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Lasst sie doch ausbauen
Autor: errata 29.12.08 - 09:16
Die ganzen "Mitbewerber" hatten jahrelang Zeit ihre (meist nicht vorhandenen) Netze auszubauen. Haben sie aber nicht und wollten sich nur (möglichst umsonst) ins "gemachte Nest" setzen. Wo währe das Problem, wenn neu gebaute Leitungen (egal von wem) die ersten x Jahre einen Mitbewerberschutz bekämen?.
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Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: Django01 29.12.08 - 09:29
Hallo errata,
das Problem an der Sache ist dass mit dem Ausbauprozess erst begonnen werden kann wenn der Staat dem Zustimmt.
Und die T-Com hat da ein gewisses Vorrecht, da sie die Leitungen schon immer hatte und damals unter der "wir sind Staat" noch ein paar mehr Privilegien. Daher ist es für Mitbewerber gar nicht mal so einfach ein eigenes bzw. koexistentes Netz aufzubauen.
Anstatt sich alle beteiligten in ein Boot setzen und darüber debattieren wie man an jeden Haushalt die 16MBit Leitung bringt wird sich darüber gestritten wer wo was bauen darf. Und das ist alles andere wie Produktiv und sollte in einem Highspeed Standort wie Deutschland eigentlich nicht stattfinden.
Politik fängt eben da an wo der gesunde Menschenverstand aufhört... -
Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: user 29.12.08 - 09:34
Abgesehen von großen ausländischen Investoren und der EU - schließlich sollte sowas ähnliches wie Wettbewerb herrschen. Man glaubt nicht wo die Telekom überall ihre dreckigen Finger im Spiel hat und hier in Deutschland versemmeln sie ihren kompletten Kundendatenbestand während sie auf ihren Leitungen rumhocken und diese tagtäglich vermiesen damit die Konkurrenz wiederum Probleme mit den Kunden bekommt,...
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Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: antiplex 29.12.08 - 09:38
> Die ganzen "Mitbewerber" hatten jahrelang Zeit
> ihre (meist nicht vorhandenen) Netze auszubauen.
Die T-Com hatte diese Zeit auch (sogar wohl am längsten?); Ausbau ist aber auch nicht erfolgt. Es ist ja nun nicht so, dass es ein Netz von Anbieter A und Netz von Anbieter B gibt, denn im Grunde bedarf es nur eines einzigen Netzes, dass eben von unterschiedlichen Anbietern betrieben/genutzt werden kann.
> Haben sie aber nicht und wollten sich nur
> (möglichst umsonst) ins "gemachte Nest" setzen.
Zum einen kann von umsonst nicht die Rede sein, schliesslich werden fest vereinbarte (und meiner Ansicht nach nicht zu niedrig kalkulierte) Entgelte für die Leitungsnutzer an die jeweiligen Netzinhaber gezahlt.
Zum anderen hat die T-Com auch nicht ihr komplettes Netz aufgebaut, sondern die Infrastruktur für nen Apfel+Ei von einer staatlichen Behörde übernommen.
> Wo währe das Problem, wenn neu gebaute Leitungen
> (egal von wem) die ersten x Jahre einen
> Mitbewerberschutz bekämen?.
Das Problem wäre, dass es nicht unbedingt nur um die letzten Meter zu den Haushalten geht, sondern auch um einige Ebenen im Baumartigen geflecht der Netze höher. Soll heissen: Nicht nur einzelnen Haushalten wäre dann womöglich die freie Wahl des Anbieters verbaut, sondern gleich ganzen Bezirken oder Ortschaften/Gemeinden. Das ist irgendwie nicht meine Definition einen offenen Marktes.
Aber da man ja ohnehin fast nur noch mit 2-Jahresverträgen geknebelt wird (bis auf wenige löbliche ausnahmen wie z.b. al..e), könnte man doch das als Instrument nutzen, um vor einem Ausbau im Zielgebiet die dortigen Haushalte durch eine kleine Broschüre darauf hinzuweisen, dass ab dem xx.yy.20zz DSL verfügbar ist und man bis zum ... einen Vertrag zum Vorzugspreis von xx€ abschliessen kann. -
Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: Sarkom 29.12.08 - 09:41
>>Und die T-Com hat da ein gewisses Vorrecht, da sie die Leitungen schon immer hatte und damals unter der "wir sind Staat" noch ein paar mehr Privilegien.<<
Hier geht es um "neue" Leitungen... -
Zensur!
