haben Patente ja die Aufgabe dafür zu sorgen das sich Forschung lohnt um so den Fortschrit weiter voran zu bringen.

    Aber wenn Patente nur noch dazu benutzt werden um die Konkurenz vom Mart zu fegen und Marktwirtschft zu unterbinden dann sind sie Schädlich für die Allgemeinheit.
    Am beseten sollten die Gerichte danach urteilen ob solch eine Klage im Interesse des Allgemeinwohls ist.

  2. Re: Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: LukeMuc 03.05.07 - 21:38

    gkj schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wenn Patente dazu eingesetzt werden um einen
    > einzelnen Erfinder zu schützen un dafür zu sorgen
    > das er gerecht entlohnt wird dann ist das ja ok.
    > Schlieslich haben Patente ja die Aufgabe dafür zu
    > sorgen das sich Forschung lohnt um so den
    > Fortschrit weiter voran zu bringen.

    HP würde sagen "Genau das passiert hier".

    > Aber wenn Patente nur noch dazu benutzt werden um
    > die Konkurenz vom Mart zu fegen und Marktwirtschft
    > zu unterbinden dann sind sie Schädlich für die
    > Allgemeinheit.

    In erster Näherung ist das richtig. Ob es einer genaueren Betrachtung standhält, kann in Frage gestellt werden. Die Argumentation der Patentbefürworter ist, dass die Marktwirtschaft vor allem von neuen und innovativen Produkten profitiert. Nur wenn deren zugrunde liegenden Erfindungen honoriert werden (eben durch das Patent), werden sie auch entwickelt. Ansonsten würde jeder Hersteller ja einen Kapitalfehler begehen, wenn er Geld in F&E stecken würde - lieber abwarten, gucken was die Konkurrenz macht und dann nachbauen, sofern es gut ist. Der Wirtschaftskreislauf würde sich verlangsamen.

    > Am beseten sollten die Gerichte danach urteilen ob
    > solch eine Klage im Interesse des Allgemeinwohls
    > ist.

    Mal ganz abgesehen von dem oben gesagten, halte ich diese Sichtweise für hochgradig gefährlich.

    Wenn sich der Staat mit einem Bürger darüber streitet, ob der Bürger noch Steuern zu halten hat, wäre es ja nach einfachster Überlegung für das Allgemeinwohl (=Staat) das beste, wenn der Bürger soweit wie möglich, "abgezockt" würde.

    Wenn einem mutmaßlicher Verbrecher sein Verbrechen nicht sicher nachgewiesen werden kann, wäre es für das Allgemeinwohl das beste, ihn trotzdem mal aus dem Verkehr zu ziehen.

    Wenn ein Software-Entwickler ein tolles Programm entwickelt hat, wäre es für das Allgemeinwohl das beste, wenn jeder es kostenlos verwenden dürfte.

    Das alles ist aber nicht Rechtsstaat, sondern Willkür. Anstelle von klar nachvollziehbaren rechtlichen Regelungen würde eine abstrakte Frage "Was ist für die Allgemeinheit das beste" darüber entscheiden, wer recht hat. Aber im Recht ist nicht immer die Allgemeinheit - denn auch der Einzelne hat Rechte. Und die müssen gewahrt werden, auch wenn die Allgemeinheit unmittelbar davon negativ betroffen ist.

    Denn letzten Endes profitiert die Allgemeinheit davon. Statt Willkür besteht Berechenbarkeit. Das dient aber nicht nur dem Einzelnen, dem dadurch Gerechtigkeit widerfährt, sondern auch der Gesellschaft (und natürlich der Wirtschaft), die diese Berechenbarkeit braucht, um sich gesund entwickeln zu können.

    Vor diesem Hintergrund mögen die zuständigen Gerichte sich bitte mit der Frage beschäftigen, wer hier Recht hat. Ob das Patent zu recht erteilt wurde und ob es tatsächlich verletzt wird, das sind meines Erachtens die zu klärenden Fragen. Alle draüber hinausgehenden Erwägungen, was für die Allgemeinheit (der Druckerbenutzer) das Beste ist, sind meines Erachtens uninteressant.

