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Sprachschützer versteigern deutsche Sprache (Update)

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Re: Der gute alte VDS...

    Autor: Heiko 15.02.03 - 13:39

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich habe weder dargestellt, dass Sprache oder die native Sprache geschützt werden muss, noch dass ich ein Verfechter der deutschen Sprache bin bzw. des deutschen Gedankengutes. Den Akt die deutsche Sprache zu versteigern halte ich gerade deshalb für interessant, weil sie wie jede andere Sprache ihre Vor- und Nachteile hat. Deshalb auch Eigenarten besitzt die doch sehr lustig sind (das Beispiel Spoiler war ausgezeichnet).

    Dass sich der VDS gerade auf die "deutsche" Sprache stürzt empfinde ich nicht sehr tiefsinnig. Der Sinn ist mir auch nicht ganz klar. Die Herren dürften doch beim Elsässer-Deutsch in grosse Bedrängnis geraten.

    Dass sich jede Sprache mit der inoffiziellen Sprache "Englisch" vermischt hat seine Gründe. Das hat allerdings gar nichts mit der Kultur der US-Amerikaner zu tun. Dass man sich darüber aufregt hat mehr mit Anti-Amerikanisierung zu tun. Ein Trend der mir überhaupt nicht gefällt.

    Vielleicht noch ein Wort zum Autor "Antideutsch"!!!!!! Es ist doch immer wieder lächerlich, sobald man in Deutschland von Menschengruppen, Wurzeln, Heimat, Herkunft spricht, dann hat man ein ernsthaftes Problem. Man sieht sich doch immer wieder genötigt sich zu verteidigen, weil der Deutsche wohl ein grosses Problem mit seiner Vergangenheit hat. Das auch zu recht. Ich für meinem Teil stehe dazu, dass meine Vorfahren etwas schreckliches Begangen haben und hoffe, dass unsere Kultur (ich nenne sie mal europäisch mit weltoffenen Ausprägungen) in andere übergehen. Und so das beste von allem übrig bleibt.

    Nochmals DANKE für die rege Teilnahme an meinem Diskussionsbeitrag.

    Heiko

  2. Re: Der gute alte VDS...

    Autor: Heiko 15.02.03 - 13:40

    Räusper .... ich bin Ausländer.

    Wurzeln: Ich vertrete den Standpunkt der Systemtheorie. Sprache ist nur ein Teilsystem, aber beeinflusst die anderen Systeme.

    Ich distanziere mich ausdrücklich von der Behauptung, dass "Sprache sich dazu eignet zu diskrimieren".

    Ich distanziere mich auch ausdrücklich von der Behautpung:
    "Welche eine Kultur ist denn da wohl gemeint? Jeder anständige Deutsche weiß es natürlich. Die amerikanische, aus der auch die gefürchteten Anglizismen stammen."
    -> Dies war meinerseits ein abstraktes Szenario. Zudem glaube ich nicht, dass es nur "eine" Kultur geben wird. Es ging mir um Vielfalt. Vielfalt der Sprache, Vielfalt der Kulturen.

    Heiko

  3. Re: Der gute alte VDS...

    Autor: kamikatze 15.02.03 - 14:26

    "Lächlern"...wenn ich dieses Wort lese, huscht mir doch glatt ein Smile - pardon, ich meine ein Lächeln - über die Lippen :)

  4. Re: Der gute alte VDS...

    Autor: Phoenix 15.02.03 - 15:10

    "Das sind doch die Wurzeln aus denen wir "geschaffen" wurden."

