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Für wirklich freie Software

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  1. Für wirklich freie Software

    Autor: Ingenieur 23.06.08 - 12:06

    GPL3 ist eigentlich ein Graus, da sie damit nicht nur Software verbreiten wollen, sondern Politik machen wollen. So sind Abkommen nicht zulässig, dass ich Kunden einer anderen Firma bei Verstößen nicht verklage. Außerdem erlaubt sie keine Tivoisierung mehr. Da ist die GPL2 doch noch besser.

    Wer wirklich freie Software entwickeln will, der solle lieber eine BSD-Lizenz o.ä. wählen. Damit ist Software dann wirklich frei zu benutzen.

  2. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: anton3 23.06.08 - 12:12

    Ingenieur schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > GPL3 ist eigentlich ein Graus, da sie damit nicht
    > nur Software verbreiten wollen, sondern Politik
    > machen wollen. So sind Abkommen nicht zulässig,
    > dass ich Kunden einer anderen Firma bei Verstößen
    > nicht verklage. Außerdem erlaubt sie keine
    > Tivoisierung mehr. Da ist die GPL2 doch noch
    > besser.
    >
    > Wer wirklich freie Software entwickeln will, der
    > solle lieber eine BSD-Lizenz o.ä. wählen. Damit
    > ist Software dann wirklich frei zu benutzen.


    "GPL3 does not prohibit DRM, and does not require that the DRM be insecure or unreliable. What it requires is that the DRM must not break the GPL software or lock it down, and must continue to work to play media if the GPL software is modified. "


    "If the Linux kernel was under GPL3, a manufacturer would be prohibited from using DRM to lock down that kernel so severely that we'd be unable to change it, as the Tivo locks it down today."

    http://technocrat.net/d/2007/3/22/16651


    Die GPL ist nicht das freieste Stück Lizenz da draussen, aber FUD als Antwort ist ebenso wenig produktiv.

  3. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: /home/user 23.06.08 - 12:18

    Ingenieur schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wer wirklich freie Software entwickeln will, der
    > solle lieber eine BSD-Lizenz o.ä. wählen. Damit
    > ist Software dann wirklich frei zu benutzen.

    Warum erahne ich schon wieder einen Glaubenskrieg zwischen den Lizenzen?

    Ich persönlich stelle meine Software auch unter eine BSD-artigen Lizenz, da sie wirklich für jeden freie Hand lässt, was er damit macht. Jedoch mit einer Einschränkung: Wenn jemand modifizierte Versionen oder Derivate veröffentlichen will, muss er sie entsprechend als solche kennzeichnen oder der Software einen anderen Namen geben.

  4. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Urheberrecht = Genozid 23.06.08 - 12:22

    Ingenieur schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Wer wirklich freie Software entwickeln will, der
    > solle lieber eine BSD-Lizenz o.ä. wählen. Damit
    > ist Software dann wirklich frei zu benutzen.


    Mich interessiert deine Freiheit mit meiner Software Geld zu verdienen nicht. Die GPL ist genauso frei, wie ich sie haben moechte.

  5. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Tropfsteinhöhle 23.06.08 - 12:34

    Urheberrecht = Genozid schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Mich interessiert deine Freiheit mit meiner
    > Software Geld zu verdienen nicht. Die GPL ist
    > genauso frei, wie ich sie haben moechte.

    Hast du eine der Lizenzen überhaupt mal durchgelesen? Weder die BSD-Lizenz noch die GPL verbietet, mit der Software Geld zu verdienen. Es geht eher darum, dass die GPL Dinge regelt, die für die meisten Projekte eher unerheblich oder gar hinderlich sind. Die GPL verbietet sogar, Teile der Software in Projekten zu benutzen, die unter einer anderen (freien) Lizenz stehen.

  6. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Urheberrecht = Genozid 23.06.08 - 12:40

    Tropfsteinhöhle schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Hast du eine der Lizenzen überhaupt mal
    > durchgelesen?

    Ja.

    > Weder die BSD-Lizenz noch die GPL
    > verbietet, mit der Software Geld zu verdienen.

