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Ich bin erstaunt...

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  1. Ich bin erstaunt...

    Autor: Sebastian Laechele 25.01.08 - 00:00

    Ach du meine Güte, hier wird sensationell von einem physikalischen Phänomen berichtet, das tatsächlich schon lange bekannt ist und nur wegen seines geringen Nutzens keine Anwendung findet.

    Es gibt nämlich folgendes Problem: Um den Strom zu erzeugen, braucht man nicht nur eine heiße Stelle, wie etwa einen Prozessor, sondern auch eine kalte Stelle, in deren Richtung die Wärme fließen kann.
    Eine Suche nach Peltier-Element führt jeden Interessierten zu einem Produkt das vermutlich identisch funktioniert:
    Legt man Wärmepotenzial an, entsteht elektrisches Potenzial.
    Legt man elektrisches Potenzial an, entsteht Wärmepotenzial.

    Und jetzt haltet euch fest:
    Diese Peltierelemente werden zum Teil bereits genutzt um den Prozessor zu KÜHLEN, denn es ist ein altbekanntes Problem, die Abwärme schnell genug von den kritischen Stellen fernzuhalten. Das Peltierelement sorgt für eine höhere Wärmedifferenz zur Umgebung und dadurch zu einem erhöhten Wärmefluss - kurz: der Lüfter muss langsamer/gar nicht drehen.
    Zapfe ich hingegen Strom von dem Peltierelement ab, behindere ich den Wärmefluss und sorge damit für eine niedrigere Wärmedifferenz zur Umgebung. Nicht gerade sinnvoll.

    Auch in Kraftwerken sehe ich keinen Einsatzzweck. Denn sobald man die höchstmögliche Energieausbeute erreicht, ist das Kühlmittel auf der selben Temperatur wie der Dampf, der aus dem Schornstein geblasen wird. Bei dem Kühlmittel handelt es sich allerdings meist um Wasser aus Flüssen, die leider mit Lebenwesen gefüllt sind welche teilweise äußerst sensibel auf Temperaturänderungen reagieren. Kraftwerken ist hier sicherlich ein strenges Limit gegeben was die erlaubte Menge an Abwärme angeht, die die Flüsse erreichen darf.

    Ich habe schon lange nicht mehr einen derart technisch inkompetenten Bericht gelesen! Energie durch Körperwärme, hah! Bei dem Teil musste ich sogar lachen.

    Also... nachdem ich nun meiner Enttäuschung über das Niveau der Nachrichten hier Ausdruck verleihen konnte, verschwindet Golem.de aus der Liste meines RSS-Readers.

    Bye Bye

  2. Der Artikel gibt zu wenig her...

    Autor: monettenom 25.01.08 - 08:40

    ... als dass man diese "Entdeckung" tatsächlich kompetent zerreisen könnte. Immerhin haben das Wissenschaftler entdeckt, die auch studiert haben und so vollkommen blöd können sie nicht sein. Dass Artikel - wo auch immer sie stehen - diese Sachverhalte nicht wirklich wiedergeben, solange sie nicht einfach nur die Texte übernehmen dürfte bekannt sein. Man kann also jetzt nicht aufgrund dieses unvollständigen Halbwissens Urteile über Sinn und Unsinn dieser Technik fällen.

    Meiner Ansicht nach ist so ein Versuch ebenso dilletantisch wie der Artikel selbst.

  3. Re: Der Artikel gibt zu wenig her...

    Autor: Midsommer 25.01.08 - 08:52

    Wenn ich mich da noch an meine Promotionszeit erinnere, waren v.a. die Amerikaner immer die ersten, die gigantische, neue, etc. Effekte fanden.
    Gebracht hat es nichts - eben weil die Amis nicht die Kompetenz hatten/haben um die tollen Entdeckungen als alt und unmögliche zu identifizieren, oder weil sie schlicht weg zu unfähig waren es umzusetzten.

    Nicht umsonst sind es v.a. Deutsche, Niederländer und Franzosen die v.a. in den USA die Forschung und Entwicklung vorantreiben. Spreche ich aber mit bekannten, die aktuell noch in der Forschung sind, scheint sich die Situation eher noch verschlechtert zu haben...

