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Oberflächliche Betrachtung

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  1. Oberflächliche Betrachtung

    Autor: Killerkeks 06.05.07 - 22:08

    So oberflächlich behandeln wie das einige hier tun, möchte ich es mal nicht. Ich möchte mal auf Dinge eingehen:
    ***********************
    * a) Streik betrifft (unschuldige) Außenstehende
    * b) Preise/Service der Telekom
    * c) Streik trifft ein Unternehmen
    * d) Hier geht es nicht (nur) um die Telekom - sondern um jeden Arbeitsplatz in Deutschland
    ******************************
    a) Sicher trifft uns der Streik als Außenstehender und unbeteiligter. Das ist nun mal die Dienstleistungsbranche. Wenn die Metall streikt, dann trifft es den Bürger nur indirekt. Aber genau das ist doch unsere chance zur Solidarität. Wenn die Bevölkerung jetzt den Druck auf die Telekom erhöht, dann ist der Stgreik auch schneller wieder vorbei. Wenn jetzt die Nicht-Telekommitarbeiter die Telekommitarbeiter unterstützen, dann rettet man auch seine eigene Zukunft (dazu später mehr)

    b) Nicht zu verachten ist auch die Bundesnetzagentur (ehemalige Regulierungsbehörde TP). Die Telekom darf gar nicht günstiger sein, als andere Telekommunikationsanbieter. Also muss die Telekom um den - ohnehin geizigen - Deutschen bei der Stange zu halten. Der Service jedoch leidet zunehmend, weil man in CallCentern Billig-Leih-und-Zeit-ARbeiter einstellt und das ebenso im Service tut. Gleichzeitig aber die super ausgebildeten Azubis nicht übernimmt. bzw. die langjährigen Arbeitskräfte entlässt (ich sag nur 130.000 in 13 Jahren).

    c) Natürlich trifft ein Streik ein Unternehmen. Aber genau das ist doch Sinn und Zweck der Sache. Der Arbeitnehmer wehrt sich, um seine Rechte zu stärken. Warum meckert niemand, wenn die Telekom an 50% des Reallohns will? Das Unternehmen trifft es doch in der Relation gesehen recht sanft. Wenn dem Arbeitnehmer allerdings plötzlich ein paar 100.- in der Tasche fehlen, er jedoch ein Haus gebaut hat, oder ein Auto zu finanzieren hat oder eine Familie zu ernähren hat, dann sieht die Sache doch shcon anders aus.
    Wer kann schon mit 1150.- (brutto) eine Familie ernähren?

    d) Letzter und wichtigster Punkt:
    Mittlerweile ist bekannt, dass in Deutschland ein Großteil der Firmen genau die gleichen Pläne in der Schublade bereit hält und sobald die Telekom diese Tarifflucht durchzieht, in ganz Deutschland neue GmbHs gegründet werden, die Mitarbeiter nach §613a BGB in den neuen Betrieb überführt werden und zu deutlich weniger Geld und Schutzrechten weiterarbeiten können oder aber - wenn sie sich dagegen entscheiden sollten - dem Markt der Arbeitsuchenden zugeführt.


    Ich würde auch die anderen Kunden darum bitten sich zu Solidarisieren, denn jeder, der in einem größeren Konzern arbeitet, könnte potenzielles Opfer dieser Schweinereien werden und selbst vor Existenznot stehen...

    In diesem Sinne einen schönen Sonntagabend ;o)

  2. Re: Oberflächliche Betrachtung

    Autor: Michael - alt 09.05.07 - 22:55

    Du schreibst sehr sachlich und mit Herzblut. Das gefällt mir. Auch wenn ich in manchen Punkten anderer Ansicht bin, ich bin begierig, dazuzulernen.


    Killerkeks schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > So oberflächlich behandeln wie das einige hier
    > tun, möchte ich es mal nicht. Ich möchte mal auf
    > Dinge eingehen:
    > ***********************
    > * a) Streik betrifft (unschuldige) Außenstehende
    > * b) Preise/Service der Telekom
    > * c) Streik trifft ein Unternehmen
    > * d) Hier geht es nicht (nur) um die Telekom -
    > sondern um jeden Arbeitsplatz in Deutschland
    > ******************************
    > a) Sicher trifft uns der Streik als Außenstehender
    > und unbeteiligter. Das ist nun mal die
    > Dienstleistungsbranche. Wenn die Metall streikt,
    > dann trifft es den Bürger nur indirekt. Aber genau
    > das ist doch unsere chance zur Solidarität. Wenn
    > die Bevölkerung jetzt den Druck auf die Telekom
    > erhöht, dann ist der Stgreik auch schneller wieder
    > vorbei. Wenn jetzt die Nicht-Telekommitarbeiter
    > die Telekommitarbeiter unterstützen, dann rettet
    > man auch seine eigene Zukunft (dazu später mehr)

    Ein Alternativszenario ist, was dadurch proviziert werden kann ist: Eine Telekommunikationsfirmenanordnung wie in USA, Indien, etc. Wenn es das ist, was wir wollen, ok.

