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Wie soll der Staat seine Bürger den sonst schützen?

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  1. Freiheit, das heißt keine Angst haben...

    Autor: Karin Schulte 29.04.08 - 12:04

    Je mehr Angst die Menschen haben, umso weniger trauen sie sich zu. Je mehr geschützt wird, umso mehr nimmt die Angst zu. Je mehr vorgegeben wird, umso mehr nimmt die Eigenverantwortung ab.

    >
    > Kleine Anmerkung am Rande: Ich bin froh, dass es
    > in Deutschland sowohl das (fast) nicht
    > aushebelbare Grundgesetz UND das
    > Bundesverfassungsgericht in ihrer jetzigen Form
    > als letzte Instanz gibt, sonst - so meine
    > Befürchtung - würden unsere politischen Vertreter
    > mit ziemlicher Sicherheit einen Überwachungsstaat
    > schaffen oder gar der Demokratie abschwören...



    Deshalb braucht man ja auch eine EU-Verfassung. Oder Vertrag, wie man will.

  2. Re: Wie soll der Staat seine Bürger den sonst schützen?

    Autor: Anonymer Nutzer 29.04.08 - 12:05

    F.E. schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Normalerweise bringen einem
    > die Eltern schon in jungen Jahren die Regeln von
    > Anstand und Moral bei.


    Geht's noch ein wenig schwammiger?

  3. Re: Wie soll der Staat seine Bürger den sonst schützen?

    Autor: super 29.04.08 - 12:23

    Mensch schrieb:
    -------------------------------------------------------
    >>
    > Zum Thema Moral:
    > www.lebensquellen.de
    > Damit solltest auch du begriffen haben worum es
    > geht.
    >

    Ich hoffe auf Verständnis dafür, dass ich den freundlichen Link nicht vollständig durchgearbeitet habe, jedoch aufmerksam überflogen ist er. Ich hoffe, wenn ich dein Posting dem christlichen Lager zuordne liege ich nicht falsch? Eigentlich müsstest du meiner bisherigen Argumentation am ehesten folgen, denn ist der Text nicht in seiner Hauptaussage eine Kritik an Gesetzlichkeit?

    Carl Barth, wenn ich mich recht erinnere, fasste seine christliche Ethik irgendwie so zusammen (meine errinnerte Faustformel) "höre auf Gott im inneren". Genau das ist auch bei einem freien Netz und einer liberalen Weltordnung möglich!

    Noch eine Erläuterung: ich halte es für eine Verwechslung, das Internet als zu begreifen. Medien (siehe Marshall McLuhan) sind Wahrnehmungsexpansionen, das heißt, ich kann mittels des Internet meine Wahrnehmung einfach auf andere Dinge ausdehnen. Mehr nicht, weniger nicht. Und dass wir in einer Welt mit Kriegen usw. leben ist ja wohl trivial, ich kann hinschauen, hinfahren oder mir Bilder von zerfetzten Leichen betrachten. Kann es aber auch lassen (was bei Kaufhausgedudel z.B. nicht er Fall ist, und selbst da redet noch niemand von Zensur...)!

    Um auf Deinen christlichen Link zurückzukommen: Schon die Bibel hat eine klare Medienethik: Jesus sagt laut Markus 9 Vers 43ff "Haue Dir lieber die Hand ab bevor sie eine Sünde begeht" usw. - Hier ist der ganz klare Auftrag an den Einzelnen, den Jünger, dass er sich um seine Sünden mit den ihm zu Hilfe stehenden Mitteln kümmern soll. Nirgends, ganz im Gegenteil, ist die Rede davon, dass man den anderen die Hände, und sonstige Medien abhauen solle.

    Medien sind omnipräsent, ob es nun ein Automobil, ein Fernrohr oder ein klassische Ohr ist: Jedesmal tragen sie uns Eindrücke zu, die wir sonst nicht hätten. Dann, weil ein Fernrohr uns ein schreckliches Bild vermittelt dieses Fernrohr mit einer Horror-Sperre versehen zu wollen ist doch völlig abstrus. (Zumal dieser Horror wieder definiert werden müsste, das gleiche Bild eines verendenden Hirsches beim Jäger Freude und beim Vegetarier Kotzen hervorrufen)

    Summa: das mit den verbindlichen Regeln von Moral und Anstand hast du selbst auf eine Selbstkontrolle reduziert, richtig vestanden?