    Im Falle der GPL mit Dienstleistungen. Damit habe ich
    auch keine Probleme. Die Moeglichkeit, GPL-Software direkt
    zu verkaufen, besteht zwar durchaus, ist aber kaum relevant.

    > Es geht eher darum, dass die GPL Dinge regelt, die
    > für die meisten Projekte eher unerheblich oder gar
    > hinderlich sind.

    Aus wessen Sicht? Willst du mir vorschreiben, was ich als
    unerheblich oder hinderlich anzusehen habe? Ich fuehle mich
    mit der GPL sehr wohl. Gleichgueltig ob v2 oder v3.

    > Die GPL verbietet sogar, Teile
    > der Software in Projekten zu benutzen, die unter
    > einer anderen (freien) Lizenz stehen.

    Das tut die GPL nicht. Du kannst GPL Software in jedem
    Projekt einsetzen, solange die Bedingungen der GPL
    erfuellt werden. Nicht moeglich? Tja, dann ist die andere
    freie Lizenz wohl doch nicht so frei.







  7. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Kokospalme 23.06.08 - 12:56

    Ingenieur schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wer wirklich freie Software entwickeln will, der
    > solle lieber eine BSD-Lizenz o.ä. wählen. Damit
    > ist Software dann wirklich frei zu benutzen.

    Die Software ist bei beiden Lizenzen frei. Bei der GPL wird der Entwickler zugunsten der Freiheit der Software eingeschränkt. Damit soll sichergestellt werden, dass die Software und davon ableitende Werke immer frei sein werden. Bei der BSD-Lizenz (und ähnlichen) hat der Entwickler so gut wie alle Freiheiten, so kann er auch abgeleitete Werke unter eine nicht freie Lizenz stellen.

    Dass es so leider zu Komplikationen bei den freien Lizenzen untereinander kommt ist schade, aber leider unvermeidbar. Ich denke beide Arten von Lizenzen haben ihre Daseinsberechtigung, ebenso haben beide Vor- und Nachteile.

  8. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Tropfsteinhöhle 23.06.08 - 13:02

    Urheberrecht = Genozid schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Im Falle der GPL mit Dienstleistungen. Damit habe
    > ich auch keine Probleme. Die Moeglichkeit,
    > GPL-Software direkt zu verkaufen, besteht zwar durchaus,
    > ist aber kaum relevant.

    Was relevant ist oder nicht, spielt ja dabei keine Rolle. Die GPL erlaubt genauso wie die BSD-Lizenz, für die Software Geld zu verlangen (nicht nur für Dienstleistungen). Die GPL bedingt nur, dass demjenigen auch der Quelltext zur Verfügung steht und dass er die Software beliebig weiterverteilen darf, auch unentgeltlich.


    > Das tut die GPL nicht. Du kannst GPL Software in
    > jedem Projekt einsetzen, solange die Bedingungen der GPL
    > erfuellt werden. Nicht moeglich? Tja, dann ist die
    > andere freie Lizenz wohl doch nicht so frei.

    Tut sie doch. Es ist von der FSF sogar gewollt, dass sämtliche Projekte, die Teile von GPL-Software verwenden wollen, ebenfalls unter der GPL stehen müssen, selbst wenn sie nur gegen GPL-Software linken. Deswegen gibt es auch die LGPL, sodass wenigstens bei letzterem nicht das ganze Projekt unter GPL stehen muss (z.B. sinnvoll bei Bibliotheken).

  9. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Urheberrecht = Genozid 23.06.08 - 13:15

    Tropfsteinhöhle schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Was relevant ist oder nicht, spielt ja dabei keine
    > Rolle. Die GPL erlaubt genauso wie die BSD-Lizenz,
    > für die Software Geld zu verlangen (nicht nur für
    > Dienstleistungen). Die GPL bedingt nur, dass
    > demjenigen auch der Quelltext zur Verfügung steht
    > und dass er die Software beliebig weiterverteilen
    > darf, auch unentgeltlich.

