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Was spricht gegen Softwarepatente ?

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  1. Was spricht gegen Softwarepatente ?

    Autor: The Programmer 16.11.07 - 12:34

    An sich sind doch Softwarepatente eine gute Sache.

    Wenn ich Monate oder jahre am Forschen und Programmieren bin um eine Software zu entwickeln dann ist es doch nur gerecht wenn ich meine Arbeit mit einem Patent schützen kann.
    Ohne Patente werden sich andere große Firmen wie Oracle, IBM gleich daran machen meine Software per reverse Engineering nachzubauen und selber zu vermarkten.
    Dann stehe ich als Entwickler ziemlich dumm da und habe viel Zeit und Geld in ein Projekt gesteckt mit dem ein anderer dann viel Geld verdient wärend ich pleite gehe.

    Von daher sind solche Patente doch eine gute Sache um vor allem kleine Unternehmen und selbständige Entwickler zu schützen.
    Kann nur hoffen das Softwarepatente möglichst bald EU weit durchgesetzt werden können, sonst werden es die kleineren Unternehmen nie schaffen sich gegen die Großen zu behaupten.

  2. Re: Was spricht gegen Softwarepatente ?

    Autor: sonnendreher 16.11.07 - 12:43

    Du stehst als Entwickler vor allem dann dumm da, wenn bereits alles Patantiert ist was du gerne entwickeln würdest...

    The Programmer schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > An sich sind doch Softwarepatente eine gute
    > Sache.
    >
    > Wenn ich Monate oder jahre am Forschen und
    > Programmieren bin um eine Software zu entwickeln
    > dann ist es doch nur gerecht wenn ich meine Arbeit
    > mit einem Patent schützen kann.
    > Ohne Patente werden sich andere große Firmen wie
    > Oracle, IBM gleich daran machen meine Software per
    > reverse Engineering nachzubauen und selber zu
    > vermarkten.
    > Dann stehe ich als Entwickler ziemlich dumm da und
    > habe viel Zeit und Geld in ein Projekt gesteckt
    > mit dem ein anderer dann viel Geld verdient wärend
    > ich pleite gehe.
    >
    > Von daher sind solche Patente doch eine gute Sache
    > um vor allem kleine Unternehmen und selbständige
    > Entwickler zu schützen.
    > Kann nur hoffen das Softwarepatente möglichst bald
    > EU weit durchgesetzt werden können, sonst werden
    > es die kleineren Unternehmen nie schaffen sich
    > gegen die Großen zu behaupten.




  3. Re: Was spricht gegen Softwarepatente ?

    Autor: MenoK_ 16.11.07 - 12:46

    The Programmer schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > An sich sind doch Softwarepatente eine gute
    > Sache.
    Sind sie definitiv nicht.

    > Wenn ich Monate oder jahre am Forschen und
    > Programmieren bin um eine Software zu entwickeln
    > dann ist es doch nur gerecht wenn ich meine Arbeit
    > mit einem Patent schützen kann.
    Wieso? Reicht der umfangreiche Schutz durch das Urheberrecht denn nicht mehr als aus?

    > Ohne Patente werden sich andere große Firmen wie
    > Oracle, IBM gleich daran machen meine Software per
    > reverse Engineering nachzubauen und selber zu
    > vermarkten.
    Wozu sollten sie reverse Engineering dafür betreiben? Gerade bei Software ist es so, dass man das selbe Ergebnis auf 100000000000000 verschiedenen Wegen erreichen kann.

    > Dann stehe ich als Entwickler ziemlich dumm da und
    > habe viel Zeit und Geld in ein Projekt gesteckt
    > mit dem ein anderer dann viel Geld verdient wärend
    > ich pleite gehe.
    Eine Gewinngarantie für investierte Arbeit hat in einer Marktwirtschaft nichts zu suchen. Einzelhändler haben auch keine Garantie, dass sie all ihre Waren verkaufen.

    > Von daher sind solche Patente doch eine gute Sache
    > um vor allem kleine Unternehmen und selbständige
    > Entwickler zu schützen.
    Die derzeitige Realität in Bezug auf Patente zeigt doch bereits sehr deutlich, dass selbst im softwarefreien Bereich die Patente die großen Unternehmen vor den kleinen Unternehmen schützen und nicht umgekehrt.

    > Kann nur hoffen das Softwarepatente möglichst bald
    > EU weit durchgesetzt werden können, sonst werden
    > es die kleineren Unternehmen nie schaffen sich
    > gegen die Großen zu behaupten.
    Gerade die kleineren Unternehmen haben nicht mal ansatzweise die Manpower, um umfangreiche Recherchen zu betreiben, welches Stückchen Code evt. unter irgendein Patent fallen könnte und deshalb vermieden werden muss. Dies ist ja inzwischen selbst für die Großkonzerne kaum noch möglich.

    Im Endeffekt sind Softwarepatente der Beginn der Abschaffung jedes eigenständigen Denkvorganges, da dieser ja evt. auch schon gegen irgendein Patent verstossen könnte.