    LukeMuc


  3. Re: Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: lulula 03.05.07 - 22:14

    LukeMuc schrieb:
    -------------------------------------------------------
    ...


    Hört hört!

    Mehr als ein Full Ack kann ich da nicht beisteuern.

    L.

  4. Re: Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: SR 03.05.07 - 23:35

    Wenn ein Patent verletzt wurde, ist es das gute Recht des Patentinhabers seine Rechte einzufordern.
    Da hier leider nicht genauer darauf eingegangen wurde, inwieweit Pelikan nun Patentrechte von HP verletzt hat, lässt sich schwer darüber urteilen, ob es nun gerechtfertigt ist zu klagen oder nicht.
    Ich bin auch kein großer Befürworter von Patenten, aber Erfindungen als solche und das Recht auf diese durch die Rechteinhaber sind nun einmal notwendig.
    Ich bin aber entschieden gegen Patente, die so allgemein gehalten worden sind, dass sie alles mögliche Abdecken!
    Diese sind meiner Meinung nach für Forschung und Entwicklung kontraproduktiv und füllen nur die Taschen der Rechteinhaber oder dienen zur Beseitigung von unangenehmer Konkurrenz.
    Insofern stimme ich LukeMuc, dass das Gericht erst bitte einmal feststellen sollte, ob das Patent zu recht vergeben wurde und inwieweit Rechte von HP verletzt wurden.

    PS: Und gegen die unerhört hohen Preise für Tintenpatronen sollte von staatlicher Seite mal eine Überprüfung stattfinden, inwieweit diese gerechtfertigt sind!

    LG

    SR

  5. Re: Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: LukeMuc 04.05.07 - 00:18

    SR schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ich bin aber entschieden gegen Patente, die so
    > allgemein gehalten worden sind, dass sie alles
    > mögliche Abdecken!

    Das kann ich unterschreiben, aber ich weiß aus meiner beruflichen Praxis, dass das nicht das maßgebliche Problem ist. Solche Patente gibt es sicher, aber entweder sie werden aufgrund einer (später zu korrigierenden Fehlbeurteilung durch das Patentamt) erteilt oder aber es handelt sich wirklich um einen ganz neuen Zweig der Technik, in dem es einfach zuvor nichts gegeben hat. Im letzteren Fall sind breite Patente jedoch nach meiner Einschätzung im Normalfall gerechtfertigt. Beispiel: Derjenige, der erstmalig auf die Idee gekommen ist, Informationen dadurch zu speichern, dass man einen magnetisierbaren Träger partiell magnetisiert, hat nach meinem Dafürhalten auch in dieser allgemeinen Formulierung ein Patent verdient. Derjenige aber, der etwas ganz allgemein beansprucht, aber nur einen ganz speziellen Weg in seiner Patentanmeldung aufzeigt, wie die allgemeine Idee zu verwirklichen ist, ohne dass andere Wege offensichtlich auch gehen, sollte Schutz auch nur diesen einen speziellen Weg erhalten.

    Von demjenigen, der etwas breit beansprucht, obwohl es bereits etwas gibt, was unter die breite Definition fällt, brauchen wir nicht zu reden, denn ein solches Patent ist sowieso schlicht rechtsunbeständig.

    > Diese sind meiner Meinung nach für Forschung und
    > Entwicklung kontraproduktiv und füllen nur die
    > Taschen der Rechteinhaber oder dienen zur
    > Beseitigung von unangenehmer Konkurrenz.

    Das ist meiner Meinung nach *an sich* kein Argument. "Kontraproduktiv" ist eine Frage des Standpunktes, der Erfinder wird das anders sehen - und ggf. zu recht. Auch Taschenfüllen und Konkurrenzbehindern ist nicht unlauter.