    -> Ja, ne... Wieso muss ich das Alte erhalten, und unverändert lassen? Denkst du vor 300 Jahren war alles wie heute? Denkst du nichts hat sich entwickelt?
    Genau, es hat. Und warum darf es sich dann heute nicht mehr entwickeln? Wieso sollte ich nicht cool sagen, .... Das die deutsche Sprache längst nicht alles adaptiert merkt man ja nur zu gut am Beispiel des "Handy" - sag'nem Briten mal, "Do you have a handy?" der weiß bestimmt nicht was Sache ist!
    Kommunikation ist, wie schon erwähnt, der springende Punkt... und diese wohl so effizient wie möglich! Ich nehme nicht aus Spaß "Fremdwörter", nur weil sie diesem Umstand wohl besser beschreiben - ich suche aber auch nicht ewig "ur-deutsche" Wörter die dies auch tun, weil mir dazu die Zeit fehlt; Ich nehme das was mir dazu einfällt!
    Eine dermaßen konservative Haltung habe ich selten erlebt...

    Phoenix

    PS: "Ich wart uff eene Steene, und tad Beene mit Beene..." (dieses deutsch ist heutzutage wohl kaum verständlich - der Beweis für Entwicklung?!)

  5. Re: Sprachschützer versteigern deutsche Sprache

    Autor: Krille 15.02.03 - 15:24

    LOL!!

  6. Re: Der gute alte VDS...

    Autor: Krille 15.02.03 - 15:43

    Huch - da hat ja garkeiner mehr auf Heikos Beitrag geantwortet .. weil er Ausländer ist!?

    Heiko, damit ist Deine Argumentation unschlagbar - Hut ab! :-)

    Aber unabhängig von den Zielen des VDS finde ich die Versteigerung genau wie Du in seiner Symbolik phänomenal!

    Nun ist aber genau dieses Medium hier ein extrem Amerikanisch beeinflusstes, woraus die stärkere durchdringung mit Anglizismen zwangsläufig resultiert - was aber im Umkehrschluß die Symbolik umsomehr vertieft!

    Auch wenn sich teilweise die VDS-Argumentation ziemlich nationalistisch liesst, so schauen wir doch mal in alle anderen Länder der Erde, wieviele Nationalfahnen am Nationalfeiertag in privaten Fenstern hängen. Wer das in Deutschland macht, ist automatisch ein Nazi ??
    Was für ein kleingeistiger Quatsch!

    Naja .. wie auch immer .. in diesem Forum hat man wenigstens mal was zu lesen und was zum Nachdenken - und mehr als nur so Beiträge wie:

    "Diese fuc*ing Anglizismen-User müsste man doch alle wegfraggen und vollflamen! " oder so ..

    In diesem Sinne

    C.R.

  7. die Daseinsberechtigung des VDS

    Autor: Krille 15.02.03 - 15:51

    .. liegt doch auch oder gerade im Vertreten von Ansichten, die viele "Normalbürger" als radikal ansehen.

    Aber das ist doch die Grundlage eines Denkanstosses zu einer Bewegung - unabhängig davon, ob der eine oder andere das für richtig hält oder nicht.

    Die Grünen mit Ihrer Politik der 80er Jahre unterscheiden sich auch von denen, die nun im Bundestag versuchen Realpolitik zu machen.

    Wer den VDS beeinflussen möchte, kann ja Mitglied werden.

    ... muss mal nachlesen gehen, wie das geht ....

  8. Re: Der gute alte VDS...

    Autor: Cable Cat 15.02.03 - 16:43

    Solange es Deutsche gibt, wird es auch eine deutsche Sprache geben. Da brauchen wir gar keine Angst haben. Wie hier schon richtig geschrieben wurde: Sprache ist etwas lebendiges. Sie ist für Veränderungen, auch Moden, offen. Jetzt sind eben Anglizismen in Mode. Na und? Es gab eine Zeit, da sprachen die "Gebildeten" bevorzugt französisch. Das hat unserer Sprache auch nicht geschadet. Was ihr höchstens schaden könnte, sind Stillstand und Vereinsmeierei. Deshalb: VDS - nein danke!

  9. Re: Der gute alte VDS...

    Autor: Flans 15.02.03 - 20:04

    ....dann spar Dir auch das "Ack".... :-)

  10. Re: die Daseinsberechtigung des VDS

    Autor: hund 15.02.03 - 21:19

    klar, parteien wie die npd oder pds haben auch eine daseinsberechtigung in einem "demokratischen" staat, aber verstehen oder gar befürworten tue ich ihre politik bzw. auffassungen dennoch nicht...

