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Schuldenfalle Handy schnappt immer öfter zu

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  1. Schuldenfalle Handy schnappt immer öfter zu

    Autor: Golem.de 16.11.04 - 16:40

    Immer mehr Personen in Deutschland - vor allem jüngere - können ihre Handy-Rechnung nicht bezahlen. Insgesamt legte die Zahl von Personen mit neu gemeldeten "Zahlungsstörungen" im Jahr 2003 gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent zu, heißt es in dem jetzt veröffentlichten Schulden-Kompass der Schufa.

    https://www.golem.de/0411/34734.html

  2. Schulden -- Wo die virtuelle auf die reale Welt trifft

    Autor: Phil o'Soph 16.11.04 - 17:04

    Ich konnte die Tendenz zur Verschuldung schon vor 10 Jahren als Mitarbeiter einer Bank beobachten. Damals kamen die ersten "richtigen" Kreditkarten auf den Markt, die heile Mobile-Welt war noch zwischen D1 und D2 (für die Kids: die heißen heute Vodafone) aufgeteilt und E-Plus schickte sich an, das "Handy" dem Massenmarkt zuzuführen. Die Aktien stiegen, dem Volke ging es gut.

    Schulden gab es zu allen Zeiten. Die Älteren mögen sich daran erinnern, wie Quelle und Otto-Versand Möbel mit Teilzahlungsbeträgen verkauften. Riesige Möbelgeschäfte gehörten eher nicht zum Stadtbild, dafür wurde zuwenig verkauft. Unsere Großeltern hatten nach dem Krieg kein Geld für teure Möbel und nahmen die Teilzahlungen notgedrungen in Kauf. Auch das Anschreiben bei den Tante-Emma-Läden, zum Beispiel beim Lebensmittelmarkt von Albrecht, war keine Seltenheit. Schulden wurden gemacht, weil es keine Alternative gab. Es war eine Frage der Ehre, die Schulden zurückzuzahlen. Da wurde jeder Pfennig (so hießen früher die Cents) zur Schuldentilgung verwendet.

    Dann kam der Wirtschaftsaufschwung. Die KKB (Kundenkreditbank) führte den "Hausfrauenkredit" ein. Jeder konnte Schulden machen. Auch für Konsum. Plötzlich wurde nicht mehr bei "Onkel Albrecht" angeschrieben, der mittlerweile kein kleiner Lebensmittelladen in Essen mehr war sondern die Aldi-Kette, in der auch gar nicht mehr angeschrieben werden konnte. Man konnte sich plötzlich Geld leihen und für alles mögliche ausgeben. Das war eine kleine Revolution! Andere Banken rümpften die Nase über die KKB -- und tun es noch heute über deren Nachfolgerin, die Citibank, obwohl sie selbst ebenfalls nichts unveruscht lassen, ihren Kunden "Liquidität zum kleinen Zins" schmackhaft zu machen. Wohl wissend, dass die Liquidität eher eingeschrönkt wird.

    Nachdem in den 70igern und 80igern Jahren der "Freizeit-Kredit" etabliert war, folgte in den 90igern der nächste Schritt: Virtuelles Geld -- die Zeit der EC-Karte bricht an, kaum ein Konto ohne diese. Die KKB spielt wieder vorreiterin und bietet ihren Kunden nicht nur Griokonten mit Dispositionsrahmen an, sondern sogar mit die ersten "richtigen" Kreditkarten, die Visa-Karte. Die meisten Kreditkarten buchten damals direkt vom Konto des Kunden ab. Eine richtige Kreditlinie mit der Möglichkeit der Teilzahlung war eher die Ausnahme. wie bereits erwähnt, heißt die KKB nun nicht mehr KKB, sondern Citibank. Kindersparbücher mit Tierchen drauf werden abgeschafft, nach und nach das Bild der Kundenkreditbank in das einer "modernen" Bank gewandelt.

    Heute leben wir mit virtuellem Geld. Ist ja auch praktisch. Hat nur einen Nachteil. Die Schulden, die entstehen können, sind real. Die Statistiken zeigen, dass viel zu schnell Geld für Konsum ausgegeben wird, das eigentlich gar nicht da ist. Kredit- und EC-Karte sei Dank, wofür haben wir denn einen Dispo? Dass das geliehene Geld wieder zurückgezahlt werden muss, häufig sogar mehrfach, wird vielmals übersehen.

