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Das letzte Tabu
Autor: Alex Schwätzer 17.06.08 - 20:42
Ich bin der Meinung, dass die hohe Arbeitslosenquote neben vielen anderen Gründen letztlich zu einem großen Teil daher rührt, dass heutzutage in fast jedem Haushalt beide Erwachsene arbeiten gehen. Dass man abzüglich Singles dadurch fast doppelt so viele Arbeitsplätze benötigt um alle unterzubringen liegt auf der Hand. Sicherlich gab es auch schon Haushalte mit geringem Einkommen, bei denen es nötig war, das beide arbeiteten und auch weniger Singles, aber trotzdem gehen nicht wenige der Arbeitslosen auf das Konto dieser Luxusdoppeltbeschäftigung. Ganz davon zu schweigen, dass es den Wettbewerb unter den Arbeitnehmern führt, in anderen Worten Löhne drückt. Gleichzeitig müssen verheiratete - auch ohne Kinder - noch wesentlich weniger Steuern zahlen, profitieren also noch stärker. Im Prinzip müsste man durch Steuern oder sonstige Regelungen, Beschäftigte, deren Haushalt bereits über ein ausreichendes Einkommen verfügt, gegenüber solchen ohne dieses benachteiligen.
Allerdings habe ich nie mitbekommen, dass dies überhaupt einmal in einer Diskussion angesprochen wurde. Wahrscheinlich würde es als frauenfeindlich oder stockkonservativ verschrien. Ob nun Mann oder Frau den Haushalt schmeißt, ist völlig egal. Die Arbeitgeber haben wahrscheinlich aber auch ein Interesse daran, dass sie eben aus mehr Kandidaten wählen können und Frauen gelten ja immer noch irgendwie als tüchtiger, sofern sie gleichwertige Kompetenzen vorweisen können.
Seinem Leben einem Sinn geben, kann man auch viel besser abseits des Jobs, durch Hobbies oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Leute, die nach dem Renteneintritt partout nicht wissen, was sie machen sollen, obwohl sie alle Zeit der Welt haben, können einem Leid tun. Ähnlich sehe ich dass bei Eltern, die nach dem sie ihre Kinder großgezogen haben, nur wieder einem Beruf nachgehen, weil sie sonst nichts mit sich anzufangen wissen. Das Geld brauchen sie ja meist gar nicht, welches dann nur für Luxus wie einen Zweitwagen ausgegeben wird. Man braucht vielleicht eine Aufgabe, aber man braucht sicher keinen Beruf um sich zu verwirklichen. -
Re: Das letzte Tabu
Autor: Der Kaiser 17.06.08 - 22:45
Alex, Schwätzer sehen anders aus.
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Re: Das letzte Tabu
Autor: smalltalk 18.06.08 - 11:59
Gute Idee. Nehmen wir einfach mal 10-15 Millionen Arbeitnehmer vom Markt. Dann wird es keine Arbeitslosen mehr geben.
Die offenen Jobs verteilen wir per Lotterie an die übrige Bevölkerung.
Einfacher wäre es allerdings eine Lotterie zu veranstalten, wer mit dem Arbeiten aufhören darf/muss.
Wer nicht will, wird dann als unsozial abgestempelt und in Beugungshaft genommen, oder muss seinen gesamten Lohn an einen Arbeitslosen auszahlen.
Das nenne ich Solidarität.
Ich stelle mir auch schon dir Diskussion im Haushalt vor:
A: Du, Schatz, ich will nicht mehr arbeiten. Wir brauchen das Geld doch nicht.
B: Du hast völlig recht, den Urlaub in diesem Jahr brauchen wir auch nicht. Und das Haus können wir ja auch verkaufen, die Altersvorsorge - was solls, unsere Kinder brauchen auch keinen Computer, den Flachbildschirm ebenso nicht ... .