  11. Re: VDS

    Autor: Klaus 16.02.03 - 04:02

    Tja.. so herzlich man über den VDS lachen kann - so herzlich kann man leider auch weinen über das sprachliche Unvermögen vieler Schüler. Fragt mal einen Deutschlehrer... wenn die Zustände, die an manchen Schulen herrschen, mal mehr öffentlich gemacht würden, würde vielen das Lachen über den VDS im Halse stecken bleiben, fürchte ich.

    VDS sind echt Krachlatten.. aber Schüler, die im Aufsatz 'rofl' statt 'haha' schreiben und 'Wörter' wie 'n00b' und son Schwachsinn sind noch schlimmer. Soviel dazu :)

  12. Watt? Wer bis Du denn?

    Autor: )-fC-( tYL0rn dURD3n 16.02.03 - 07:47

    Watt? Wer bis Du denn?

    'rofl' & 'n00b' rokkn da house! nur weil de keine skillZ hast! Bist einfach der Oban00b und voll neidisch auf die ultimatechekka!!! weil du 1337 nich raffst machste ne welle! dann geh doch zu hause!!! anglicisms sind nämlich verdammt krazz pH4T! und wer so viel abgef*kktest moos für die deutsche sprache zahlt der will se dann sicher heftich vermöbln! würd ich auch machn! hab nur nich soviel schotta!!!!

    so long. und jez: peace out man!

    )-fC-( tYL0rn dURD3n

  13. Auktion rechtlich nicht verbindlich

    Autor: han 16.02.03 - 09:25

    na und, man kann soviel bieten wie man will, da der gesamte kaufvertrag ungültig ist! der bieter ist nicht verpflichtet, auch nur 1 cent zu zahlen; die auktion ist offensichtlich nicht ernst gemeint.

  14. eBay-Auktion aus rechtlicher Sicht

    Autor: Müller 16.02.03 - 09:28

    Soweit ich das sehe, kann aufgrund der Natur des zu versteigernden Artikels kein Kaufvertrag nach §433 BGB zustande kommen, d.h. die Gebote sind schon von vornherein nicht verbindlich.

  15. Re: eBay-Auktion aus rechtlicher Sicht

    Autor: Sunshine 16.02.03 - 09:59

    Karlsruhe BGH - Urteil (Az.: VIII ZR 13/01)

    Über Internet-Auktionen angebahnte Verkäufe sind nach einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes (BGH) auch gegen den Willen des Verkäufers oder Käufers wirksam. Die für einen Kaufvertrag notwendigen Erklärungen könnten grundsätzlich auch per Mausklick rechtsverbindlich abgegeben werden, urteilte der für Kaufrecht zuständige achte Zivilsenat.
    Der BGH wies damit die Revision eines Studenten ab, der sein per Internet-Auktion angebotenes Auto nicht liefern wollte, weil er das Höchstgebot zu niedrig fand. Er hatte argumentiert, bei der Versteigerung sei gar kein wirksamer Kaufvertrag zustande gekommen. (Az.: VIII ZR 13/01)

    Begriff der "Versteigerung"
    Der Begriff der "Versteigerung" ist gesetzlich nicht definiert. Eine "Versteigerung" liegt nach der überwiegenden Ansicht in der juristischen Literatur vor, wenn innerhalb einer zeitlich und örtlich begrenzten Veranstaltung eine Mehrzahl von Personen aufgefordert wird, eine Sache oder ein Recht in der Weise zu erwerben, daß diese Personen im gegenseitigen Wettbewerb, ausgehend von einem Mindestgebot, Vertragsangebote (Preisangebote) in Form des Überbietens dem Versteigerer gegenüber abgeben, der das höchste Gebot im eigenen oder fremden Namen annimmt.