    Nein, Postpaid und Kreditkarte sind nicht schlecht. Es sind moderne Zahlungsformen in einer modernen Gesellschaft. Das bedeutet, dass die Nutzer moderne, denkende Menschen sein müssen. Entweder hat der Nutzer ein Einkommen, dass es ihm ermöglicht alls Ausgaben zu decken, ohne dass es einer Kontrolle bedarf -- oder aber er muss seinen Haushalt modern führen. Wer die modernen Errungenschaften nutzen will, muss eben auch ein Controlling für seine Haushaltskasse durchführen, ganz modern. Dann klappt es auch mit der Credit Card und dem Postpaid-Handy. Ganz modern. Nannte man früher Haushaltsbuch führen. Wie uncool.

    Phil
    http://www.golem-macht-freude.de.tp

  3. Re: Schulden -- Wo die virtuelle auf die reale Welt trifft

    Autor: Andi 16.11.04 - 17:12

    Find ja Kreditkarte und EC karte eigentlich gut. Nur finde ich dass junge Leute keinen Bezug zum Geld lernen. Nicht in der SChule und auch nicht zuhause. Eigentlich ist ja der Taschengeld dafür da, den richtig Umgang zu lernen.

  4. Re: Schulden -- Wo die virtuelle auf die reale Welt trifft

    Autor: Michael - alt 16.11.04 - 17:15

    Lach, Dein Beitrag ist richtig klasse. Möchte noch hinzufügen: Als das Geschrei um das Verlieren des Überblicks beim mobilen Telefonieren anhub, kamne flugs die Netzbetreiber und erfanden Tarife. So hatte schnell jeder sein Free&Easy oder das D2 Pendant mit voller Kostenkontrolle und das Tollste dabei: Man konnte fürs gleiche Geld weniger Telefonieren! Welch wundersame Fügung....

  5. Re: Schuldenfalle Handy schnappt immer öfter zu

    Autor: kasi 16.11.04 - 17:47

    Das es die Möglichkeit nicht gibt Kosten in Verträgen von vorneherein zu begrenzen ist der Gier der Mobilfunkanbieter zuzuschreiben. Meiner Meinung nach sollten diese dann auch stärker an dem Risiko beteiligt werden einen Kunden finanziell zu überfordern.
    Da es sich um einen Massenmarkt handelt ist es einfach an der Zeit, das sich die Politik der schützenswerten Teilnehmer auf dem Markt annimmt und die Anbieter stärker in die Pflicht genommen werden.

  6. Re: Schuldenfalle Handy schnappt immer öfter zu

    Autor: Phil o'Soph 16.11.04 - 18:10

    kasi schrieb:
    >
    > Das es die Möglichkeit nicht gibt Kosten in
    > Verträgen von vorneherein zu begrenzen ist der
    > Gier der Mobilfunkanbieter zuzuschreiben.

    Wer macht das denn beim Festnetz?

    > Meiner Meinung nach sollten diese dann auch
    > stärker an dem Risiko beteiligt werden einen
    > Kunden finanziell zu überfordern.

    Tun sie ja. Wenn die Forderung vom Kunden nicht beglichen werden kann, ist sie weg. Einziger Ausweg: Die solventen Kunden finanzieren die insolventen mit. So wird es praktiziert. Nicht nur bei Mobilfunkbetreibern, sondern auch Krediten, Handwerkern, ... Immer dann, wenn eine Leistung nicht sofort Bar beglichen wird nimmt der ordentliche Kaufmann eine Mischfinanzieung vor. Sprich: Der erwartete Ausfall wird in den Preis eingerechnet.

    > Da es sich um einen Massenmarkt handelt ist es
    > einfach an der Zeit, das sich die Politik der
    > schützenswerten Teilnehmer auf dem Markt annimmt
    > und die Anbieter stärker in die Pflicht genommen
    > werden.

