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proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: OpenSource 23.06.08 - 11:00
Und was bringt das?
Da es hierbei ebenfalls um Opensource handelt, kann man dies doch einfach wieder rückgängig machen. Und schwups kann man wieder proprietäre Treiber nutzen.
Ich für mein Teil wäre absolut dagegen. Proprietäre Treiber sind immernoch besser als keine, für einen Anwender.
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Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: _LH 23.06.08 - 11:02
OpenSource schrieb:
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> Da es hierbei ebenfalls um Opensource handelt,
> kann man dies doch einfach wieder rückgängig
> machen. Und schwups kann man wieder proprietäre
> Treiber nutzen.
Das Problem ist das sie von der Lizenz her nicht gestattet sind, aktuell ist es nur eine Frage der "Nettigkeit" der Entwickler keine rechtlichen Schritte einzuleiten. Sie könnten durchaus über die Lizenz AMD, Nvidia und co. dazu zwingen die Verbreitung der CS Treiber für Linux zu unterlassen da diese die Lizenz verletzten. -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: hb 23.06.08 - 11:04
_LH schrieb:
> --------------------------------------------------
> Das Problem ist das sie von der Lizenz her nicht
> gestattet sind, aktuell ist es nur eine Frage der
> "Nettigkeit" der Entwickler keine rechtlichen
> Schritte einzuleiten.
Genau an dieser Frage scheiden sich die Geister.
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Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: Me.MyBase 23.06.08 - 11:05
OpenSource schrieb:
-------------------------------------------------------
> Und was bringt das?
>
> Da es hierbei ebenfalls um Opensource handelt,
> kann man dies doch einfach wieder rückgängig
> machen. Und schwups kann man wieder proprietäre
> Treiber nutzen.
>
> Ich für mein Teil wäre absolut dagegen.
> Proprietäre Treiber sind immernoch besser als
> keine, für einen Anwender.
>
>
sehe ich auch so... wenn ein anbieter sein produkt nicht offenlegen will ist das seine sache. OSS hat damit klar zu kommen und darf seine prinzipien nicht über jegliche software stülpen, nur weil der kern diesen folgt. wenn ich als anbieter so die pistole auf die brust gesetzt bekommen würde, würde ich z.B. für linux garkeine treiber mehr anbieten... -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: hb 23.06.08 - 11:06
OpenSource schrieb:
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> Da es hierbei ebenfalls um Opensource handelt,
> kann man dies doch einfach wieder rückgängig
> machen. Und schwups kann man wieder proprietäre
> Treiber nutzen.
Theoretisch ja. Allerdings wäre dann das Verbreiten der Closed-Source Treiber u.U. illegal. Ich glaube nicht, das die Hersteller sich so weit aus dem Fenster lehnen würden.
Vermutlich würde es dann einfach keine CSS Treiber mehr geben. -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: Me.MyBase 23.06.08 - 11:08
_LH schrieb:
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> OpenSource schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > Da es hierbei ebenfalls um Opensource
> handelt,
> kann man dies doch einfach wieder
> rückgängig
> machen. Und schwups kann man
> wieder proprietäre
> Treiber nutzen.
>
> Das Problem ist das sie von der Lizenz her nicht
> gestattet sind, aktuell ist es nur eine Frage der
> "Nettigkeit" der Entwickler keine rechtlichen
> Schritte einzuleiten. Sie könnten durchaus über
> die Lizenz AMD, Nvidia und co. dazu zwingen die
> Verbreitung der CS Treiber für Linux zu
> unterlassen da diese die Lizenz verletzten.
is das so? man könnte hier auch die verantwortung bei den nutzern sehen, daß die so ein stück software durch die lizenz nicht nutzen dürfen... -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: hb 23.06.08 - 11:09
Me.MyBase schrieb:
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> sehe ich auch so... wenn ein anbieter sein produkt
> nicht offenlegen will ist das seine sache.
Ja.
> OSS hat
> damit klar zu kommen und darf seine prinzipien
> nicht über jegliche software stülpen,
Nein.
