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nach tod des künstlers, oder wie?

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  1. nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: ysdfsfs 24.07.07 - 19:03

    also mal von deutschland gesprochen, ich dachte, das urheberrecht gilt hier 70 jahre nach tod des schaffenden/künstlers - nicht 70 jahre ab veröffentlichung des werkes. ist das jetzt in uk ganz anders, weil ja scheinbar die ersten beatles songs bald gemeinfrei werden? oder wie ist das alles zu verstehen? kann mich da jemand aufklären? - vielen dank :)

  2. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: Supermax 24.07.07 - 20:07

    Wenn es der Musik"industrie" wirklich um die Rechte der Künstler geht, wie sie immer gerne vorgibt, dann sollte der Urheberrechtsschutz mit dem Tod des Künstlers enden (falls an einem Werk mehrere beteiligt sind, mit dem Tod des letzten Mitglieds). Ein Künstler soll von seiner Komposition, seiner Stimme leben können, keine Frage. Aber warum soll dann noch auf Jahre hinaus irgendeine "Verwertungsgesellschaft" oder ein Plattenlabel davon profitieren (dürfen).

    Die Künstler (und damit meine ich echte Künstler und keine "Retortenbands") sollten sich vielleicht mal überlegen, ob sie die Labels und Verwertungsgesellschaften wirklich brauchen...

  3. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: Deamon_ 24.07.07 - 20:11

    Ich gebe es zu, es ist etwas verwirrend. Der Schlüssel zu dieser Aussage findet sich hier:

    "Die Rechte von Textern und Komponisten sind unabhängig von den Rechten der Aufnahme deutlich länger geschützt."

    So wie ich das verstehe, ist der Tonträger nicht mehr geschützt sondern die Komposition sowie auch der Text.
    Es darf also die original Musik ohne Konsequenzen in Werbung etc. verwendet werden allerdings kein neues Stück anhand des vorhandenen Titels/Melodie erstellt werden.
    Also, eine Gruppe kommt auf die Idee, von Cliff Richard "Rote Lippen muss man küssen" neu aufzulegen um letztendlich diesen zu verkaufen.
    Das dürfen sie nicht.
    Den originalen Toträger jedoch, dürfen sie für alles andere "frei" verwenden.
    Ach, es ist kompliziert .... ;-)

    Gruß







    ysdfsfs schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > also mal von deutschland gesprochen, ich dachte,
    > das urheberrecht gilt hier 70 jahre nach tod des
    > schaffenden/künstlers - nicht 70 jahre ab
    > veröffentlichung des werkes. ist das jetzt in uk
    > ganz anders, weil ja scheinbar die ersten beatles
    > songs bald gemeinfrei werden? oder wie ist das
    > alles zu verstehen? kann mich da jemand aufklären?
    > - vielen dank :)


  4. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: Deamon_ 24.07.07 - 20:20

    Da lässt man ein "n" wech und es kommt ein "tot-räger" anstatt (Tonträger) raus ... aaaaber:

    Irgendwie passt´s scho ;-)

    Gruß


  5. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: Boogsvieh 24.07.07 - 20:20

    So wie ich das verstanden habe muss ich an Cliff Richard, wenn ich nach 50 Jahren seine CDs vervielfältige und verkaufe, aber trotzdem Geld zahlen für Komposition und Text (wenn C. Richard die tatsächlich selbst geschrieben hat). Die Plattenfirma, die die Aufnahmen bezahlt hat und wahrscheinlicch die Verwertungsrechte an den Aufnahmen hat, geht allerdings leer aus.

