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Da nützen auch keine Mädchen-/Jungen-Zukunftstage...
Autor: TimTim 18.06.08 - 08:31
Es ist nunmal so, dass Jungen und Mädchen sich in erster Linie die Berufe aussuchen, die ihnen am meisten Spaß bereiten. Am liebsten würden es glaube ich einige Politker(innen) sehen, wenn sich das Bild genau umdrehen würde, also junge Männer Berufe wie Krankenpfleger, Arzthelfer und Grundschullehrer wählen würden und junge Frauen Soldatinnen, KFZ-Mechanikerinnen und Fachinformartikerinnen würden. Da nützt es auch nichts, wenn mehr Quotenregelung männliche Grundschullehrer bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt werden. Junge Männer und Frauen sind in ihrer Berufswahl nunmal verschieden und das sollte man als Politiker auch akzeptieren können. Die jungen Frauen wählen ihre Berufe nicht, weil sie zu wenig über die "männlichen" Berufe wüßten, sondern weil sie sich dafür einfach nicht so interessieren. Ich seh's schon kommen, irgendwann gilt die Zwangsquote von 50% in allen Berufen. Dann würden weibliche Informatiker eingestellt, nur des Geschlechts wegen und wären absolut nicht qualifiziert für ihren Beruf und umgekehrt würden völlig überforderte männliche Grundschullehrer eingestellt, nur weil es die Quote so will.
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Re: Da nützen auch keine Mädchen-/Jungen-Zukunftstage...
Autor: Anonymer Nutzer 18.06.08 - 08:45
TimTim schrieb:
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> Dann würden weibliche Informatiker eingestellt,
> nur des Geschlechts wegen und wären absolut nicht
> qualifiziert für ihren Beruf
Wieso Konjunktiv? Das passiert bereits (im öffentlichen Dienst).
> und umgekehrt würden
> völlig überforderte männliche Grundschullehrer
Wieso völlig überfordert?
> eingestellt, nur weil es die Quote so will.
Du hast »Gender Mainstreaming« nicht richtig verstanden. Auch in Bereichen mit 100 % Frauenquote (wie Kindergärten) werden bevorzugt Frauen eingestellt.
Alles andere wäre »Diskriminierung.« -
Re: Da nützen auch keine Mädchen-/Jungen-Zukunftstage...
Autor: TimTim 18.06.08 - 10:24
jtsn schrieb:
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Ist nicht korrekt, bei gleicher Eignung werden in vielen Bundesländern, männliche Grundschullehrer bevorzugt eingestellt. Sieht man ja auch in entsprechenden Stellenanzeigen.
Beispiel:
1000 Grundschullehrerinnen ohne Stelle
100 Grundschullehrer ohne Stelle
bewerben sich auf 200 offene Stellen. Dann werden die 100 besten Grundschullehrerinnen eingestellt und alle männlichen Grundschulbewerber, also auch die schlechtesten unter ihnen... Genauso sähe es ja umgekehrt bei Berufen wie Berufssoldat/Informatiker und ähnlichem aus.
Aber in der Tat gebe ich dir Recht, dass es in letzter Zeit häufigiger Gesetze gibt, die Männerdiskriminierend sind. So gibt es Schulen an denen zu 95% Grundschullehrerinnen vertreten sind. Dennoch gibt es an diesen Schulen Mädchenbeauftragte und keine Jungenbeauftragte. Sowas finde ich ein Unding. Selbiges gilt für Elternvertreter, wo in einigen Bundesländern die Pflicht gibt, das wenigstens ein Elternvertreterteil weiblich sein muss. Zwei weibliche Elternvertreter wären also Ok, zwei männliche nicht. Ich finde die Zeit der Geschlechtsdiskriminierung sollte ein für alle male vorbei sein und es darf nicht sein, dass das jetzt umschwenkt und Frauen über die Männer gestellt werden. Es ist ja schon traurig, dass Jungen in der Schule immer schlechter abschneiden. Das hat nicht nur damit zu tun, dass Mädchen besser geworden sind, sondern auch weil männlichen Jugendlichen einfach oft die männlichen Vorbilder fehlen. Ist doch klar, wenn sie als Trennungskinder nur Umgang mit Frauen haben, egal ob zuhause, im Kindergarten oder in der Schule. Man müßte also die Anreize erhöhen, dass Männer wieder mehr den Beruf des Erziehers und Grundschullehrers ergreifen wollen. Aber solange diese beiden Berufe so wenig Ansehen und Entlohnung zugestanden wird, wird das schwer. In anderen Ländern erfordert der Beruf des Erziehers ein Studium...
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Re: Da nützen auch keine Mädchen-/Jungen-Zukunftstage...
Autor: Anonymer Nutzer 18.06.08 - 11:47
TimTim schrieb:
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> Ist nicht korrekt, bei gleicher Eignung werden in
> vielen Bundesländern, männliche Grundschullehrer
> bevorzugt eingestellt. Sieht man ja auch in
> entsprechenden Stellenanzeigen.
Wo gibt's entsprechende Stellenanzeigen? Noch nie gesehen.
> Ich finde die Zeit der
> Geschlechtsdiskriminierung sollte ein für alle
> male vorbei sein und es darf nicht sein, dass das
> jetzt umschwenkt und Frauen über die Männer
> gestellt werden.