Genauso wie der Anbieter entscheiden kann, ob sein Produkt offenliegen soll, kann der OSS Entwickler entscheiden, unter welcher Lizenz sein Produkt (nämlich der Code) benutzt werden darf.
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Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: ubuntu_user 23.06.08 - 11:10
Me.MyBase schrieb:
> sehe ich auch so... wenn ein anbieter sein produkt
> nicht offenlegen will ist das seine sache. OSS hat
> damit klar zu kommen und darf seine prinzipien
> nicht über jegliche software stülpen, nur weil der
> kern diesen folgt. wenn ich als anbieter so die
> pistole auf die brust gesetzt bekommen würde,
> würde ich z.B. für linux garkeine treiber mehr
> anbieten...
in gewisser weise hast du recht.
Allerdings sollte man nicht den fehler machen wie MS ...im OS ist sehr viel mist...
da laufen anwendungen nur teilweise...
hardware auch nur eingeschränkt...
und mit den treibern macht ms ja jetzt ähnliches wie das was die Kernelleute verlangen... mit der treibersignisierung oder wie das heißt...
ich wäre ja dafür generelle hardwareschnittstellen zu schaffen... a la cups.., dass diese dann auch für windows existieren...
weil treiber unter windows sind auch mist...
(hp programme die andauernd mitlaufen etc..)
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Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: hb 23.06.08 - 11:11
Me.MyBase schrieb:
> --------------------------------------------------
> man könnte hier auch die verantwortung
> bei den nutzern sehen, daß die so ein stück
> software durch die lizenz nicht nutzen dürfen...
Nein. Die GPLv2 regelt die Verbreitung, nicht die Nutzung. Hinter verschlossenen Türen dürfen Anwender (egal ob Privatpersonen oder Firmen) machen, was sie wollen. -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: Me.MyBase 23.06.08 - 11:11
> Genauso wie der Anbieter entscheiden kann, ob sein
> Produkt offenliegen soll, kann der OSS Entwickler
> entscheiden, unter welcher Lizenz sein Produkt
> (nämlich der Code) benutzt werden darf.
>
gut... die konsequenz daraus ist dann aber, daß sicher etliche hersteller OSS-Systeme garnicht mehr unterstützen werden... -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: Wurstpelle 23.06.08 - 11:16
Me.MyBase schrieb:
-------------------------------------------------------
> gut... die konsequenz daraus ist dann aber, daß
> sicher etliche hersteller OSS-Systeme garnicht
> mehr unterstützen werden...
Etliche Nutzer vermutlich werden dann aber auch abspringen. Ich wäre sicher einer davon. Denn mir ist es vom Prinzip her egal, ob ein Kernelmodul "offen" (im Sinne von Quelltext verfügbar) ist oder nicht, Hauptsache das Gerät das ich nutzen will funktioniert. Es ist meine Entscheidung. Wenn mir so ein Kernelfuzzi vorschreiben will, was ich nutzen darf und was nicht, dann ist OpenSource keinen Deut besser als geschlossene aka proprietäre Systeme.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.06.08 11:17 durch Wurstpelle. -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: Me.MyBase 23.06.08 - 11:17
hb schrieb:
-------------------------------------------------------
> Me.MyBase schrieb:
> >
> --------------------------------------------------
>
> man könnte hier auch die verantwortung
>
> bei den nutzern sehen, daß die so ein stück
>
> software durch die lizenz nicht nutzen dürfen...
>
> Nein. Die GPLv2 regelt die Verbreitung, nicht die
> Nutzung. Hinter verschlossenen Türen dürfen
> Anwender (egal ob Privatpersonen oder Firmen)
> machen, was sie wollen.
hm... heißt das, daß ich kein "hallo welt"-programm mit der aussage "läuft auf linux xyz" schreiben und ins web stellen darf ohne den quellcode offen zu legen...? zu diesem zeitpunkt nutze ich doch das besagte system evtl. garnicht und weiß vllt. nichtmal was von den lizenzbedingungen... -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: Me.MyBase 23.06.08 - 11:19
Wurstpelle schrieb:
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> Me.MyBase schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > gut... die konsequenz daraus ist dann aber,
> daß
> sicher etliche hersteller OSS-Systeme
> garnicht
> mehr unterstützen werden...