  4. Re: Wie soll der Staat seine Bürger den sonst schützen?

    Autor: super 29.04.08 - 12:35

    Mertinghofen schrieb:
    -------------------------------------------------------
    >>
    > Die Menschen brauchen nun mal einfachr Regeln und
    > Lösungen. Alles andere überfordert große Teile der
    > Bevölkerung. Das gilt ja auch für das Internet.
    > Vieles was es da gibt überfordert die Leute
    > schlicht und einfach. Deshalb versucht man ja mit
    > Sperren zumindest die schädlichen Inhalte zu
    > blockieren.

    Mit dieser Einstellung kommen die "großen Teile der Bevölkerung" ja auch nicht weiter. Nur wer Verantwortung übertragen bekommt kann an ihr wachsen!

    Allerdings gibt es sicher Fälle von Verwahrlosung durch Internetnutzung, also wenn Leute einfach nicht reif genug für die Verantwortung waren, nur: sollte man deswegen das Internet zensieren? Nur weil Kinder nicht verkehrstauglich sind und vors Auto rennen wird der Straßenverkehr doch auch nicht abgeschafft.

    Ich denke, man könnte eventuell über Restriktionen beim _Zugang_ nachdenken, aber nicht in der Angebotsqualität. Und die Verantwortung liegt - auch rechtlich einwandfrei - bei der Person die z.B. einem Kind Zugang zu einem Medium gewährt, und hier sind erzieherische Kompetenzen gefragt, nicht Weltregulierungsphantasien...

  5. Re: Freiheit, das heißt keine Angst haben...

    Autor: dobermann 29.04.08 - 13:00

    Karin Schulte schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Je mehr Angst die Menschen haben, umso weniger
    > trauen sie sich zu. Je mehr geschützt wird, umso
    > mehr nimmt die Angst zu. Je mehr vorgegeben wird,
    > umso mehr nimmt die Eigenverantwortung ab.
    >
    > >
    > Kleine Anmerkung am Rande: Ich bin
    > froh, dass es
    > in Deutschland sowohl das
    > (fast) nicht
    > aushebelbare Grundgesetz UND
    > das
    > Bundesverfassungsgericht in ihrer
    > jetzigen Form
    > als letzte Instanz gibt, sonst
    > - so meine
    > Befürchtung - würden unsere
    > politischen Vertreter
    > mit ziemlicher
    > Sicherheit einen Überwachungsstaat
    > schaffen
    > oder gar der Demokratie abschwören...
    >
    > Deshalb braucht man ja auch eine EU-Verfassung.
    > Oder Vertrag, wie man will.
    >
    > Dieses Gutachten wurden genau aus einem einzigen Grund in Auftrag gegeben...nämlich um herauszufinden wie man unliebsame Inhalte im Internet national filtern kann. Allerdings wurde dieses Gutachten vor dem Richterspruch des Bundesverfassungsgericht zur Online-Durchsuchung in Auftrag gegeben,somit sind Teile dieses Gutachtens nicht mehr aktuell bzw. sollten neu überdacht werden. Grundsätzlich geht die Regierung aber davon aus in Zukunft bestimmte Webinhalte sperren zu lassen, dies betrifft nicht nur jugendgefährdende Inhalte...sondern alle Inhalte die sich möglicherweise kritisch mit den jeweiligen Machthabern und ihrer Handlanger auseinandersetzen...also Blog's,webseiten etc. Die freie Meinungsäußerung,die freie Informationsbeschaffung etc. soll damit quasi unterbunden werden.
    Die hier angesprochene EU-Verfassung geht in diesem Punkt exakt in die selbe Richtung, nur eben auf EU-Ebene...auch da wird bereits über Filter bzw. Sperrrungen nachgedacht.

  6. Re: Wie soll der Staat seine Bürger den sonst schützen?

    Autor: dobermann 29.04.08 - 13:04

    F.E. schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wie soll der Staat seine Bürger den sonst
    > schützen?
    > Überall im Netz lauern Gefahren und illegale
    > Angebote die Kinder und mental schwächere
    > Erwachsene gefährden. Der Staat muss doch
    > irgendwie seine Bürger davor schützen.

