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Patente

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Patente

    Autor: Herb 17.03.05 - 11:45

    Na gut, dann waren halt die Software-Patente schuld, wenn in D in ein paar Jahren der Letzte das Licht ausschaltet.
    Ich frag' mich nur, wie die restliche Industrie mit diesen diabolischen Patenten überleben konnte... möglicherweise gibt's ja keine Recherche-Leute mehr für die arme IT, weil alle bereits vergeben sind... deshalb auch die Existenzangst (ich lach mich schlapp)

  2. Re: Patente

    Autor: Ember 17.03.05 - 11:56

    Unglücklicherweise gibt's ja kein Patent auf Dummheit oder Forentrolle - sonst hätte man Dich ja vermutlich längst verklagt.

    Kopfschüttelnd,
    Ember

  3. Re: Patente [++]

    Autor: Thompson 17.03.05 - 12:39

    Es ist schon herb, mit welchen PISA-Zombies man dauernd konfrontiert wird.

  4. Re: Patente

    Autor: ist harmlos 17.03.05 - 12:49

    Herb schrieb:

    > Ich frag' mich nur, wie die restliche Industrie
    > mit diesen diabolischen Patenten überleben
    > konnte... möglicherweise gibt's ja keine
    > Recherche-Leute mehr für die arme IT, weil alle
    > bereits vergeben sind... deshalb auch die
    > Existenzangst (ich lach mich schlapp)

    Es ist wohl ein Riesenunterschied, ob man eine Maschine patentiert oder einfachste Handlungsanweisungen?


  5. Re: Patente

    Autor: mc-hack 17.03.05 - 12:50

    > Ich frag' mich nur, wie die restliche Industrie
    > mit diesen diabolischen Patenten überleben
    > konnte.

    Na, möglicherweise handelt es sich bei Patenten im "früheren" Sinne um
    solche, die auch sinnvoll sind. Also nicht "Rechter Mausklick öffnet Eigenschaftendialog", sondern "Otto-Motor, arbeitet nach dem Verbrennungsprinzip". Also KnowHow+technische Anordnung. Und damit kann man auch leben, es hindert
    nämlich niemanden, einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor zu bauen. Oder einen Dieselmotor. Weil die Verbrennung "an sich" nicht patentiert wurde. Oder die Anordnung Kolben+Zylinder+Pleuel. Die gabs schon vor Otto an jeder Dampflok.

    Leider ist hat sich die Bezeichnung ja nicht durchgesetzt, aber es sind eben "Trivialpatente", von denen wir hier reden. Und ein erster Schritt Richtung Patentierung des menschlichen Gencodes auch in Europa. Meiner Meinung nach gibt es da nur einen legitimen Patenthalter: Mutter Natur.

    Dieser Scheißdreck ist tatsächlich bedrohlich. Und ein bißchen wie das deutsche Steuerrecht: du weißt nie, ob du nicht doch wieder was vergessen, nicht beachtet, falsch verstanden hast.

    Wir haben echt andere (technische) Probleme auf der Welt, als daß irgendeine Firma einen anderen (geniale, aber arme Privatperson ?!) daran hindern sollte, eine bessere Textverarbeitung herzustellen, nur weil "Programm zum Erstellen, speichern und drucken von Text" patentrechtlich geschützt ist.

  6. Re: Patente

    Autor: Energy 17.03.05 - 13:43

    > Ich frag' mich nur, wie die restliche Industrie
    > mit diesen diabolischen Patenten überleben
    > konnte...

    Man muss hierbei erkennen, dass Softwareentwicklung grundsätzlich anders abläuft, als die Entwicklung sonstiger Technik.

    Kurzgefasst nur soviel: Ein Softwareprodukt besteht aus einer unfassbar riesigen Anzahl von Mini-Bausteinen. Andere Technik besteht aus einer zwar nicht zu vernachlässigenden, aber im direkten Vergleich sehr geringen Anzahl von relativ komplexen Bausteinen (z.B. Motor). Damit ist die Situation dort noch recherchierbar, während dies im Software-Bereich längst nicht mehr der Fall ist.

  7. Re: Patente

    Autor: Hotohori 17.03.05 - 14:29

    Energy schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > > Ich frag' mich nur, wie die restliche
    > Industrie
    > mit diesen diabolischen Patenten
    > überleben
    > konnte...
    >
    > Man muss hierbei erkennen, dass
    > Softwareentwicklung grundsätzlich anders abläuft,
    > als die Entwicklung sonstiger Technik.
    >
    > Kurzgefasst nur soviel: Ein Softwareprodukt
    > besteht aus einer unfassbar riesigen Anzahl von
    > Mini-Bausteinen. Andere Technik besteht aus einer
    > zwar nicht zu vernachlässigenden, aber im direkten
    > Vergleich sehr geringen Anzahl von relativ
    > komplexen Bausteinen (z.B. Motor). Damit ist die
    > Situation dort noch recherchierbar, während dies
    > im Software-Bereich längst nicht mehr der Fall
    > ist.

