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  5. › 1,9 Millionen US-Dollar Strafe…

Ein bisschen Mathe

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  1. Ein bisschen Mathe

    Autor: Nachrechner1 19.06.09 - 12:31

    1.9 Mio "Schadenersatz" hieße, dass bei 24 Titeln rund 80.000 USD pro Titel Schaden entstanden sind. Da bereits zu dieser Zeit mp3s nur 1 USD gekostet haben, bedeutet dies, dass jeder Titel 80000mal von ihrer Leitung aus verteilt wurde (schließlich kann man die Frau ja nicht dafür belangen, dass andere diese Titel theoretisch weiter getauscht haben könnten - es geht nur um den durch sie verursachten Schaden).
    1 mp3 file hat wohl ca. 4.5 MB. Das von ihr ins Internet eingespeiste Datenvolumen beträgt folglich:
    4.5 MB * 80000 * 24 = 8640000 MB ~ 8.2 TB
    Angenommen die gute Familie hatte einen Upload von 100 KB/s - was übertrieben gut sein sollte. Damit die 8.2 TB über diese Leitung gehen, müsste der Rechner über 1000 Tage oder anders knapp 3 Jahre lang durchgelaufen sein um diese Datenmenge zu erreichen.

    Nimmt man an, dass der Rechner "nur" 10 Stunden am Tag an war wären es sogar fast 7 Jahre!!!! So alt waren die Lieder sicher nicht und 7 Jahre zuvor hatte man auch nicht so einen Upload. Wie man's dreht und wendet, die Frau konnte diesen Schaden rein technisch nicht generieren.

    Nebenbemerkung: Es wurde auch geschrieben dass sich knapp 1700 Lieder auf dem Rechner befunden haben sollen. 1700 * 80000 = 136000000 = 136 Mio USD - arme Musikindustrie.

  2. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: Nachrechner2 19.06.09 - 12:37

    Man muss allerdings bedenken, dass es beim Filesharing kaum dazu kommt, dass man eine Datei nur von einer Person bezieht. Folglich müssten auch Teilübertragungen verurteilt werden und diese, so wie ich die entsprechenden Gerichte einschätze, werden wohl zu 100% berechnet. Folglich müsste für jede Datei und User, der sie downloaded nur 1 Bit berechnet werden. d.h. 1,9 Mio Bit sind 200 KByte :D.

  3. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: Blubsi 19.06.09 - 12:38

    Naja du vergisst das die Berechnung auch die Folgeschäden beinhalten könnte. Also z.B.

    20 mal direkt geladen, und von jedem weiteren 10 mal, von wiederum diesen 5 mal. Na wieviel Downloads wären das? :)

  4. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: Nachrechner1 19.06.09 - 12:46

    So darfst du aber für's Strafmaß nicht rechnen - dann würde die Frau ja für die Gesetzesüberschreitungen anderer aufkommen müssen und deswegen liegt auch Nachrechner2 falsch.

    Des weiteren muss das Gericht ja davon ausgehen, dass theoretisch alle Tauschbörsennutzer belangt werden können - und das ist theoretisch auch definitiv der Fall. Die Musikindustrie darf also insgesamt auch nicht mehr Geld eintreiben als überhaupt an Schaden entstanden ist. Folgerichtig MUSS die Frau die 8 TB übertragen haben.

  5. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: anchrechner3 19.06.09 - 12:49

    ich fande es schon immer schwachsinning, dass die musikindustrie einen download gleich setzt mit schaden....ist doch voellich schwachsinning:

    es gibt da viel zu viele tracks die, wenn man sie nicht im internet auf bittorrent bekommt, laengst nicht kaufen wuerde. dann ist ja auch kein schaden entstanden weil in dem fall die musik firmen eh nichts von mir verdient haetten.

    das zaehlt naturlich nicht fuer alle, aber diese unsummen an "schaden" die immer von der musikindustrie erwaehnt werden sind doch voellig uebertrieben.

    abgesehen davon, kaufe ich immer noch gerne eine CD von Sachen die ich wirklich gut fnide, auch wenn ich vielleicht schon eine kopie habe. ist halt doch ncht dasselbe wie eine richtige CD mit booklet etc. vielleicht sollten die Firmen mal daran arbeiten anstatt allainstehende Muetter wegen 20 songs zu verklagen.

  6. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: alter_ego 19.06.09 - 12:56

    Hi,

    also ich glaube ihr verwechselt da was.
    Wo steht denn, dass die Strafe dem entstandenen Schaden der MI entspricht?

    Ich verstehe das eher so, dass die 80000$ pro Lied einfach nur die Strafe für die Strafsache der Urheberrechtsverletzung darstellt und keine Rückzahlung evtl. entgangener Umsätze (Schadensersatz).

