Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Internet
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Bing bekommt eine visuelle…

Sorry Microsoft, aber ..

  1. Beitrag
  1. Thema

Sorry Microsoft, aber ..

Autor: noplease 15.09.09 - 13:51

... so irgendwie erinnert mich diese Art der Suche doch sehr an unsere 'Verwandten', die in Versuchslaboren irgendwelche bunten Bildchen in der 'richtigen' Reihenfolge antippen mussten, um sich ein Leckerchen zu verdienen.

Einige der Folgen:
Derart konditioniert, drehte sich bei denen bald darauf alles nur noch darum, wie sie an noch mehr Leckerchen kommen.
Die erarbeiteten Leckerchen wurden auch viel lieber (und völlig kritiklos) gefressen als das, was eigentlich viel besser und gesünder gewesen wäre.
Abgesehen von der nötigen Beherrschung der Auswahl an Bildchen verloren sie nach und nach ihre natürliche Neugier auf Neues und das Interesse an noch Unbekanntem.
Selbst wenn alternative Nahrungsmittel frei und unbegrenzt zur Verfügung standen, wurden wegen der Leckerchen weiter die Bildchen angetippt. Und am Ende wurde regelrecht randaliert, wenn es einmal kein Leckerchen gab.

Es muss einem klar sein, dass wir Menschen ebenfalls zu sehr ähnlichen Verhaltensweisen neigen.

Darum:
Ich lass mich ungern (auch nicht im Dienste der Winzigweich'schen Wissenschaft) zum Affen machen!
Nur wenn ich auf Suchergebnisse aktiv selbst durch die Gestaltung und Kombination meiner Suchbegriffe Einfluss nehmen kann und das Resultat weitgehend diskriminierungsfrei ist, ist es für mich akzeptabel.

Als aufrufbare Supportseite wäre das im Artikel beschriebene akzeptabel, aber nicht als unumgängliches Portal oder Pflicht-Gateway.
Erfolgreiches Suchen erfordert mehr als sich anhand von Bildern durch einen 'vorgekauten' Pfad zu klicken. Extra dafür besitze ich noch immer eine Tastatur, auch wenn manche das für extrem altmodisch halten.^^

Darin besteht für mich auch der Hauptunterschied zwischen Suchen und Surfen: mein Einfluss auf das Ergebnis.
Wenn nun Microsoft meint, aus einem 'Sucherlebnis' ein 'Surferlebnis' machen zu müssen und beides miteinander vermischt, bitteschön. Aber dann darf ich sicher auch die Frage stellen, ab wann dabei auch Content und Advertising vermischt werden. Vielleicht ist ja schon bald jedes zehnte Bild ein gekaufter Link bzw. bezahltes 'Product Placement'.

Wenn diese Funktion dem Vernehmen nach für die UserInnen gedacht ist, die nichts von dem wissen, was sie suchen, dann passt das schon für die live- und msn-Gemeinde. Aber dann bitte auch da belassen.

Nachdem Touchscreens derzeit fast schon pandemische Verbreitung finden, wird natürlich klar, warum man visuelle Funktionen der verschiedensten Arten entwickelt. Dabei frage ich mich allerdings, wann wir anfangen, unsere Brillen zu betatschen, nur weil uns das nicht gefällt, was wir vielleicht gerade sehen.

Wenn ich im Auto ein Bild von Katja Mustermann antippe und Gesten verwende, um sie wahlweise anzurufen, zum Fahren meines Autos zu berechtigen oder eine Route zu ihr nach Hause zu berechnen, dann ist das ein ganz anderes Thema... weil da die Inhalte und der Funktionsumfang schon eher festliegen und das auch etwas mit Verkehrssicherheit zu tun hat.

Suchen per Bild in vorgekauten Bild-Link-Sammlungen hat ebenso viel Kreativität, wie Malen nach Zahlen (entdecke Du das Netz - wie Microsoft es will). Ein solches Zusammenfassen und 'Durchstrukturieren' von Suchbegriffen wird mittel- und langfristig dafür sorgen, dass die Vielfalt möglicher Suchergebnisse abnimmt und Suchmaschinen ab einem Zeitpunkt 'X' in Zukunft über unseren geistigen Horizont mehr entscheiden als ich es für gut erachte.

Eines muss man allerdings absolut anerkennen:
Microsoft hat die Funktion für Ahnungslose entwickelt und nicht etwa zur Erzielung von Barrierefreiheit - und steht dazu.
Für diese Ehrlichkeit gibt es am Ende dann doch einen Gummipunkt.

