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Welch eine Farce
Autor: ChilliConCarne 04.05.09 - 12:24
Die Marionette von Putin, der ein ex-KGB'ler und damit selbsterklärend gar nicht gut auf die USA zu sprechen ist, sagt 'Nein' zu einem Plan der etwas abschwächen soll, das aus der Wiege des puren Kapitalismus kommt. Ein 'Nein' von einer Regierung die froh ist, dank des Euro nicht mehr so stark auf dem Dollar sitzen zu müssen. Eine Regierung, die sich wegen Bush's bescheurertem Raketenabwehrsystem wieder in Richting eines kalten Kriegs leiten ließ und garantiert möchte, dass die eigenen Abwehrsysteme mit Windows laufen. Und das vor dem Hintergrund der ohnehin inzwischen zwingenden Modernisierung derer Waffensysteme. Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen.
> Das vorgeschlagene Projekt sei nämlich zu teuer
Da gibt es einen Haufen unbezahlter Hobbybastler die ganze Distributionen hochziehen und dann heißt es, trotz seit Putin entstehender reicher Oberschicht, dass sie es sich nicht leisten können? In einem Land, in dem Programmierer, zur Not auch aus China, mit Kartoffeln bezahlt werden. Aber der Krieg in Georgien war sicher günstiger.
> außerdem korruptionsanfällig
Ein System bei dem der Staat Einblicke hat, so wie Rußland es sich vorstellt und nur begrüßen kann, da es deren ganzem System entspricht, ist plötzlich 'korruptionsanfällig'?
> Es bestehe die Gefahr, damit den Anschluss
> an die internationale Entwicklung zu verlieren.
Was entwickelt Rußland außer Gas, Waffen und Wodka? Von welcher Entwicklung soll da die Rede sein? Was soll man verlieren können, wen es ohnehin nicht existiert?
> Daher sei statt eines nationalen Systems
> vielmehr die Zusammenarbeit mit den besten
> Spezialisten weltweit vonnöten.
Und die gibt's nur bei Microsoft. So wie es Brillen ja nur bei Fielmann gibt.
Mir ist ja schnurz was die nehmen, aber dann sollte deren Antwort einfach erlich sein.
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Re: Welch eine Farce
Autor: russenkenner 04.05.09 - 12:44
ChilliConCarne schrieb:
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> (...)
> Was entwickelt Rußland außer Gas, Waffen und
> Wodka? Von welcher Entwicklung soll da die Rede
> sein? Was soll man verlieren können, wen es
> ohnehin nicht existiert?
> (...)
Und Italiener essen sowieso nur Pizza und Spaghetti Carbonara, und die Deutschen ja sowieso nur Eisbein mit Sauerkraut... die Welt ist halt eine Scheibe, daran lässt sich nicht rütteln...
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Re: Welch eine Farce
Autor: Anonymer Benutzer 04.05.09 - 13:05
Ein Migration zu Linux hin, ist kurz- und mittelfristig für den Staat zu teuer. Die langfristigen Kosten sind bestimmt gleichhoch als die für kommerzielle Betriebssysteme. Es reicht nicht einfach nur ein Betriebssystem zusammenzuschustern und auf sämtliche PC's in den Ministerien und Ämtern zu installieren. Man muss auch für sämtliche Windows-Software Alternativen finden/programmieren und zehntausende Regierungsangestellte umschulen. Das kostet ein Vermögen, und all das nur, um etwas Nationalstolz zu pflegen ? Wenn Milliarden für sowas verprasst werden sollen, wird selbst Putin zum Ami-Freund und hebt das Geld für wichtigeres auf.
Die Alternative ist doch : Windows in russischer Sprache, Sonderkonditionen von Microsoft, und was die Offenlegung von irgendwelchen Windows-Codes angeht, brauchen die Russen bestimmt keine Einsicht in irgendwelche Sourcecodes mehr.
Militärische Systeme werden mit Sicherheit eh nicht unter Windows oder Linux programmiert.
Russland hat absolut recht, sich nicht auf ein hausgemachtes System einzulassen. Erstens sind die Russen unglaubliche Flickschuster, und zweitens ist Korruption und das Verschieben von Geldbeträgen unter dem Tisch des Russen liebste Beschäftigung. Irgendwann läuft das ganze Projekt aus dem Ruder und kostet mehr als ein kommerzielles OS vom Klassenfeind (der schon lange keiner mehr ist).
Mir war die Antwort ehrlicht genug. Der Russki traut dem Russki nicht über den Weg, und die Finanzkrise erlaubt es den Russen auch nicht mehr den Patrioten raushängen zu lassen, vor allem nicht bei so unwichtigem, wie einem Betriebssystem auf den Computern der Sekretärinnnen in Russland.
Als gäbs momentan nichts wichtigeres als Betriebssysteme auf der Welt.... -
Re: Welch eine Farce
Autor: ChilliConCarne 04.05.09 - 13:26
Mir ist klar, dass ein nationales OS weit mehr Kosten wie Folgekosten mit sich ziehen würde als irgendeine gemeinnützige Distribution. Jedoch ist meine Einschätzung die, dass die nicht so hoch sind, dass es sich Russland nicht leisten könnte.