Autor: Linuxbenutzer 29.12.08 - 09:47
> ..., denn im Grunde bedarf es nur eines einzigen Netzes, dass eben von unterschiedlichen Anbietern betrieben/genutzt werden kann.
Nein, wir müssen weg von dem monolithischen Denken. Nur so ist überhaupt erst Zensur möglich. Und jetzt komm mir nicht damit an, dass Linux auch monolithisch ist. Linux ist OpenSource und somit nicht vergleichbar. Außerdem gibt es dutzende Gitrepositories mit teilweise abgewandelten Kernels. DRM hätte somit nie eine Chance, um im Kernel aufgenommen zu werden, was auch gut so ist.
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Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: sarkom 29.12.08 - 09:51
>>Die ganzen "Mitbewerber" hatten jahrelang Zeit ihre (meist nicht vorhandenen) Netze auszubauen.<<
Das sind doch alles nur üble Schmarotzer...
An einem "Mitbewerberschutz" wären die doch gar nicht interessiert, da sie ja eh nichts in einen infrastrukturellen Ausbau investieren wollen.
Komisch: Ich wohne hier in einem mittleren Wohngebiet (ca. 4000 Haushalte) - jahrelang kein DSL. Es mussten sowohl die Hauptleitungen, als auch die Hausanschlüsse erneuert werden. Leerrohre waren nicht vorhanden, so dass alles neu gebuddelt werden musste. Jahrelang wurden auch seitens der Kommunalpolitik verschieden TK-Anbieter bekniet, doch endlich zu investieren. Und wer hat am Ende doch wieder gebaggert? Klar die Telekom. Aber die Anschlüsse waren noch nicht fertiggestellt, da kamen von den Mitbewerbern (ob nun nur Reseller oder auch sonst wer) die Angebote ins Haus geflattert... -
Netz verstaatlichen
Autor: errata 29.12.08 - 09:54
Dann währe die beste Lösung das komplette Netz wieder zu verstaatlichen und die TK-Unternehmen mieten es. Wenn man ehrlich ist, sollte das eigentlich für die komplette Infrastruktur gelten, man hat es ja gemerkt wie es in den letzten Jahren (Strom,Wasser,Abwasser,Streckennetz der Bahn u.s.w.) stetig bergab und teurer geworden ist und teilweise unaufhaltsam verrottet (Strommasten/Leitungen).
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Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: errata 29.12.08 - 09:58
Das ist ja das Problem, nur in Ballungsräumen stimmt die Marge, mit den Brotkrumen sind die Mitbewerber nicht zufrieden. Die Post muss auch nach Hintertupfingen liefern (Briefe u.s.w.) die privaten machen das nicht, oder zu einem horrenden Aufschlag. Dieses Rosinenpicken gehört verboten. Entweder ein eng umrissenes Gebiet (lokaler Anbieter) oder alles.
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Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: Youssarian 29.12.08 - 10:09
antiplex schrieb:
> Die T-Com hatte diese Zeit auch (sogar wohl am
> längsten?); Ausbau ist aber auch nicht erfolgt.
Wie bitte? :-) -
Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: antiplex 29.12.08 - 10:19
> > Die T-Com hatte diese Zeit auch (sogar wohl
> > am längsten?); Ausbau ist aber auch nicht
> > erfolgt.
>
> Wie bitte? :-)
na, täusch ich mich, oder gibt es noch immer versorgungslücken auf dem land bzw in nicht so dicht besiedelten gegenden? dachte darum gehts in der meldung... -
Re: Zensur!
Autor: antiplex 29.12.08 - 10:27
> > ..., denn im Grunde bedarf es nur eines
> > einzigen Netzes, dass eben von unterschiedlichen
> > Anbietern betrieben/genutzt werden kann.
>
> Nein, wir müssen weg von dem monolithischen
> Denken. Nur so ist überhaupt erst Zensur möglich.
> Und jetzt komm mir nicht damit an, dass Linux auch
> monolithisch ist. Linux ist OpenSource und somit
> nicht vergleichbar. Außerdem gibt es dutzende
> Gitrepositories mit teilweise abgewandelten
> Kernels. DRM hätte somit nie eine Chance, um im
> Kernel aufgenommen zu werden, was auch gut so
> ist.
