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Ladenlokal-Argument

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  1. Ladenlokal-Argument

    Autor: Q-Kontinuum 06.10.08 - 13:34

    "Andererseits sparen reine Onlinehändler durch den Versandhandel auch Kosten, weil sie weder Ladenlokal noch Verkaufspersonal bereithalten müssen."

    Ein Onlinehändler muß sich vorhaltenlassen, kein Ladenlokal zu besitzen? Das kann es ja wohl nicht sein. ;)

    Ausweislich meiner Kenntnisse zum FernabsatzG, das im Zuge der Schuldrechtsmodernisierung ins BGB inkorporiert worden war und nicht aufgrund der RL von 1997, stellt die Regelung auf die Informationsdiskrepanz zwischen Verkäufer und Käufer ab. Der Käufer von Onlinewaren kann die Ware vor Ort nicht prüfen, sondern muß sich auf die Beschreibung des VKs verlassen. Dieser Vertrauensschutz fand ausdruck im Widerrufsrecht.

    Diesen Gedanken kann man aus meiner Sicht auch auf die Hinsendekosten anwenden. War die Ware nicht beschreibungsgemäß, haftet der VK. Ist dies nicht der Fall (= Regelfall), trägt der Käufer die Kosten.

    Letztlich könnte man nämlich das oben zitierte Argument auch wider den Käufer wenden: selbst schuld, wenn man online kauft - und gerade nicht im Laden. ;)

  2. Re: Ladenlokal-Argument

    Autor: Kaptn Blaumeise 06.10.08 - 15:01


    > Letztlich könnte man nämlich das oben zitierte
    > Argument auch wider den Käufer wenden: selbst
    > schuld, wenn man online kauft - und gerade nicht
    > im Laden. ;)


    Total dämliches Argument.

  3. Re: Ladenlokal-Argument

    Autor: Motzer 06.10.08 - 15:25

    Moin,

    > Letztlich könnte man nämlich das oben zitierte
    > Argument auch wider den Käufer wenden: selbst
    > schuld, wenn man online kauft - und gerade nicht
    > im Laden. ;)

    Aha. Mal bezogen auf Textilien:
    Ich kaufe 2 Paar Schuhe in Größe X (zB 42) - dann kann es DURCHAUS sein, dass ein Paar NICHT passt! Die Größen der Hersteller sind nämlich immer mal wieder anders! Dumm nur, wenn es in der Nähe kein Ladenlokal gibt, wo ich das testen könnte! Versuch mal bei Deichmann einen Schuh "nachzubestellen" ;))

    Ausserdem ist ja gerade DAS ein Argument von Onlineshopping: Die Leute müssen eben NICHT in ein Ladenlokal gehen, und könnn quasi von überall aus kaufen.

    Dennoch: Sollte die Rücksendung kostenfrei für Käufer sein, sehe ich kleine Onlineshops schnell am finanziellen Abgrund, bei Margen von zumeist wenigen Cent.
    Vermutlich werden die Versandkosten dann allgemein einfach höher angesetzt (wenn auch rechtlich angreifbar).

    Bon prix hat eine nette Methode: Man bekommt einen 3 Euro Gutschein, wenn man die Ware NICHT zurücksendet :)

  4. Re: Ladenlokal-Argument

    Autor: ThommyHommy 06.10.08 - 15:29

    Kann natürlich so ausgelegt werden. Ob dies sich allerdings zu Gunsten des Onlinehandels auswirken würde bleibt abzuwarten.

    Ich bestelle schon heute bevorzugt nur bei Händlern bei denen ich weiss, dass es im Falle einer Rücksendung (und die ist selten) keine Probleme gibt. Dies sind Firmen wie Reichelt, Amazon, bol und ähnliche große und seriöse Unternehmen.

    Die Frickel-Ebay-Abzocker-Butze die für den Artikel 1 Euro und dann 12 Euro Versand verlangt hat damit natürlich so Ihre Probleme. Ist aber auch klar wenn man mit Gewinnspannen von 0,1% kalkuliert und versucht alles über den Preis zu regeln.

  5. Re: Ladenlokal-Argument

    Autor: ThommyHommy 06.10.08 - 15:48

    Warum auch nicht. Wenn das für Bon Prix funktioniert ist das doch legitim.

    Ansonsten ist doch klar was passieren muss. Die Rücksendequote wird den Preis beeinflussen. Ist doch ganz natürlich und ok.

    Händler die einwandfreie Ware mit guten und ausführlichen (und korrekten) Beschreibungen anbieten haben geringere Rücksendequoten und können somit auf Dauer bessere Preise anbieten.

    Anbieter die B-Ware kaufen und als A-Ware verkaufen oder mit zwielichtigen Beschreibungen arbeiten um so die Käufer zu täuschen werden eben höhere Rücksendequoten haben.

    Warum wohl bietet z.B. Amazon die Preisgarantie für DVDs? Das ist Kundenbindung und sorgt dafür, dass keiner was zurückschickt weil er es woanders für 5 Euro billiger gesehen hat.