    Und wie? Das Problem ist die mangelnde Fähigkeit wachsender Teile der Bevölkerung mit Geld umzugehen und dann, wenn es nicht anders geht, Verzicht zu üben. Ich erinnere mich an einen Kunden, der von uns einen Kredit bekommen wollte. Er hatte schon einen ziemlich hohen und wir verweigerten seinen Wunsch. Nach 3 Monaten kam er erzürnt zu uns. Weil wir seinen Antrag nicht genehmigten, wie wir es ihm übrigens schon bei seiner letzten Genehmigung mitteilten ("... das allerletzte Mal..."), wendete er sich an einen Kreditvermittler im Ausland. Dieser war nur nicht gerade günstig und beließ es nicht bei mehr oder weniger höflichen Mahnungen. Uns blieb leider nichts weiter als übrig als die Notiz "Durchmahnen und Inkasso" anzubringen und ihm zu raten sich ob der Methoden des Vermittlers an die Polizei zu wenden. Banken sind kein Wohltätigkeitsverein. Da die Banken diese Unfähigkeit einer Vielzahl von Kunden kennen und diese Ausnutzen, ja geradzu fördern, bin ich froh, seit nunmehr 7 Jahren nicht mehr in einer Bank zu arbeiten. Banken und Versicherungen rangieren in meiner Werteliste direkt hinter Staubsaugervertreter...

    Phil
    http://www.golem-macht-freude.de.tp

  7. Re: Schulden -- Wo die virtuelle auf die reale Welt trifft

    Autor: Phil o'Soph 16.11.04 - 18:13

    Andi schrieb:
    >
    > Find ja Kreditkarte und EC karte eigentlich gut.
    > Nur finde ich dass junge Leute keinen Bezug zum
    > Geld lernen. Nicht in der SChule und auch nicht
    > zuhause. Eigentlich ist ja der Taschengeld dafür
    > da, den richtig Umgang zu lernen.

    Ja, mangelnder Erziehungskompetenz ist ein großes Problem in Deutschland. Die Eltern sind vielfach zu Freizeitorientiert oder aus materiellen Gründen gezwungen, einen Doppelverdiener-Haushalt zu führen (und damit meine ich jetzt nicht die Doppelverdiener, die mit dem zweiten Gehalt 3 Urlaube im Jahr finanzieren -- immer öfter reicht das zweite Gehalt nichteinmal aus, um 1 Urlaub pro Jahr zu ermöglichen).

    Wir haben in Deutschland hier ein Mentalitätsproblem.

    Phil o'Soph

  8. Re: Schulden -- Wo die virtuelle auf die reale Welt trifft

    Autor: dergrille 16.11.04 - 19:53

    genau so schaut es aus, perfekt und danke für den beitrag.

  9. Re: Schulden -- Wo die virtuelle auf die reale Welt trifft

    Autor: Die Truhe 16.11.04 - 20:16

    Es gibt sogar leute die brauchen eine zwiet job damit genug zuessen und das dach überdenn kopf und noch Kleidung und wa s man sonst so braucht finaziert werden können

  10. Re: Schuldenfalle Handy schnappt immer öfter zu

    Autor: o.O 16.11.04 - 23:52

    "Meiner Meinung nach sollten diese dann auch stärker an dem Risiko beteiligt werden einen Kunden finanziell zu überfordern."

    Kein einziger Kunde ist überfordert, wenn er einen Vertrag abschließt. Die Grundgebühr ist meist mit ein oder zwei Zigarettenschachteln abgedeckt. Meinetwegen auch mit ein oder 2 pizzen bei italiener oder 2 mal essen bei BüK oder McD.
    Wenn jemand nicht mir geld umgehen kann, oder zum selbigen keinen bezug hat, hat die welt verpennt.

    "Da es sich um einen Massenmarkt handelt ist es einfach an der Zeit, das sich die Politik der schützenswerten Teilnehmer auf dem Markt annimmt und die Anbieter stärker in die Pflicht genommen werden."

    Du bist der meinung, wir brauchen noch mehr regeln und vorgaben seitens der politik? Nein danke. Mir reicht schon das genormte Klopapier. Genormte Verträge braucht keiner. Deutschland braucht mehr hirn. Mehr nicht. Wer das nicht glaubt, dem lege ich die PISA studie aufs kopfkissen.

  11. jung und uninformiert

    Autor: Trollazubi 17.11.04 - 01:42

    Das immer mehr Jugendliche sich durch das Handy verschulden hört man derzeit an vielen Stellen. Und immer wird dann auf die gesamte Jugend geschimpft: Dumm und uninformiert, eben die typische Jugend von heute.