>
äh, wir reden hier schon von physikalischen kabelgebundenen netzen? erkenn ich die ironie nicht? warum sollten den bitte mehrere kupferleitungspaare mit derselben funktion (telefon/dsl) in die haushalte führen? auch einen zensurschutz sehe ich da ehrlich gesagt nicht, das setz ich eher auf anbieterebene an und da ists natürlich gut, wenn es nicht nur einen gibt...
was das jetzt mit linux zu tun haben soll versteh ich allerdings nicht so ganz... -
Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: Youssarian 29.12.08 - 10:35
antiplex schrieb:
>>> Die T-Com hatte diese Zeit auch (sogar wohl
>>> am längsten?); Ausbau ist aber auch nicht
>>> erfolgt.
> Wie bitte? :-)
> na, täusch ich mich, oder gibt es noch immer
> versorgungslücken auf dem land bzw in nicht so
> dicht besiedelten gegenden?
Natürlich gibt es die. Die Telekom bestreitet
allerdings allein 99% der Investitionen im
ländlichen Bereich. Alle anderen zusammen
(incl. der Funklösungen) bringen das fehlende
Prozent zusammen.
Derzeit gilt noch alles über 128 Kbit/s als
"Breitband". Die Abdeckung hat inzwischen 96%
erreicht. Fängt man erst bei DSL 2000 an, von
Breitband zu reden, liegt man erst bei 80%. Die
Telekom sagt nun, dass sie bis Ende 2011 (oder
war's 2012?) 99% Abdeckung mit DSL 2000 oder
besser schaffen würde, wenn man ihr "regulato-
risch" entgegen käme.
Das mag so manchem sehr wenig erscheinen, ist
aber das bestmögliche Angebot. Die alternative
Lösung wäre nämlich, dass der Steuerzahler die
Rechnung zahlt. Zehn Jahre nach Beginn des
Breitbandausbaus ist es nämlich an der Zeit,
solidarisch vorzugehen. Dass heißt, diejenigen,,
die bereits gut versorgt sind, sollen eben fünf
Euro mehr pro Monat zahlen, damit der Ausbau auf
dem Land finanziert werden kann. -
Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: antiplex 29.12.08 - 11:16
> ... Zehn Jahre nach Beginn des
> Breitbandausbaus ist es nämlich an der Zeit,
> solidarisch vorzugehen. Dass heißt, diejenigen,,
> die bereits gut versorgt sind, sollen eben fünf
> Euro mehr pro Monat zahlen, damit der Ausbau auf
> dem Land finanziert werden kann.
prinzipiell kein schlechter gedanke. das problem ist und bleibt, dass die telekom natürlich die nutzungsentgelte am liebsten so hoch ansetzen würde, dass kein mitbewerber einen breitbandanschluss zu einem niedrigerem preis anbieten kann. damit würden allerdings die massnahmen der regulierungsbehörde zugunsten der telekom missbraucht, was bestimmt nicht im interesse der verbraucher ist. also muss man halt aufpassen/genau prüfen, in wie weit man den wünschen der telekom entgegenkommen mag.
insofern begrüsse ich den gegenvorschlag der VATM und hoffe, dass die endlich mal aktiv werden und wirklich was passiert. vom gut ausgebauten wimax-netzen in ländlichen bereichen profitieren ja nicht nur die dortigen bewohner, sondern eventuell sogar auch der ein oder andere stadtmensch, der sich mal dorthin verirren mag ;)
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Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: Hunger 29.12.08 - 11:28
Die Telekomiker haben das gesamte Netzt kostenlos geerbt.
Nachdem im Zuge der Wende bis zu 700 Mrd Mark investiert wurden.
(Die haben Sie aber in Glasfaser gesteckt die Sie immer noch nicht brauchen ;-)
Danach haben Sie die Bude für 180 Mrd an die Börse gebracht.
BWL teilgenommen .....
Entweder kompletter Wettberwerb oder 1 Anbieter.
Aber nicht diese mit Steuergeld gepeppelte Telekom gg
diese Substanzlosen Möchtegern Versorger.
Ausser ein paar ehemalige Regionalversorger hat keiner eigene Netze.