    Ja, sehr viele Worte um zu sagen, dass der direkte Verkauf von GPL Software nicht relevant ist. Praktisch kannst du aus obigen Gruenden GPL-Software nur einmal verkaufen. Und das eigentlich auch nur, wenn du sie selber im Auftrag geschrieben hast. Ist also auch eher eine Dienstleistung. Mache ich sehr gerne mit Qt Software. Ich spare mir die Lizenzenkosten indem ich im Auftrag Programme schreibe und sie dem Auftraggeber unter der GPL aushaendige. Weder ich noch der Auftraggeber sind verpflichtet, diese Software dritten zur Verfuegung zu stellen.

    >
    > > Das tut die GPL nicht. Du kannst GPL Software
    > in
    > jedem Projekt einsetzen, solange die
    > Bedingungen der GPL
    > erfuellt werden. Nicht
    > moeglich? Tja, dann ist die
    > andere freie
    > Lizenz wohl doch nicht so frei.
    >
    > Tut sie doch.

    Tut sie nicht. Es stehen keine Namen anderer Lizenzen in der GPL. Die GPL verbietet nicht, sie erlaubt. Mag sein, dass sie fuer bestimmte andere Lizenzen nicht genug erlaubt. Sehe ich eher als Problem der anderen Lizenzen.

    > Es ist von der FSF sogar gewollt,
    > dass sämtliche Projekte, die Teile von
    > GPL-Software verwenden wollen, ebenfalls unter der
    > GPL stehen müssen, selbst wenn sie nur gegen
    > GPL-Software linken.

    Finde ich gut so. Und was heisst 'selbst wenn'? In sehr vielen Projekten steckt das echte know-how in einer Library. Oft ist das drumherum nur graphischer Zucker. Warum soll dieses know-how nun ploetzlich volgelfrei sein, nur weil man dagegen dynamisch linkt?


    > Deswegen gibt es auch die
    > LGPL, sodass wenigstens bei letzterem nicht das
    > ganze Projekt unter GPL stehen muss (z.B. sinnvoll
    > bei Bibliotheken).

    Ja, finde ich auch gut. Das ist das schoene an den GPL Versionen: Jeder Entwickler kann sich die aussuchen, die ihm passt.

  10. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Ingenieur 23.06.08 - 13:28

    Ingenieur schrieb:
    -------------------------------------------------------
    Viele Leute werfen leider kostenlose, offene und freie Software durcheinander.

    Kostenlose Software gibt es kostenlos. Trotzdem darf sie nicht unbedingt verbreitet oder modifiziert werden. Microsoft hat zum Beispiel einiges an kostenloser Software, z.B. Visual Studio Express.

    Offene Software liefert den Source-Code mit und ich kann das System modifizieren. Eine Verbreitung kann aber untersagt sein oder an bestimmte Bedingungen gebunden sein. Außerdem kann man für die Software Geld verlangen. Zu dieser Klasse gehört Software unter GPL, die man zwar verkaufen darf, aber man muss den Source-Code mitliefern und eine Weiterverbreitung (zum Beispiel nach Modifizierung) muss wieder unter GPL stehen.

    Bei freier Software ist man frei damit zu tun was man will. Ich kann den Code zum Beispiel in einer Auftragsentwicklung verwenden, was z.B. bei GPL schwierig sein kann (abhängig vom Auftraggeber). In diese Klasse gehört eher Software mit BSD-Lizenz.

    Außerdem gibt es natürlich Mischformen dieser drei Arten, z.B. kostenlose und offene Software. Und es gibt Software die nichts davon erfüllt, Windows zum Beispiel. Windows kostet Geld, darf nicht weiterverbreitet werden und die Verbeitung des Source-Codes wird auf ausgewählte Kunden beschränkt, z.B. Universitäten.

  11. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Flying Circus 23.06.08 - 13:35

    Ingenieur schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Bei freier Software ist man frei damit zu tun was
    > man will. Ich kann den Code zum Beispiel in einer
    > Auftragsentwicklung verwenden, was z.B. bei GPL
    > schwierig sein kann (abhängig vom Auftraggeber).
    > In diese Klasse gehört eher Software mit
    > BSD-Lizenz.

    Erzähl das bitte den Jungs von der FSF, die behaupten allen Ernstes, ihre Software unter der GPL sei "frei" *g*
    Was sie auch ist. Es kommt auf die Definition der Freiheit an. Du unterstellst Deine Definition als allgemeingültig.