    >
    > b) Nicht zu verachten ist auch die
    > Bundesnetzagentur (ehemalige Regulierungsbehörde
    > TP). Die Telekom darf gar nicht günstiger sein,
    > als andere Telekommunikationsanbieter. Also muss
    > die Telekom um den - ohnehin geizigen - Deutschen
    > bei der Stange zu halten. Der Service jedoch
    > leidet zunehmend, weil man in CallCentern
    > Billig-Leih-und-Zeit-ARbeiter einstellt und das
    > ebenso im Service tut. Gleichzeitig aber die super
    > ausgebildeten Azubis nicht übernimmt. bzw. die
    > langjährigen Arbeitskräfte entlässt (ich sag nur
    > 130.000 in 13 Jahren).

    BNA: Zustimmmung.

    Dein Text qualifiziert aber die Mitarbeiter der Outsourcer ziemlich ab. Wie kommst Du auf die Idee, daß dies der Fall sei? Ich finde das nicht besonders nett und auch nicht zutreffend.

    >
    > c) Natürlich trifft ein Streik ein Unternehmen.

    Das "Unternehmen" sind hauptsächlich die Mitarbeiter. Also trifft es letztendlich auch die.

    > Aber genau das ist doch Sinn und Zweck der Sache.
    > Der Arbeitnehmer wehrt sich, um seine Rechte zu
    > stärken. Warum meckert niemand, wenn die Telekom
    > an 50% des Reallohns will? Das Unternehmen trifft
    > es doch in der Relation gesehen recht sanft.

    Das sehe ich überhaupt nicht so. Nochmal: Am Ende des Tages trifft es die Mitarbeiter, sie sind das, was ein Unternehmen ausmacht. Zumindest bis jetzt. Bei zunehmenden Ausgliederungen auch nach Fernost wird das allerdings immer weniger der Fall sein.

    > Wenn
    > dem Arbeitnehmer allerdings plötzlich ein paar
    > 100.- in der Tasche fehlen, er jedoch ein Haus
    > gebaut hat, oder ein Auto zu finanzieren hat oder
    > eine Familie zu ernähren hat, dann sieht die Sache
    > doch shcon anders aus.
    > Wer kann schon mit 1150.- (brutto) eine Familie
    > ernähren?

    Das ist bitter. Aber es ist die Frage: Ist ein Haus billiger? Im Grunde verdienen beim Hausbau mit Fremdfinanzierung alle anderen als der Bauherr. Mieten ist billiger und das wird noch billiger werden.

    >
    > d) Letzter und wichtigster Punkt:
    > Mittlerweile ist bekannt, dass in Deutschland ein
    > Großteil der Firmen genau die gleichen Pläne in
    > der Schublade bereit hält und sobald die Telekom
    > diese Tarifflucht durchzieht, in ganz Deutschland
    > neue GmbHs gegründet werden, die Mitarbeiter nach
    > §613a BGB in den neuen Betrieb überführt werden
    > und zu deutlich weniger Geld und Schutzrechten
    > weiterarbeiten können oder aber - wenn sie sich
    > dagegen entscheiden sollten - dem Markt der
    > Arbeitsuchenden zugeführt.

    Noch viel schlimmer. In den Unternehmen wurden zum Teil schon Pläne durchgeführt bei denen Unternehmensteile nach Fernost ausgegliedert wurden. Die GmbHs sind überhaupt nicht dazu gedacht, lange zu existieren, sondern die Freisetzung von Mitarbeitern denen zu erleichtern. Ihnen Zeit zu geben, was zu finden, was eher angemessen ist. Und das ist möglich. In allen Bereichen.

    >
    >
    > Ich würde auch die anderen Kunden darum bitten
    > sich zu Solidarisieren, denn jeder, der in einem
    > größeren Konzern arbeitet, könnte potenzielles
    > Opfer dieser Schweinereien werden und selbst vor
    > Existenznot stehen...

    Es mag aus Deiner Sicht wie eine Schweinerei aussehen. Aus Unternehmenssicht sind das aber zum Teil Notwendigkeiten.

    Ich stimme zu, es ist ein Weg zu finden, der diese blödsinnige Abwärtsspirale bremst, zu der aber jeder von uns heftigst beiträgt.

    >
    > In diesem Sinne einen schönen Sonntagabend ;o)


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