Das Durchschnittseinkommen liegt in Deutschland bei ca. 40.000 € mtl. (brutto) ziehe ich hiervon 30% ab (Steuern, Sozialversicherung) bleiben 28.000 € übrig.
macht 2.333 mtl. €;. Da das Einkommen aber nicht gleichmäßig verteilt ist, würde ich schätzen, das viele mit einem Einkommen um 1500 € oder weniger haushalten müssen. Ziehe ich hiervon 500 € Miete ab, bleiben 1000 €. Strom, Wasser, ... 150 €. Altersversorgung: 100-200 €.
Lebenshaltung 300 €. Kleidung und co. 200 €. Ist ja ein 2 Personenhaushalt. Bleiben noch 150 € übrig (für die Freizeit von 2 Personen). Für Konsumgüter wie z.B. Auto,Urlaub, ... reicht es nicht mehr.
Abgaben reduzieren ? Wer soll für die Rentenvsicherung, die Krankenversicherung, ... aufkommen ? Wie soll der Staat seine Ausgaben decken ?
Aber man könnte ja eine Reichensteuer erheben, um die Gelder zu verteilen ... . Willkommen in der Welt des Sozialismus. -
Steuern senken
Autor: Agamemnon 18.06.08 - 13:52
> Abgaben reduzieren ? Wer soll für die
> Rentenvsicherung, die Krankenversicherung, ...
> aufkommen ? Wie soll der Staat seine Ausgaben
> decken ?
>
> Aber man könnte ja eine Reichensteuer erheben, um
> die Gelder zu verteilen ... . Willkommen in der
> Welt des Sozialismus.
Deutschland hat genug Geld, es werden jährlich unzählige Milliarden Euro in die EU Kasse gepumpt, aus der bekannte Schmarotzerländer sich genüßlich bedienen. Zahlungen einstellen und Steuern für die deutsche Bevölkerung DEUTLICH senken ! -
Re: Das letzte Tabu
Autor: Alex Schwätzer 18.06.08 - 14:06
Nur mal vorab, deine wadenbeißerische Antwort bestätigt mich darin, dass es zu einem ein Tabu ist und es zum anderen nicht wirklich von der Hand zu weisen ist.
smalltalk schrieb:
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> Gute Idee. Nehmen wir einfach mal 10-15 Millionen
> Arbeitnehmer vom Markt. Dann wird es keine
> Arbeitslosen mehr geben.
Blödsinn. Ich sprach von einem "großen Teil". 15 Millionen ist wohl ziemlich illusorisch, aber realistische 1 Millionen weniger Arbeitslose, die das Geld bitter brauchen, das wäre schon mal mehr effektiver Fortschritt als die Schönrechnerei der letzten 10-20 Jahre, die nur Arbeitslose umverteilt, versteckt und letztlich die Arbeitslosigkeit steigert sowie Löhne senkt.
> Die offenen Jobs verteilen wir per Lotterie an die
> übrige Bevölkerung.
Schwachsinn. Oder auch nicht, denn heutzutage grenzt es durchaus an eine Lotterie. Man ist durchaus geeignet, aber da die Anzahl der Bewerber so groß ist, wird tatsächlich gelost oder wegen formalen Nichtigkeiten aussortiert. Über das Bewerbungsverfahren in Deutschland kann man im Ausland nur Staunen bis Lachen. Typisch Bürokratische Republik Deutschland eben.
Es ist ja auch so, dass es gerade für Minderqualifizierte immer schwerer wird, Arbeit zu finden, weil sie mit hochqualifizierten um Jobs konkurrieren müssen, denen keine Chance gegeben wird, weil sie ein paar Monate angelernt werden müssten, weil sie zu alt sind, weil es zuviel Bewerber gibt, weil sie ein paar Jahre durch Schwangerschaft oder Krankheit nicht im Beruf waren etc.
> Einfacher wäre es allerdings eine Lotterie zu
> veranstalten, wer mit dem Arbeiten aufhören
> darf/muss.
> Wer nicht will, wird dann als unsozial
> abgestempelt und in Beugungshaft genommen, oder
> muss seinen gesamten Lohn an einen Arbeitslosen
> auszahlen.