    Gruss

  7. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: Nachrechner2 19.06.09 - 13:00

    Nunja... wenn ich aus einem meiner Bücher etwas kopiere, und danach verschenke könnte es durchaus auch sein, dass mir dafür die Kopie des kompletten Buches als Schaden berechnet wird. Egal ob der Rest des Buches von jemand anderem kopiert und veröffentlicht wird

  8. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: JudgeDredd 19.06.09 - 13:02

    Aber selbst wenn dem so wäre, stünde das Strafmass in absolut keinem Verhältnis zur Tat!

  9. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: alter_ego 19.06.09 - 13:09

    Das mag schon stimmen, es ging mir in erster Linie auch darum, die hier aufgestellte Rechnung für überflüssig zu erklären.

    Zudem kommt uns die Bemessung des Strafmaßes in Übersee häufiger "unverhältnismäßig" vor.
    Man denke an z.B. die x-mal lebenslänglich bei strafrechtlichen Verurteilungen, von den Millionenzahlungen bei vergessenen Hinweisen auf Gebrauchsgegenständen ganz zu schweigen.
    d.h. die Bemessungen sind auch relativ zum jeweiligen Land zu sehen.






    JudgeDredd schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Aber selbst wenn dem so wäre, stünde das Strafmass
    > in absolut keinem Verhältnis zur Tat!


  10. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: JudgeDredd 19.06.09 - 13:21

    Ja, da hast du in beiden Punkten Recht. Ein Bekannter von mit wurde mal beim Herunterladen von Filmen erwischt und die Strafe war für ihn schon empfindlich aber lange nicht unmöglich und angemessen. Da ist Ammiland ja eh ein wenig anders.

    Ausserdem weiss man vorher, worauf man sich einlässt, wenn man Bittorrent o.ä. benutzt. Und wenn nicht, Dummheit schützt vor Strafe nicht!

  11. Du hast da was nicht verstanden!

    Autor: /mecki78 19.06.09 - 13:22

    Nachrechner1 schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > 1.9 Mio "Schadenersatz" hieße, dass bei 24 Titeln
    > rund 80.000 USD pro Titel Schaden entstanden sind.
    > Da bereits zu dieser Zeit mp3s nur 1 USD gekostet
    > haben, bedeutet dies, dass jeder Titel 80000mal
    > von ihrer Leitung aus verteilt wurde

    Ähhh... nein. Ganz und gar nicht. Eine Strafzahlung hat nicht den Zweck einfach nur den angerichteten Schaden auszugleichen. Wenn das so wäre, dann würde ich nie wieder was kaufen sondern alles klauen und wenn ich dann erwischt werde, dann zahle ich eben das was es gekostet hätte. Werde ich nicht erwischt, umso besser. Im schlimmsten Fall muss ich also das gleiche wie ein ehrlicher Kunde bezahlen, im besten Fall nichts.

    So funktioniert das nicht!

    Eine Strafzahlung muss immer höher liegen als das was ein ehrlicher Kunde dafür gezahlt hätte.

    Das Gericht hat sie wegen 24 Downloads verdonnert, nicht Uploads, und für jeden Download hat es eine Strafe von $80'000 festgelegt!

    Nach dem US Gesetz darf ein Gericht als Strafe für eine Urheberrechtsverletzung eine Summe zwischen $750 (Mindeststrafe) und $150'000 (Höchststrafe) festlegen und sie haben eben $80'000 genommen.

    /Mecki

  12. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: GodsBoss 19.06.09 - 13:29

    Teilübertragungen werden komplett berechnet? Das soll stimmen?

    Sagen wir, da sind 1000 Leute, die je 100 Songs (die gleichen) bereitstellen, ich ziehe mir von jedem dieser Leute 1/1000 jedes dieser 100 Songs, dann müsste ja jeder von denen für alle 100 Songs bezahlen, insgesamt würde als für 100.000 Songs bezahlt werden müssen, obwohl nur 100 tatsächlich verteilt wurden.

    Das ist absurd, würde aber natürlich die abstrus hohen Summen erklären.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  13. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: Wächter des Rechts 19.06.09 - 13:39

    Es nunmal technisch nur sehr aufwändig bis gar nicht nachweisbar, von welchem Song wie viel hochgeladen wurde. Das ist in dem Urteil auch nicht von Interesse. Strafbar ist alleine schon die Bereitstellung der Songs, was in diesem Fall eine 24fache Urheberrechtsverletzung bedeutet. Allerdings wurde hier natürlich das Strafmaß viel zu hoch festgegt und das ist das Problem!

    Diese ganzen mathematischen Rechnungen sind hier völlig belanglos!

  14. Du hast da was nicht verstanden (II)

    Autor: CJK 19.06.09 - 13:43

    Mach doch alles nicht so zu kompliziert: Die 1,9 Mio. Forderungen brauchen die Manager der Musikindustrie ganz einfach, um damit ihre Bilanzen zu frisieren! Der Bilanzwert des Unternehmens wird entsprechend um 1.9 Mio. $$$ zunehmen. So eine Schweinebande...

