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Unzureichender Datenschutz in Googles Gmail-Dienst bemängelt

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  1. Unzureichender Datenschutz in Googles Gmail-Dienst bemängelt

    Autor: Golem.de 08.04.04 - 12:59

    Mehrere US-amerikanische Datenschutz- und Bürgerrechts-Organisationen fordern Google in einem offenen Brief dazu auf, den Datenschutz des kürzlich angekündigten E-Mail-Dienstes Gmail zu verbessern und bis dahin den bisher nur für Beta-Nutzer zugänglichen Dienst abzuschalten. Besonders wird bemängelt, dass Gmail den Inhalt von E-Mails automatisch ausliest, um anhand der gesammelten Daten passende Werbung auszuliefern.

    https://www.golem.de/0404/30752.html

  2. Re: Unzureichender Datenschutz in Googles GMail-Dienst bemängelt

    Autor: Frank 08.04.04 - 13:41

    Das Mails bei diversen Web-Mailern von Geheimdiensten "mit gelesen" werden ist nix neues... und jeder der Hotmail Yahoo o.ä. benutzt ist sich dessen sicherlich bewusst...
    Dass aber ein Unternehmen alle Mails durch einen Parser jagd um anschl. angepasste Werbung zu schalten halte auch ich für extrem gefährlich.
    Wer weiß denn schon, was für Filter das nun wirklich sind...wie weit arbeitet Google z.B. mit den US-Geheimdiensten oder dem BND zusammen (Stichwort: Patriots-Act 2 oder innere Sicherheit)

    Der Datenschutz verdient schon jetzt in Deutschland kaum noch diesen Namen... andererseits:
    wenn sowas erst mal Schule macht und man zusammen mit Mails von der Freundin dann Condom oder Viagra-Werbung bekommt und das Postgeheimnis bei Mails nichts mehr zählt setzt sich vielleicht endlich mal die Email-Verschlüsselung mit PGP o.ä. durch (höchste Zeit dafür wird es)

  3. und Spam-Filter

    Autor: Dr. No 08.04.04 - 13:47

    Wie ist das denn mit Spam Filtern bei GMX, Web.de, yahoo und Co?

    Da muss doch IMHO die Post ebenfalls gelesen, nach dem Inhalt bewertet und gefiltert werden?

  4. Re: Unzureichender Datenschutz in Googles GMail-Dienst bemängelt

    Autor: arpet 08.04.04 - 14:09

    mal ganz unabhängig wie man das vorgehen bewertet steht es doch jedem frei sich bei einem webmailer anzumelden oder nicht, zudem besitzt google wenigstens den anstand auf die verwertung von daten hinzuweisen, vermutlich als einziger freemail anbieter.
    warum also einen riesen aufstand machen?
    wer nicht einverstanden ist darf sich eben nicht anmelden!

  5. Re: Unzureichender Datenschutz in Googles GMail-Dienst bemängelt

    Autor: Raiden 08.04.04 - 14:18

    "Der Datenschutz verdient schon jetzt in Deutschland kaum noch diesen Namen" soll das ein Witz sein?
    Ich sag nur Telekommunikationsgesetzurteil. Das Gelabber wegen Fingerabdrücken im Personalausweis usw...
    Mir persönlich ist es total egal ob ein Geheimdienst meine Emails mitliest oder meine Telefongespräche protokolliert. Ich habe nämlich nichts zu verbergen. Das machen außerdem sowieso Computer. Und wenn dann einer meiner Emails verdächtig erscheint und von einem Analysten ausgewertet wird ist mir das auch völlig egal (selbst wenn Liebesbrief) weil ich den nicht kenne und er mich nicht und ich ihm auch nie begegnen werde.
    Vorallem in Deutschland werden die Kompetenzen von Polizei und Geheimdiensten immer stärker beschnitten und das in einer Zeit wie heute. Das halte ich für einen fatalen Fehler.
    Allein das man dem Verfassungschutz verboten hat Ermittler in die Scientology Organisation einzuschleusen spricht Bände.
    Und dann immer diese wirklich DUMMEN Argumente wie: Wenn wir die Bürgerrechte einschränken (Fingerabdrücke etc .voll die Einschränkung der persönlichen Freiheit *Ironie*) haben die Terroristen gewonnen. Die haben erst dann gewonnen wenn es keine Ungläubigen mehr gibt. Die wollen uns und unsere Kultur zerstören. Das habe die meißten Politiker (vorallem die Linken) immernoch nicht begriffen.
    Angesichts einer Gefahr wie dieser finde ich das Gelabber über Datenschutz (Hilfe ein Geheimdienst könnte meine Emails lesen) völlig lächerlich und unangebracht.