  4. Dein Mißverständnis

    Autor: Schelm 16.11.07 - 12:56

    The Programmer schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > An sich sind doch Softwarepatente eine gute
    > Sache.
    >
    > Wenn ich Monate oder jahre am Forschen und
    > Programmieren bin um eine Software zu entwickeln
    > dann ist es doch nur gerecht wenn ich meine Arbeit
    > mit einem Patent schützen kann.
    > Ohne Patente werden sich andere große Firmen wie
    > Oracle, IBM gleich daran machen meine Software per
    > reverse Engineering nachzubauen und selber zu
    > vermarkten.
    > Dann stehe ich als Entwickler ziemlich dumm da und
    > habe viel Zeit und Geld in ein Projekt gesteckt
    > mit dem ein anderer dann viel Geld verdient wärend
    > ich pleite gehe.
    >
    > Von daher sind solche Patente doch eine gute Sache
    > um vor allem kleine Unternehmen und selbständige
    > Entwickler zu schützen.
    > Kann nur hoffen das Softwarepatente möglichst bald
    > EU weit durchgesetzt werden können, sonst werden
    > es die kleineren Unternehmen nie schaffen sich
    > gegen die Großen zu behaupten.

    Du hast da etwas falsch verstanden. _Deine_ Software ist nach geltendem Recht bereits vom Urheberrecht geschützt. Ein Softwarepatente schützt dagegen keine konkreten Programme, sondern _Ideen_ für Computerprogramme.

    Patente (auch herkömmliche) stellen einen massiven Eingriff in das Wettbewerbsrecht dar (siehe Text). Da üblicherweise Wettbewerb die treibende Kraft für Innovationen ist, werden Patente nur unter besonderen Umständen gegeben. Das läßt sich in eine einfache Formel packen:

    Nachbaukosten << Entwicklungskosten

    Wenn ein Unternehmer aus seiner Entwicklung keinen Profit schlagen könnte, weil seine Mitbewerber zu geringeren Kosten (durch Nachbau) das gleiche Produkt anbieten könnten, _dann_ sind Patente richtig weil innovationsfördernd. Ohne sie würde niemand die Entwicklungskosten stemmen wollen.

    Bei Computerprogrammen gilt hingegen:

    Nachbaukosten ca.= Entwicklungskosten

    Ein Nachbauer muss ca den gleichen Aufwand wie der Entwickler betreiben, um ein Programm zu schreiben. Innovation bedarf im Computerbereich also keinen besonderen Schutz. Patente sind sogar eine mächtige Einschränkung wg. der oben genannten Wettbewerbsbevorteiligung. Nützen tun sie also allemal als Waffe... und wer kann sich wohl die meisten Waffen kaufen, na?

    Schelm

  5. Re: Dein Mißverständnis

    Autor: Sto 16.11.07 - 13:06

    Schöne Ausführung. Aber in einem Punkt kann ich dir nicht recht geben. Wenn man das Programm als ganzes betrachtet steckt da mehr Entwicklung drin als die Pogrammierung. Und dieser Entwicklungsaufwand kann viel Arbeit bedeuten. Genau diesen Teil kann man bei der Konkurenz abgucken udn sich die Arbeit sparen. Und hier ist dann Schutz durchaus zu rechtfertigen.

  6. blödsinn

    Autor: alternative 16.11.07 - 13:14

    Sto schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Schöne Ausführung. Aber in einem Punkt kann ich
    > dir nicht recht geben. Wenn man das Programm als
    > ganzes betrachtet steckt da mehr Entwicklung drin
    > als die Pogrammierung. Und dieser
    > Entwicklungsaufwand kann viel Arbeit bedeuten.
    > Genau diesen Teil kann man bei der Konkurenz
    > abgucken udn sich die Arbeit sparen.

    wie denn? willst du da hospitieren gehn oder was?
    "entwicklung" kann man nicht aus einem fertigen produkt zurückverfolgen.

    > Und hier ist
    > dann Schutz durchaus zu rechtfertigen.

    wo? hospitationsverbot? :D
    industriespionage ist schon verboten.

  7. Re: Dein Mißverständnis

    Autor: Schelm 16.11.07 - 13:29

    Sto schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Schöne Ausführung. Aber in einem Punkt kann ich
    > dir nicht recht geben. Wenn man das Programm als
    > ganzes betrachtet steckt da mehr Entwicklung drin
    > als die Pogrammierung. Und dieser
    > Entwicklungsaufwand kann viel Arbeit bedeuten.
    > Genau diesen Teil kann man bei der Konkurenz
    > abgucken udn sich die Arbeit sparen. Und hier ist
    > dann Schutz durchaus zu rechtfertigen.

    Entwicklung heißt im Computerbereich: Implementierung von 1000 alten Ideen und einer neuen. Die meiste Zeit geht für das Testen des Programms drauf, aber das Problem hat sowohl Original wie Kopie (Wenn du einfach Quelltext übernimmst verstößt du gegen das Urheberrecht).