  6. Re: Ladenlokal-Argument

    Autor: SirSydom 06.10.08 - 16:15

    > Ausweislich meiner Kenntnisse zum FernabsatzG, das
    > im Zuge der Schuldrechtsmodernisierung ins BGB
    > inkorporiert worden war und nicht aufgrund der RL
    > von 1997, stellt die Regelung auf die
    > Informationsdiskrepanz zwischen Verkäufer und
    > Käufer ab. Der Käufer von Onlinewaren kann die
    > Ware vor Ort nicht prüfen, sondern muß sich auf
    > die Beschreibung des VKs verlassen. Dieser
    > Vertrauensschutz fand ausdruck im Widerrufsrecht.
    >
    > Diesen Gedanken kann man aus meiner Sicht auch auf
    > die Hinsendekosten anwenden. War die Ware nicht
    > beschreibungsgemäß, haftet der VK. Ist dies nicht
    > der Fall (= Regelfall), trägt der Käufer die
    > Kosten.

    So ein Dummfug, wenn die Ware nicht beschreibungsgemäß war liegt sowieso ein Sachmangel vor, und der Verkäufer trägt alle Kosten. DARUM geht es nicht..

  7. Re: Ladenlokal-Argument

    Autor: Q-Kontinuum 06.10.08 - 18:56

    Motzer schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Aha. Mal bezogen auf Textilien:
    > Ich kaufe 2 Paar Schuhe in Größe X (zB 42) - dann
    > kann es DURCHAUS sein, dass ein Paar NICHT passt!
    > Die Größen der Hersteller sind nämlich immer mal
    > wieder anders! Dumm nur, wenn es in der Nähe kein
    > Ladenlokal gibt, wo ich das testen könnte! Versuch
    > mal bei Deichmann einen Schuh "nachzubestellen"
    > ;))

    Ich gebe gerne zu: das habe ich noch nie getan! ;)

    > Ausserdem ist ja gerade DAS ein Argument von
    > Onlineshopping: Die Leute müssen eben NICHT in ein
    > Ladenlokal gehen, und könnn quasi von überall aus
    > kaufen.

    Mag sein, doch kostet der Besuch des Ladenlokals auch wenigstens Zeit und Geld. Diese Kosten (Stundenlohn + Transportkosten) sind ungleich höher als die Hinsendekosten, und kein Ladenlokal der Welt gewährt Rabatt bei Nichtgefallen der Ware, weil man den Weg "umsonst" angetreten hatte. ;)

    > Dennoch: Sollte die Rücksendung kostenfrei für
    > Käufer sein, sehe ich kleine Onlineshops schnell
    > am finanziellen Abgrund, bei Margen von zumeist
    > wenigen Cent.
    > Vermutlich werden die Versandkosten dann allgemein
    > einfach höher angesetzt (wenn auch rechtlich
    > angreifbar).
    >
    > Bon prix hat eine nette Methode: Man bekommt einen
    > 3 Euro Gutschein, wenn man die Ware NICHT
    > zurücksendet :)

    Das ist clever, eben kreativ. :)

  8. Re: Ladenlokal-Argument

    Autor: Q-Kontinuum 06.10.08 - 18:58

    SirSydom schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > > Ausweislich meiner Kenntnisse zum
    > FernabsatzG, das
    > im Zuge der
    > Schuldrechtsmodernisierung ins BGB
    >
    > inkorporiert worden war und nicht aufgrund der
    > RL
    > von 1997, stellt die Regelung auf die
    >
    > Informationsdiskrepanz zwischen Verkäufer und
    >
    > Käufer ab. Der Käufer von Onlinewaren kann
    > die
    > Ware vor Ort nicht prüfen, sondern muß
    > sich auf
    > die Beschreibung des VKs verlassen.
    > Dieser
    > Vertrauensschutz fand ausdruck im
    > Widerrufsrecht.
    >
    > Diesen Gedanken kann
    > man aus meiner Sicht auch auf
    > die
    > Hinsendekosten anwenden. War die Ware nicht
    >
    > beschreibungsgemäß, haftet der VK. Ist dies
    > nicht
    > der Fall (= Regelfall), trägt der
    > Käufer die
    > Kosten.
    >
    > So ein Dummfug, wenn die Ware nicht
    > beschreibungsgemäß war liegt sowieso ein
    > Sachmangel vor, und der Verkäufer trägt alle
    > Kosten. DARUM geht es nicht..

    Und wo ist dann bitteschön Dein Problem, beleidigte Leberwurst? Null Textverständnis bzw. Jura-Kenntnis, wenn ich von Haftung spreche? ;)

    Das mit dem Sachmangel ist auch so oder so wieder Unsinn. Man kann auch Ansprüche online kaufen...

  9. Richtig!

    Autor: Muschimaus 06.10.08 - 19:24

    Q-Kontinuum schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > "Andererseits sparen reine Onlinehändler durch den
    > Versandhandel auch Kosten, weil sie weder
    > Ladenlokal noch Verkaufspersonal bereithalten
    > müssen."
    >
    > Ein Onlinehändler muß sich vorhaltenlassen, kein
    > Ladenlokal zu besitzen? Das kann es ja wohl nicht
    > sein. ;)

    Richtig! Das Argument ist dämlich, denn sowohl Online-Laden als auch Ladenlokal erzeugen Betriebskosten. Je größer der Laden ist, umso ausgefeilter (und somit teurer) ist die entsprechende Software. Das beinhaltet auch laufende Kosten.

    Und daß kein Verkaufspersonal vorgehalten muß, ist ein genauso dämliches Argument, denn auch ein Online-Shop läuft nicht von alleine, braucht ein Lager usw. usf.

    Da haben welche einfach falsche Vorstellungen vom Aufwand, den ein Online-Shop in Wirklichkeit macht.

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