Sehr schön polemisch. Ein deutliches Zeichen für mangelnde Argumentationfähigkeit und Sachkenntnis. Ich sprach von steuerlichen Regelungen und ähnlichen Maßnahmen, die seit Bestehen der BRD völlig üblich sind und mindestens überall da von Nöten sind, wo der Markt versagt, weil der Markt nur mittelfristig, aber nicht langfristig denkt und soziale Interessen nur da beachtet werden, wo sie den Markt stören könnten.
> Das nenne ich Solidarität.
Ich möchte eigentlich gar nicht wissen, ob du CDU- NPD-Wähler bist. Es reicht ja wenn man den Schaum vor deinem sieht.
> Ich stelle mir auch schon dir Diskussion im
> Haushalt vor:
> A: Du, Schatz, ich will nicht mehr arbeiten. Wir
> brauchen das Geld doch nicht.
> B: Du hast völlig recht, den Urlaub in diesem Jahr
> brauchen wir auch nicht. Und das Haus können wir
> ja auch verkaufen, die Altersvorsorge
Um eine ausreichende Altersvorsorge kümmert sich sowieso kaum jemand, selbst Leute die mehr als genug verdienen.
> - was solls,
> unsere Kinder brauchen auch keinen Computer, den
> Flachbildschirm ebenso nicht ... .
Das stimmt sogar beides.
> Das Durchschnittseinkommen liegt in Deutschland
> bei ca. 40.000 EUR mtl. (brutto) ziehe ich
> hiervon 30% ab (Steuern, Sozialversicherung)
> bleiben 28.000 EUR übrig.
> macht 2.333 mtl. EUR;. Da das Einkommen aber
> nicht gleichmäßig verteilt ist, würde ich
> schätzen, das viele mit einem Einkommen um 1500
> EUR oder weniger haushalten müssen. Ziehe ich
> hiervon 500 EUR Miete ab, bleiben 1000
> EUR. Strom, Wasser, ... 150 EUR.
> Altersversorgung: 100-200 EUR.
> Lebenshaltung 300 EUR. Kleidung und co. 200
> EUR. Ist ja ein 2 Personenhaushalt. Bleiben
> noch 150 EUR übrig (für die Freizeit von 2
> Personen). Für Konsumgüter wie z.B. Auto,Urlaub,
> ... reicht es nicht mehr.
Schon mal was von Ölpreisen gehört und die Preisentwicklung des Sprits wenigstens der letzten paar Jahre verfolgt? Für ein eigenes Auto geschweige denn zwei reicht ein durchschnittliches Einkommen in wenigen Jahren sowieso nicht mehr. Sehr viele Menschen kämen auch ohne Auto aus, vor allem ohne persönliches Auto. Schon mal etwas von Car-Sharing gehört? Ich selbst fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit und ich kenne viele, die das genauso tun könnten. So spart man sich im Übrigen auch das Fitnessstudio. Generalisieren kann man nie etwas, ich rede hier nicht von Leuten die deutlich mehr als 15 km zur Arbeit fahren müssen. Da gibt es aber immer noch ÖPNV oder gar vom Arbeitgeber mitfinanzierte Busse. Auch das habe ich schon genutzt. Wie gesagt, es geht hier niemals um "jeden", sondern um "viele".
> Abgaben reduzieren ? Wer soll für die
> Rentenvsicherung, die Krankenversicherung, ...
> aufkommen ? Wie soll der Staat seine Ausgaben
> decken ?
Wie gesagt, es geht darum den Vorteil durch *unnötige* Mehrfachbeschäftigung in einem Haushalt deutlich zu verringern. Das bedeutet ja auch zusätzlich Einnahmen für den Staat und umgekehrt weniger Ausgaben durch weniger bedürftige Arbeitslose. Faktisch kann man dies natürlich als Umverteilung betrachten, aber es ist ja nicht abwegig, denen bevorzugt Arbeit zu verschaffen, die sie wollen *und* brauchen.
> Aber man könnte ja eine Reichensteuer erheben, um
> die Gelder zu verteilen ... . Willkommen in der
> Welt des Sozialismus.
Willkommen in der Welt der Polemik.