    Aber wenn ein Patent zu unrecht erteilt ist, sollte es natürlich keinen Bestand haben (s.o.).

    > PS: Und gegen die unerhört hohen Preise für
    > Tintenpatronen sollte von staatlicher Seite mal
    > eine Überprüfung stattfinden, inwieweit diese
    > gerechtfertigt sind!

    Ich kann die Meinung nachvollziehen und unter wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten ist dafür sicherlich auch argumentierbar.

    Dennoch bin ich ein Freund der Idee, dass der Markt das regeln sollte. Der Druckerhersteller, der - auf welchem technischen oder jurisitischen Weg auch immer - verhindert, dass es Konkurrenzprodukte zu seinen eigenen Patronen gibt, sollte vom Verbraucher abgestraft werden. Das Problem daran ist: Die Verbraucher neigen eben zu den 99EUR-Druckern, die fast unter Herstellungspreis verschleudert werden und machen sich keine weitergehenden Gedanken. Das ist aber primär das Problem der Verbraucher. Ein staatlicher Eingriff in einen an sich funktionierenden Markt (es gibt ja genug Druckerhersteller und nach meinem Kenntnisstand sind die verschiedenen Hersteller mit ihrer Druckerpreis- und Patronenpreispolitik durchaus verschieden) ist ein schwerwiegendes Vorgehen. Ich hab meine Zweifel, ob es hierfür eine tragfähige Argumentation gibt. Denn das, was auf den ersten Blick als Verbraucherschutz durchgehen kann, führt schnell zur Verbraucherbevormundung: Wenn die Druckerhersteller ihre Patronen billiger verkaufen müssten, würden die Drucker zwangsläufig teuer werden. Diejenigen, die selten drucken wollen, aber dafür einen hervorragenden Drucker brauchen, würden dann ggf. 300 EUR für etwas bezahlen, was derzeit 100 EUR kostet.

