@Musikindustrie
Autor: FIAE 24.02.05 - 15:25
Liebe Musikindustrie (im folgenden MI),
einst lebten ein paar Menschen, die Spaß daran hatten Musik zu machen. Ihnen viel dabei auf, dass es auch Menschen gab, denen es Spaß machte zuzuhören. Also spielten sie für die anderen, die nicht spielen konnten. Manchmal wurden sie dafür belohnt (es war schließlich etwas Einmaliges, ein Ereignis und Erlebnis). Nicht unbedingt durch Geld, sondern durch Anerkennung, Respekt - die Fans eben. Die Musik war zu einem Art Gut geworden, welches man tauschen konnte. Aber immer nur über den Musiker selbst. Dieser spielte auf Konzerten und die anderen belohnten ihn durch Zahlen der Eintrittskarten, v.a. aber durch ihren Applaus.
Dann kamen ein paar Wissenschaftler und fanden heraus, wie man Musik aufzeichen und festhalten kann. Leider ging das anfangs nur in verminderter Qualität. Sie hatten also keine wirkliche Kongurenz, spielten weiterhin ihre Konzerte und bekamen Geld von den Zuhörern. Diese kauften als erinnerung eine Platte. Aber hier bekam der Musik schon nicht mehr so viel Geld. Plötzlich gabs ja da noch die Firma, die die Platte gepresst hat, den Tontechniker, der im Studio aufgenommen hat und die Plattenfirma. Die hat dafür Geld bekommen, dass sie auf die Hülle der Platte ihr Logo gemacht hat, den Musikern Geld für den Vertrieb/die Aufnahem vorgeschossen hat und/oder die Platte bekannt gemacht hat.
[SPRUNG]
Irgendwann sind dann wieder ein paar Wissenschaftler drauf gekommen, wie man Musik besser aufzeichnen kann. Mittlerwele war dies fast ohne Qualitätsverlust möglich.
Das Blatt hat sich aber gewendet. Es geht garnicht mehr um den Musiker, der anderen Leuten was vorspielt und damit Geld verdient, sondern um die Plattenfirmen, die Musiker einstellen, dass diese für die Plattenfirma spielen können. Sie macht damit so viel Geld, wie sie es sich nie vorstellen konnte. Sie hatte ja auch sozusagen ein Monopol. Mal abgesehen von Kassetten-Rekorder-Mitschnitten bei Livekonzerten, war ja an die Musik der "Großen" nur über ein Plattenfirma (oder eben ein Konzert) zu kommen.
Als dann wieder ein paar Tüftler herausfanden, wie man Musik digital und platzsparend auf den Computer packen kann hat es die MI nicht weiter interessiert. War ja noch immer keine wirkliche Kongurenz, hatte ja kaum noch einer einen PC.
Irgendwann hatte den aber fast jeder Haushalt. Und viele hatten Internet. Und plötzlich war Musik wieder ein Tauschgut. Die Menschen konnten die Musik ihrer Liblinge wieder hören. Und ihn dafür entlohnen - nicht durch Geld, nicht über die Plattenfirma. Sondern durch Anerkennung, Respekt - die Fans eben.
Aber plötzlich merkte die MI, dass da etwas fehlt - genau: sie selbst! Und was macht sie da? Genau: jammern, motzen, klagen, wild um sich schlagen und mit allen erdenklichen Mitteln versuchen das zu retten, was ihnen eigentlich nie gehört hat: Anerkennung, Respekt...
Was ich damit eigentlich sagen will:
liebe MI, FI*** EUCH! Nur weil ihr ein paar Verträge mit "Musikern" habt und nur weil ihr Geld habt, habt ihr noch lange nicht das Recht an Musik!!!
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FIAE | 24.02.05 - 15:25 |
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blah | 24.02.05 - 16:44 |
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cy | 24.02.05 - 17:25 |
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Zuhörer | 25.02.05 - 07:25 |
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Nameless | 27.02.05 - 14:12 |
Re: Herzlich Willkommen im Club der... |
sekretor | 28.02.05 - 11:51 |
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hansdieterschorsch | 23.03.05 - 13:00 |



