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Und für was soll sowas gut sein?

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  1. Re: Für nichts außer die Grundlagenforschung

    Autor: physiker 05.12.08 - 23:13

    Es wird radioaktives Tritium benutzt und die Wände des Reaktors werden radioaktiv kontaminiert.
    Nach Einstufung in Strahlungsklassen sind die Reaktorabfälle aber schwach radioaktiv und sind nach wenigen Jahren ungefährlich.

    Die Halbwetszeit des radioaktiven Tritiums beträgt ca. 12,5 Jahre. D.h. nach 12,5 Jahren ist die Strahlung um die Hälfte abgeklungen. Aber da Tritium der Brennstoff ist, braucht man sich darum kaum sorgen, weil eigentlich keine Reste übrig bleiben sollen.

    Jetzt kommt der Vergleich zur Kernspaltung, die in allen heutigen Kernreaktoren genutzt wird.
    Auch hier entstehen viele Reaktorabfälle und das ganze Kraftwerk muss nach 40 Jahre entsorgt werden.
    Dazu kommen die Reaktionstoffe und Endprodukte. Deren Halbwertszeiten betragen meist mehrere tausend Jahre und noch mehr!
    D.h. Der meiste Müll wird die Menschheit problemlos überleben.
    siehe http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/atommuell-endlager-info.html

    Was gefällt euch also besser?
    100 Jahre schwach strahlende Abfälle, oder hochgradig strahlende Abfälle für die Ewigkeit?

    Außerdem ist die theoretische Energieausbeute der gleichen Materialmenge im Fusionskraftwerk deutlich besser. D.h. weniger Abfall für mehr Energie.

  2. Re: Für nichts außer die Grundlagenforschung

    Autor: XCG 05.12.08 - 23:35

    Eine Frage an den Physiker:
    Wenn die Halbwertszeit des Tritiums ca. 12,5 Jahre ist, wo findet man dann das Tritium in der Natur?

  3. Re: Vollkommen falsch ...

    Autor: Martin Keseczi 06.12.08 - 05:25

    Bitte, ich bin nicht so Chlau!
    ',' hätten dem "Lesefluss" echt nicht geschadet!

  4. Kernfusion ist etwa 820 Millionen mal sicherer als Kernspaltung.

    Autor: BoMbY 06.12.08 - 12:56

    Tomahawk schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > 2.) Auch beim Fusionsreaktor wird radioaktives
    > Material anfallen, vor dem unsere physikalisch
    > unbeleckte Bevölkerung diese Heidenangst hat. Ich
    > bin mir nicht sicher, ob nicht dann doch (nach all
    > den Entwicklungskosten) bei einem hypothetischem
    > Fusionsreaktor diese grünen Spinner demonstrieren
    > würden.

    Ich hab das mal in einem anderen Forum vorgerechnet:

    Uran und Plutonium haben eine Zerfallsenergie im Bereich von MeV und Tritium im Bereich von KeV. (Faktor 1000)

    Hinzu kommt noch die geringe Halbwertzeit von 12,3 Jahren bei Tritium. Uran und Plutonium liegen bei deutlich >1000 Jahren. (Ich nehme als kleinst möglichen Faktor 82)

    Außerdem entsteht bei der Kernfusion deutlich weniger radioaktiver Müll - nur die durch Strahlung aktivierten inneren Reaktorbauteile müssen endgelagert werden (auch hier ist die Halbwertzeit geringer als bei Bauteilen aus Kernspaltungsreaktoren). (Ich nehme hier mal den Faktor 10 an)

    Und der größte Faktor ist und bliebt: Wenn ein Störfall auftritt kann keine Kettenreaktion auftreten, und die Fusion wird direkt gestoppt. (Ich nehme hier der Einfachheit halber mal an, dass Risiko einer unerwarteten Kettenreaktion ist um den Faktor 1000 geringer)

    Das Risiko eines von außen herbeigeführten Unglücksfalls ist bei AKW und KFR wohl in etwa gleich. (Faktor 1)

    Das macht: 1 * 1.000 * 10 * 82 * 1.000 = 820.000.000 ...