Aber der Rest ist eigentlich gute Gegenargumentation, wo ich bis jetzt nichts einwenden könnte. -
Re: Welch eine Farce
Autor: ubuntu_user 04.05.09 - 13:32
Anonymer Benutzer schrieb:
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> Ein Migration zu Linux hin, ist kurz- und
> mittelfristig für den Staat zu teuer. Die
> langfristigen Kosten sind bestimmt gleichhoch als
> die für kommerzielle Betriebssysteme. Es reicht
> nicht einfach nur ein Betriebssystem
> zusammenzuschustern und auf sämtliche PC's in den
> Ministerien und Ämtern zu installieren. Man muss
> auch für sämtliche Windows-Software Alternativen
> finden/programmieren und zehntausende
> Regierungsangestellte umschulen.
joar und windows + windowssoftware ist ja generell kostenlos
> Militärische Systeme werden mit Sicherheit eh
> nicht unter Windows oder Linux programmiert.
windows garantiert nicht.
linux bin ich mir nicht so sicher.
da kann man sicher linux als ersatz für irgendwelche unixe nehmen
> Mir war die Antwort ehrlicht genug. Der Russki
> traut dem Russki nicht über den Weg, und die
> Finanzkrise erlaubt es den Russen auch nicht mehr
> den Patrioten raushängen zu lassen, vor allem
> nicht bei so unwichtigem, wie einem Betriebssystem
> auf den Computern der Sekretärinnnen in Russland.
>
> Als gäbs momentan nichts wichtigeres als
> Betriebssysteme auf der Welt....
joar joar, server, infrastruktur ist ja unwichtig
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Re: Welch eine Farce
Autor: Anonymer Benutzer 04.05.09 - 14:00
ubuntu_user schrieb:
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> Anonymer Benutzer schrieb:
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> > Ein Migration zu Linux hin, ist kurz-
> und
> mittelfristig für den Staat zu teuer.
> Die
> langfristigen Kosten sind bestimmt
> gleichhoch als
> die für kommerzielle
> Betriebssysteme. Es reicht
> nicht einfach nur
> ein Betriebssystem
> zusammenzuschustern und
> auf sämtliche PC's in den
> Ministerien und
> Ämtern zu installieren. Man muss
> auch für
> sämtliche Windows-Software Alternativen
>
> finden/programmieren und zehntausende
>
> Regierungsangestellte umschulen.
>
> joar und windows + windowssoftware ist ja generell
> kostenlos
>
> > Militärische Systeme werden mit Sicherheit
> eh
> nicht unter Windows oder Linux
> programmiert.
>
> windows garantiert nicht.
> linux bin ich mir nicht so sicher.
> da kann man sicher linux als ersatz für
> irgendwelche unixe nehmen
>
> > Mir war die Antwort ehrlicht genug. Der
> Russki
> traut dem Russki nicht über den Weg,
> und die
> Finanzkrise erlaubt es den Russen
> auch nicht mehr
> den Patrioten raushängen zu
> lassen, vor allem
> nicht bei so unwichtigem,
> wie einem Betriebssystem
> auf den Computern
> der Sekretärinnnen in Russland.
>
> Als
> gäbs momentan nichts wichtigeres als
>
> Betriebssysteme auf der Welt....
>
> joar joar, server, infrastruktur ist ja
> unwichtig
>
Seien wir doch nicht naiv ! Diese ganze Linux-Geschichte war doch nichts anderes als Erpressung. Die Russen wollen kein Linux, aber sie wollen Discountpreise bei Microsoft. Microsoft möchte nichts anbrennen lassen und hat jetzt mit grosszügigen Geschenken reagiert. Für die Russen gibt's Windows für ein paar Flaschen Standard und Microsoft hat weiterhin einen Fuss auf dem russischen Markt. Alle sind glücklich.
Im Grunde also tatsächlich eine Farce.
Linux ist doch nur was für Nerds und Serveradmins. -
Re: Welch eine Farce
Autor: Wodka 04.05.09 - 14:21
> grosszügigen Geschenken reagiert. Für die Russen
> gibt's Windows für ein paar Flaschen Standard ...
Für ein paar Flaschen Standard installiere ich mir sogar PC-DOS ;-)
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Re: Welch eine Farce
Autor: Yves 04.05.09 - 14:30
Die Argumentation der Kosten ist als korrekt zu betrachten. Die Lizenzkosten für Microsoft-Produkte mit dem entsprechenden Mengen ist ein Witz. Bei uns in der Firma (100'000 Mitarbeiter machen diese Lizenzkosten nicht mehr als 1% des IT-Budgets aus). Da macht es keinen Sinn, an diesem Ort zu optimieren.
Zu den Waffensystemen, Raumfahrt etc. Da wird einfach alles eingesetzt. Von Windows 3.11, Windows CE, Windows Mobile, Windows Server, proprietäre Systeme, Unix-Derivaten, Linux, VMS, OpenVMS etc. Raumfahrt und Millitär definieren die Software-Anforderungen je nach Verwendungszweck ganz unterschiedlich und setzen meistens nicht nur auf ein System. Das wäre viel zu riskant. Am sichersten sind vermutlich die Embedded Systeme (Windows CE und Linux mit proprietären Erweiterungen).
Übrigens: den Source-Code erhält bei Microsoft jeder, mit der entsprechenden Lizenz. Ich gehe mal davon aus, dass rusische Staat dazu gehört ;-) -
Re: Welch eine Farce
Autor: vlad tepesch 04.05.09 - 14:41
Yves schrieb:
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> Übrigens: den Source-Code erhält bei Microsoft
> jeder, mit der entsprechenden Lizenz. Ich gehe mal
> davon aus, dass rusische Staat dazu gehört ;-)
Wenn dem tatsächlich so wäre, meinst du nicht der WinXP-SourceCode wär mit der weile längst im Netz verfügbar? -
Re: Welch eine Farce
Autor: Ivan Drago 04.05.09 - 15:28
Genau, die bösen wodkasaufenden Russen! Nutzen nicht das tolle und überlegene Linux! Nieder mit denen!
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Re: Welch eine Farce
Autor: Der Kaiser! 12.05.09 - 04:14
> Was entwickelt Rußland außer Gas, Waffen und Wodka?
Programmierer.
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.05.09 04:18 durch Der Kaiser!.