>
> Etliche Nutzer aber auch nicht mehr. Ich wäre
> sicher einer davon. Denn mir ist es vom Prinzip
> her egal, ob ein Kernelmodul "offen" (im Sinne von
> Quelltext verfügbar) ist oder nicht, Hauptsache
> das Gerät das ich nutzen will funktioniert. Es ist
> meine Entscheidung. Wenn mir so ein Kernelfuzzi
> vorschreiben will, was ich nutzen darf und was
> nicht, dann ist OpenSource keinen Deut besser als
> geschlossene aka proprietäre Systeme.
>
mein reden... ein "offenes system" sollte zu allen seiten offen sein und auch anderen "glaubensrichtungen" die zusammenarbeit ermöglichen... ansonsten ist das "offen" in dem wort nich die website wert auf der es steht... ;) -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: hb 23.06.08 - 11:20
Wurstpelle schrieb:
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> Wenn mir so ein Kernelfuzzi
> vorschreiben will, was ich nutzen darf und was
> nicht, dann ist OpenSource keinen Deut besser als
> geschlossene aka proprietäre Systeme.
Ich weiss nicht, warum so viele Leute GPL mit Anarchie gleichsetzen.
In einer Hinsicht gibt es keinen Unterschied zwischen OSS und CSS: "Wenn du mein Produkt nutzen willst, musst du dich an die Lizenz halten."
Was ist daran so schwer zu verstehen?
Wenn die Lizenz für dich nicht annehmbar ist, dann nutz ein anderes System. BSD-Systeme z.B. sollten (aufgrund ihrer Lizenz) diese Einschränkungen nicht haben. -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: Fred09 23.06.08 - 11:21
Me.MyBase schrieb:
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> hm... heißt das, daß ich kein "hallo
> welt"-programm mit der aussage "läuft auf linux
> xyz" schreiben und ins web stellen darf ohne den
> quellcode offen zu legen...?
Nein, das heißt es nicht.
Die Proprietären Treiber, um die es geht, benutzen bestimmte Schnittstellen im Kernel, die eigentlich (da ist die besagte Grauzone) nur von zum Linux-Kernel lizenzkompatiblen Modulen verwendet werden dürfen.
Software für Linux darfst du in jeder beliebigen Lizenz verbreiten.
MfG
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Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: Pr0cs3Bär 23.06.08 - 11:21
OpenSource schrieb:
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> Proprietäre Treiber sind immernoch besser als
> keine, für einen Anwender.
Seh ich auch so. Es ist ja schön, daß man seiner Linie/Philosophie treu bleiben will, aber man muß sich auch der Konsequenzen im Klaren sein.
Wenn meine Hardware noch schlechter oder gar nicht unterstützt werden würde, wäre ich nämlich schnell wieder bei Windows XP - und das nicht als einziger.
Mein erster Weg führt bestimmt nicht zum Hersteller mit der Bitte, er möge doch endlich OS Treiber zur Verfügung stellen. Das sind Dinge, mit denen ich mich als Anwender einfach nicht herumschlagen/-ärgern will. -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: strange world 23.06.08 - 11:22
hb schrieb:
.
>
> > OSS hat
> damit klar zu kommen und darf
> seine prinzipien
> nicht über jegliche software
> stülpen,
>
> Nein.
>
> Genauso wie der Anbieter entscheiden kann, ob sein
> Produkt offenliegen soll, kann der OSS Entwickler
> entscheiden, unter welcher Lizenz sein Produkt
> (nämlich der Code) benutzt werden darf.
>
Richtig.