    LukeMuc


  6. Re: Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: Gondog 04.05.07 - 00:54

    LukeMuc schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > SR schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich bin aber entschieden gegen Patente, die
    > so
    > allgemein gehalten worden sind, dass sie
    > alles
    > mögliche Abdecken!
    >
    > Das kann ich unterschreiben, aber ich weiß aus
    > meiner beruflichen Praxis, dass das nicht das
    > maßgebliche Problem ist. Solche Patente gibt es
    > sicher, aber entweder sie werden aufgrund einer
    > (später zu korrigierenden Fehlbeurteilung durch
    > das Patentamt) erteilt oder aber es handelt sich
    > wirklich um einen ganz neuen Zweig der Technik, in
    > dem es einfach zuvor nichts gegeben hat. Im
    > letzteren Fall sind breite Patente jedoch nach
    > meiner Einschätzung im Normalfall gerechtfertigt.
    > Beispiel: Derjenige, der erstmalig auf die Idee
    > gekommen ist, Informationen dadurch zu speichern,
    > dass man einen magnetisierbaren Träger partiell
    > magnetisiert, hat nach meinem Dafürhalten auch in
    > dieser allgemeinen Formulierung ein Patent
    > verdient. Derjenige aber, der etwas ganz allgemein
    > beansprucht, aber nur einen ganz speziellen Weg in
    > seiner Patentanmeldung aufzeigt, wie die
    > allgemeine Idee zu verwirklichen ist, ohne dass
    > andere Wege offensichtlich auch gehen, sollte
    > Schutz auch nur diesen einen speziellen Weg
    > erhalten.
    >
    > Von demjenigen, der etwas breit beansprucht,
    > obwohl es bereits etwas gibt, was unter die breite
    > Definition fällt, brauchen wir nicht zu reden,
    > denn ein solches Patent ist sowieso schlicht
    > rechtsunbeständig.
    >
    > > Diese sind meiner Meinung nach für Forschung
    > und
    > Entwicklung kontraproduktiv und füllen
    > nur die
    > Taschen der Rechteinhaber oder dienen
    > zur
    > Beseitigung von unangenehmer Konkurrenz.
    >
    > Das ist meiner Meinung nach *an sich* kein
    > Argument. "Kontraproduktiv" ist eine Frage des
    > Standpunktes, der Erfinder wird das anders sehen -
    > und ggf. zu recht. Auch Taschenfüllen und
    > Konkurrenzbehindern ist nicht unlauter.
    >
    > Aber wenn ein Patent zu unrecht erteilt ist,
    > sollte es natürlich keinen Bestand haben (s.o.).
    >
    > > PS: Und gegen die unerhört hohen Preise
    > für
    > Tintenpatronen sollte von staatlicher
    > Seite mal
    > eine Überprüfung stattfinden,
    > inwieweit diese
    > gerechtfertigt sind!
    >
    > Ich kann die Meinung nachvollziehen und unter
    > wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten ist dafür
    > sicherlich auch argumentierbar.
    >
    > Dennoch bin ich ein Freund der Idee, dass der
    > Markt das regeln sollte. Der Druckerhersteller,
    > der - auf welchem technischen oder jurisitischen
    > Weg auch immer - verhindert, dass es
    > Konkurrenzprodukte zu seinen eigenen Patronen
    > gibt, sollte vom Verbraucher abgestraft werden.
    > Das Problem daran ist: Die Verbraucher neigen eben
    > zu den 99EUR-Druckern, die fast unter
    > Herstellungspreis verschleudert werden und machen
    > sich keine weitergehenden Gedanken. Das ist aber
    > primär das Problem der Verbraucher. Ein
    > staatlicher Eingriff in einen an sich
    > funktionierenden Markt (es gibt ja genug
    > Druckerhersteller und nach meinem Kenntnisstand
    > sind die verschiedenen Hersteller mit ihrer
    > Druckerpreis- und Patronenpreispolitik durchaus
    > verschieden) ist ein schwerwiegendes Vorgehen. Ich
    > hab meine Zweifel, ob es hierfür eine tragfähige
    > Argumentation gibt. Denn das, was auf den ersten
    > Blick als Verbraucherschutz durchgehen kann, führt
    > schnell zur Verbraucherbevormundung: Wenn die
    > Druckerhersteller ihre Patronen billiger verkaufen
    > müssten, würden die Drucker zwangsläufig teuer
    > werden. Diejenigen, die selten drucken wollen,
    > aber dafür einen hervorragenden Drucker brauchen,
    > würden dann ggf. 300 EUR für etwas bezahlen, was
    > derzeit 100 EUR kostet.
    >
    > LukeMuc
    >
    >


    Ich bin der Meinung das Alles was der Evolution, der Entwicklung, dem Fortschritt _und_ dem Gemeinwohl entgegenläuft, bekämpft werden sollte.

    HP sind leider nicht die Einzigen mit einer solchen Politik, sondern mittlerweile so gut wie alle Druckerhersteller.
    Einzig Brother bietet noch Drucker mit moderaten Tintenpreisen an.
    Komischerweise kosten die Brother Kombigeräte aber trotzdem keine 300€ sondern weit weniger.

  7. Re: Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: plerzelwupp 04.05.07 - 07:08

    zum einen stimme ich mit Dir ein - aber Gerichte können nicht im Sinne des Allgemeinwohls urteilen, wenn sich Firmen Patente auf Erfindungen gesichert haben, in die Sie Forschungsgelder investiert haben. Schließlich ist damit auch immer ein gewisses Risiko verbunden.

    Natürlich kauf ich mir auch Tintenpatronen von Drittanbietern und auch ich bin der Meinung, dass diese Produkte vielfach überteuert verkauft werden.