    Allerdings sind nicht alle so, z. B. ich (18). Ich hab auch ein Handy mit Vertrag, weiß aber damit umzugehen. So habe ich ein S60-Gerät, auf das ich alles Mögliche installieren kann. Wohlgemerkt kostenlos per BT. Immer die neusten Klingeltöne als MP3? Kein Problem, allerdings "spare" ich jedes Mal 3 EUR bei einem neuen Klingelton. Noch Lustiger ist es bei Spielen. Während andere 5 EUR für C64-like Java-Games zahlen, hab ich auf meinem Handy viele tolle Spiele ganz für lau. Im Netz mit Opera per BT surfen funzt auch wunderbar (Okay, zumindest nur im Umkreis von 10m ^^). Die ganzen vorinstallierten GPRS-Verbindungen und -Zugangspunkte habe ich trotzdem gleich gekillt. Von den ganzen anderen Vorzügen eines S60-Geräts mal abgesehen (MP3-Player, Lexikon (Wikipedia, Wörterbücher) usw.).

    Als Vertrag habe ich einen auf mich zugeschnittenen, inkl. Spar-Vorteil bei der Grundgebühr (da gabs so ne Aktion). Meine letzte Rechnung lag bei 6,50 EUR, dem Monat davor bei 15,-. Über 20 EUR komme ich aber nie, obwohl ich recht häufig damit telefoniere und ab und zu mal ne SMS verschicke. Meistens liegt die Rechnung bei ~10,-. Apropo SMS: Die meisten verschicke ich sowieso kostenlos aus dem Netz herraus.

    Es gibt sie also doch noch: Die Jugendlichen die sich nicht um Kopf und Kragen telefonieren.

  12. Re: jung und uninformiert

    Autor: Alex 17.11.04 - 09:00

    Trollazubi schrieb:
    >
    > Und immer wird dann auf die gesamte Jugend
    > geschimpft: Dumm und uninformiert, eben die
    > typische Jugend von heute.
    >
    Nun ja, wo man hinsieht ist es auch so. Die wenigen Ausnahmen von der Regel sucht man wie eine Nadel im Heuhaufen. Selbst in meiner eigenen Familie (und ich war bisher davon ausgegangen, wir haben gelernt mit Geld umzugehen) telefonieren sich die Jugendlichen (Nichte, Neffe) um Kopf und Kragen.

    > Allerdings sind nicht alle so, z. B. ich (18).
    >
    Leider sind viel zu wenige so wie du.

    > Ich hab auch ein Handy mit Vertrag, ...
    >
    Leider haben nicht alle Jugendlichen soviel technischen Sachverstand wie du. Die meisten sehen doch das Handy als "Fun-Machine". Das kommt mir zumindest so vor, wenn ich die ausufernden Werbungen für Klingeltöne, Spiele und Bilder für Handys im Fernsehen sehe. Ich persönlich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass dafür überhaupt ein Markt vorhanden sein soll. Aber anscheinend kommts ja an.

    > Als Vertrag habe ich einen auf mich
    > zugeschnittenen, inkl. Spar-Vorteil bei der
    > Grundgebühr (da gabs so ne Aktion). Meine letzte
    > Rechnung lag bei 6,50 EUR, dem Monat davor bei
    > 15,-. Über 20 EUR komme ich aber nie, obwohl ich
    > recht häufig damit telefoniere und ab und zu mal
    > ne SMS verschicke. Meistens liegt die Rechnung
    > bei ~10,-. Apropo SMS: Die meisten verschicke
    > ich sowieso kostenlos aus dem Netz herraus.
    >
    Jetzt mach aber mal n bisschen Werbung für deinen Netzbetreiber, Provider und die gewählten Tarifoptionen.
    Wo gibts denn diese günstigen Tarife für Wenig-Telefonierer?

    Alex

  13. "Mündigkeit des Bürgers" nennt man das...