Die Anwender belohnen diese Ideologie damit, dass sie Linux einfach nicht einsetzen, verständlich. 2.6% Marktanteil, jedes Jahr wird der Durchbruch auf dem Desktop proklamiert, jedes Jahr eine neue, erbärmliche Pleite. Wenn man nicht gerade eine reine Surfstation oder einen Server implementiert oder zufällig ausschließlich über Hardware (dazu zählen neben Rechner und Drucker auch noch Film- und Digicams, Scanner, TV-Karten, Webcams, Mobiltelefone usw.) verfügt welche die gewählte Distri out-of-the-box unterstützt, endet die Installation immer in einer Frustrationsorgie ohnegleichen. Fürs gamen muss sowieso auf Windows zurückgreifen und eine Vielzahl an Pro-Software gibt es für Linux überhaupt nicht.
Ich frage mich, wie lange es dauert bis die Linux-Fundis endlich kapieren, dass sie mit diesen ideologisch motivierten Einschränkungen letztlich selbst für den Misserfolg dieses an sich herausragenden Projekts sorgen. -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: Jay Äm 23.06.08 - 11:25
hb schrieb:
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> Nein. Die GPLv2 regelt die Verbreitung, nicht die
> Nutzung. Hinter verschlossenen Türen dürfen
> Anwender (egal ob Privatpersonen oder Firmen)
> machen, was sie wollen.
Das kann ich mir nicht vorstellen. Durch das bereitstellen von Treibern breche ich ja keine Copyrights o.ä. Und wie schon jeman sagte, ich könnte nicht mal ein Hello-World online stellen, ohne den Quellcode dazuzupacken. Das ergibt aber keinen Sinn - ich brauche kein Linux, um diesen Quellcode zu erzeugen und zu kompilieren (jedenfalls nicht für "Hello World"). Da ich also etwas erstellt habe, ohne Linux zu nutzen, sehe ich nicht, wie man mir das verbieten könnte. -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: Fred09 23.06.08 - 11:26
Me.MyBase schrieb:
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> sehe ich auch so... wenn ein anbieter sein produkt
> nicht offenlegen will ist das seine sache. OSS hat
> damit klar zu kommen und darf seine prinzipien
> nicht über jegliche software stülpen, nur weil der
> kern diesen folgt. wenn ich als anbieter so die
> pistole auf die brust gesetzt bekommen würde,
> würde ich z.B. für linux garkeine treiber mehr
> anbieten...
Es wird Überzeugungsarbeit geleistet. Keiner hat hier eine Pistole.
Dass sich die meisten der besagten Treiber in einer rechtlichen Grauzone bewegen und dazu möglicherweise bald ein Gerichtsurteil geben wird, ist auch keine Pistole, sondern einfach Lizenzpolitik. Die Linux-Entwickler halten sich schließlich auch an die Lizenzen der NVidia-Treiber und keiner verbeugt sich dehalb vor ihnen und bedankt sich ausgiebig.
MfG -
Re: proprietäre Treiber einfach unterbunden werden sollen ...
Autor: hb 23.06.08 - 11:26
Me.MyBase schrieb:
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> hm... heißt das, daß ich kein "hallo
> welt"-programm mit der aussage "läuft auf linux
> xyz" schreiben und ins web stellen darf ohne den
> quellcode offen zu legen...?
Nein, das heisst es nicht. Das Zauberwort der GPLv2 heisst "derived work". Ein Programm im User-Space, dass auf standardisierte Schnittstellen zugreift, ist kein abgeleitetes Werk des Kernels. Deshalb herrscht auch Einigkeit, dass Programme im User-Space nie abgeleitete Werke des Kernels sind. Gerade deshalb wird ja als eine mögliche Lösung des Problems diskutiert, ob es sinnvoll ist, bestimmte Treiber in den User-Space auszulagern.
Die rechtliche Unklarheit ("Grauzone"), die im Artikel angesprochen wird, dreht sich darum, wann genau ein Programm im Kernel-Space ein abgeleitetes Werk des Kernels ist.