    Aber im Sinne der Forschung und des Fortschritts müssen Patente auch geschützt werden, damit die Industrie auch eine Veranlassung hat, in Forschung zu investiert. Klar wollen die hinterher auch Geld sehen: Schließlich wurde auch viel Geld in die Entwicklung gesteckt. Ich denke da an die Automobilindustrie, Pharmaindustrie, Maschinen, aber auch Hard- und Software. Deshalb gehören Patente geschützt.

    Die Aufsichtsbehörde - Kartellämter, Verbraucherschutzministerien usw. müssen dabei prüfen, ob die Kosten für die späteren Produkte noch verhältnismäßig sind!!! Aber Patente müssen weiterhin geschützt bleiben!

  8. unfug.

    Autor: xxxxxxxxxxxxx 04.05.07 - 08:00

    LukeMuc schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Denn das, was auf den ersten
    > Blick als Verbraucherschutz durchgehen kann, führt
    > schnell zur Verbraucherbevormundung: Wenn die
    > Druckerhersteller ihre Patronen billiger verkaufen
    > müssten, würden die Drucker zwangsläufig teuer
    > werden. Diejenigen, die selten drucken wollen,
    > aber dafür einen hervorragenden Drucker brauchen,
    > würden dann ggf. 300 EUR für etwas bezahlen, was
    > derzeit 100 EUR kostet.
    >
    > LukeMuc

    schwachsinn. wenn nur leute, die selten drucken wollen, das gerät kaufen, dann wird entweder das gerät oder die patronen noch teurer. diese art der kundenabzocke funktioniert nur, wenn auch ein guter anteil der kundschaft tatsächlich ein wenig öfter druckt.

    letztlich ist diese vertriebsmasche niemals im sinne des verbrauchers. das ist auf dem gleichen niveau wie ein dealer, der den ersten schuß verschenkt. verbraucher sollten gelegentlich auch vor ihrer eigenen "dummheit" geschützt werden.

  9. Re: Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: Gernot 04.05.07 - 08:40

    LukeMuc schrieb:
    [...]
    > Dennoch bin ich ein Freund der Idee, dass der
    > Markt das regeln sollte. Der Druckerhersteller,
    > der - auf welchem technischen oder jurisitischen
    > Weg auch immer - verhindert, dass es
    > Konkurrenzprodukte zu seinen eigenen Patronen
    > gibt, sollte vom Verbraucher abgestraft werden.
    > Das Problem daran ist: Die Verbraucher neigen eben
    > zu den 99EUR-Druckern, die fast unter
    > Herstellungspreis verschleudert werden und machen
    > sich keine weitergehenden Gedanken. Das ist aber
    > primär das Problem der Verbraucher. Ein
    > staatlicher Eingriff in einen an sich
    > funktionierenden Markt (es gibt ja genug
    > Druckerhersteller und nach meinem Kenntnisstand
    > sind die verschiedenen Hersteller mit ihrer
    > Druckerpreis- und Patronenpreispolitik durchaus
    > verschieden) ist ein schwerwiegendes Vorgehen. Ich
    > hab meine Zweifel, ob es hierfür eine tragfähige
    > Argumentation gibt. Denn das, was auf den ersten
    > Blick als Verbraucherschutz durchgehen kann, führt
    > schnell zur Verbraucherbevormundung: Wenn die
    > Druckerhersteller ihre Patronen billiger verkaufen
    > müssten, würden die Drucker zwangsläufig teuer
    > werden. Diejenigen, die selten drucken wollen,
    > aber dafür einen hervorragenden Drucker brauchen,
    > würden dann ggf. 300 EUR für etwas bezahlen, was
    > derzeit 100 EUR kostet.
    >
    > LukeMuc

    Dieses Problem wäre zum Teil behoben, wenn neben dem Gerätepreis
    auch die Folgekosten (Patronenpreis, Druckkosten/Seite nach
    irgendwelchen ISO/sonstwas-Tests sofern existent) angegeben
    werden müssen.
    DAS halte ich sinvoller. Wer alle Schaltjahre druckt, der ist
    mit einem billigen Drucker gut bedient. Aber der Verbraucher
    sollte über die Folgekosten informiert sein.