    Die wesentlichen Merkmale, um die bei Online-Auktionen natürlich gerade gestritten wird, sind also:

    zeitlich und
    örtlich begrenzt
    es müssen mehrere Interessenten anwesend sein und
    diese geben lediglich Angebote zum Erwerb der Ware ab
    den Zuschlag erhält derjenige, der das absolut höchste Angebot abgibt (§ 156 BGB)
    wird kein ausdrücklicher Zuschlag erteilt, dann erlischt das Angebot (§ 156 BGB)
    Erfüllt eine Veranstaltung diese Voraussetzungen, egal ob in der realen Welt oder im Internet, dann gilt:

    sie muss vom zuständigen Gewerbeaufsichtsamt genehmigt werden
    es dürfen keine ungebrauchten Waren angeboten werden
    der Interessent wird erst mit Zuschlag, nicht schon mit der Abgabe seines Angebots Eigentümer der Ware
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    Zeitliche und örtliche Begrenzung
    Die zeitliche Begrenzung mag bei manchen Online-Auktionen scheinbar vorliegen, wenn sie auch in der obigen Definition anders gemeint ist. Verstanden wird darunter nämlich nicht die Versteigerungsdauer für einen einzelnen Gegenstand, sondern die Dauer der Veranstaltung insgesamt. Die Angebote von Online-Auktions"häusern" sind aber rund um die Uhr im WWW erreichbar. Schon aus diesem Grunde bestehen daher Bedenken, dass Online-Auktionen Versteigerungen im Sinne des Gesetzes sind, denn bei ihnen ist häufig die Versteigerung eines einzelnen Gegenstandes zeitlich begrenzt, was sich auch bei der Frage des Zuschlags für das absolut höchste Gebot auswirkt.

    Heftig diskutiert wird aber vor allem die Frage, ob die erforderliche örtliche Begrenztheit vorliegt. Einerseits kann man üblicherweise auch per Telefon mitsteigern, aber das Angebot als solches wird nur in einem Raum gemacht. Bei Online-Auktionen kann man zwar den Raum mit der Web-Site vergleichen. Andererseits sitzen die Bieter möglicherweise in der ganzen Welt verteilt.

    In diesem Punkt sieht das Landgericht Hamburg (Urt. v. 14.04.1999, 315 O 144/99 - online über netlaw.de) allerdings kein Problem. Es ist der Ansicht, dass es sich bei den Merkmalen der zeitlichen (anders LG Wiesbaden s. unten) und der örtlichen Begrenztheit nur um funktionale handelt, die den Charakter einer Versteigerung nicht entscheidend bestimmen. Essentiell für Versteigerungen sei es lediglich, daß es sich dabei um Verfahren zur Erzielung eines Höchstpreises für Gegenstände (Sachen und Rechte) handele (zu den Zweifeln gerade daran s. unten), wobei die Erwerbsinteressenten (Bieter) in der Regel durch Abgabe von jeweils höheren Geboten zur Erlangung des Zuschlags in Konkurrenz treten. Es hat weiter ausgeführt:
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    "Der Bundesgerichtshof hat dazu ausgeführt, daß der praktische Ablauf einer Versteigerung gekennzeichnet ist durch augenblicks- und situationsbedingte Entschlüsse der Bieter und die sich nach und nach in Stufen steigernden Gebote (BGH NJW 1983, 1186). Schriftliche Gebote, wie sie charakteristisch für Fernauktionen sind (Schalhorn, DB 1972, 2453), können an einem solchen Verfahren nicht teilnehmen, da sie in der Regel Gebote auf einen Höchstbetrag sind. Sie würden bei einer Versteigerung die Wirksamkeit und das Erlöschen der spontanen Gebote in Frage stellen, wie es § 156 BGB verlangt (BGH NJW 1983, 1186, 1187). Schalhorn (a.a.O., 2454) sieht als wesentliches Kriterium der Versteigerung deshalb die Öffentlichkeit des Verfahrens, da nur so jeder erschienene Bieter die Höhe des jeweils entscheidenden Gebotes anderer Bieter für die angebotene Ware übersehen könne und danach seine Entschließungen treffe. Bei Fernauktionen, die eben nicht örtlich begrenzt sind, seien dem einzelnen Bieter die konkurrierenden Gebote anderer Bieter nicht bekannt."