  6. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: dsadsd 24.07.07 - 20:41

    Supermax schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wenn es der Musik"industrie" wirklich um die
    > Rechte der Künstler geht, wie sie immer gerne
    > vorgibt, dann sollte der Urheberrechtsschutz mit
    > dem Tod des Künstlers enden (falls an einem Werk
    > mehrere beteiligt sind, mit dem Tod des letzten
    > Mitglieds). Ein Künstler soll von seiner
    > Komposition, seiner Stimme leben können, keine
    > Frage. Aber warum soll dann noch auf Jahre hinaus
    > irgendeine "Verwertungsgesellschaft" oder ein
    > Plattenlabel davon profitieren (dürfen).
    >
    > Die Künstler (und damit meine ich echte Künstler
    > und keine "Retortenbands") sollten sich vielleicht
    > mal überlegen, ob sie die Labels und
    > Verwertungsgesellschaften wirklich brauchen...


    um das, was du anspricht geht es mir nicht! und ja, künstler brauchen die verwertungsgesellschaften - dank der oh so tollen kunden!

  7. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: asdfsdafd 24.07.07 - 20:45

    Boogsvieh schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > So wie ich das verstanden habe muss ich an Cliff
    > Richard, wenn ich nach 50 Jahren seine CDs
    > vervielfältige und verkaufe, aber trotzdem Geld
    > zahlen für Komposition und Text (wenn C. Richard
    > die tatsächlich selbst geschrieben hat). Die
    > Plattenfirma, die die Aufnahmen bezahlt hat und
    > wahrscheinlicch die Verwertungsrechte an den
    > Aufnahmen hat, geht allerdings leer aus.


    so kann ich das auch am ehesten verstehen.

    ich interessiere mich ja grad eher für dasd deutsche, woher ich die regelung 70 jahre nach tod des künstlers her kenne. zb als schriftsteller und ein verlag - hierbei haben verlage aber eigentlich eh nur ein brgrenztes, vertraglich geregeltes, verwertungsrecht. meist erstmal 10 jahre.

    ist schon komisch, vielleicht ist es bei musik und im ausland anders...

  8. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: sioh 24.07.07 - 21:50

    Boogsvieh schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > So wie ich das verstanden habe muss ich an Cliff
    > Richard, wenn ich nach 50 Jahren seine CDs
    > vervielfältige und verkaufe, aber trotzdem Geld
    > zahlen für Komposition und Text (wenn C. Richard
    > die tatsächlich selbst geschrieben hat). Die
    > Plattenfirma, die die Aufnahmen bezahlt hat und
    > wahrscheinlicch die Verwertungsrechte an den
    > Aufnahmen hat, geht allerdings leer aus.


    Nach dt. Recht bedeuten jene 50 Jahre um die es hier geht folgendes:
    Der Verwerter (genauer Tonträgerhersteller) hat das exklusive Recht Tonträger anzufertigen maximal 50 Jahre lang.
    Danach kann der Urheber (oder nach dessen Tod sein(e) Rechtsnachfolger) sich einen neuen Produzenten suchen, der die Tonträger für das geschaffene Werk herstellt.

    Gibt noch ein paar Besonderheiten, aber in Zusammenhang mit dem Artikel reichts als grundsätzliche Darstellung.

  9. PS:

    Autor: sioh 24.07.07 - 21:59

    Es gab da mal ne Harmonisierung des Urheberrechts durch die EU.
    Man kann also davon ausgehen, daß es in UK ähnlich läuft wie in D.

    Desweiteren gehts hier nur um das Verbreitungsrecht von Tonträgern, nicht um alle Verwertungsrecht oder Verwertungsrecht allgemein.

  10. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: aa 24.07.07 - 22:20

    aber warum geht es dann den kleinen freien labels doch relativ gut?

    meistens ohne DRM und andere "Kopiergeschützte Scheiße"?

    hmm, ich glaube wir wissen es doch...