    Gefahren lauern auch im Supermarkt, da kann Dir nämlich eine Dose Nudeln auf den Kopf fallen, soll der Staat Dich davor auch schützen.?
    Gefahren im Internet kenne ich eigentlich keine, wenn nämlich die Eltern ihren Kindern den sorgfältigen und umsichtigen Umgang mit dem Medium Internet beibringen...passiert den Kindern auch nichts.
    Der Staat hat niemanden vorzuschreiben welche Inhalte der Bürger sich im Netz ansieht etc.


  7. Re: Freiheit, das heißt keine Angst haben...

    Autor: Monika Scheider 29.04.08 - 13:59

    > Die hier angesprochene EU-Verfassung geht in
    > diesem Punkt exakt in die selbe Richtung, nur eben
    > auf EU-Ebene...auch da wird bereits über Filter
    > bzw. Sperrrungen nachgedacht.

    Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, ... sind keinen Pfifferling wert, wenn Presse, Fernsehen, Radio nur noch nach Lobby-Vorgaben Programm machen.

    Nicht einmal die Titel guter und bekannter Künstler laufen im Radio, sobald sie thematisch über Weichspülerniveau liegen.

    Und die öffentlichrechtlichen Sender im Internet? Nur ein Tropfen auf den heißen Stein. So kann man keine Meinung machen. So viel Geld kann nicht einmal die GEZ besorgen.

  8. Re: Wie soll der Staat seine Bürger den sonst schützen?

    Autor: Monika Scheider 29.04.08 - 14:16


    >
    > Nein, es gibt durchaus Ideen und Informationen die
    > mit den Regeln von Moral und Anstand nicht
    > vereinbar sind.

    Wessen Moral? Gibt es darauf ein Monopol? Informationen, die mit Regeln von Moral und Anstand nicht vereinbar sind? Die bekommt man unter anderem auch jeden Tag in den Nachrichten. Oder in der Zeitung. Da müsste man ja die Seiten der Sekten und Religionsgemeinschaften als erstes sperren, wenn man so argumentiert.





  9. Re: Wie soll der Staat seine Bürger den sonst schützen?

    Autor: desillusioniert 29.04.08 - 14:39

    F.E. schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > super schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Thymian schrieb:
    >
    > --------------------------------------------------
    >
    > -----
    > >>
    > Nein, es gibt
    > durchaus Ideen und
    > Informationen die
    > mit
    > den Regeln von Moral
    > und Anstand nicht
    >
    > vereinbar sind.
    >
    > Welches sind die Regeln
    > von Moral und Anstand?
    > (Solange das niemand
    > von denjenigen, die sich hier
    > auf solche
    > Regeln berufen sagen kann gilt das
    > Argument
    > nicht)
    > Bin gespannt!
    >
    > Wenn ein Mensch nicht mal dies weis dann ist ihm
    > kaum mehr zu helfen. Normalerweise bringen einem
    > die Eltern schon in jungen Jahren die Regeln von
    > Anstand und Moral bei.

    Ja, als eine der ersten Regeln von Anstand und Moral sollten die Eltern ihren Kindern beibringen, dass ausschließlich sie _selbst_ für ihr Handeln verantwortlich sind und die Durchsetzung von Anstand und Moral _keinesfalls_ dem Staat überlassen dürfen.
    Wer also, was Anstand und Moral betrifft, nach dem Staat ruft, zeigt, dass er nicht nur gravierenden Erziehungsmängeln ausgesetzt war, sondern darüber hinaus auch durch die eigene Lebenserfahrung nicht das Einmaleins von Anstand und Moral lernen konnte. Jemand, der zumindest lesen und schreiben kann, zeigt jedoch, dass er nicht etwa nicht lernen konnte, sondern _nicht lernen wollte_!

    Meiner Meinung nach ist das kein Kavaliersdelikt, sondern sollte mit mindesten einem halben Jahr Zwangsarbeit im Steinbruch in Verbindung mit reduzierter Nahrungsaufnahme bestraft werden. Zumindest würde das zu einem gewissen Realitätssinn, der natürlich unabdingbare Voraussetzung für eigenverantwortliches Handeln ist, führen.



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