    Gerade daran aber bestehen bei einer Online-Auktion Zweifel. Denn aufgrund der möglicherweise langen Zeitspanne der Online-Auktion fehlt die Möglichkeit, spontan zu reagieren. Onlinen-Auktionen sind daher viel eher den Fernauktionen vergleichbar, wie sie vom BGH beschrieben werden. Sie sind daher wegen der zeitlichen Begrenztheit des einzelnen Angebots sowie wegen fehlender örtlicher Begrenztheit keine Versteigerungen im Sinne des § 34b GewO und des § 156 BGB. Entsprechendes ergibt sich auch aus einer Stellungnahme der Wirtschaftsbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, die im Verfahren vor dem LG Hamburg eingeholt worden war.
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    Anwesenheit mehrerer Interessenten
    Diese Voraussetzung stellt im Internet wohl kein Problem dar. Denn selbst wenn tatsächlich nicht mehrere Interessenten zeitgleich bieten, so liegt jedenfalls eine sog. kumulative Anwesenheit vor, d. h., dass die nachfolgende Anwesenheit der gleichzeitigen gleichgesetzt wird. Entsprechend sieht es die inzwischen überwiegende Ansicht im Bereich der "Öffentlichkeit" im Urheberrecht.
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    Gebot ist lediglich Angebot
    Dass ein Gebot auf eine Ware lediglich ein Angebot zum Vertragsschluss darüber und noch keine Annahme des Angebots des Auktionator ist, sind sich folgende Gerichte einig:

    Landgericht Hamburg (Urt. v. 14.04.1999, 315 O 144/99 - online über netlaw.de)
    Landgericht Wiesbaden (Urt. v. 13.01.2000, 13 0 132/99 - online über netlaw.de)
    Landgericht Münster (Urt. v. 21.01.2000, 4 O 424/99 - online über netlaw.de)
    Die gegenteilige Ansicht vertrat bislang nur das Amtsgericht Sinsheim (Urt. v. 10.01.2000, 4 C 257/99 - online über bonnanwalt.de). Die Ansicht des AG Sinsheim widerspricht zwar dem Wortlaut des § 156 BGB, der für den Vertragsschluss den Zuschlag des Versteigerers / Anbieters zur zwingenden Voraussetzung macht. Das heisst in der Konsequenz aber nur, dass das AG Sinsheim eine Online-Auktion nicht als Auktion im Sinne dieser Vorschrift ansieht.

    Besonders drastisch hat sich die Ansicht der drei Landgerichte im Fall des LG Münster ausgewirkt. Dort hatte jemand einen VW Passat (Startpreis: 10,00 DM) im Wert von ca. 57.000,00 DM für gerade einmal 26.350,00 DM ersteigert, so meinte er jedenfalls. Das LG Münster kam aber, nachdem der Anbieter die Auslieferung des Fahrzeuges verweigert und der vermeintliche Käufer darauf geklagt hatte, zu der Ansicht, dass der vermeintliche Käufer eben nur ein Angebot abgegeben hätte, welches der Anbieter dann nicht mehr angenommen habe. Dazu sei er aufgrund der allgemeinen Regelungen im BGB (Bürgerlichen Gesetzbuch) auch nicht verpflichtet gewesen. Der Anbieter habe daher zu Recht einen Vertragsschluss verweigert, der vermeintliche Käufer habe keinen Anspruch auf Lieferung.