  10. Re: Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: Ax 04.05.07 - 09:40

    gkj schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wenn Patente dazu eingesetzt werden um einen
    > einzelnen Erfinder zu schützen un dafür zu sorgen
    > das er gerecht entlohnt wird dann ist das ja ok.
    > Schlieslich haben Patente ja die Aufgabe dafür zu
    > sorgen das sich Forschung lohnt um so den
    > Fortschrit weiter voran zu bringen.
    >
    > Aber wenn Patente nur noch dazu benutzt werden um
    > die Konkurenz vom Mart zu fegen und Marktwirtschft
    > zu unterbinden dann sind sie Schädlich für die
    > Allgemeinheit.
    > Am beseten sollten die Gerichte danach urteilen ob
    > solch eine Klage im Interesse des Allgemeinwohls
    > ist.

    Ein Patent sollte nur erteilt werden, wenn es tatsächlich
    einen nachweisbaren Fortschritt bringt und nicht, wenn es
    nur dazu dient, den freien Markt einzuschränken.

  11. Re: Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: LukeMuc 04.05.07 - 13:54

    Gondog schrieb:
    > Ich bin der Meinung das Alles was der Evolution,
    > der Entwicklung, dem Fortschritt _und_ dem
    > Gemeinwohl entgegenläuft, bekämpft werden sollte.

    Ja, aber was ist das Gemeinwohl? Wenn wir jetzt mal losziehen und allen Millionären in Deutschland den Schädel einschlagen, um ihre Millionen an Hartz4-Empfänger zu geben, das wär doch prima. Da geht's dann anschließend sicherlich mehr Leuten gut als vorher. Ist das dann im Sinne des Gemeinwohls?

    Nein, das Gemeinwohl muss sich in Gesetzen manifestieren und darf kein juristischer Massstab *an sich* sein. Sonst haben wir Willkür und Unberechenbarkeit.

    Es gibt nicht unerhebliche Stimmen, die der Ansicht sind, dass das Patentrecht die Forschung und Entwicklung beflügelt hat, dass sie also genau der Entwicklung und dem Fortschritt - und mithin auch dem Gemenswohl - dient.

    LukeMuc

  12. Re: unfug.

    Autor: LukeMuc 04.05.07 - 14:48

    xxxxxxxxxxxxx schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > unfug, schwachsinn.

    Eindrucksvolle Argumentationstechnik. Danke.

    > wenn nur leute, die selten drucken
    > wollen, das gerät kaufen, dann wird entweder das
    > gerät oder die patronen noch teurer. diese art der
    > kundenabzocke funktioniert nur, wenn auch ein
    > guter anteil der kundschaft tatsächlich ein wenig
    > öfter druckt.

    Diese Form der Preisgestaltung funktioniert nur, weil viele Kunden mitmachen, klar. Aber sie hat sich in einem freien Wettbewerb zwischen den Durckerherstellern so entwickelt. Und das offenbar, genau weil den Leuten billige Drucker wichtiger sind als geringe Unterhaltskosten.

    Willst *Du* den Verbrauchern sagen, dass sie ja doof sind und andere Prioritäten setzen sollten? Mit welchem Recht?

    > letztlich ist diese vertriebsmasche niemals im
    > sinne des verbrauchers.

    Richtig, aber nicht erstaunlich. Und im übrigen auch nicht verwerflich.

    > das ist auf dem gleichen
    > niveau wie ein dealer, der den ersten schuß
    > verschenkt. verbraucher sollten gelegentlich auch
    > vor ihrer eigenen "dummheit" geschützt werden.

    Nein, denn Tinte fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Wenn "Anfixen" so verwerflich wäre, dass es generell veboten gehört, dann musst Du auch dem Autohändler verbieten, kostenlose Probefahrten anzubieten.