    Also: nicht wundern, wenn die Amis mal was neues, unglaublich effizientes und gigantisch tolles gefunden haben wollen ;)

    monettenom schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > ... als dass man diese "Entdeckung" tatsächlich
    > kompetent zerreisen könnte. Immerhin haben das
    > Wissenschaftler entdeckt, die auch studiert haben
    > und so vollkommen blöd können sie nicht sein. Dass
    > Artikel - wo auch immer sie stehen - diese
    > Sachverhalte nicht wirklich wiedergeben, solange
    > sie nicht einfach nur die Texte übernehmen dürfte
    > bekannt sein. Man kann also jetzt nicht aufgrund
    > dieses unvollständigen Halbwissens Urteile über
    > Sinn und Unsinn dieser Technik fällen.
    >
    > Meiner Ansicht nach ist so ein Versuch ebenso
    > dilletantisch wie der Artikel selbst.


  4. Erst lesen, dann mosern ...

    Autor: Der_Ing. 25.01.08 - 09:10

    Sebastian Laechele schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ach du meine Güte, hier wird sensationell von
    > einem physikalischen Phänomen berichtet, das
    > tatsächlich schon lange bekannt ist und nur wegen
    > seines geringen Nutzens keine Anwendung findet.
    >
    Es wird durchaus zur "Stromerzeugung" verwendet, wenn auch wegen des _bisher_ geringen Wirkungsgrades nur dort, wo natürlicherweise hohe Temperaturdifferenzen zu finden sind, z.B. in Gebieten mit hoher Erdwärme zur Versorgung von Messgeräten etc. Das spart eine Menge Primärenergie und man hat weder bewegte Teile noch Probleme mit Wasser/ Korrosion/ Ablagerungen.

    > Es gibt nämlich folgendes Problem: Um den Strom zu
    > erzeugen, braucht man nicht nur eine heiße Stelle,
    > wie etwa einen Prozessor, sondern auch eine kalte
    > Stelle, in deren Richtung die Wärme fließen kann.
    > Eine Suche nach Peltier-Element führt jeden
    > Interessierten zu einem Produkt das vermutlich
    > identisch funktioniert:
    > Legt man Wärmepotenzial an, entsteht elektrisches
    > Potenzial.
    > Legt man elektrisches Potenzial an, entsteht
    > Wärmepotenzial.
    >
    > Und jetzt haltet euch fest:
    > Diese Peltierelemente werden zum Teil bereits
    > genutzt um den Prozessor zu KÜHLEN, denn es ist
    > ein altbekanntes Problem, die Abwärme schnell
    > genug von den kritischen Stellen fernzuhalten. Das
    > Peltierelement sorgt für eine höhere
    > Wärmedifferenz zur Umgebung und dadurch zu einem
    > erhöhten Wärmefluss - kurz: der Lüfter muss
    > langsamer/gar nicht drehen.
    Das ist glatt falsch: Um 1W an Wärme von der kalten Seite abzutransportieren, werden etwa 5-6W an elektrischer Leistung benötigt, die auch noch auf der warmen Seite in Wärme umgesetzt werden. Damit muss der Lüfter deutlich höher drehen, als je zuvor. Die Vorteile liegen nur darin, dass der Prozessor unter Raumtemperatur gekühlt werden kann, dass die höhere Kühlkörpertemperatur für einen höheren Wirkungsgrad des (natürlich auch wesentlich größeren) Kühlkörpers sorgt, und dass es keiner bewegten Teile bedarf.
    Nachteil: Wenn der Kühlkörper erst einmal richtig warm ist, muss erst die Wärmequelle abgeschaltet werden und dann die Peltierkühlung, weil die ganze dort gespeicherte Wärme über die extrem gut wärmeleitenden Elemente wieder zurücktransportiert würde, was im Extremfall z.B. einen Prozessor gleich nach dem Abschalten toasten könnte.

    > Zapfe ich hingegen Strom von dem Peltierelement
    > ab, behindere ich den Wärmefluss und sorge damit
    > für eine niedrigere Wärmedifferenz zur Umgebung.
    > Nicht gerade sinnvoll.
    >
    Andersherum: Wenn ich eine Seite eines thermoelektrischen Elementes kalt und die andere warm halte, kann ich ein elektrische Energie entnehmen. Die Verringerung der Temperaturdifferenz ist im Übrigen doch gerade das, was eine Kühlung bewirken soll, oder?