    Inzwischen hat aber das OLG Hamm (Urt. v. 14.12.2000, 2 U 58/00) in dieser Sache genau gegen das LG Münster entschieden, also im Ergebnis so, wie auch das AG Sinsheim. Das OLG Hamm ist der Auffassung, das bereits die Freischaltung der Angebotsseite durch den Anbieter oder den Versteigerer in seinem Auftrag ein wirksames Angebot auf Abschluss eines Kaufvertrages liege.
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    Exkurs:
    Interessant sind auch die Ausführungen zu den AGB des Versteigerers. Sei dieser nicht selbst auch der Anbieter, sondern biete er, wie im vorstehenden Fall, lediglich die Plattform für seine Kunden an, so unterliegen sie nach Ansicht des OLG Hamm nicht dem AGB-Gesetz, da sie im Verhältnis zwischen den Parteien (Anbieter und Käufer) nicht von einer dieser, sondern vom Versteigerer gestellt wurden. Sie gelten daher auch nicht unmittelbar im Verhältnis zwischen Anbieter und Käufer, sondern dienen nur als Auslegungsgrundlage dafür, wie die gegenseitigen Erklärungen dieser beiden jeweils zu verstehen sind, z. B., ob ein Versteigerungsangebot als Angebot oder Annahme im Rechtssinne zu verstehen ist.

    Dagegen lässt sich aber vertreten, dass sich ein Anbieter, der nicht mit dem Auktionshaus identisch ist, allein durch sein Angebot sich die AGB des Auktionshauses zu eigen gemacht hat, so, wie sich nach ständiger Rechtsprechung derjenige, der fremde Web-Seiten nicht nur anlinkt, sondern ausdrücklich empfiehlt, deren Inhalte in der Regel zu eigen machen wird (so auch das OLG Hamm, Urt. Seite 26 unter b). Das liegt auch nahe, denn solche "Dritt-"Anbieter verwenden ja in der Regel keine eigenen AGB bei ihren Angeboten. Das müssen sie auch nicht, da ja das Auktionshaus diese zur Verfügung stellt. Dann aber wären die AGB des Auktionshauses vom Anbieter aus der Sicht der Interessenten "gestellt", wie es für eine Anwendung des AGB-Gesetzes notwendig ist.

    Damit liegen alle diese Gerichte im Bereich des Vertretbaren. Zwar kommt bei einer "normalen" Versteigerung der Vertrag zwischen Versteigerer und Bieter erst durch den Zuschlag des Versteigerers zustande. Verweigert dieser einen Zuschlag, weil ihm das Gebot nicht ausreicht, dann erlischt das Angebot ohne Folgen (§ 156 BGB). Wenn man jedoch Online-Auktionen nicht als Versteigerungen im Sinne dieser Vorschrift ansieht, dann ist auch das rechtlich gut begründbar.
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    Der entscheidende Unterschied zu den Entscheidungen der Landgerichte liegt nach dem OLG Hamm darin, dass dieses bereits die Freischaltung des Auktionsangebots als vorweggenommenes, verbindliches Angebot anzusehen war. Damit stellt das OLG Hamm Online-Auktionen auf eine andere rechtliche Grundlage, als die Landgerichte, stützt sich, was die Form betrifft nicht auf § 156 BGB (Versteigerung), sondern auf die üblichen Bestimmungen über Willenserklärungen (§§ 145 bis 155 BGB).
    Man kann den zeitlichen Ablauf der Frist für Gebote, wie er bei Online-Auktionen üblich ist, nicht mit einem Zuschlag vergleichen. Denn ein Zuschlag ist eine bewusste Willenshandlung des Auktionators, die er, wie § 156 BGB deutlich zeigt, auch nach eigenem Belieben unterlassen kann. Dieser Möglichkeit, den Zuschlag zu unterlassen, wäre bei Online-Auktionen die Möglichkeit, die Auktion auf ewige Zeiten zu verlängern oder sie schlicht abzubrechen, vergleichbar. Eine solche Möglichkeiten sehen die Allgemeinen Geschäfts- bzw. Benutzungsbedingungen der Online-Auktionshäuser allerdings nach meiner Kenntnis nicht vor. Daraus wird deutlich, dass Online-Auktionen bewusst auf den Zuschlag im obigen Sinne verzichten, selbst wenn der Kunde, wie im Fall des LG Münster, nach Ende der Auktion eine E-Mail wie die folgende erhält:

    "... Herzlichen Glückwunsch! (Ihr Zuschlag bei der Auktion Nr., 174124). Hallo, herzlichen Glückwunsch, Ihr letztes Gebot war unschlagbar! Bei (...) private haben Sie für 26.350,00 DM den Zuschlag bei der Auktion von (...) Automobile mit dem Titel VW Passat Variant TDI 110 PS - Neuwagen (Auktions-Nr 174124) erhalten. ..."