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Re: Steuern senken
Autor: Elmar 18.06.08 - 14:12
> Deutschland hat genug Geld, es werden jährlich
> unzählige Milliarden Euro in die EU Kasse gepumpt,
> aus der bekannte Schmarotzerländer sich genüßlich
> bedienen. Zahlungen einstellen und Steuern für die
> deutsche Bevölkerung DEUTLICH senken !
Wäre ein Einsparungspotential, gibt noch:
Diäten reduzieren, Geldverteilungspolitik für Länder und Kommunen ändern , die sinnlosen Ausgaben für den Verkehrsschilderwald, Subventionen jeglicher Art....
Ein großes Problem ist, dass die politischen Entscheider keine wirtschaftliche Verantwortung für ihr tun oder nicht tun tragen. Dadurch is die Tür auf für Saus und Braus.... Geld wär wahrscheinlich genug da -
Re: Das letzte Tabu
Autor: Jakelandiar 18.06.08 - 14:25
Alex Schwätzer schrieb:
-------------------------------------------------------
> viel schwachsinn
Sry aber alles was du sagst is Müll.
Klar können die Leute soviel weniger einkaufen wie du sagst und auf vieles Luxuszeug verzichten.
Du scheinst aber zu vergessen was passiert wenn soviel weniger gekauft wird.
Dann werden nämlich auch jobs abgebaut und nicht mit irgend welchen Arbeitslosen gefüllt, die dann paar hundert euro mehr in der Tasche haben aber im endeffekt nicht wirklich viel mehr verdienen als vorher da sie nun natürlich auch alles selbst zahlen müssen.
Ebenfalls zweifel ich mehr als stark an das der Statt dadurch mehr Steuereinnahmen hätte.
Und wenn was würde er damit machen? Irgendwo hin spenden wo es gebraucht wird...
Und Deutschland fällt pauschal mal allgemein vom Land dem es gut geht weiter bergab in ein Entwicklungsland.
Warum? Na genau wegen allem was du meinst das man ja nicht braucht wie Auto, zweitauto und das alle kinder keinen pc oder fernseher etc. brauchen.
Sicher brauchen die das nicht hilft ja auch nicht bei der entwicklung und späteren berufswahl.
Es reicht jahr wenn die Kinder dann mal in der 5+ Klasse das erste mal nen PC sehen und damit was tun.
Wir brauchen keine die sich schon vorher damit beschäftigen und freude dadrann haben und nich nur in der Schule im Informatik Unterricht mal einen PC vom nahen sehen und bedienen dürfen.
Wir habe eh zuviele Qualifizierte Informatiker etc. ist schon recht so.
Sry Alex aber das was du forderst könnten andere hier mit sicherheit noch sehr viel qualifizierter zerlegen und dir zeigen wie schwachsinnig das ist und das deine angeblichen Ideen alle mehr Negativ wären als sie Positiven bringen, sollten sie das überhaupt tun. -
Re: Steuern senken
Autor: Agamemnon 18.06.08 - 14:28
Elmar schrieb:
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> > Deutschland hat genug Geld, es werden
> jährlich
> unzählige Milliarden Euro in die EU
> Kasse gepumpt,
> aus der bekannte
> Schmarotzerländer sich genüßlich
> bedienen.
> Zahlungen einstellen und Steuern für die
>
> deutsche Bevölkerung DEUTLICH senken !
>
> Wäre ein Einsparungspotential, gibt noch:
> Diäten reduzieren, Geldverteilungspolitik für
> Länder und Kommunen ändern , die sinnlosen
> Ausgaben für den Verkehrsschilderwald,
> Subventionen jeglicher Art....