    Zugegeben, deine eine Idee mag schützenswert sein, da du viel Zeit in ihre Entwicklung investiert hast. Bedenke aber, dass du für die tausend alten Ideen einen irrsinnigen Aufwand betreiben musst, um dich gegen Patentforderungen abzusichern. Deine Entwicklungskosten werden also zu einem großen Teil in den Schutz vor Patenten fließen, um einen Schutz durch ein einzelnes Patent zu bekommen. Patente unterlaufen damit gegen ihre eigentliche Bestimmung, Innovationsfördung durch Schutz der Entwickungskosten.

  8. Re: Was spricht gegen Softwarepatente ?

    Autor: ammoQ 16.11.07 - 14:41

    Als kleiner Entwickler kannst du dir Patente in der Regel gar nicht leisten. Und wenn doch, dann kannst du es dir nicht leisten, kostspielige Prozesse gegen die vermeintlichen "Patentverletzer" zu führen.

    In den meisten Fällen wird das, was du programmierst, sowieso nicht die erforderliche Erfindungshöhe aufweisen. Das heisst nicht, dass die Software deswegen unnötig wäre... aber sie ist halt nicht so neu, wie du gern glauben würdest. Vor allem aber wirst du es nicht schaffen, eine vermarktbare Software mit ausreichendem Neuigkeitsgehalt zu entwicklen, die nicht eines der zigtausend bestehenden SW-Patente verletzt. D.h. wenn du Oracle oder IBM klagst, weil die (deiner Meinung nach) dein Patent verletzen, dann krammen die aus der Patentkiste zwei Dutzend eigene Patente raus, die deine Software (möglicherweise) verletzt.
    Mit anderen Worten: Die Klage gegen die Grossen kannst du sowieso nur riskieren, wenn du gar nicht vorhast, die eigene Software jemals zu vermarkten. Kein Produkt -> keine Verletzung der Oracle/IBM/...-Patente. Dann wärst du aber ein verachtenswerter Patenttroll und diese Leute haben hier zurecht keine Freunde.

  9. Grampf da

    Autor: ITexperte 16.11.07 - 16:05

    The Programmer schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > An sich sind doch Softwarepatente eine gute
    > Sache.
    >
    > Wenn ich Monate oder jahre am Forschen und
    > Programmieren bin um eine Software zu entwickeln
    > dann ist es doch nur gerecht wenn ich meine Arbeit
    > mit einem Patent schützen kann.
    > Ohne Patente werden sich andere große Firmen wie
    > Oracle, IBM gleich daran machen meine Software per
    > reverse Engineering nachzubauen und selber zu
    > vermarkten.
    > Dann stehe ich als Entwickler ziemlich dumm da und
    > habe viel Zeit und Geld in ein Projekt gesteckt
    > mit dem ein anderer dann viel Geld verdient wärend
    > ich pleite gehe.
    >
    > Von daher sind solche Patente doch eine gute Sache
    > um vor allem kleine Unternehmen und selbständige
    > Entwickler zu schützen.
    > Kann nur hoffen das Softwarepatente möglichst bald
    > EU weit durchgesetzt werden können, sonst werden
    > es die kleineren Unternehmen nie schaffen sich
    > gegen die Großen zu behaupten.

    Ähm das ist jetzt soviel Verallgemeinerung und Bullshit, da fällt mir nichts mehr zu ein... ;D

  10. Danke

    Autor: Andrea Meisenhofer 16.11.07 - 16:44

    Schelm schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Sto schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Schöne Ausführung. Aber in einem Punkt kann
    > ich
    > dir nicht recht geben. Wenn man das
    > Programm als
    > ganzes betrachtet steckt da mehr
    > Entwicklung drin
    > als die Pogrammierung. Und
    > dieser
    > Entwicklungsaufwand kann viel Arbeit
    > bedeuten.
    > Genau diesen Teil kann man bei der
    > Konkurenz
    > abgucken udn sich die Arbeit
    > sparen. Und hier ist
    > dann Schutz durchaus zu
    > rechtfertigen.
    >
    > Entwicklung heißt im Computerbereich:
    > Implementierung von 1000 alten Ideen und einer
    > neuen. Die meiste Zeit geht für das Testen des
    > Programms drauf, aber das Problem hat sowohl
    > Original wie Kopie (Wenn du einfach Quelltext
    > übernimmst verstößt du gegen das Urheberrecht).
    >
    > Zugegeben, deine eine Idee mag schützenswert sein,
    > da du viel Zeit in ihre Entwicklung investiert
    > hast. Bedenke aber, dass du für die tausend alten
    > Ideen einen irrsinnigen Aufwand betreiben musst,
    > um dich gegen Patentforderungen abzusichern. Deine
    > Entwicklungskosten werden also zu einem großen
    > Teil in den Schutz vor Patenten fließen, um einen
    > Schutz durch ein einzelnes Patent zu bekommen.
    > Patente unterlaufen damit gegen ihre eigentliche
    > Bestimmung, Innovationsfördung durch Schutz der
    > Entwickungskosten.

    Endlich mal verständlich, auch für den letzten Troll (hoffentlich) in dieser Community dargelegt.

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