  6. Re: Unzureichender Datenschutz in Googles GMail-Dienst bemängelt

    Autor: Raiden 08.04.04 - 14:20

    https://www.golem.de/0404/30735.html
    das bestätigt meine Meinung nur.

  7. Niemand wird gezwungen GMAil zu benutzen.

    Autor: Gibbet 08.04.04 - 14:30

    Es lebe die Stasi!!!

  8. Re: Unzureichender Datenschutz in Googles GMail-Dienst bemängelt

    Autor: Test_The_Rest 08.04.04 - 14:46

    Was mich auch hier wieder wundert:
    Da bietet jemand einen kostenlosen (FREIWILLIG zu nutzenden) Dienst an (dessen Bedingungen von vornherein feststehen!), den jeder nutzen kann (oder eben nicht) und sogenannte "Datenschützer" reißen das Maul auf.

    Werden aber Zugangsdaten von Flatratebenutzern zu "Abrechnungszwecken" aufbewahrt und bei Bedarf an den Staatsanwalt herausgegeben, dann rührt sich von denen KEINER!

    Oder werden E-Mails automatisch nach verdächtigen Worten gescannt, wehrt sich von denen KEINER gegen!

    Das Einzige, was diese "Datenschützer" schützen, sind ihre (wahrscheinlich) gut bezahlten Posten...

  9. Re: Unzureichender Datenschutz in Googles GMail-Dienst bemängelt

    Autor: Thomas 08.04.04 - 15:00

    > wer nicht einverstanden ist darf sich eben nicht anmelden!

    Auf die art und weise kann der gmail-benutzer den verzicht auf sein recht des fernmeldegeheimnisses erklären. Aber was ist mit denjenigen, die eine mail AN gmail-benutzer schicken? Auch diese haben das recht darauf, dass ihr fernmeldegeheimnis gewart bleibt. Wie will man erreichen, dass jeder mailer die umstrittenen geschäftsbedingungen von gmail akzeptiert, selbst wenn er nicht dort registriert ist?

    "(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich." $10 GG
    http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/gg/art_10.html

  10. Re: Niemand wird gezwungen GMAil zu benutzen.

    Autor: dots 08.04.04 - 15:01

    Tja und was ist wenn du einen gmail benutzer, den du kennst eine mail schreiben möchtest, bzw beantworten musst?

  11. Re: Niemand wird gezwungen GMAil zu benutzen.

    Autor: Thomas 08.04.04 - 15:06

    Fällt flach wegen is nich!

    Auf grund dessen, dass sich demzufolge JEDER bei gmail registrieren müsste um die geschäftsbedingungen zu akzeptieren, steht schon das geschäftsmodell an sich auf wackeligen beinen.

    Dazu noch verstoss gegen $10 GG
    "(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich."
    http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/gg/art_10.html

    Ich glaube man sollte googles meldung weiterhin als Aprilscherz halten. Denn über dies wird der dienst nicht hinausgehen.

  12. Re: Unzureichender Datenschutz in Googles GMail-Dienst bemängelt

    Autor: Thomas 08.04.04 - 15:18

    > Mir persönlich ist es total egal ob ein Geheimdienst meine Emails
    > mitliest oder meine Telefongespräche protokolliert.
    Deine meinung. Damit bist aber in der minderheit und die diskussion bleibt gerechtfertigt. Wenn du deine briefe gern auf öffentlicher strasse aufhängst, damit jeder liest wie es dir so geht und was du für bettgeschichten hast, kannst du das gern machen. Andere erfreut der gedanke weniger.

    > Und wenn dann einer meiner Emails verdächtig erscheint und von
    > einem Analysten ausgewertet wird ist mir das auch völlig egal
    > (selbst wenn Liebesbrief) weil ich den nicht kenne und er mich
    > nicht und ich ihm auch nie begegnen werde.
    Das mag schon stimmen, sehen wirst du ihn nie. Aber ich finde es erschrenkend, wie so mancher auf seine rechte verzichtet. Wir alle kennen die geschichte unseres eigenen landes (davon gehe ich zumindestens mal aus) und vielleicht auch die anderer. Wir wissen also ungefähr, was damals falsch lief (überwachung, unterdrückung, manipulation) und das wird auch heute für "schlecht" empfunden. Und trotzdem sind manche zu blind um zu sehen wohin wir jetzt gehen.