    Autor: Horst Durden 17.11.04 - 09:07

    >>
    Ihr verlangt hier einerseits mehr Schutz der Konsumenten gegen hausgemachte Verschuldung, jammert aber andererseits darüber das es hier keine Volksabstimmungen gibt... Leute Leute... *kopfschüttel*
    <<

  14. Re: jung und uninformiert

    Autor: Ja is den schon Weihnachten? 17.11.04 - 09:09

    Sowieso kein Wunder. Die Anbieter sind schon so dreist, über 2 EUR für ein dummen Klingelton zu verlangen. Das ist doch krank. Warum kostet son Klingelton mehr als ein/zwei SMS Nachrichten? Vielleicht 0,49EUR, aber wozu mehr? Die Klingelton Anbieter schwimmen doch im Geld, weil viele nicht glauben, das es 2 EUR kostet. Ich kenne da einige, die jeden Tag sich ein Klingelton schicken lassen. Erzählt man denen, das über 50 EUR monatlich nur für Klingeltöne sind, glauben die einen nicht. Beschweren sich nur, warum die Rechnung so hoch ist.

    Verückte Welt in der wir leben...

  15. Re: jung und uninformiert

    Autor: Alex 17.11.04 - 09:22

    Ja is den schon Weihnachten? schrieb:
    >
    > Sowieso kein Wunder. Die Anbieter sind schon so
    > dreist, über 2 EUR für ein dummen Klingelton zu
    > verlangen. Das ist doch krank.
    >
    Falscher Ansatz! Die Kunden sind so dämlich, über 2 Euro für einen dummen Klingelton zahlen. So herum wird ein Schuh draus. Wenn die Kunden die Klingeltonanbieter mit Konsumverweigerung strafen würden, gäbe es diese Apothekerpreise nicht.

    > Warum kostet son
    > Klingelton mehr als ein/zwei SMS Nachrichten?
    >
    Warum kostet ein Klingelton überhaupt etwas? Bezahle ich nicht schon genug mit der Grundgebühr und den Gebühren für anfallende Sprach- und Datendienste?
    Warum ist die SMS in Deutschland sehr viel teurer als bei unseren europäischen Nachbarn?

    Einzige Antwort auf alle Fragen bezüglich der Handyrechnnung:
    Weil es genügend - ich sach mal "Uninformierte" und nicht Dumme - gibt, die bereit sind, für solchen Plunder zu zahlen.

  16. Re: jung und uninformiert

    Autor: irgendwer 17.11.04 - 09:35

    Alex schrieb:
    >
    > Warum ist die SMS in Deutschland sehr viel
    > teurer als bei unseren europäischen Nachbarn?

    Weil damit die UMTS Lizenzen wieder reingeholt werden.

    Eine SMS dürfte den Betreiber nicht mehr als 3~5 Cent
    kosten, wenn ich das noch richtig im Kopf habe.

    Klingeltöne und Logos (MMS) wegen der neueren
    Infrastruktur und des größeren Aufwands zwar mehr, die
    Preise die verlangt werden, sind trotzdem Mondpreise.

    Und das schärfste kommt noch, Klingeltöne und Logos gibt's
    meistens gleich mit einem Abo.

  17. Re: jung und uninformiert

    Autor: Inu 17.11.04 - 09:49

    Ich find Klingeltöne ja so drollig: hab noch keinen gefunden der mich nicht generft hätte, ausser dem Vorinstallierten: "Vibra"!

    Da kann ich das Handy auch im Restaurant anlassen, ohne jemandem auf den Sack zu gehen...