  12. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Ingenieur 23.06.08 - 13:46

    Urheberrecht = Genozid schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ich spare mir die Lizenzenkosten indem
    > ich im Auftrag Programme schreibe und sie dem
    > Auftraggeber unter der GPL aushaendige. Weder ich
    > noch der Auftraggeber sind verpflichtet, diese
    > Software dritten zur Verfuegung zu stellen.

    Unter GPL3 bist Du indirekt dazu verpflichtet.
    Aus der deutschen Übersetzung der GPL3:

    'Sie müssen das Gesamtwerk als Ganzes gemäß dieser Lizenz an jeden lizensieren, der in den Besitz einer Kopie gelangt. ...

    ...Jedesmal, wenn Sie ein betroffenes Werk übertragen, erhält der Empfänger automatisch vom ursprünglichen Lizenzgeber die Lizenz, das Werk auszuführen, zu verändern und zu propagieren. ...

    ...Sie dürfen keine zusätzlichen Einschränkungen bzgl. der Ausübung der unter dieser Lizenz gewährten oder zugesicherten Rechte vornehmen. ...'

  13. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Ingenieur 23.06.08 - 13:48

    Flying Circus schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Erzähl das bitte den Jungs von der FSF, die
    > behaupten allen Ernstes, ihre Software unter der
    > GPL sei "frei" *g*
    > Was sie auch ist. Es kommt auf die Definition der
    > Freiheit an. Du unterstellst Deine Definition als
    > allgemeingültig.

    *sigh*
    Ja, ich weiß. ICH würde gerne freie Software definieren als Software die von freien Menschen entwickelt wurde. Freie Menschen sind alle die eine 'Freie Menschen'-Lizenz von mir haben.
    :-)


  14. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Tropfsteinhöhle 23.06.08 - 13:50

    Urheberrecht = Genozid schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ja, sehr viele Worte um zu sagen, dass der direkte
    > Verkauf von GPL Software nicht relevant ist.

    Wie gesagt, was relevant ist, steht dabei nicht zur Debatte. Es ist möglich, die Software an sich zu verkaufen. Ob es sinnvoll ist, ist Sache des Verkäufers.


    > Tut sie nicht. Es stehen keine Namen anderer
    > Lizenzen in der GPL. Die GPL verbietet nicht, sie
    > erlaubt. Mag sein, dass sie fuer bestimmte andere
    > Lizenzen nicht genug erlaubt. Sehe ich eher als
    > Problem der anderen Lizenzen.

    Nein, sie besagt explizit folgendes:
    "You must license the entire work, as a whole, under this License to anyone who comes into possession of a copy. This License will therefore apply, along with any applicable section 7 additional terms, to the whole of the work, and all its parts, regardless of how they are packaged. This License gives no permission to license the work in any other way, but it does not invalidate such permission if you have separately received it."

    D.h. sie lässt überhaupt keine andere Lizenz zu, selbst wenn du nur eine winzige Zeile von der Software verwenden willst. Ich müsste also mein ganzes Projekt entweder unter die GPL stellen oder eben jeden daran beteiligten Autor einzeln um Erlaubnis fragen, ob ich die Zeile unter einer anderen Lizenz verwenden darf.


    > Finde ich gut so. Und was heisst 'selbst wenn'? In
    > sehr vielen Projekten steckt das echte know-how in
    > einer Library. Oft ist das drumherum nur
    > graphischer Zucker. Warum soll dieses know-how nun
    > ploetzlich volgelfrei sein, nur weil man dagegen
    > dynamisch linkt?

    Freiheit bedeutet aber auch, irgendetwas nicht zu müssen. Ich *muss* nicht bei jeder Lizenz den gesamten Quelltext mitliefern, bei der GPL schon. Ich *muss* auch nicht bei jeder Lizenz abgeleitete Werke unter exakt die gleiche Lizenz stellen, bei der GPL ist das aber der Fall.