    Der Schritt von der Einstellung "Der Verbraucher muss vor seiner eigenen Dummheit geschützt werden" bis "Was für den Verbraucher das beste ist, bestimmt die Obrigkeit" ist nicht so weit. Ich bevorzuge es, den Verbraucher als intelligenten und informierten Menschen anzusehen, dem ich auch ein bißchen was zutrauen darf. Ist letzten Endes wohl auch eine Frage des Menschenbildes.

    LukeMuc

  13. Re: Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: Michael07 04.05.07 - 14:58

    LukeMuc schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Gondog schrieb:
    > > Ich bin der Meinung das Alles was der
    > Evolution,
    > der Entwicklung, dem Fortschritt
    > _und_ dem
    > Gemeinwohl entgegenläuft, bekämpft
    > werden sollte.
    >
    > Ja, aber was ist das Gemeinwohl? Wenn wir jetzt
    > mal losziehen und allen Millionären in Deutschland
    > den Schädel einschlagen, um ihre Millionen an
    > Hartz4-Empfänger zu geben, das wär doch prima. Da
    > geht's dann anschließend sicherlich mehr Leuten
    > gut als vorher. Ist das dann im Sinne des
    > Gemeinwohls?
    >
    > Nein, das Gemeinwohl muss sich in Gesetzen
    > manifestieren und darf kein juristischer Massstab
    > *an sich* sein. Sonst haben wir Willkür und
    > Unberechenbarkeit.
    >
    > Es gibt nicht unerhebliche Stimmen, die der
    > Ansicht sind, dass das Patentrecht die Forschung
    > und Entwicklung beflügelt hat, dass sie also genau
    > der Entwicklung und dem Fortschritt - und mithin
    > auch dem Gemenswohl - dient.
    >
    > LukeMuc
    >


    Das Patentwesen hat eher das Gegenteil bewirkt.
    Medizin, Technik, Allgemeingüter. Überall haben Patente nur zum Stillstand geführt und/oder verhindern sollen das Neuerungen kommen.
    Wieviele wichtige hat der Mensch wohl bisher nicht machen können deswegen? Wieviele Menschen mussten deswegen sterben?

  14. Re: Patente sind die Feinde der Marktwirtschaft

    Autor: LukeMuc 04.05.07 - 15:15

    Michael07 schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Das Patentwesen hat eher das Gegenteil bewirkt.
    > Medizin, Technik, Allgemeingüter. Überall haben
    > Patente nur zum Stillstand geführt und/oder
    > verhindern sollen das Neuerungen kommen.
    > Wieviele wichtige hat der Mensch wohl bisher nicht
    > machen können deswegen? Wieviele Menschen mussten
    > deswegen sterben?

    Sind das rhetorische Fragen oder sagst Du mir die Antworten nur nicht?

    Ich kann den Stillstand in jedem Fall nicht erkennen. Die technische Entwicklung neuer Produkte wird doch immer schneller, die Produkte immer besser. Der technologische Sprung, den die Menschheit in den letzten hundert Jahren (mit Patentsystemen) gemacht hat, ist beispiellos. Ob das mit dem Patentsystem zusammenhängt, wer weiß. Aber ich bin mir zumindest sicher, dass in den Unternehmen, in die ich einen Einblick habe, *weniger* für Forschung ausgegeben würde, wenn man keine Patente bekommen könnte.

    Spätestens im Bereich der Medizintechnik und der Pharmaindustrie ist Deine Argumentation nicht tragfähig. Die Medikamente, die heute hergestellt werden, wären ohne Patentrecht *schlicht nicht denkbar*. Kein Unternehmen würde mehrere 100 Mio EUR oder sogar mehr als 1000 Mio EUR ausgeben, um ein Produkt zu entwickeln, dass andere anschließend abkupfern könnten.

    Patentsysteme haben ihre Macken. DIe Diskussion darüber, ob man sie braucht, kann berechtigterweise geführt werden.