  18. Re: Schuldenfalle Handy schnappt immer öfter zu

    Autor: kasi 17.11.04 - 10:09

    Ein paar Worte noch zu meiner Rechtfertigung:
    "im Festnetzt begrenzt auch keiner den Schaden"(so ungefähr hat es Phil o'Soph geschrieben)
    In diesem Bereich gibt es auch genug Prozesse um genau dieses Thema. Das rechtfertigt noch lange nicht, das im Mobilfunk die gleichen Fehler gemacht werden. Einige Anbieter denken auch darüber nach ein maximales Rechnungsvolumen von festzulegen.
    "die Forderungen sind dann eben weg"(sinngemäß Phil o'Soph )
    So einfach ist es eben nur aus buchhalterischer Sicht. Für den Provider ist nur die Forderung weg - wenn sie das denn überhaupt ist (der Titel bleibt ja auch bei eine privaten
    Insolvenz noch einige Zeit bestehen). Für den überforderten Kunden ist bei einem negativen Schufa Eintrag noch einiges mehr weg. Ich denke als ehemaliger Bankmitarbeiter wirst Du das genauer wissen.
    In der Beurteilung von Banken uns Versicherungen stimme ich voll und ganz zu. Ich sehe sie in der Nachfolge der früheren Rosstäuscher.
    "die Grundgebühr kann sich wohl jeder leisten" (sinngemäß wiedergegeben).
    In dem Artikel ging es auch nicht darum, das die Grundgebühr und die Vertragsbindung die Kunden finanziell überfordert. Das Wort "Schuldenfalle" sagt klar worum es geht. Hier mehr Mündigkeit zu fordern und auf bessere Bildung (Stichwort "Pisa") zu plädieren geht klar an der Wirklichkeit vorbei. Manche Menschen haben einfach nicht die Kapazität hochkarätig ausgewählten und sorgfältig geschulten, abschlussstarken Verkäufern zu wiederstehen. Ich bin mit Sicherheit kein Verfechter des Zentralstaates und möchte niemandem sein Recht auf Schulden nehmen, doch wenn ich sehe mit welchen Methoden z.B. Arcor seine Dienste an der Haustüre verkauft oder erlebe wie penetrant in manchen Fußgängerpassagen den Leuten Telefonverträge gradezu hinterhergeschmissen werden frage ich mich wo die Risikobeteiligung (Sorgfaltspflicht) der Anbieter liegt. Erst dem Schüler den Vertrag aufschwatzen und dann jammern, wenn die Rechnung nicht beglichen wird. Manche Anbieter haben das inzwischen für sich erkannt uns buhlen nicht mehr um jeden Kunden.

  19. Re: Schuldenfalle Handy schnappt immer öfter zu

    Autor: Alex 17.11.04 - 10:46

    kasi schrieb:
    >
    > Ein paar Worte noch zu meiner Rechtfertigung:
    > "im Festnetzt begrenzt auch keiner den
    > Schaden"(so ungefähr hat es Phil o'Soph
    > geschrieben)
    > In diesem Bereich gibt es auch genug Prozesse um
    > genau dieses Thema. Das rechtfertigt noch lange
    > nicht, das im Mobilfunk die gleichen Fehler
    > gemacht werden. Einige Anbieter denken auch
    > darüber nach ein maximales Rechnungsvolumen von
    > festzulegen.
    >
    Warum willst du einem mündigen Bürger seine Mündigkeit absprechen? Wenn jemand einen Vertrag unterschreiben darf, dann muss man als Anbieter auch davon ausgehen können, dass derjenige die Konsequenzen kennt (jedem Kleinkind wird eingebleut aufs Kleingedruckte zu achten) und 1 und 1 zusammenzählen kann, d.h. mit dem ihm zur Verfügung stehenden Haushaltsetat wirtschaftlich umgehen kann.

    > In der Beurteilung von Banken uns Versicherungen
    > stimme ich voll und ganz zu. Ich sehe sie in der
    > Nachfolge der früheren Rosstäuscher.
    >
    Zustimmung. Selbst Brecht hat das schon erkannt und schön formuliert:
    Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?

    > In dem Artikel ging es auch nicht darum, das die
    > Grundgebühr und die Vertragsbindung die Kunden
    > finanziell überfordert.
    >
    Stimmt, aber die vielen "Mehrwertdienste", die angeboten werden glauben viele Kunden haben zu müssen, um in der schönen neuen bunten mobilen Welt up-to-date zu sein.
    Und diese "Mehrwertdienste" sind eben häufig mit einer (zusätzlichen) Vertragsbindung behaftet.

    > Das Wort "Schuldenfalle"
    > sagt klar worum es geht. Hier mehr Mündigkeit zu
    > fordern und auf bessere Bildung (Stichwort
    > "Pisa") zu plädieren geht klar an der
    > Wirklichkeit vorbei.
    >
    Falsch. "Schuldenfalle" ist nur ein journalistisch schönes Wort und dreht leider die Verantwortung um. Warum sollten die Netzbetreiber, die Geld verdienen müssen um wirtschaftlich überleben zu können und ihre Mitarbeiter zu bezahlen, die vom Kunden möglichen Einnahmen künstlich beschneiden?
    Beim Bäcker kostet das Brötchen auch immer dasselbe und wenn ich nicht genug Geld einstecken habe, um 20 zu kaufen, kann ich eben nur 10 kaufen, fertig. Das liegt in meiner Verantwortung. Nur weil die Leute nicht lernen, mit virtuellem Geld genauso verantwortungsvoll umzugehen wie mit richtigem Geld, kann man sie doch nicht für unmündig erklären, Geldgeschäfte zu tätigen.