>
> Ein großes Problem ist, dass die politischen
> Entscheider keine wirtschaftliche Verantwortung
> für ihr tun oder nicht tun tragen. Dadurch is die
> Tür auf für Saus und Braus.... Geld wär
> wahrscheinlich genug da
Leider wird sich nichts ändern, die Steuernabgaben werden direkt oder indirekt weiter steigen, das ist doch klar. Die Steuern für Tabak, Alkohol, Schokolade wurden schon langen nicht mehr erhöht. Auf geht's. -
Re: Das letzte Tabu
Autor: TimTim 18.06.08 - 15:07
Man arbeitet doch nicht der Arbeit wegen willen. Wenn mehr Menschen arbeiten sollen als früher, dann muss entweder die Produktivität steigern um noch mehr Güter exportieren zu können oder man muss alternativ die Arbeitszeit anpassen.
Wenn z.B. früher nur einer in der Famlie 40 Stunden in der Woche gearbeitet hat, warum dann nicht heute jeder jeweils 25 Stunden? Ist doch alles eine Frage der Flexibilität. Die Arbeitnehmer sind heute höchst flexibel, leider nur viele Unternehmen noch nicht...
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Re: Das letzte Tabu
Autor: Alex Schwätzer 18.06.08 - 18:48
Jakelandiar schrieb:
--------------------
> Alex Schwätzer schrieb:
> -----------------------
> > viel schwachsinn
>
> Sry aber alles was du sagst is Müll.
Wenn du das sagst, wird es wohl stimmen.
> Klar können die Leute soviel weniger einkaufen wie
> du sagst und auf vieles Luxuszeug verzichten.
>
> Du scheinst aber zu vergessen was passiert wenn
> soviel weniger gekauft wird.
Sicher nicht, aber du gehst anscheinend davon aus, dass im Moment alles im Gleichgewicht ist und der Markt sowieso alles regelt. Wenn die Leute sich so um ihre Altersvorsorge kümmern würden, wie es heutzutage notwendig ist, dann könnten sich die allermeisten schon lange keinen Luxus mehr leisten.
Leute die denken, sie könnten das Geld das sie am Ende des Monats noch übrig haben, verballern, werden sich beim Renteneintritt nicht einmal mehr den Strick zum Erhängen leisten können.
> Dann werden nämlich auch jobs abgebaut und nicht
> mit irgend welchen Arbeitslosen gefüllt, die dann
> paar hundert euro mehr in der Tasche haben aber im
> endeffekt nicht wirklich viel mehr verdienen als
> vorher da sie nun natürlich auch alles selbst
> zahlen müssen.
Gut. Im Prinzip können wir die Arbeitslosenzahlen akzeptieren wie sie sind. Niemand sollte gezwungen werden zu arbeiten oder nicht zu arbeiten. Wir können es dabei belassen, das Geld so umzuverteilen, dass kein Arbeitsloser schlechter als ein Normalverdiener da steht. Aber dann heißt es wieder, sie seien Schmarotzer und was weiß ich. Was ist denn dein Vorschlag? Erschießen? Alles lassen wie es ist, damit man immer was zum nach unten treten hat?
> Ebenfalls zweifel ich mehr als stark an das der
> Statt dadurch mehr Steuereinnahmen hätte.
> Und wenn was würde er damit machen? Irgendwo hin
> spenden wo es gebraucht wird...
Wie wäre es damit, das Geld endlich mal in vernünftige Bildung zu investieren. Seit PISA hat sich doch absolut gar nichts getan, außer dass man die Kinder jetzt bis nachmittag in der Schule festhält und sie damit ihrer Freizeit beraubt, die normalerweise selbstgestalten könnten und sollten, da es für die persönliche Entwicklung sehr wichtig ist. In anderen Ländern mag das auch anders funktionieren, dort betreibt man aber einen sehr viel höheren Aufwand. Ach ja und die Renten will man vielleicht auch noch irgendwie auszahlen können. Solange Steuern sinnvoll verwendet werden, können sie fast beliebig hoch sein. Man schaue sich Skandinavien an, wo die Steuern zwar noch höher als hier sind, der Bürger dafür aber sehr viel mehr Leistung zurückbekommt.
> Und Deutschland fällt pauschal mal allgemein vom
> Land dem es gut geht weiter bergab in ein
> Entwicklungsland.
Ja sicher. Wenn selbst schon Erntehelfer aus dem Ostblock Deutschland wegen zu niedriger Löhne meiden, dann sollte man vielleicht einmal aufhören seine neokonservativen Phrasen zu dreschen.