    > Auch in Kraftwerken sehe ich keinen Einsatzzweck.
    > Denn sobald man die höchstmögliche Energieausbeute
    > erreicht, ist das Kühlmittel auf der selben
    > Temperatur wie der Dampf, der aus dem Schornstein
    > geblasen wird. Bei dem Kühlmittel handelt es sich
    > allerdings meist um Wasser aus Flüssen, die leider
    > mit Lebenwesen gefüllt sind welche teilweise
    > äußerst sensibel auf Temperaturänderungen
    > reagieren. Kraftwerken ist hier sicherlich ein
    > strenges Limit gegeben was die erlaubte Menge an
    > Abwärme angeht, die die Flüsse erreichen darf.
    >
    Vielleicht solltest Du Dir mal die kleine Mühe machen, den im Text verlinkten Artikel zu lesen: http://www.lbl.gov/Science-Articles/Archive/MSD-silicon-nanowires.html

    > Ich habe schon lange nicht mehr einen derart
    > technisch inkompetenten Bericht gelesen! Energie
    > durch Körperwärme, hah! Bei dem Teil musste ich
    > sogar lachen.
    >
    Lachen ist eine weltweit verbreitete Geste der Verlegenheit, vor allem zur Kaschierung von Unverständnis. Mag auch der Golem-Artikel etwas schwach sein, der amerikanische Text ist es nicht. Entweder wolltest Du Dich also nicht wirklich informieren, oder Du warst nicht in der Lage, den verlinkten Text zu verstehen. In beiden Fällen ist Deine Überheblichkeit wenig angebracht.

    > Also... nachdem ich nun meiner Enttäuschung über
    > das Niveau der Nachrichten hier Ausdruck verleihen
    > konnte, verschwindet Golem.de aus der Liste meines
    > RSS-Readers.
    >
    > Bye Bye
    Dann bleibt ja dir Hoffnung, wenigstens einen Poster loszusein, der seine Nasenspitze höher als den Scheitel trägt ...

  5. Re: Ich bin erstaunt...

    Autor: borg 25.01.08 - 09:25

    Sebastian Laechele schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Auch in Kraftwerken sehe ich keinen Einsatzzweck.
    > Denn sobald man die höchstmögliche Energieausbeute
    > erreicht, ist das Kühlmittel auf der selben
    > Temperatur wie der Dampf, der aus dem Schornstein
    > geblasen wird. Bei dem Kühlmittel handelt es sich
    > allerdings meist um Wasser aus Flüssen, die leider
    > mit Lebenwesen gefüllt sind welche teilweise
    > äußerst sensibel auf Temperaturänderungen
    > reagieren. Kraftwerken ist hier sicherlich ein
    > strenges Limit gegeben was die erlaubte Menge an
    > Abwärme angeht, die die Flüsse erreichen darf.
    >
    Gerade bei Flusswasserkühlung fliesst das erwärmte Wasser
    ohnehin hinter dem Kraftwerk wieder in den Fluss (und die Fische
    freuen sich - oder eben nicht)
    Und an der Stelle, an der das Warme Wasser in den Fluss fliest,
    gibt es eine Grenzstelle, das Abflussrohr, an der der Warme und
    der kalte Wasserstrom fliesen, genau wie am Auspuff eines
    Otto/Diesel-Motors die heissen Abgase. Und so wie aus dem
    Kraftwerk/Motor unbegrenzt sehr warmes Wasser/Abgase. Und
    das umströmende Medium (Flusswasser/Fahrtwind) ist "unbegrenz
    deutlich kälter. Egal wie warm das Abwasser/Abluft sind, das
    nachfliessende Medium von oberhalb des Kraftwerks oder neu
    hinzuströmende Fahrtwind haben weiterhin immer nur die
    normale Fluss/Aussentemperatur.
    Der Kleinen Raum (innerhalb eines PCs) wird natürlich trotz
    Lüftung erwärmt. Hier kann/wird Ihr Problem auftreten.
    Aber bereits am Menschlichen Körper, könnte z.B. durch einen
    Anorak aus entsprechenden Material, zumindest bei den
    jetztigen Temperaturen, Strom erzeugt werden. Im Winter evtl.
    sogar um entsprechende Stiefelheizungen für Ski-Stiefel zu
    erwärmen. Im Sommer, bei Aussentemperaturen die um oder über
    der Körpertemperatur liegen, hat man natürlich ein Problem -
    meist sogar mehrere (sogar ohne Stromerzeugungselement).

    www.speedteamduo.de

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