  5. Re: Für nichts außer die Grundlagenforschung

    Autor: anderer Physiker 06.12.08 - 14:23

    Tritium ist tatsächlich ein selten vorkommendes Material. Etwa 4kg existieren natürlich auf der Erde, die hauptsächlich durch Neutronen-Beschuss von Stickstoffkernen aus der kosmischen Strahlung entstehen. Auf der Sonne entsteht es auch, und wird durch die Sonneneruption zur Erde "gepustet".

    Künstlich entsteht es in Schwerwasserreaktoren, wo es als Abfallprodukt entsteht oder durch künstlichen Beschuss von Stickstoffkernen mit Neutronen.

  6. Re: Für nichts außer die Grundlagenforschung

    Autor: C. Cretemaster 06.12.08 - 14:50

    Du willst Physiker sein, ja? Dann nenne doch mal bitte so zwei, drei Spaltprodukte mit Halbwertszeiten von tausenden Jahren. Wenn dir das zu schwierig ist, nenne ein paar mit noch laengerer Halbwertszeit, die tatsaechlich gefaehrlich sind.

    Die beiden gefaehrlichen Spaltprodukte Sr-90 und Cs-137 haben eine Halbwertszeit von gerade einmal 30 Jahren. Das ist nichts verglichen mit den 6000 Jahren des Aktivierungsprodukts C-14.

  7. Re: Für nichts außer die Grundlagenforschung

    Autor: C. Cretemaster 06.12.08 - 14:56

    laZee schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wenn das Ölproblem schlimm genug wird, wird die
    > Öffentlichkeit sogar nach "normalen" Kernreaktoren
    > verlangen, ungeachtet der radioaktiven Abfälle.

    Die Oeffentlichkeit hat kein Problem mit Kohle, Erdoel und Erdgas, ungeachtet der radioaktiven Abfaelle, die bei der Foerderung anfallen. Eigentlich weiss kaum einer etwas darueber---kein Wunder, kommt doch das Halbwissen hauptsaechlich aus Greenpeace-Propaganda.

    > Ich kenne mich mit Fusionsreaktoren nicht gut aus,
    > es fällt also auch Atommüll an. Mehr als bei
    > heutigen Reaktoren? Wie ist das Verhältnis zur
    > Energieausbeute?

    Das Verhaeltnis ist ganz beschissen, weil die Energeiausbeute bis auf weiteres negativ ist. Was du mit dem albernen Kampfbegriff "Atommuell" meinst, weiss ich nicht, aber schwach radioaktive Abfaelle werden durch Aktivierung der Konstruktionsmaterialen anfallen.

  8. Re: Kernfusion ist etwa 820 Millionen mal sicherer als Kernspaltung.

    Autor: C. Cretemaster 06.12.08 - 14:58

    BoMbY schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ich hab das mal in einem anderen Forum
    > vorgerechnet:
    >
    > Uran und Plutonium haben eine Zerfallsenergie im
    > Bereich von MeV und Tritium im Bereich von KeV.

    Uhh, klingt voll gefaehrlich. Dann sollte aber schleunigst mal jemand all das gefaehrliche natuerlich vorkommende Uran beseitigen, bevor es uns alle umbringt. Vielleicht kann man es ja in einem Reaktor einfach spalten? Hat daran schon mal jemand gedacht?

  9. Du hast mich ueberzeugt, Grundlagenforschung ist Scheisse

    Autor: fettfleisch 06.12.08 - 15:26

    Fliegen ist keine Lösung für unser Reiseproblem.
    1.) Fliegen funktioniert einfach nicht. Die arbeiten jetzt schon seit Jahrzehnten daran. Ich habe schon von mehr als einem Physik-Professor gesagt bekommen, dass das Geld besser in andere Gebiete fließen sollte.

    2.) Auch beim Fliegen wird es unvorstellbar hohe Geschwindigkeiten geben, vor dem unsere physikalisch unbeleckte Bevölkerung diese Heidenangst hat. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht dann doch (nach all den Entwicklungskosten) bei einem hypotetischem Flugzeug diese grünen Spinner demonstrieren würden.

    Merke:
    Nicht jede heute nicht funktionierende Sache ist morgen automatisch gut!