Einige arbeiten sogar als GmbH mit ganz dünner Finanzdecke.
Arbeitsplätze werden da eher temporär geschaffen.
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Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: dhfg 29.12.08 - 11:32
Von den 5 Euro mehr würden aber 4.50 in den Tauschen der Manager und Aktionäre verschwinden, so läuft das ja leider heutzutage.
Da wäre wohl ein Ausbau mit Hilfe von Steuergeldern wesentlich effektiver. -
Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: Youssarian 29.12.08 - 12:15
dhfg schrieb:
> Von den 5 Euro mehr würden aber 4.50 in den
> Tauschen der Manager und Aktionäre verschwinden,
> so läuft das ja leider heutzutage.
Nein, sicher nicht. Es ließe sich auch leicht kon-
trollieren. Bei 20 Mio. DSL-Anschlüssen (habe ich
jetzt einfach so geschätzt) kämen 84 Mio. EUR pro
Monat netto an, was rund einer Milliarde EUR/Jahr
entspräche. Diese sind jeweils in Gebieten zu inves-
tieren, die die aktuelle schlechteste Versorgung
haben.
> Da wäre wohl ein Ausbau mit Hilfe von
> Steuergeldern wesentlich effektiver.
Du hast vergessen, warum die einstige "Behörde
Telekom" privatisiert wurde. Wenn Du glaubst,
dass die heutige Telekom schlecht wirtschaften
würde, dann weißt Du nicht, was sie früher ge-
macht hat.
Wer den Ausbau am Ende wirklich macht, dürfte
indes einerlei sein. Denkbar und begrüßenswert
wären auch weitere Kooperationen wie die von
Vodafone und Telekom in Heidelberg und noch
'ner Stadt. (Würzburg?) -
Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: Youssarian 29.12.08 - 12:19
Hunger schrieb:
> Die Telekomiker haben das gesamte Netzt kostenlos
> geerbt.
Nein, die Aktionäre (über 60% sind im Streubesitz)
haben es dem Staat abgekauft.
> Nachdem im Zuge der Wende bis zu 700 Mrd Mark
> investiert wurden.
> (Die haben Sie aber in Glasfaser gesteckt die Sie
> immer noch nicht brauchen ;-)
> Danach haben Sie die Bude für 180 Mrd an die Börse
> gebracht.
> BWL teilgenommen .....
Dann überprüfe einmal Deine Zahlen. Die sind offen-
sichtlich frei erfunden. Die Telekom hat den Ausbau
der DDR selbst mit Schulden finanziert und wurde
inklusive dieser Schulden an die Börse gebracht.
Dabei war der Ausbau des bedürftigen Ostens in
der Tat eine gesellschaftliche Aufgabe wie auch
die Pensionslasten der ungeliebten, weil zwangs-
weise übernommenen Beamten. -
Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: Youssarian 29.12.08 - 12:35
Youssarian schrieb:
> Denkbar und begrüßenswert wären auch weitere
> Kooperationen wie die von Vodafone und Telekom
> in Heidelberg und noch 'ner Stadt. (Würzburg?)
Heilbronn und Würzburg sind's.
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Re: Lasst sie doch ausbauen
Autor: Siga 29.12.08 - 13:03
Ein Monopol ist zum Vorteil aller zu nutzen und deswegen zu gleichen Preisen jedermann anzubieten.
Ich weiss noch, das Telefon krass teuer war.
Straßen aufreissen ist Unfug. Die letzte Meile gehört theoretisch der T-Com (nicht dem Steuerzahler, die GrauePost(TCom) hat die GelbePost immer durchgefüttert durch teure TelefonTarife!) aber moralisch dem Bürger der dran hängt.
In der Vermittlungsstelle entscheidet dann der Bürger, welcher Provider an sein Kupferkabel gelegt wird.
HalbOT: Aber vermutlich bist Du nur ein Troll und findest Monopole toll. Aber heulst dann wegen Crank als BD für 37 Euro in Deutschland und peilst nicht, das DeutschMonopolisten den Aufpreis kriegen, den sie für $ 17 in USA/Amazon.Com für BluRay-Crank nicht kriegen. In USA sind BDs bezahlbar und auf dem Preisniveau neuer DVDs vor 2-3 Jahren.