    George Orwells 1980 solltest du mal lesen, oder dir wenigestens mal anschauen. Dieses szenario will niemand. Doch jedes jahr gehen wir einen schritt weiter darauf zu. Schön langsam, damit es niemand merkt oder damit sich sogar noch welche finden, die das ganze unterstützen.

  13. Re: Unzureichender Datenschutz in Googles GMail-Dienst bemängelt

    Autor: Ozzy 08.04.04 - 19:49

    Thomas schrieb:
    > Auf die art und weise kann der gmail-benutzer
    > den verzicht auf sein recht des
    > fernmeldegeheimnisses erklären. Aber was ist mit
    > denjenigen, die eine mail AN gmail-benutzer
    > schicken?
    ...die sollten sich halt vorher informieren...

    > Auch diese haben das recht darauf,
    > dass ihr fernmeldegeheimnis gewart bleibt. Wie
    > will man erreichen, dass jeder mailer die
    > umstrittenen geschäftsbedingungen von gmail
    > akzeptiert, selbst wenn er nicht dort
    > registriert ist?
    Naja, wenn Dein Fernmeldegeheimnis gewahrt bleiben soll, dann würde ich an Deiner Stelle aber keine E-Mails nutzen.


    > "(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und
    > Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich." $10 GG
    > http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/gg/art_10.html
    Naja, dann müsstest Du E-Mails wohl prinzipiell verbieten.
    Ich weiß auch nicht, inwieweit Google.com deutsches Recht interessiert...

    Im Prinzip hast Du schon Recht, aber wer E-Mail nutzt sollte sich im Klaren sein, dass vermutlich eine offene Postkarte mehr Datenschutz bietet, als jede E-Mail...

  14. Re: Unzureichender Datenschutz in Googles GMail-Dienst bemängelt

    Autor: Ozzy 08.04.04 - 19:59

    Stimme Dir eigentlich voll und ganz zu, dass mit den Politikern sehe ich jedoch ein wenig anders. Deren Interesse am sogenannten Datenschutz ist doch eher ein anderer...

  15. Re: und Spam-Filter

    Autor: Ozzy 08.04.04 - 20:04

    Bei Freemail musst Du als User die Spamliste pflegen, Mails von unbekannten Absender kommen in den Ordner "unbekannt" und Du entscheidest.
    - "Erwünschter Absender"
    - "Ganze Domain freischalten"
    - SPAM (unerwünscht)

    bei den anderen weiß ich's nicht...

  16. Re: Niemand wird gezwungen GMAil zu benutzen.

    Autor: Ozzy 08.04.04 - 20:06

    dots schrieb:
    >
    > Tja und was ist wenn du einen gmail benutzer,
    > den du kennst eine mail schreiben möchtest, bzw
    > beantworten musst?

    Dann tu es halt einfach nicht
    ...und schon regelt der Markt das Problem...

  17. Re: Unzureichender Datenschutz in Googles GMail-Dienst bemängelt

    Autor: silv 09.04.04 - 11:20

    Test_The_Rest schrieb:

    > Werden aber Zugangsdaten von Flatratebenutzern
    > zu "Abrechnungszwecken" aufbewahrt und bei
    > Bedarf an den Staatsanwalt herausgegeben, dann
    > rührt sich von denen KEINER!
    "Speichern von Daten ohne Anfangsverdacht" ist eines deiner Stichwort .. sogar hier bei golem

    > Oder werden E-Mails automatisch nach
    > verdächtigen Worten gescannt, wehrt sich von
    > denen KEINER gegen!

    Je nach Bereich und Umsetzung datenschutzrechtlich durchaus legitim .. trotzdem is auch eine Kritik in genügender Menge aus den Reihen der Datenschützer gegeben ... Google bemühen


    > Das Einzige, was diese "Datenschützer" schützen,
    > sind ihre (wahrscheinlich) gut bezahlten Posten...

    Nicht schonwieder derartige Diskussionen...


    ... es wäre schön wenn man sich informiert bevor kritisiert wird
    ...

    ..

  18. Es gibt amerikanische Datenschützer?

    Autor: mich 12.04.04 - 21:52

    Ist Datenschutz nicht unamerikanisch?

  19. Re: Niemand wird gezwungen GMAil zu benutzen.

    Autor: M. Renz 13.04.04 - 09:02

    witzbold.

  20. Re: Unzureichender Datenschutz in Googles GMail-Dienst bemängelt

    Autor: derich 13.04.04 - 12:47

    1984

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