  10. Re: Für nichts außer die Grundlagenforschung

    Autor: Blaine the Pain 06.12.08 - 15:44

    Kernfusion funktioniert - das beweißt schon das helle Ding am Himmel, das tagsüber zu sehen ist. Und dass das kein Einzelfall ist, zeigen auch die vielen weniger hellen Punkte, die man Nachts am Himmel sehen kann.

    Ob Kernfusion zur Energieerzeugung auf der Erde eingesetzt werden kann, ist eine ganz andere Frage. Dass es nicht so einfach ist, sie hierfür zu nutzen, zeigt in der Tat, dass man in der Physik manchmal vom "moving target 40a + x" (x = aktuelles Jahr) spricht, wenn es darum geht, wann Kernfusion als Energiequelle eingesetzt werden kann.

    Auf der anderen Seite - vor ein paar Juahrhunderten hat man auch noch gesagt, dass der Mensch niemals fliegen können wird (selbst nicht unter zu Hilfenahme von Maschinen) ...

    Und, jeder gute Physik-Professor sollte sich eigentlich darüber im Klaren sein, dass Grundlagenforschungnun mal viel Geld kostet, egal ob es dabei um Kernfusion, Supraleiter oder anderes geht. Das heißt nicht, dass damit schon sicher gestellt ist, dass das Geld, welches in entsprechende Projekte fließt, letztendlich sinnvoll angelegt worden ist. Auf der anderen Seite ist das Budget, welches in die Entwicklung der Kernfusion fließt, immer noch recht bescheiden, wenn man es mal mit den jährlichen militärsichen Ausgaben der beteiligten Länder vergleicht - oder mit der Menge an Geld, die in der aktuellen Wirtschaftskrise global "verbrannt" wurde.

  11. Re: Kernfusion ist etwa 820 Millionen mal sicherer als Kernspaltung.

    Autor: Paul Warfield Tibbets Jr 06.12.08 - 16:07

    Muss natürliches Uran nicht noch angereichert werden, Nordkorea will
    die Zentrifugen doch nicht zur Uran Bespaßung benutzen oder?

  12. Re: Für nichts außer die Grundlagenforschung

    Autor: sssssssssssssssssss 06.12.08 - 16:23

    was ich mich immer frage ist, wenn das zeug noch "hochgradig" strahlt, wieso wird es dann nich für was anderes benutzt?

    ich mein das is ja immerhin noch haufenweise ungenutzte energie die irgendwo in bergwerken vor sich hin strahlt :\

  13. Re: Für nichts außer die Grundlagenforschung

    Autor: :-) 06.12.08 - 16:37

    Tellur 128Te ca. 7·1024 Jahre (7 Quadrillionen Jahre)
    Selen 82Se ca. 1,08·1020 Jahre (108 Trillionen Jahre)
    Bismut 209Bi ca. 1,9·1019 Jahre (19 Trillionen Jahre)
    Thorium 232Th 14,05 Mrd. Jahre
    Uran 238U 4,468 Mrd. Jahre
    Uran 235U 704 Mio. Jahre
    Iod 129I 15,7 Mio. Jahre
    Plutonium 239Pu 24.110 Jahre
    Kohlenstoff 14C 5.730 Jahre
    Radium 226Ra 1.602 Jahre

  14. Re: Für nichts außer die Grundlagenforschung

    Autor: C. Cretemaster 06.12.08 - 18:40

    In Uebereinstimmung mit der Prophezeihung enthaelt deine Liste nur drei Spaltprodukte, und keins von denen ist gefaehrlich. Und nichts im Bereich von ca. 1000 Jahren ist dabei. Willst du nochmal raten?

  15. Re: Kernfusion ist etwa 820 Millionen mal sicherer als Kernspaltung.

    Autor: C. Cretemaster 06.12.08 - 18:53

    Paul Warfield Tibbets Jr schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Muss natürliches Uran nicht noch angereichert
    > werden?

    Kommt auf die Reaktortechnologie an. Fuer Leichtwasserreaktoren hast du Recht, fuer Schnelle Brueter, CANDUs und RBMKs nicht.



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