    dsadsd schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Supermax schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Wenn es der Musik"industrie" wirklich um
    > die
    > Rechte der Künstler geht, wie sie immer
    > gerne
    > vorgibt, dann sollte der
    > Urheberrechtsschutz mit
    > dem Tod des Künstlers
    > enden (falls an einem Werk
    > mehrere beteiligt
    > sind, mit dem Tod des letzten
    > Mitglieds). Ein
    > Künstler soll von seiner
    > Komposition, seiner
    > Stimme leben können, keine
    > Frage. Aber warum
    > soll dann noch auf Jahre hinaus
    > irgendeine
    > "Verwertungsgesellschaft" oder ein
    >
    > Plattenlabel davon profitieren (dürfen).
    >
    > Die Künstler (und damit meine ich echte
    > Künstler
    > und keine "Retortenbands") sollten
    > sich vielleicht
    > mal überlegen, ob sie die
    > Labels und
    > Verwertungsgesellschaften wirklich
    > brauchen...
    >
    > um das, was du anspricht geht es mir nicht! und
    > ja, künstler brauchen die
    > verwertungsgesellschaften - dank der oh so tollen
    > kunden!


  11. Re: PS:

    Autor: aa 24.07.07 - 22:22

    wobei die briten doch meistens ne extra-wurst haben/machen/wollen ;)

    sioh schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Es gab da mal ne Harmonisierung des Urheberrechts
    > durch die EU.
    > Man kann also davon ausgehen, daß es in UK ähnlich
    > läuft wie in D.
    >
    > Desweiteren gehts hier nur um das
    > Verbreitungsrecht von Tonträgern, nicht um alle
    > Verwertungsrecht oder Verwertungsrecht allgemein.


  12. Re: PS:

    Autor: aa 24.07.07 - 22:22

    wobei die briten doch meistens ne extra-wurst haben/machen/wollen ;)

    sioh schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Es gab da mal ne Harmonisierung des Urheberrechts
    > durch die EU.
    > Man kann also davon ausgehen, daß es in UK ähnlich
    > läuft wie in D.
    >
    > Desweiteren gehts hier nur um das
    > Verbreitungsrecht von Tonträgern, nicht um alle
    > Verwertungsrecht oder Verwertungsrecht allgemein.


  13. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: ssdfds 25.07.07 - 03:04

    aa schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > aber warum geht es dann den kleinen freien labels
    > doch relativ gut?
    >
    > meistens ohne DRM und andere "Kopiergeschützte
    > Scheiße"?
    >
    > hmm, ich glaube wir wissen es doch...
    >


    lol, den kleinen labeln geht es "relativ" gut *rofl* und was hat urhberrecht und verwertungsgesellschaften mit drm zu tun?!

  14. Re: PS:

    Autor: sdfsdfsdf 25.07.07 - 03:10

    sioh schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Es gab da mal ne Harmonisierung des Urheberrechts
    > durch die EU.
    > Man kann also davon ausgehen, daß es in UK ähnlich
    > läuft wie in D.
    >
    > Desweiteren gehts hier nur um das
    > Verbreitungsrecht von Tonträgern, nicht um alle
    > Verwertungsrecht oder Verwertungsrecht allgemein.


    mit gemeinfrei hat das also nichts zu tun, da versteh ich den aufstand der musikverlage wirklich nicht... aber das im musikbusiness die urheber ihre werke gleich "ganz" abgeben, scheint mir auch hart. ich kenne das aus dem hörbuchbereich, ein bekannter produziert selbige. dort werden die titel für 10 jahre an einen verlag vergeben, danach fallen alle rechte wieder an der produzenten (und autor sowie sprecher) zurück.

  15. Es geht um die jeweilige Aufnahme

    Autor: rfergfe 25.07.07 - 07:46

    50 Jahre geschützt ist eine bestimmte Aufnahme.
    Wenn also Cliff Richard einen Titel 1957 aufgenommen hat, dann darf der jetzt beliebig vervielfältigt werden. Wenn er den selben Titel heute noch einmal aufnimmt, dann ist *diese* Aufnahme wieder 50 Jahre geschützt.
    Die Schutzfrist für Text & Komposition legt fest, ab wann jemand anderes den Titel ungefragt selbst aufnehmen und veröffentlichen darf.

