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Das Insolvenzrecht in Deutschland, …

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  1. Das Insolvenzrecht in Deutschland, …

    Autor: John Quinn 05.07.07 - 15:34

    Ich zitiere hier mal einen Richter des Landesarbeitsgerichts Berlin:
    „Im Laufe meiner Tätigkeit als Richter komme ich mehr und mehr zu der Erkenntnis, dass Insolvenzen in diesem Land nur einem Dienen: Den Anwaläten der Insolvenzverwalter.”
    Mein ehemaliger Chef hat eine Unternehmensgruppe aus 3 GmbH in die Insolvenz getrieben - und trotz Strafanzeigen - hat er jetzt 'ne neue Firma. Und sein Insolvenzverwalter klagt nun gegen die ehemalige Angestellten (so auch gegen mich) auf Rückzahlung der letzten Gehälter!

    Die Begründung: Geschäftsvorfälle bis zu drei Monaten vor der Insolvenz können rückabgewickelt werden. Und hätten die Angestellten nicht auf ihr Gehalt bestanden, hätte die Firma keine Insolvenz anmelden müssen.

    Darum kam es auch zu der Gerichtsverhandlung. Der Insolvenzverwalter bekommt Prozesskostenhilfe! Alles in Allem hat er (meiner Meinung nach) die Klagen nur desshalb angestrebt, um dem Staat für jeden Brief seine übertriebenen Kosten in Rechnung stellen zu können.

    Es ist doch erstaunlich, dass in Deutschland nur 1% aller Insolventen Firmen gerettet werden können - in anderen europäischen Ländern sind es bis zu zwei drittel der Unternehmen …

  2. Re: Das Insolvenzrecht in Deutschland, …

    Autor: Mal ne dumme Frage... 05.07.07 - 15:58

    John Quinn schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > sein Insolvenzverwalter klagt nun gegen die
    > ehemalige Angestellten (so auch gegen mich) auf
    > Rückzahlung der letzten Gehälter!
    >
    > Die Begründung: Geschäftsvorfälle bis zu drei
    > Monaten vor der Insolvenz können rückabgewickelt
    > werden.

    Wie soll denn die Rückabwicklung in Eurem Falle vor sich gehen? Ihr kriegt die geleistete Arbeitszeit zurück?

    Naja, frech und dreist kommt man eben weiter im Leben.

  3. Re: Das Insolvenzrecht in Deutschland, …

    Autor: BimBamBum 05.07.07 - 16:25

    Mal ne dumme Frage... schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > John Quinn schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > sein Insolvenzverwalter klagt nun gegen
    > die
    > ehemalige Angestellten (so auch gegen
    > mich) auf
    > Rückzahlung der letzten Gehälter!
    >
    > Die Begründung: Geschäftsvorfälle bis
    > zu drei
    > Monaten vor der Insolvenz können
    > rückabgewickelt
    > werden.
    >
    > Wie soll denn die Rückabwicklung in Eurem Falle
    > vor sich gehen? Ihr kriegt die geleistete
    > Arbeitszeit zurück?
    >
    > Naja, frech und dreist kommt man eben weiter im
    > Leben.
    >

    Und mit polemischen und populistischen Gelaber findet man sicher Freunde...

  4. Re: Das Insolvenzrecht in Deutschland, …

    Autor: Mal ne dumme Frage... 05.07.07 - 16:27

    BimBamBum schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Und mit polemischen und populistischen Gelaber
    > findet man sicher Freunde...

    Dann hast Du bestimmt jede Menge Freunde. Jetzt lern lesen und halt bis dahin den Sabbel.

  5. Re: Das Insolvenzrecht in Deutschland, …

    Autor: BimBamBum 05.07.07 - 16:34

    Mal ne dumme Frage... schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > BimBamBum schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Und mit polemischen und populistischen
    > Gelaber
    > findet man sicher Freunde...
    >
    > Dann hast Du bestimmt jede Menge Freunde. Jetzt
    > lern lesen und halt bis dahin den Sabbel.

    Bist du dir da so sicher, dass ich derjenige bin der lesen lernen sollte?

  6. Re: Das Insolvenzrecht in Deutschland, …

    Autor: locker 05.07.07 - 16:48

    Also ich glaub nicht, dass die dumme Frage böse gemeint war...

  7. Re: Das Insolvenzrecht in Deutschland, …

    Autor: ike 05.07.07 - 16:55

    John Quinn schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ich zitiere hier mal einen Richter des
    > Landesarbeitsgerichts Berlin:
    > „Im Laufe meiner Tätigkeit als Richter komme ich
    > mehr und mehr zu der Erkenntnis, dass Insolvenzen
    > in diesem Land nur einem Dienen: Den Anwaläten der
    > Insolvenzverwalter.”

    Und den Software-Dienstleistern, die insolvenzspezifische Programmierungen durchführen müssen.

    Ich habe langjährig für die Baubranche programmiert. Unsere (kurzfristig) besten Kunden waren dabei die Kunden, die in Insolvenz gegangen waren. Für die Abwicklung der Insolvenz wurden spezielle Auswertungen und spezielle Meldungen an die Sozialversicherer benötigt, die wir erstellen mussten.

    Für diese Programmierung haben wir immer pünktlich unser Geld erhalten.