> Warum? Na genau wegen allem was du meinst das man
> ja nicht braucht wie Auto, zweitauto und das alle
> kinder keinen pc oder fernseher etc. brauchen.
Der Elektronikschrott wird doch sowieso in China produziert, gekauft wird immer mehr per Internet und die Discounter haben nur minimales Personal. Die meisten Märkte sind sowieso kurz vor der Sättigung und die Ölpreise werden die Preise für viele Produkte sowieso in die Höhe treiben, sodass die Menschen verzichten müssen, ob sie wollen oder nicht.
> Sicher brauchen die das nicht hilft ja auch nicht
> bei der entwicklung und späteren berufswahl.
Dieser Tunnelblick auf die IT-Branche ist schon lange nicht mehr gesund. Spätestens im 1. Semester Informatik merken 50%, dass sie Informatik nicht studieren wollen und die nächsten 20% merken, dass sie die notwendige Mathematik nicht verstehen.
> Es reicht jahr wenn die Kinder dann mal in der 5+
> Klasse das erste mal nen PC sehen und damit was
> tun.
In der 5. Klasse ist man gerade mal 11-12 Jahre alt. Das ist wohl früh genug, wenn nicht eher zu früh um sinnvolle Dinge mit einem Computer zu lernen.
> Wir brauchen keine die sich schon vorher damit
> beschäftigen und freude dadrann haben und nich nur
> in der Schule im Informatik Unterricht mal einen
> PC vom nahen sehen und bedienen dürfen.
Die Schüler mit den neusten, fettesten PCs zuhause sind nicht selten, die die am Wenigsten Ahnung davon haben, also sich weder mit Hardware auskennen noch jemals etwas programmiert haben. Mehr als Daddeln, Chatten und Dateien tauschen haben die nie gemacht. Muss man auch nicht, aber man muss auch mit 13 noch keinen eigenen PC besitzen und wenn dann reicht auch ein gebrauchter Computer.
> Wir habe eh zuviele Qualifizierte Informatiker
> etc. ist schon recht so.
Ich weiß ja nicht, was du unter Informatiker verstehst. IT-Personal haben wir sehr viel, eigentlich wie Sand am Meer, aber studierte Informatiker sehr viel weniger. Das liegt vielleicht auch daran, dass deine daddelnden, von mir aus auch progammierenden Kiddies eine völlig falsche Vorstellung von dem Informatik-Studium haben. Da zählt vor allem harte Mathematik. Wer die versteht, der hat auch kein Problem Programmiersprachen zu lernen. Nicht umsonst ist Programmierer ein Ausbildungsberuf und kann von jedem erlernt werden, der einigermaßen logisch denken kann. Informatik ist etwas ganz anderes. Die Abbrecherquote liegt im Übrigen bei etwa 70% und Computer im Kinderalter helfen da gar nicht, es sei denn die Kiddies nutzen den tatsächlich für ganz trockene, harte Informatik und spielen gern mit Mathematica.
Wenn die Wirtschaft von IT-Fachkräftemangel spricht, dann meint sie im Wesentlichen, dass ihr Mangels *Konkurrenz* die Löhne zu hoch sind. Die brauchen aber nur selten Informatiker, sondern im Wesentlichen bessere Tippsen, die ein bisschen PHP/HTML beherrschen. Wie gesagt, dafür gibt es Ausbildungen, damit muss man Kinder und Jugendliche nicht belästigen bzw. verfrüht auf IT konditionieren.
> Sry Alex aber das was du forderst könnten andere
> hier mit sicherheit noch sehr viel qualifizierter
> zerlegen und dir zeigen wie schwachsinnig das ist
> und das deine angeblichen Ideen alle mehr Negativ
> wären als sie Positiven bringen, sollten sie das
> überhaupt tun.
Mag ja alles Blödsinn sein, aber weniger schwachsinnig, als dass was man täglich von Politikern zu hören bekommt, ist das sicher nicht.