  15. Re: Du hast da was nicht verstanden (II)

    Autor: /mecki78 19.06.09 - 13:53

    CJK schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Mach doch alles nicht so zu kompliziert: Die 1,9
    > Mio. Forderungen brauchen die Manager der
    > Musikindustrie ganz einfach, um damit ihre
    > Bilanzen zu frisieren!

    Nicht die MI entscheidet über die Strafzahlung sondern das Gericht. Die MI kann zwar Eingaben machen aber dem Gericht steht es frei diese zu ignorieren.

    D.h. entweder die Richter oder die Geschworenen haben auf diese Summe entschieden... da bin ich mir in den USA nicht so sicher. Normalerweise ist das so, dass die Geschworenen nur entscheiden "schuldig" oder "nicht schuldig", das Strafmaß legt der Richter fest. Die Geschworenen dürfen auch hier nur eine Empfehlung aussprechen (was sie für ein gutes Strafmaß halten), aber auch hier steht es dem Richter frei der Empfehlung zu folgen oder ein ganz anderes Strafmaß festzulegen.

    Ich glaube nicht dass die Summe "logisch" Begründet ist. Sie liegt einfach irgendwo schön zwischen 750 und 150'000.



    /Mecki

  16. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: GodsBoss 19.06.09 - 15:07

    > Es nunmal technisch nur sehr aufwändig bis gar
    > nicht nachweisbar, von welchem Song wie viel
    > hochgeladen wurde. Das ist in dem Urteil auch
    > nicht von Interesse. Strafbar ist alleine schon
    > die Bereitstellung der Songs, was in diesem Fall
    > eine 24fache Urheberrechtsverletzung bedeutet.
    > Allerdings wurde hier natürlich das Strafmaß viel
    > zu hoch festgegt und das ist das Problem!
    >
    > Diese ganzen mathematischen Rechnungen sind hier
    > völlig belanglos!

    Falsch, genau das wäre der wichtigste Punkt, um festzustellen, was für ein Schaden entstanden ist. Denn das Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen begründet sich letztlich damit, dass den Rechte-Inhabern ein indirekter Verlust zugefügt wird, der Gedanke ist, knapp gesagt, wer sich ein Werk herunterlädt, kauft es nicht.

    Wenn also jemand mit einem grandios schlechten Upload tausend Filme bereitstellen würde, aber nur so wenig Bandbreite und Onlinezeit hat, dass er letztlich nur eine Datenmenge hochladen konnte, die einem Film entspricht, sollte er auch nicht mehr bezahlen müssen (plus eine Strafzahlung natürlich).

    Der Argumentation zufolge, es ginge nur um die Bereitstellung, ist die Strafzahlung eigentlich noch zu niedrig, denn das theoretisch denkbare Publikum sind 6 Milliarden Menschen, also müsste es (Kosten für Werke plus Strafzahlung) mal sechs Milliarden sein.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  17. Re: Du hast da was nicht verstanden (II)

    Autor: filor 19.06.09 - 16:17

    Dumm, dümmer, amerikanisch ....

  18. Re: Du hast da was nicht verstanden!

    Autor: typisch 19.06.09 - 16:57

    tja,

    bei uns hätte man pro lied einen 10/100 von ihrem Netto Einkommen oder sowas gewählt. Da würde einfach grob die Mitte vom möglichen Strafmass genommen.

    Vermutlich wollte da nur einer ein Denkmal setzten und noch wahrscheinlicher wollte der richter sich eine neue jacht kaufen und hat von der MI 20% angeboten bekommen ;)

  19. Re: Du hast da was nicht verstanden (II)

    Autor: Stichler 19.06.09 - 17:08

    Tatsache, das steht wie im Artikel angemerkt in keinem Verhältnis. Pure Willkür, und das "Angebot" der Musikindustrie wird die Summe erst auf einen angebrachten Wert bringen. Aber wieso kann ich absolut nicht nachvollziehen. Wenn das Gericht eine solche Strafe ausspricht, dann schreckt es ab? Das ist doch als würde man in die Tafel (Verein, der sich um Lebensmittelspenden für Bedürftige kümmert) gehen und dort Kaviar haben wollte. Da halten die Betroffenen dich doch für total durchgeknallt. Und genauso erscheint mir das Gericht derzeit nur, das kann nicht ihre Absicht gewesen sein. Irgendwelche realistischen Einschätzungen? Ich sehs absolut nicht.

  20. Re: Ein bisschen Mathe

    Autor: Trennlinie 19.06.09 - 17:15

    Nachrechner1 schrieb:

    > Die Musikindustrie darf also
    > insgesamt auch nicht mehr Geld eintreiben als
    > überhaupt an Schaden entstanden ist. Folgerichtig
    > MUSS die Frau die 8 TB übertragen haben.

    Um Schadenersatz geht es hier nicht,
    wenn ich das richtig verstanden habe.

    Die 1,6 Mios sind die Strafe und
    kein Schadenersatz.

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