    Wenn ich z.B. eine Suppe gekocht habe und du würzt sie noch etwas nach, um den Geschmack zu verfeinern, zwinge ich dich ja auch nicht, mir unbedingt zu verraten, welche Gewürze du nun verwendet hast. Klar gehört es zum guten Ton, es mir trotzdem zu verraten, aber dich zwingt keiner dazu. Genauso sehe ich das auch bei Software. Wenn jemand meine Software mit neuen Funktionen erweitert hat, überlasse ich es ihm, ob er sie frei verfügbar machen will. Wenn er das nicht tut, ist es zwar schade, aber das war halt seine Entscheidung. Meine offizielle Software bleibt hingegen trotzdem noch frei.

  15. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Urheberrecht = Genozid 23.06.08 - 13:56

    Flying Circus schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Erzähl das bitte den Jungs von der FSF, die
    > behaupten allen Ernstes, ihre Software unter der
    > GPL sei "frei" *g*
    > Was sie auch ist. Es kommt auf die Definition der
    > Freiheit an. Du unterstellst Deine Definition als
    > allgemeingültig.


    "frei" ist ein sehr maechtiges Meme (http://de.wikipedia.org/wiki/Meme).
    Normalerweise "duerfen" solche Meme nur von der Werbung und der Industrie belegt werden. Die geben dafuer ja Millionen aus. Das "frei" in der IT nun sehr stark mit der GPL in Verbindung gebracht wird, stoesst gewissen Gruppen natuerlich sehr sauer auf. Die GPL beeintraechtigt Geschaeftsmodelle, die mit minderwerigen Schrott Geld verdienen wollen und in der Vergangenheit es auch sehr gut konnten. Also wird versucht die GPL zu diskreditieren. Ein Weg ist u.A. zu versuchen, sie als unfrei ins oeffentliche Bewusstsein zu bringen. Die meisten, die das Versuchen, sehe ich als scheinheilige Luegner und Moechtegernschmarotzer an.

  16. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: . 23.06.08 - 14:05

    Gut gemeint, aber falsch. Er darf sich mit seinem Auftraggeber darüber unterhalten, dass die Software nicht weiterverkauft wird. Er hat keine Änderung an der Lizenz vorgenommen. Nur noch eine mündliche Vereinbarung getroffen.

    Sozusagen wird dieser Entwicklerzweig eine Sackgasse sein, was zulässig ist, und das Interesse beider Parteien schützt. Keine Lizenzkosten - kein Know-How Verlust an die Konkurrenz.

  17. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Urheberrecht = Genozid 23.06.08 - 14:06

    Ingenieur schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Unter GPL3 bist Du indirekt dazu verpflichtet.
    > Aus der deutschen Übersetzung der GPL3:
    >
    > 'Sie müssen das Gesamtwerk als Ganzes gemäß dieser
    > Lizenz an jeden lizensieren, der in den Besitz
    > einer Kopie gelangt. ...

    Und? Ich gebe sie an eine Person weiter, die dafuer zahlt. Wenn diese Person sie nicht fuer sich behalten kann, ist das nicht mein Problem. Ich geben jeden gerne eine Lizenz, der in den Besitz eine Kopie kommt. Wenn er die Kopie aber nicht von mir bekommen hat, ergeben sich darauf keinerlei weitere Pflichten fuer mich.

    > ...Jedesmal, wenn Sie ein betroffenes Werk
    > übertragen, erhält der Empfänger automatisch vom
    > ursprünglichen Lizenzgeber die Lizenz, das Werk
    > auszuführen, zu verändern und zu propagieren. ...

    Stimmt. Ich kann die Weitergabe nicht verhindern. Will ich auch nicht. Interessiert mich auch nicht, was mit meinen Programmen passiert, die ich einmal im Auftrag geschrieben habe. Wenn ich bei Uebergabe an meinen Kunden alle GPL Verpflichtungen erfuellt habe, z.B. Uebergabe des vollen Sourcecodes, bin ich raus.

    > ...Sie dürfen keine zusätzlichen Einschränkungen
    > bzgl. der Ausübung der unter dieser Lizenz
    > gewährten oder zugesicherten Rechte vornehmen.
    > ...'

    Fuer mein Geschaeftsmodell kein Problem. GPL Programme darf man weitergeben, muss es aber nicht. Wenn ich ein GPL Programm einer Person A gebe, hat keine Person B einen Anspruch, dass sie das Programm auch von mir bekommt.



