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Autor: Andy P. 21.12.07 - 00:12

Warum ist die Nachricht für die 99% aller Computernutzer, die kein OS/2 verwenden, so wichtig?
Es geht ja in der Petition nicht darum, das jeder ein kostenloses, seit 12 Jahren in keiner neuen Version erschienenes OS/2 herunterladen kann. Das könnten dann nur eh hartgesottene Freaks installieren.
Nein. Es geht darum, daß erstens kurzfristig der jetzige Code besser durch die recht kleine OS/2-Community am Laufen gehalten werden kann und was viel wichtiger ist:
Zweitens: die Ideen, die OS/2 einst so fortschrittlich werden liessen, in heutige Betriebssysteme und Anwendungen übernommen werden kann.
Dazu muß ich ein wenig weiter ausholen - wer will kann ja einfach im nächsten Absatz weiterlesen.
Wer als unbedarfter Computernutzer heute an einen PC kommt, muß erstmal eine Menge lernen, quasi einen Führerschein machen. Was uns Computernutzer alltäglich erscheint, ist einem Neuling fremd: Beispiel: Wieso muß ich den "Start"-Knopf drücken, um den PC auszuschalten? warum öffnet sich immer einunddasselbe Grafikprogramm, auch wenn es sich bei dem einen Bild um eine Skizze, bei dem anderen Bild um ein Foto handelt? Warum muß die Spracherkennung extra angewiesen werden, auf ein bestimmtes Kommando, ein bestimmtes Programm zu starten? Kann sie nicht einfach "auf den Desktop schauen"? Wieso muß ich, wenn ich mir im Schreibprogramm Notizen machen will, immer erst in das Webbrowserfenster klicken und kann dann erst runterscrollen? Auf meinem Schreibtisch kann ich ja auch das Buch rechts neben mir umblättern, ohne den Notizblock weglegen zu müssen. Über all diese Dinge denken wir Computernutzer gar nicht mehr nach, wir tun es einfach - weil wir es _gelernt_ haben. Wir müssen ständig neue Bedienungen lernen: das neue Office, die neue Datenbank - warum geht das nicht einfach nach dem Prinzip: "Tu, was ich will!"
Vieles an OS/2 war in den Grundzügen an diesem Konzept orientiert - Man brauchte nicht den Unterschied zwischen Programmen, Ordnern, Dateien etc kennen. Es waren alles Objekte. Objekte mit unterschiedlichen Eigenschaften. Mit Beziehungen zueinander. Wenn ich einen Brief verfassen wollte, nahm ich dazu ein entsprechendes Werkzeug (Texeditor, z.b.), und tippte drauflos. Wenn ich das ganze ablegte, hatte ich ein Symbol auf dem Arbeitsplatz und dieses Symbol repräsentierte diesen Text. ein Doppelklick drauf und der Texteditor öffnet sich wieder. (Klingt langweilg bekannt, oder? Aber jetz kommts:) Erstellte ich einen Text mit dem erweiterten Texteditor, wurde jeder Text mit dem dazu benutzten Programm geöffnet. Mehr noch: Sofort nach dem Ablegen auf dem Desktop "wußte" die Spracherkennung, das der Titel dieses Symbols ausgesprochen das Öffnen dessen zufolge haben mußte... Denn die Spracherkennung war -wie Maus und Tastatur- nur eine Methode zur Eingabe.
Heute braucht man schon für den simplen Unterschied zw. Maus und Touchscreen, eine eigene Windowsedition! Und wer schonmal versucht hat, mit viaVoice & Co. ein Programm zu starten, wird sich sicher noch schmerzlich an das "Startknopf drücken! - Programme! - Word" erinnern... Anstelle eines "Word starten!" - Wie es einfach unter OS/2 funktionierte.

So modern heutige Betriebsysteme auch sein mögen, sie können noch immer von OS/2 lernen. Da wäre das Konzept der Oberfläche, der Taskswitcher, der das System auch dann noch lebendig anfühlen ließ, wenn im Hintergrund die CPU schon mit der weißen Fahne wedelte, die simple Sprachführung (die es in dieser Form einfach heute nicht mal gegen viel Geld mehr gibt!) ... Vieles davon wurde erst enwickelt, als Microsoft das Handtuch warf und sich an Windows NT versuchte.
All diese Dinge können von OS/2 abgeschaut werden. Sie würden insbesondere der Linux-Community einen starken Impuls bei der Weiterentwicklung der Desktops geben.
Sie können aber auch dem Speicherhunger moderner Distributoren Einhalt gebieten ("Ok, Linux mit Gnome läuft auch schon mit 256MB, aber richtig performant erst mit ... GB"). Evtl fällt sogar was für die Windows- und MacOS-User ab - OpenSource ist ja nicht auf Linux beschränkt.
Insofern ist kann also der Einblick in die OS/2-Quellen nur ein Gewinn darstellen: IBM- die dadurch einige Bitten ihrer letzten OS/2-Kunden erfüllen, die kleine OS/2-Gemeinde, die ihr Lieblingsauto (respektive OS) restaurieren kann und der überwiegende Rest der Computernutzer, die nun auch mal die Früchte dessen bekommen können, was einst alle Tester und Computerjournalisten schrieben: "OS/2 sei die Meßlatte, an der sich die anderen zu messen hätten".
Warum also nicht das Beste daraus retten?

Andy P. Der dies grad an einem Laptop unter eComStation 2.0 rc3 schreibt. einem "OS/2 mit Frischzellenkur"


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Andy P. | 21.12.07 - 00:12

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