    Eben, wenn ich überlege wie gross meine selbstgeschriebenen Programme teilweise schon sind und mir überlege wie gross der Quellcode dann erst z.B. bei einem umfangreichen Grafikprogramm sein muss, dann wird mir dabei schon ziemlich schwindelig. Und da mal eben den Programm Code frei von Patenten anderer zu halten oder überhaupt danach zu suchen ist schier ein Dinge der Unmöglichkeit, zumindest wenn man nicht extrem viel Zeit und Geld dafür opfern will.

    Ich bin zwar nur ein Hobby Programmierer, aber dennoch würden mich solche Patente genauso treffen und das würde mir so ziemlich den ganzen Spass am programmieren rauben und nicht gerade wenige Leute, die in ihrer Jugend spass am programmieren haben, machen das später als Beruf. Nur wer hat dann noch Bock zu programmieren?

  8. Re: Patente

    Autor: Marsai 17.03.05 - 15:08

    Energy schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > > Ich frag' mich nur, wie die restliche
    > Industrie
    > mit diesen diabolischen Patenten
    > überleben
    > konnte...
    >
    > Man muss hierbei erkennen, dass
    > Softwareentwicklung grundsätzlich anders abläuft,
    > als die Entwicklung sonstiger Technik.
    >
    > Kurzgefasst nur soviel: Ein Softwareprodukt
    > besteht aus einer unfassbar riesigen Anzahl von
    > Mini-Bausteinen. Andere Technik besteht aus einer
    > zwar nicht zu vernachlässigenden, aber im direkten
    > Vergleich sehr geringen Anzahl von relativ
    > komplexen Bausteinen (z.B. Motor). Damit ist die
    > Situation dort noch recherchierbar, während dies
    > im Software-Bereich längst nicht mehr der Fall
    > ist.

    Das stimmt nicht ganz. Softwareentwicklung ist durchaus vergleichbar mit der Entwicklung elektronischer Schaltungen wo es auch Patente auf viele viele einzelne Schalt"kreise" gibt und diese auch das bei Software vorhandene Problem der Trivialpatente erzeugen. Ich weiss auch von Forschungsleitern der pharmazeutischen Industrie das dort (zwar viel geringer) auch ein ähnliches Problem besteht - so gibt es konkrete Beispiele wie sich reine "Intellectual-Property" Firmen sich gängige Komponenten der Pharmazie in einzelnen Ländern geschützt haben. Dort werden dann als Resultat bestimmte Medikamente nicht oder nur in veränderter Form angeboten.

    Jedenfalls - das Problem in der Elektro/Schaltungstechnik mag durchaus vergleichbar mit dem Problem der Softwarepatente sein.

    _ABER_

    Die Probleme sind in der Elektrotechnik durchaus bekannt und inzw. ähnlich "verhasst" wie es sich mit Softwarepatenten abzeichnet - so gab es vor etwa 2 Jahren ein _sehr_ deutliches Editorial in einer der renommiertesten Elektronikzeitschrift in den USA in denen dieser Misstand angeprangert wurde. Interessanterweise geben die meisten Pro-Patent Lobbyisten inzw. Misstände scheinbar zu - wollen sie aber nur "beheben" und unabhängig davon möglichst schnell Patente auf zusätzliche Dinge wie Software, Business, Art u.a. einführen. Wer die Reformfähigkeit unserer Regierung kennt, weiss was von solchen Plänen zu halten ist - ein Blick auf das amerikanische System zeigt auch wie die Versuche die Misstände in den Griff zu bekommen (die dort auch schon viele Jahre bekannt sind) seit 20 Jahren nicht funktionieren. Eigentlich ist es in den vergangenen Jahren in der PTO nur noch schlimmer geworden obwohl verschiedene Initiativen zur "Reformierung" begonnen oder diskutiert wurden.

    Der BMWA Brief war ein ähnlicher Hohn wie die Versuche von Siemens in der Vergangenheit bei mittelständischen Firmen Werbung für Softwarepatente zu machen. Es stehen schon einige in den Startlöchern um in Europa ihre "lizenzgebühren" einzuklagen die nur auf die Absegnung auf EU Ebene (und anschliessende Umsetzung) warten - erst in den nächsten Jahren werden die negativen Aspekte daher wirklich durchschlagen.

    Wer sich schon einmal mit Elektrotechnikern unterhalten hat die mit Schaltungsentwurf quasi gar nichts mehr zu tun haben und nur noch patentanfragen und Recherchen machen, der weiss was den Softis blüht.