Es gab keine Geschlechterdiskriminierung, bevor der Feminismus auftauchte. Es gab klare Rollenverteilung. So waren bestimmte Dinge Männern vorbehalten, andere hingegen den Frauen.
Das hat sich jetzt dahingehend verändert, daß Frauen jetzt alles dürfen, während Männern weiterhin je nach Gusto mal in ihr altes Rollenbild gezwängt werden oder von ihnen gefordert wird, es abzulegen. Je nach dem, wie es den Mädels gerade am besten paßt.
Während Frauen bei der Polizei jede Frisur tragen dürfen, dürfen Männer nur mit kurzen Haaren erscheinen. Ein Beispiel von vielen.
> Es ist ja schon traurig, dass
> Jungen in der Schule immer schlechter abschneiden.
Das ist so gewollt. Siehe http://www.bmbf.de/de/12020.php
> Das hat nicht nur damit zu tun, dass Mädchen
> besser geworden sind,
"Wenn es unseren Töchtern besser gehen soll, muß es unseren Söhnen schlechter gehen." - Alice Schwarzer vor 20 Jahren
> sondern auch weil männlichen
> Jugendlichen einfach oft die männlichen Vorbilder
> fehlen. Ist doch klar, wenn sie als
> Trennungskinder nur Umgang mit Frauen haben, egal
> ob zuhause, im Kindergarten oder in der Schule.
Das liegt am väterfeindlichen Familienrecht und der feministischen Jugendsozialarbeit.
> Man müßte also die Anreize erhöhen, dass Männer
> wieder mehr den Beruf des Erziehers und
> Grundschullehrers ergreifen wollen. Aber solange
> diese beiden Berufe so wenig Ansehen und
> Entlohnung zugestanden wird, wird das schwer. In
> anderen Ländern erfordert der Beruf des Erziehers
> ein Studium...
Naja, erstmal sind die Männer ja in den Zeugungsstreik getreten. So wird sich das Problem mangels Kindern demnächst von selbst erledigen. -
Re: Da nützen auch keine Mädchen-/Jungen-Zukunftstage...
Autor: TimTim 18.06.08 - 15:03
jtsn schrieb:
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Ich bin ehrlich gesagt nicht in der Branche der Grundschullehrer/Erzieher, aber ich habe schon einige Anzeigen diesbezüglich gesehen. Einfach mal nach "Männer bei gleicher Eignung bevorzugt" im Internet suchen, findet sich bestimmt was.
> Es gab keine Geschlechterdiskriminierung, bevor
> der Feminismus auftauchte. Es gab klare
> Rollenverteilung. So waren bestimmte Dinge Männern
> vorbehalten, andere hingegen den Frauen.
>
Gabs schon, was meinst du warum man früher ungestraft jede Kindergärtnerin und jede Postangestellte mit "Fräulein" ansprechen konnte? Weibliche öffentliche Angestellte/Beamte durften bis in den 60er Jahren nicht verheiratet sein. Haben sie geheiratet verloren sie umgehend ihren Posten. Außerdem war Frauen früher bestimmte Berufe untersagt.
> Während Frauen bei der Polizei jede Frisur tragen
> dürfen, dürfen Männer nur mit kurzen Haaren
> erscheinen. Ein Beispiel von vielen.
Finde ich ein unding, ebenso sieht es bei der Bundeswehr ja auch aus. Grade hier stelle ich mir das als Frau mit langen Haaren extrem gefährich vor, man denke nur, wenn sie mit den Haaren in den Antrieb eines Panzers oder Hubschraubers verfängt... Um das leibliche Wohl von Frauen macht sich die Bundeswehr und die Polizei offensichtlich weniger Sorgen.
Das Rollenbild hat sich allerdings auch weitestgehend geändert. Nicht nur das von Frauen, die nicht ausschließlich mehr Hausfrau sein wollen. Ich finde es ist das gute Recht von Frauen, dass sie beides parallel machen können. Ebenso wie es Männern offenstehen muss, sich um die Kindererziehung zu kümmern. Ich denke da haben sich beide Rollenbilder schon sehr gewandelt. In den 70er Jahren hätte sich kaum ein Mann mit Kinderwagen auf die Straße getraut, so verpöhnt galt das. Heute ist es doch ganz normal, wenn man junge Männer mit ihren Kindern auf dem Spielplazt sieht. Grade die Elternzeit finde ich auch gut, ich könnte mir das gut vorstellen 3 Monate mal eine Auszeit zu nehmen und mich um die Kindererziehung zu kümmern. Und es ist ja auch nur verständlich, dass Männer, die sich so um ihre Kinder kümmern auch bei einer Trennung gleichen Anspruch auf den Kontakt zu ihren Kindern haben müssen. Allerdings gibt es immer noch einen hohen Anteil an Männer, die immer noch im alten Rollenbild schweben und sich nicht ausreichend um ihre Kinder kümmern. Das darf natürlich nicht dazu führen, dass emanzipierte Männer dadurch benachteiligt werden. Gibt ja genauso gut auch Frauen, die sich von ihrem Mann trennen und von den Kindern dann nichts mehr wissen wollen. Sowas nennt sich dann Rabenmutter, den Begriff Rabenväter liest man merkwürdigerweise seltener...