  18. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Ingenieur 23.06.08 - 14:14

    . schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Gut gemeint, aber falsch. Er darf sich mit seinem
    > Auftraggeber darüber unterhalten, dass die
    > Software nicht weiterverkauft wird. Er hat keine
    > Änderung an der Lizenz vorgenommen. Nur noch eine
    > mündliche Vereinbarung getroffen.

    Das waren Kopien aus dem Lizenztext. Du kannst nicht sagen, das ist falsch. Unterhalten darf ich mich über alles, aber mündliche Vereinbarungen, die die GPL verändern, lässt die GPL nicht zu. Das heißt, die von mir zitierten Stellen sind gültig!

    Die GPL erlaubt nur ein 'Friss oder stirb'. Daher bevorzuge ich die BSD-Lizenz, denn dann darf ich wirklich mit meiner Software praktisch alles machen.

  19. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Tormentor 23.06.08 - 14:24


    > Normalerweise "duerfen" solche Meme nur von der
    > Werbung und der Industrie belegt werden. Die geben
    > dafuer ja Millionen aus. Das "frei" in der IT nun
    > sehr stark mit der GPL in Verbindung gebracht
    > wird, stoesst gewissen Gruppen natuerlich sehr
    > sauer auf. Die GPL beeintraechtigt
    > Geschaeftsmodelle, die mit minderwerigen Schrott
    > Geld verdienen wollen und in der Vergangenheit es
    > auch sehr gut konnten. Also wird versucht die GPL
    > zu diskreditieren. Ein Weg ist u.A. zu versuchen,
    > sie als unfrei ins oeffentliche Bewusstsein zu
    > bringen. Die meisten, die das Versuchen, sehe ich
    > als scheinheilige Luegner und
    > Moechtegernschmarotzer an.

    Und genau wegen Leuten wie dir entsteht diese ganze Politisierung der Softwarelizenzen. Es gibt Leute die das einfach anders sehen als du, die die GPL nicht als wirklich "frei" begreifen, aber das geht nicht in deinen Wirrkopf rein, der wahrscheinlich hinter allem irgendwelche "Industrielobbyisten" oder was auch immer vermutet.
    Die GPL nimmt einem Freiheiten weg. Die GPL hindert Projekte mit liberaleren Lizenzen voneinander zu profitieren. Diese ganze Idealisierung, das Quelltext offen sein MUSS, damit anständige Software dabei herauskommt ist doch engstirnig und wenig freiheitlich.
    Wahrhaftig freie Software hast du doch wohl nur erschaffen, wenn jemand auch die Freiheit hat das Ding mit einer veränderten Codezeile neu zu übersetzen und für 499€ ohne offenen Quelltext anzubieten. Und wenn du das nicht willst, gut, nimm die GPL - aber dann erzähl mich nicht dass deine Software wirklich frei ist.

  20. Re: Für wirklich freie Software

    Autor: Urheberrecht = Genozid 23.06.08 - 14:24

    Ingenieur schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Das waren Kopien aus dem Lizenztext. Du kannst
    > nicht sagen, das ist falsch. Unterhalten darf ich
    > mich über alles, aber mündliche Vereinbarungen,
    > die die GPL verändern, lässt die GPL nicht zu. Das
    > heißt, die von mir zitierten Stellen sind gültig!

    Sind sie. Die GPL regelt aber nur die Weitergabe von Software.
    Die GPL verlangt nicht, die Software unbedingt weiterzugeben.
    Sie legt nur die Regeln fest fuer den Fall dass sie weitergegeben wird. Ich gebe sie genau einmal weiter. Was der Empfaenger damit macht, interessiert mich nicht. Muss mich auch nicht interessieren.


    > Die GPL erlaubt nur ein 'Friss oder stirb'. Daher
    > bevorzuge ich die BSD-Lizenz, denn dann darf ich
    > wirklich mit meiner Software praktisch alles
    > machen.

    Ich verrate dir ein Geheimnis: Du darfst mit deiner Software auch so praktisch alles machen. Lizenzen beziehen sich nur auf Software, die einem nicht gehoert.




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