    Aber ich habe nicht die geringsten Zweifel, dass mehr Menschen *durch* das Patentsystem ihr Leben behalten als verloren haben.

    LukeMuc

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Berlin, Braunschweig
  2. Stadt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main
  3. Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn
  4. Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Neckarsulm

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 4,99€
  3. 44,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


IT-Arbeit: Was fürs Auge
IT-Arbeit
Was fürs Auge

Notebook, Display und Smartphone sind für alle, die in der IT arbeiten, wichtige Werkzeuge. Damit man etwas mit ihnen anfangen kann, ist ein anderes Werkzeug mindestens genauso wichtig: die Augen. Wir geben Tipps, wie man auch als Freiberufler augenschonend arbeiten kann.
Von Björn König

  1. IT-Fachkräftemangel Freie sind gefragt
  2. Sysadmin "Man kommt erst ins Spiel, wenn es brennt"
  3. Verdeckte Leiharbeit Wenn die Firma IT-Spezialisten als Fremdpersonal einsetzt

Google Maps: Karten brauchen Menschen statt Maschinen
Google Maps
Karten brauchen Menschen statt Maschinen

Wenn Karten nicht mehr von Menschen, sondern allein von Maschinen erstellt werden, erfinden diese U-Bahn-Linien, Hochhäuser im Nationalpark und unmögliche Routen. Ein kurze Liste zu den Grenzen der Automatisierung.
Von Sebastian Grüner

  1. Kartendienst Google bringt AR-Navigation und Reiseinformationen in Maps
  2. Maps Duckduckgo mit Kartendienst von Apple
  3. Google Maps zeigt Bikesharing in Berlin, Hamburg, Wien und Zürich

Schienenverkehr: Die Bahn hat wieder eine Vision
Schienenverkehr
Die Bahn hat wieder eine Vision

Alle halbe Stunde von einer Stadt in die andere, keine langen Umsteigezeiten zur Regionalbahn mehr: Das verspricht der Deutschlandtakt der Deutschen Bahn. Zu schön, um wahr zu werden?
Eine Analyse von Caspar Schwietering

  1. DB Navigator Deutsche Bahn lädt iOS-Nutzer in Betaphase ein
  2. One Fiber EWE will Bahn mit bundesweitem Glasfasernetz ausstatten
  3. VVS S-Bahn-Netz der Region Stuttgart bietet vollständig WLAN

  1. Spielestreaming: Cyberpunk 2077 erscheint für Stadia
    Spielestreaming
    Cyberpunk 2077 erscheint für Stadia

    Gamescom 2019 Google hat das Rollenspiel Cyberpunk 2077 für Stadia eingekauft - leider ohne zu verraten, ob die Raytracing-Version gestreamt wird. Auch der Landwirtschaft-Simulator 2019 und Borderlands 3 sollen über die neue Plattform erscheinen.

  2. Magentagaming: Auch die Telekom startet einen Cloud-Gaming-Dienst
    Magentagaming
    Auch die Telekom startet einen Cloud-Gaming-Dienst

    Google Stadia, Blade Shadow und jetzt Magentagaming: Die Deutsche Telekom macht beim derzeit viel diskutierten Cloud-Gaming-Geschäft mit. Das Angebot der Telekom umfasst zum Beginn 100 Spiele und soll in Full-HD und später in 4K funktionieren. Die Beta startet noch auf der Gamescom 2019.

  3. Streaming: Disney+ kommt zunächst nicht für Amazon-Geräte
    Streaming
    Disney+ kommt zunächst nicht für Amazon-Geräte

    Disneys Streamingdienst Disney+ wird auf einer Reihe von Geräten als App verfügbar sein - nicht jedoch auf Amazons Tablets und TV-Sticks. Außerdem hat Disney die ersten Länder bekanntgegeben, in denen der Dienst im November 2019 starten wird.


  1. 20:01

  2. 17:39

  3. 16:45

  4. 15:43

  5. 13:30

  6. 13:00

  7. 12:30

  8. 12:02