  9. Re: Patente

    Autor: Ozzy - alt 17.03.05 - 15:34

    Ember schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Unglücklicherweise gibt's ja kein Patent auf
    > Dummheit oder Forentrolle - sonst hätte man Dich
    > ja vermutlich längst verklagt.
    >
    > Kopfschüttelnd,
    > Ember


    Im Prinzip hat er doch recht! Patente gibt es in allen Bereichen, dass dieses Prinzip jetzt auch auf Software ausgedehnt wird ist doch maximal für die ein Problem, die nichts zum Patentieren haben, und bisher stets nur unentgeltlich abgekupfert haben.

  10. Re: Patente

    Autor: MM 17.03.05 - 18:24

    Ozzy - alt schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ember schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Unglücklicherweise gibt's ja kein Patent
    > auf
    > Dummheit oder Forentrolle - sonst hätte
    > man Dich
    > ja vermutlich längst verklagt.
    >
    > Kopfschüttelnd,
    > Ember
    >
    > Im Prinzip hat er doch recht! Patente gibt es in
    > allen Bereichen, dass dieses Prinzip jetzt auch
    > auf Software ausgedehnt wird ist doch maximal für
    > die ein Problem, die nichts zum Patentieren haben,
    > und bisher stets nur unentgeltlich abgekupfert
    > haben.

    Nein, du machst es dir zu einfach. Im Softwarewesen gibt es schon eine Alternative zum Patent bei Maschinen. Dieses heißt Uhrheberrecht. Das Patent in anderen Bereichen schützt die technische Umsetzung, nicht die Idee selber. Diese technische Umsetzung wird im Bereich der Informatik durch das Urheberrecht geschützt. Bei der Patentierung von Software geht es nun darum, die dahinterliegende Idee auch noch zu schützen. Damit würden erstmals Patente auf Ideen möglich. Für wen ist das nun ein Problem?
    z.B. - Leute, die zwar viele Ideen haben, aber kein Geld, um diese auch zu schützen. Warum macht man Patente nicht umsonst, wie das Urheberrecht auch? -> Weil man dann keinen finanziell schwächeren Konkurrenten mit Patenten schlagen könnte. Dann wäre es ein echter Innovationswettstreit. Aber genau dieser ist ja bei der Patentierung von Software eben NICHT gewünscht.
    - Genauso wird die Sache für kleinere Firmen ein Problem, die eben nicht tausende von Mitarbeitern haben, um ein gigantisches Patentportfolio aufzubauen. Masse hilft bei Patenten sehr gut gegen Klasse
    - Open Source Software. Bei Closed Source Software ist es sehr schwer, eine Patentverletzung nachzuweisen, bei Open Source Software nicht. Closed Source Software eignet sich also prinzipiell besser dazu, fremde Patente zu verletzen. Damit ist der Kampf Open Source gegen Closed Source Software ein sehr ungleicher mit Patenten.
    Wem nützt es was?
    Inländischen oder ausländischen großen Konzernen mit gigantischen Patentportfolios (Wo sitzen übrigens die meisten großen Firmen im IT Bereich? Kleiner Tipp: Hier nicht...)
    Rechtsanwaltskanzleien, die Patente aufkaufen und ausschlachten.
    Golem und Heise Trollen, deren einziger Lebensinhalt es ist, andere in Foren zu provozieren.

  11. Re: Patente

    Autor: Otto d.O. 18.03.05 - 11:09

    Die unkörperliche Natur der Software macht Patente wesentlich gefährlicher für die Software-Entwickler als für andere Branchen.
    Du kannst z.B. eine Fabrik für Bleistifte hochziehen, die Bleistifte genauso herstellt wie schon bisher immer Bleistifte hergestellt wurden; und da Bleistifte
    immer benötigt werden, wirst du (wenn der Preis usw. passt) auch Kunden finden. Da daran absolut nichts innovatives ist, besteht auch keine Gefahr durch Patente.
    Software hingegen ist nur verkäuflich, wenn sie ein innovatives Element enthält.
    Das macht sie generell anfälliger für Patente.
    Weiters kann man Software mit sehr geringen Investitionskosten herstellen, im einfachsten Fall reicht ein PC um 500 Euro, auf den man kostenlose Entwicklungswerkzeuge wie z.B. Eclipse installiert.
    Daraus resultiert, dass es in der Softwarebranche strukturell viele sehr kleine und mittelgrosse Unternehmen gibt, die aber durchaus hoch innovativ, produktiv und sinnvoll sein können. Diese KMU sind dann natürlich durch SW-Patente besonders gefährdet, da sie nicht über die finanziellen Mittel verfügen, einen Patentstreit vor Gericht durchzustehen.

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