    Irgendwie war das Leichenfledderei :-(

    Michael

  8. Re: Das Insolvenzrecht in Deutschland, …

    Autor: John Quinn 05.07.07 - 17:20

    > Wie soll denn die Rückabwicklung in Eurem Falle
    > vor sich gehen? Ihr kriegt die geleistete
    > Arbeitszeit zurück?
    Inzwischen hat bei 'nem Kollegen sogar das Landgericht Berlin dazu entschieden, dass die Insolvenz-Verwalter-Kanzlei mit ihrem Ansinnen uns nachträglich zu schaden versucht. Das Gericht begründet die Ablehnung der Klage des Insolvenzverwalters auf Herausgabe unserer Gelder im ersten Satz mit: „Die Klage ist zulässig, aber unbegründet.”

    zumindest für diesen ersten Fall muss der Insolvenzverwalter auch die Anwaltskosten von meinem Kollegen nachträglich übernehmen, weil es vor Landegericht gegangen ist :)

    Dass der Drecksack von ex-chef aber weiter in der Weltgeschichte rumfuhrwerken kann ist absoluter Wahnsinn - seine neue firma macht genau so weiter wie er mit den anderen Firmen aufgehört hat, nur dass er sie nicht beim Handelsregister als Firma eingetragen hat, sondern im Impressum bei Daten wie Steuernummer und so immer nur „beantragt” schreibt …

  9. Re: Das Insolvenzrecht in Deutschland, …

    Autor: lulula 05.07.07 - 18:59

    John Quinn schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Inzwischen hat bei 'nem Kollegen sogar das
    > Landgericht Berlin dazu entschieden, dass die
    > Insolvenz-Verwalter-Kanzlei mit ihrem Ansinnen uns
    > nachträglich zu schaden versucht. Das Gericht
    > begründet die Ablehnung der Klage des
    > Insolvenzverwalters auf Herausgabe unserer Gelder
    > im ersten Satz mit: „Die Klage ist zulässig, aber
    > unbegründet.”

    Das ist eigentlich nur die Einleitung der Begründung. Das Gericht prüft zwei Dinge bei einer Klage:
    Zulässigkeit (hat der Kläger sich an das richtige Gericht gewandt, hat er alle Formvorschriften eingehalten, etc.)
    Begründetheit (hat der Kläger recht)

    > zumindest für diesen ersten Fall muss der
    > Insolvenzverwalter auch die Anwaltskosten von
    > meinem Kollegen nachträglich übernehmen, weil es
    > vor Landegericht gegangen ist :)

    Ich nehme einmal an, bei drei Monatsgehältern ging es um mehr als 5000 EUR. Ab 5 kEuro kann er nicht anders und muss zum Landgericht.

    > Dass der Drecksack von ex-chef aber weiter in der
    > Weltgeschichte rumfuhrwerken kann ist absoluter
    > Wahnsinn -

    Ist so bei Kapitalgesellschaften.
    GmbH ist GmbH, und Dein Chef (der Mensch) ist Geschäftsführer, Gesellschafter oder beides, aber er ist nicht die GmbH.

    > seine neue firma macht genau so weiter
    > wie er mit den anderen Firmen aufgehört hat, nur
    > dass er sie nicht beim Handelsregister als Firma
    > eingetragen hat, sondern im Impressum bei Daten
    > wie Steuernummer und so immer nur „beantragt”
    > schreibt …

    Ein Handelsregistereintrag muss beantragt werden. Bis zur Eintragung nach dem Antrag kann es einige Zeit dauern. Das ist üblich.

    Schreibt er das hingegen wider besseren Wissens einfach nur so hin, kann man ihm da wettbewerbsrechtlich an den Karren fahren.

    L.

  10. Re: Das Insolvenzrecht in Deutschland, …

    Autor: Insolvenzler 06.07.07 - 00:11

    John Quinn schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ich zitiere hier mal einen Richter des
    > Landesarbeitsgerichts Berlin:
    > „Im Laufe meiner Tätigkeit als Richter komme ich
    > mehr und mehr zu der Erkenntnis, dass Insolvenzen
    > in diesem Land nur einem Dienen: Den Anwaläten der
    > Insolvenzverwalter.”

    Das Eigeninteresse der Anwälte ist gerade hier meist recht Ausgeprägt ...

    > Die Begründung: Geschäftsvorfälle bis zu drei
    > Monaten vor der Insolvenz können rückabgewickelt
    > werden. Und hätten die Angestellten nicht auf ihr
    > Gehalt bestanden, hätte die Firma keine Insolvenz
    > anmelden müssen.

    Das kann er nur, wenn anzunehmen ist, dass die Angestellten von der Zahlungsunfähigkeit Kenntis gehabt haben. Sonst ist dies nur für einen Zeitraum von 1 Monat vor dem I-Antrag möglich.
    >
    > Darum kam es auch zu der Gerichtsverhandlung. Der
    > Insolvenzverwalter bekommt Prozesskostenhilfe!

    Lieber arm und glücklich, als reich und ... :-)

    >
    > Es ist doch erstaunlich, dass in Deutschland nur
    > 1% aller Insolventen Firmen gerettet werden können
    > - in anderen europäischen Ländern sind es bis zu
    > zwei drittel der Unternehmen …

    "erstaunlich" ist vermutlich das falsche Wort. "bedenklich" wäre sicher passender. Allerdings berücksichtigt die Zahl nicht die Übernahmegesellschaften.

    Beschlossen und verkündet.


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