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Schlechte Hochschulen

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  1. Schlechte Hochschulen

    Autor: cfi 11.05.05 - 19:34

    Schade dass in diesem Interview wenig auf die Antworten Gelsingers eingegangen wurde.

    Mich haette z.B. ein Nachhaken bzgl der Qualitaet der Deutschen Hochschulen interessiert.
    Warum ist Herr Gelsinger der Ansicht, dass Deutsche Hochschulabschluessen den Amerikanischen nachstehen?

    Nunja, es wir jetzt vielleicht hier eine so oder so geartete Diskussion losgetreten werden, aber seine Argumentation werden wir wohl nicht erfahren.

    Gruesse,
    cfi

  2. Re: Schlechte Hochschulen

    Autor: Nico Ernst 12.05.05 - 08:54

    > Schade dass in diesem Interview wenig auf die
    > Antworten Gelsingers eingegangen wurde.

    Das ist immer eine Frage der Zeit, und die ist gerade bei solchen Managern sehr begrenzt. Wenn Dein Gesprächspartner auf eine Frage länger als gedacht antwortet, und dabei noch gut ist, kannst Du nachhaken und dafür nicht eine, sondern zwei andere Deiner Fragen streichen - oder auch nicht.

    In diesem Fall war mir die Aussage, dass die Absolventen(!) mehr drauf haben sollen als anderswo, konkret genug. Wer sich dafür interessiert, kennt auch die Hintergründe: Stipendien, Werksstudien etc.

    Gelsinger war übrigens selbst Werksstudent bei Intel.

    > Nunja, es wir jetzt vielleicht hier eine so oder
    > so geartete Diskussion losgetreten werden, aber
    > seine Argumentation werden wir wohl nicht
    > erfahren.

    Bisher gibt´s hier ja wenig Diskussion ;-) Wenn´s aber wirklich viele interessiert, kann ich bei Gelsinger nochmal anfragen.

  3. Re: Schlechte Hochschulen

    Autor: cfi 12.05.05 - 11:08

    Warum Stipendien dazu beitragen die Qualitaet der Hochschulabsolventen zu verbessern ist mir schleierhaft. Solange die Semesterbeitraege so gering sind, dass Studenten nicht noch nebenher jobben muessen, kann das kein Grund sein.

    Der Begriff "Werksstudien" ist fuer mich mehrdeutig. Aber auch an unseren Universitaeten werden Praktika sowohl an der Uni als auch in der Industrie vorausgesetzt. Moeglichkeiten zu industrienahen Taetigkeiten bis hin zur industriellen Diplomarbeit sind gegeben.

    In meinen Augen - und meiner beruflichen Erfahrung - bietet das hiesige System einen ganz entscheidenden Vorteil: Selbstaendigkeit und Eigenverantwortung. Die daraus resultierenden Selbstorganisationsfaehigkeiten werden im Berufsleben gerade von den amerikanischen Kollegen sehr geschaetzt.
    Es ist unbestritten, dass Menschen mit sehr geringer ausgepraegter Faehigkeit zur Selbstorganisation hier durchfallen. Unsere Fachhochschulen sind allerdings in der Regel etwas verschulter als die Hochschulen, so dass fuer jeden Charaktertyp ein Bildungsweg vorhanden ist.

    Im uebrigen ist es oft nicht eine bessere Befaehigung nach einer Arbeit in der Industrie, die einem dort den Job verschafft, sondern die geknuepften Kontakte.

    ..nur mal so als provozierende Aussage..

    Gruesse,
    cfi




  4. Re: Schlechte Hochschulen

    Autor: :-) 12.05.05 - 11:23

    Ich provoziere mal weiter...

    Der Managertypus weiß nichts von allem, hat aber die besten Kontakte.
    Der Spezialist weiß alles von nichts und hat keine Kontakte.


    Wer wird wohl weiter kommen? :-)

  5. Stimmt halbwegs Re: Schlechte Hochschulen

    Autor: PT2066.7 12.05.05 - 12:08

    cfi schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Nunja, es wir jetzt vielleicht hier eine so oder
    > so geartete Diskussion losgetreten werden, aber
    > seine Argumentation werden wir wohl nicht
    > erfahren.
    >
    > Gruesse,
    > cfi
    Wir haben hier auch eine UNI mit IT-Lehrstuhl vor Ort. Und ich habe hin und wieder in deren Gebäuden zu tun;-). Wenn man sich dabei mal die ausgehängten Prüfungsergebnisse anschaut und das von 120 IT-Studenten bei Beginn des 1. Semesters noch ganze 60 das 3. Semster anfangen und dann ganze 2 bis 8 (Zahlen von 2002, 2003 bzw. 2004) das Vordiplom schaffen, dann graust es mir gewaltig. Natürlich gefällt es einigen Leuten durchaus, das ab dem Vordiplom die ganze IT-Seminargruppe mit Zielrichtung Diplom aus ganzen 2 (in Worten 2) Studenten besteht. Nur das rechnet sich für UNI und Lehrstuhl halt nicht ... .