  16. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: Captain 25.07.07 - 16:04

    dsadsd schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Supermax schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Wenn es der Musik"industrie" wirklich um
    > die
    > Rechte der Künstler geht, wie sie immer
    > gerne
    > vorgibt, dann sollte der
    > Urheberrechtsschutz mit
    > dem Tod des Künstlers
    > enden (falls an einem Werk
    > mehrere beteiligt
    > sind, mit dem Tod des letzten
    > Mitglieds). Ein
    > Künstler soll von seiner
    > Komposition, seiner
    > Stimme leben können, keine
    > Frage. Aber warum
    > soll dann noch auf Jahre hinaus
    > irgendeine
    > "Verwertungsgesellschaft" oder ein
    >
    > Plattenlabel davon profitieren (dürfen).
    >
    > Die Künstler (und damit meine ich echte
    > Künstler
    > und keine "Retortenbands") sollten
    > sich vielleicht
    > mal überlegen, ob sie die
    > Labels und
    > Verwertungsgesellschaften wirklich
    > brauchen...
    >
    > um das, was du anspricht geht es mir nicht! und
    > ja, künstler brauchen die
    > verwertungsgesellschaften - dank der oh so tollen
    > kunden!

    Wenn ich von einem Künstler Musik kaufen möchte, kann ich das auch direkt bei dem tun, dazu brauch ich Sony und Konsorten nicht.

  17. Re: Es geht um die jeweilige Aufnahme

    Autor: Deamon_ 26.07.07 - 17:04

    Genau so sehe ich das auch.
    Der Song darf in seiner ursprünglichen Weise vervielfältigt und in Werbung usw. verwendet werden. Nur die Texte und die Melodie dürfen erst 70 Jahre nach dem Tod des Texters und Komponisten, neu verwendet bzw. aufgelegt werden.
    Das sich Cliff Richard darüber aufregt, das die Verwertungsgesellschaften kein Geld mehr verdienen, ist wohl eher unwahrscheinlich. Es wird wohl eher der Fall sein, das diese Stücke nicht von ihm selbst komponiert wurden, so das er jetzt völlig leer ausgeht.







    rfergfe schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > 50 Jahre geschützt ist eine bestimmte Aufnahme.
    > Wenn also Cliff Richard einen Titel 1957
    > aufgenommen hat, dann darf der jetzt beliebig
    > vervielfältigt werden. Wenn er den selben Titel
    > heute noch einmal aufnimmt, dann ist *diese*
    > Aufnahme wieder 50 Jahre geschützt.
    > Die Schutzfrist für Text & Komposition legt
    > fest, ab wann jemand anderes den Titel ungefragt
    > selbst aufnehmen und veröffentlichen darf.


  18. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: aa 26.07.07 - 21:04

    wie wärs mit dem, auf was ich geantwortet habe? (also nicht einfach ausschneiden....)

    "dank der oh so tollen kunden!"

    ein beispiel, merh nicht...

    saftsack.

    ssdfds schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > aa schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > aber warum geht es dann den kleinen freien
    > labels
    > doch relativ gut?
    >
    > meistens
    > ohne DRM und andere "Kopiergeschützte
    >
    > Scheiße"?
    >
    > hmm, ich glaube wir wissen es
    > doch...
    >
    > lol, den kleinen labeln geht es "relativ" gut
    > *rofl* und was hat urhberrecht und
    > verwertungsgesellschaften mit drm zu tun?!


  19. Re: nach tod des künstlers, oder wie?

    Autor: einzelhandelspoet 30.07.07 - 11:01

    Supermax schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wenn es der Musik"industrie" wirklich um die
    > Rechte der Künstler geht, wie sie immer gerne
    > vorgibt, dann sollte der Urheberrechtsschutz mit
    > dem Tod des Künstlers enden (falls an einem Werk
    > mehrere beteiligt sind, mit dem Tod des letzten
    > Mitglieds).
    Dann bekommst Du aber das Problem, dass es sich
    für Plattenfirmen lohnt, einen bekannten Künstler
    umzubringen.
    (Und bei einer Plattenfirma sind die moralischen
    Skrupel sicher geringer als bei blutsverwandten
    Erben.)

    Zwanzig Jahre nach dem Tod des Künstlers sollten
    also schon mit dabei sein.

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