Und um die Frage gleich zu klären:

Nein, ich bin gar nicht gegen Fortschritt, im Gegenteil: ich denke, es gibt noch sehr viel zu tun und viele Bereiche vertragen durchaus Innovationen, auch größere. Aber ich finde auch, man sollte die Dinge mit Bedacht an ihren Platz bringen - der Mensch muss mit allem auch Schritt halten können. Schließlich beruhen die zweifelhaften Erfolge von social engineering (wie z.B. beim Phishing) ausgerechnet darauf, dass viele Menschen mit der benutzten Technik nicht wirklich Schritt halten konnten.


Neues Thema Ansicht wechseln


Thema
 

Sorry Microsoft, aber ..

noplease | 15.09.09 - 13:51

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Handwerkskammer Düsseldorf, Düsseldorf
  2. SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, Bruchsal
  3. Fiducia & GAD IT AG, Münster
  4. Kühne + Nagel (AG & Co.) KG, Duisburg

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Grafikkarten, SSDs, Ram-Module reduziert)
  2. (u. a. Asus Geforce RTX 2080 ROG STRIX Gaming für 809,00€)
  3. ab 149,00€
  4. 119,99€ (Release am 5. Dezember)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Timex Data Link im Retro-Test: Bill Gates' Astronauten-Smartwatch
Timex Data Link im Retro-Test
Bill Gates' Astronauten-Smartwatch

Mit der Data Link haben Timex und Microsoft bereits vor 25 Jahren die erste richtige Smartwatch vorgestellt. Sie hat es sogar bis in den Weltraum geschafft. Das Highlight ist die drahtlose Datenübertragung per flackerndem Röhrenmonitor - was wir natürlich ausprobieren mussten.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smart Watch Swatch fordert wegen kopierter Zifferblätter von Samsung Geld
  2. Wearable EU warnt vor deutscher Kinder-Smartwatch
  3. Sportuhr Fossil stellt Smartwatch mit Snapdragon 3100 vor

Projektmanagement: An der falschen Stelle automatisiert
Projektmanagement
An der falschen Stelle automatisiert

Kommunikationstools und künstliche Intelligenz sollen dabei helfen, dass IT-Projekte besser und schneller fertig werden. Demnächst sollen sie sogar Posten wie den des Projektmanagers überflüssig machen. Doch das wird voraussichtlich nicht passieren.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel


    Final Fantasy 7 Remake angespielt: Cloud Strife und die (fast) unendliche Geschichte
    Final Fantasy 7 Remake angespielt
    Cloud Strife und die (fast) unendliche Geschichte

    E3 2019 Das Remake von Final Fantasy 7 wird ein Riesenprojekt, allein die erste Episode erscheint auf zwei Blu-ray-Discs. Kurios: In wie viele Folgen das bereits enorm umfangreiche Original von 1997 aufgeteilt wird, kann bislang nicht mal der Producer sagen.

    1. Final Fantasy 14 Online Report Zwischen Cosplay, Kirmes und Kampfsystem
    2. Square Enix Final Fantasy 14 erhält Solo-Inhalte und besonderen Magier
    3. Rollenspiel Square Enix streicht Erweiterungen für Final Fantasy 15

    1. Funklöcher: Telekom weist Vorwürfe zu schlechtem Antennenstandort zurück
      Funklöcher
      Telekom weist Vorwürfe zu schlechtem Antennenstandort zurück

      Nach den Vorwürfen eines Ortsteilbürgermeisters bei der Standortauswahl in einem Ort in Thüringen sieht sich die Telekom missverstanden. Auch sei die Ausleuchtung beider Ortsteile mit einer Antenne nicht möglich, sagt ein Sprecher.

    2. Bethesda: Wolfenstein Youngblood erscheint mit Nazis und Hakenkreuzen
      Bethesda
      Wolfenstein Youngblood erscheint mit Nazis und Hakenkreuzen

      Kein anonymes Regime, sondern Nazis und keine erfundenen Symbole, sondern Hakenkreuze: Wolfenstein Youngblood und das VR-Actionspiel Cyberpilot erscheinen auch in Deutschland in einer ungeschnittenen Version.

    3. Roli Lumi: Mit LED-Keyboard und Guitar-Hero-Klon musizieren lernen
      Roli Lumi
      Mit LED-Keyboard und Guitar-Hero-Klon musizieren lernen

      Roli will Anfängern den Einstieg in das Musikmachen erleichtern und finanziert deshalb auf Kickstarter das Roli-Lumi-Keyboard mit passender App. Nutzer lernen damit, Lieder zu spielen, indem das Keyboard die richtigen Tasten aufleuchten lässt. Es lassen sich zwei Keyboards zu einem größeren zusammenstecken.


    1. 18:13

    2. 17:54

    3. 17:39

    4. 17:10

    5. 16:45

    6. 16:31

    7. 15:40

    8. 15:27