  6. Re: Stimmt halbwegs Re: Schlechte...

    Autor: Plasma 12.05.05 - 15:35

    PT2066.7 schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wir haben hier auch eine UNI mit IT-Lehrstuhl vor
    > Ort. Und ich habe hin und wieder in deren Gebäuden
    > zu tun;-). Wenn man sich dabei mal die
    > ausgehängten Prüfungsergebnisse anschaut und das
    > von 120 IT-Studenten bei Beginn des 1. Semesters
    > noch ganze 60 das 3. Semster anfangen und dann
    > ganze 2 bis 8 (Zahlen von 2002, 2003 bzw. 2004)
    > das Vordiplom schaffen, dann graust es mir
    > gewaltig. Natürlich gefällt es einigen Leuten
    > durchaus, das ab dem Vordiplom die ganze
    > IT-Seminargruppe mit Zielrichtung Diplom aus
    > ganzen 2 (in Worten 2) Studenten besteht.

    Das kenn ich irgendwoher. Ich vermute es liegt daran, dass die Studenten in Amerika einen saftigen Batzen Geld für ihre Ausbildung zahlen müssen, und dadurch auch einen gewissen Ansporn haben was gutes hinten bei rauszubringen. Hierzulande hab ich oft den Eindruck dass viele Abiturienten das Studium mal eben so aus Scheiß anfangen, weil ihnen grad nichts besseres einfällt.

    Grad wenn man mal so in die Veranstaltungen der ersten paar Semester schaut, verstärkt sich dieser Eindruck noch. Was da alles für Gestalten rumhängen ... Aber wenns dann aufs Vordiplom zugeht trennt sich die Spreu vom Weizen. Dann sind von 800 Einsteigern noch 50 übrig. Auch deshalb kann ich die Diskussion um Studiengebühren sehr gut verstehen.

  7. Re: Stimmt halbwegs Re: Schlechte...

    Autor: cfi 12.05.05 - 15:58

    Studiengebuehren sind das falsche Instrument. Denn es hindert Leute aus sozial schwaecherem Umfeld am Studium. Der Hinweis auf Stipendien wirkt nicht, denn das System in Amerika verdeutlicht eindrucksvoll das es eben nicht als Ganzes funktioniert, sondern nur in Einzelfaellen.

    Besser waere es - und das wird ja auch seit Jahren schon an den Unis kontinuirlich verbessert - Pruefungen, die aussiebenden Charakter haben, vorzuverlegen. Treibende Kraft sind hier interessaanterweise die Studentenvertretungen (Fachschaften, Asten) und nicht die Regierung bzw. die Hochschulen. Die angeblich so fualen Studenten haben naemlich selber kein Interesse daran, erst drei Jahre zu studieren, bevor sie attestiert bekommen, ungeeignet zu sein.

    cfi

  8. Re: Stimmt halbwegs Re: Schlechte...

    Autor: cfi 12.05.05 - 15:55

    Laesst sich denn aus diesen Zahlen etwas ueber die Qualitaet der Hochschule aussagen?

    Muessen denn unbedingt 60% bestehen? Waere es nicht besser, man legte eine fixe Wissensschwelle fest und wenn dann in einem Jahr 10% durchkommen und im naechsten Jahr 86%?

    Wenn man eine Elite Uni werden will dann doch nur wenn man tatsaechlich effizient Wissen vermittelt und Leute ausbildet _und_ auf einem hohen Niveau prueft. Und auch dann dauert es noch ein Jahrzehnt bis sich das herumspricht.

    Spiegelrankings wie Studentenbefragungen koennen da nur ein Teilaspekt eines Vergleiches bilden.

    Was mich an der Aussage Gelsingers stoert ist die Pauschalisierung. Wenn eine Firma einen schlechten Absolventen einer Uni xyz einstellt, der einen guten Notenschnitt hat, dann ist nunmal die naheliegende Schlussfolgerung, dass jemand einer deutlich besseren Uni abc mit einem schlechteren Notenschnitt wohl noch uebler sein muss - obwohl dass nicht der Realitaet entspricht. Jemand mit 'ner 2 in Berkeley ist eben statistisch gesehen besser als mit 'ner 1 von der Santa Clara State Uni (obwohl die auch nicht schlecht ist). Aber auch das gilt eben nur statistisch.

    So praezise kann ein Ranking von Unis gar nicht sein, als dass es ein persoenliches screening ersetzen koennte.

    cfi, der gegen jedwede Pauschalisierung stimmt

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