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Von Frankreich lernen...

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  1. Von Frankreich lernen...

    Autor: Atariuser 18.09.07 - 15:30

    Frankreich hat das ganze Dilemma für die Kreativen m.E. nach am besten gelöst, weltweit. In F gibt es das Subventions-System der "Intermittants au Spectacle". Konkret: Wer innerhalb von 10 Monaten (vorher 12, wegen der Kürzung gabs 2003/2004 enorme Proteste)507 Stunden kreativ angestellt oder bezahlt arbeitet(Schauspieler, Kameraleute, Autoren aller Art, Maler, Designer, Musiker etc...), dem wird in der Zwischenzeit das jeweils letzte Gehalt vom Staat weiterbezahlt. Früher gab es keine Einkommensgrenze nach oben, was dazu führte, daß Stars wie Gerard Departieu Millionen vom Staat erhielten. Das ist aber schon längst Geschichte. Das jetzige System ist strenger geworden, aber ermöglicht dafür eine riesige Kulturproduktion. Wer wirklich kreativ ist, kann davon auch leben. Sowas wäre für Deutschland prinzipiell auch denkbar, wenn es da nicht diese Maschinenbauer-Mentalität gäbe, wonach Kultur irgendwo ganz unten rangiert. In Frankreich steht man Staat und Kapitalismus traditionell eher skeptisch-duldend gegenüber und sieht die Entfaltung des Menschen fast ausschließlich in der Kultur. Man will in F Kultur überall verfügbar haben und kämpft daher für den Erhalt der Subventionen notfalls auch gegen USA/Deutschland (siehe Gattverhandlungen, wo die Filmförderung auf Druck Frankreichs geschützt wurde). Mir persönlich gefällt das sehr.

  2. Äh... Tippfehler

    Autor: Atariuser 18.09.07 - 15:34

    Atariuser schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Frankreich hat das ganze Dilemma für die Kreativen
    > m.E. nach am besten gelöst, weltweit. In F gibt es
    > das Subventions-System der "Intermittants au
    > Spectacle". Konkret: Wer innerhalb von 10 Monaten
    > (vorher 12, wegen der Kürzung gabs 2003/2004
    > enorme Proteste)507 Stunden kreativ angestellt
    > oder bezahlt arbeitet(Schauspieler, Kameraleute,
    > Autoren aller Art, Maler, Designer, Musiker
    > etc...), dem wird in der Zwischenzeit das jeweils
    > letzte Gehalt vom Staat weiterbezahlt. Früher gab
    > es keine Einkommensgrenze nach oben, was dazu
    > führte, daß Stars wie Gerard Departieu Millionen
    > vom Staat erhielten. Das ist aber schon längst
    > Geschichte. Das jetzige System ist strenger
    > geworden, aber ermöglicht dafür eine riesige
    > Kulturproduktion. Wer wirklich kreativ ist, kann
    > davon auch leben. Sowas wäre für Deutschland
    > prinzipiell auch denkbar, wenn es da nicht diese
    > Maschinenbauer-Mentalität gäbe, wonach Kultur
    > irgendwo ganz unten rangiert. In Frankreich steht
    > man Staat und Kapitalismus traditionell eher
    > skeptisch-duldend gegenüber und sieht die
    > Entfaltung des Menschen fast ausschließlich in der
    > Kultur. Man will in F Kultur überall verfügbar
    > haben und kämpft daher für den Erhalt der
    > Subventionen notfalls auch gegen USA/Deutschland
    > (siehe Gattverhandlungen, wo die Filmförderung auf
    > Druck Frankreichs geschützt wurde). Mir persönlich
    > gefällt das sehr.


    Mein Franz ist weg...arrrgh! Das heißt "Intermittents du spectacle".

  3. Re: Von Frankreich lernen...

    Autor: Bauer 18.09.07 - 15:55

    Atariuser schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Sowas wäre für Deutschland
    > prinzipiell auch denkbar, wenn es da nicht diese
    > Maschinenbauer-Mentalität gäbe, wonach Kultur
    > irgendwo ganz unten rangiert.

    Aha.

    Aber zur Finanzierung des Theaters ist der Maschinenbau dann wieder ganz recht, oder?

    Für mich ist das eher eine "anderen in die Tasche greifen, wenn sie schon nicht kommen wollen"-Mentalität.

  4. Re: Von Frankreich lernen...

    Autor: Molotow 18.09.07 - 16:28

    Bauer schrieb:
    >
    > Für mich ist das eher eine "anderen in die Tasche
    > greifen, wenn sie schon nicht kommen
    > wollen"-Mentalität.

    Häh? Schon mal in Frankreich auf der fete de la musique oder in Konzert/Theater-Veranstaltungen gewesen? Lass Dir sagen, es kann ganz schön voll sein da. Nur weil du Schrumpfkopf wahrscheinlich im Maschinenbauer-Karohemd picklig bei Chips und Ami-DVDs aufm Sofa verfaulst, bedeutet das nicht, daß andere keinen Bock auf Musik, theater, Kino usw. haben. philosophieren statt formatieren. Letzteres kennst du wahrscheinlich. Das andere ist aber besser für die Abende und Mädels erfreuen, glaub mir.

  5. Re: Von Frankreich lernen...

    Autor: Bauer 19.09.07 - 13:50

    Molotow schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Häh? Schon mal in Frankreich auf der fete de la
    > musique oder in Konzert/Theater-Veranstaltungen
    > gewesen? Lass Dir sagen, es kann ganz schön voll
    > sein da.

    Ja, aber warum soll das über die Maßen von den anderen subventioniert werden? Wir haben hier auch jede Menge Theater, am besten laufen die freien, die nicht "stadtlich" subventioniert sind.

    > Nur weil du Schrumpfkopf wahrscheinlich
    > im Maschinenbauer-Karohemd picklig bei Chips und
    > Ami-DVDs aufm Sofa verfaulst, bedeutet das nicht,
    > daß andere keinen Bock auf Musik, theater, Kino
    > usw. haben.

    Na, wer wird denn gleich so persönlich werden ... leider entspreche ich aber nicht Deinem doch recht einfach gestricktem Klischee.

    > philosophieren statt formatieren.
    > Letzteres kennst du wahrscheinlich. Das andere ist
    > aber besser für die Abende und Mädels erfreuen,
    > glaub mir.

    Will ich gar nicht bestreiten.

    Aber so unter uns: ich hab definitiv mehr Bücher über Philosophie als über Maschinenbau daheim, die Mädels interessierte aber bisher keines von beiden.

  6. Re: Von Frankreich lernen...

    Autor: hmmms 20.09.07 - 11:23

    Atariuser schrieb:
    -------------------------------------------------------
    Wer innerhalb von 10 Monaten
    > (vorher 12, wegen der Kürzung gabs 2003/2004
    > enorme Proteste)507 Stunden kreativ angestellt
    > oder bezahlt arbeitet(Schauspieler, Kameraleute,
    > Autoren aller Art, Maler, Designer, Musiker
    > etc...), dem wird in der Zwischenzeit das jeweils
    > letzte Gehalt vom Staat weiterbezahlt.

    was meinst du mit "letztes" Gehalt?

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