    > werden frage ich mich wo die Risikobeteiligung
    > (Sorgfaltspflicht) der Anbieter liegt. Erst dem
    >
    ???
    Deren Sorgfaltspflicht besteht darin, bei der Schufa nachzufragen, ob negative Einträge vorliegen. Ist dem so, kommt der Vertrag nicht zustande, fertig. Keinem schon Überschuldeten wird ein Handy-Vertrag aufgeschwatzt.

    Alex

  20. Re: Schulden -- Wo die virtuelle auf die reale Welt trifft

    Autor: PeterS 17.11.04 - 10:51

    Zum Artikel von Phil o'Soph, er hat ja so recht. Es sei aber hinzugefügt. Die Kunden, die früher einen Kedit benötigten, waren Volljährig, das bedeutete damals (vor 1975) mindestens 21 Jahre und nicht 18, gründeten (oder mussten) Familien und brauchte diesen Kredit für "Grundbedürfnisse". Heute, fast 2 Generationen auf diese Altersgruppe später sind diese jungen Erwachsenen halt 18 ( und darunter) in Bezug auf "Familiengründung" aufgeklärt und haben weit aus andere Bedürfnisse. Hinzu kommt, und das ist der eigentliche Kern der Sache und des Problems. Ein Angebot an eine Zielgruppe das es vor 25-30 Jahre nicht gab und der (von der Industrie gern mitbenutzte) Gruppendruck mithalten zu müssen.
    Es gab für mich Jahrgang 52 mit 17-18 kein Handy, keinen PC und vieles Andere womit die Altersgruppe umworben wird. Man kaufte sich mit richtigen Geld in der Hand, und 5 Mark waren Ende der 60er viel, die ersten Schallplatten (Singles mit 2 Liedern a 3 1/2 Minuten) und vielleicht 2 LPs (Langspielplatten) pro Jahr. Dies kan man weiterführen aber das will ich nicht denn dann heißt es "der ist von Gestern".

    Es sollte nur ergänzend zeigen.
    Vieles hat sich verändert und das Angebot ist verführerisch Groß, ob mit Sinn oder Zweck muß ein jeder für sich entscheiden.
    Was sich aber nicht verändert hat ist das verfügbare Geld des Einzelnen und das man lernen muß damit umzugehen und es einzuteilen.

    Dieses Geschimpfe vieler, ich nehme an, meist junger Menschen in diesen Foren auf die "geldgeile, gierige, nimmersatte.. usw." Industrie geht mir manchmal gehörig auf den Keks. Es ist, wie in vielem Anderen, ein Wegschieben der eigenen Verantwortung.

    Die "Industrie" ist kein anonymes Konstrukt, es sind Menschen (und die Eltern der Schimpfenden) die Produkte anbieten um Geld für sich und die Familie zu verdienen. Und wenn ein Produkt sich nicht verkauft verschwindet es. Schon mal die Sache so betrachtet.
    Ein wenig Geschichte.
    Seit tausenden Jahren haben fast alle Menschen (ca. 80%) ihre Arbeit für das primäre (Über)Leben eingesetzt. Das heißt, sie arbeiten für Nahrung, Kleidung und Wohnen. All zu häufig kamen noch Kriege hinzu. In vielen Gegenden der Erde ist es noch heute so. Erst nach den beiden Weltkriegen hat sich in Europa und USA dies Verhältnis derart verschoben, dass nur noch rund ein Drittel für diese primären Produkte arbeitet. Alle anderen wären Arbeitslos. Also verkauft man Autos, Urlaub, PC, Handys, und lauter andere Dinge die man für das primäre Leben eigentlich nicht braucht. Es ist halt so gekommmen und die Frage heißt wo gehen wir hin.
    Die Zukunft braucht vielleicht wieder den Homo Sapiens und nicht den Homo Konsumens.

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