    Denn eine solche E-Mail wird zum einen in aller Regel vom System automatisch erzeugt, kann daher kaum als menschliche Willenserklärung eingeordnet werden. Jedenfalls aber handelt es sich schon nach den Allgemeinen Geschäfts- bzw. Benutzungsbedingungen der Online-Auktionshäuser gar nicht mehr um einen Zuschlag im Sinne des § 156 BGB, sondern lediglich um eine Bestätigung des Angebots des Bieters. Der Charakter einer auf den Vertragsabschluss gerichteten Willenserklärung fehlt der E-Mail also schon deshalb, weil das Auktionshaus ausdrücklich nicht die E-Mail, sondern schon das Ende der Auktion als Zuschlag ansieht, was sich aus den fett markierten Stellen des vorstehenden Zitats "... haben ... erhalten ..." ergibt. Dass das aber gerade kein Zuschlag im Sinne des Gesetzes ist, wurde oben erläutert.
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    Damit steht für die Teilnehmer an Online-Auktionen fest:
    das "Angebot" der Ware ist kein Angebot im Rechtssinne
    ihr Gebot selbst stellt erst das Angebot an das Auktionshaus dar
    kein Auktionshaus muss ein solches Angebot annehmen, es tut das auch nicht durch eine bestätigende E-Mail, wie die zuvor dargestellte
    eine Annahme des Angebots kann lediglich in einer mündlichen / telefonischen Bestätigung der Ersteigerung oder der Lieferung der Ware oder einer ähnlichen Handlung des Auktionshauses gesehen werden
    Damit drängt sich der Verdacht auf, dass das, was im Rahmen von Online-Auktionen derzeit geschieht, gegenüber unbedarften Verbrauchers bzw. Web-Surfern (die es nach Ansicht des LG Wiesbaden allerdings nicht gibt, s. unten) Einiges an Unredlichkeiten enthält. Selbst wenn man unterstellt, dass die Online-Auktionshäuser sich erst auf diese Rechtsprechung einstellen müssen, so gilt für sie dennoch:

    die geschildete Rechtslage ergibt sich eindeutig aus Gesetz und Rechtsprechung und jeder, der am Wirtschaftsleben teilnimmt, ist verpflichtet, sich vor Aufnahme seines Betriebes über die einschlägigen Bestimmungen zu informieren, was hier offensichtlich nicht oder nicht hinreichend geschehen ist (vergleichbar übrigends beim Datenschutz im Internet)
    jedenfalls jetzt müssen die Online-Auktionshäuser ihre Allgemeinen Geschäfts- bzw. Benutzungsbedingungen umgehend ändern und der Rechtslage anpassen; wer das nicht tut, läuft Gefahr, sich wettbewerbsrechtlichen Ansprüchen seiner Konkurrenten oder der Verbraucherschützer auszusetzen
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    Zuschlag für absolut höchstes Gebot
    Bei "normalen" Auktionen besteht keine zeitliche Beschränkung für die Abgabe des höchsten Gebotes für einen Gegenstand, lediglich die Veranstaltung als solche kann zeitlich begrenzt sein. Bei vielen Online-Auktionen dagegen ist schon die Zeit für die Abgabe des höchsten Angebots beschränkt.

    Allein daraus schließt das Landgericht Wiesbaden (Urt. v. 13.01.2000, 13 0 132/99 - online über netlaw.de), dass Online-Auktionen keine Versteigerungen im Rechtssinne sind.

    Allerdings ergibt sich daraus, dass bei Online-Auktionen aufgrund Zeitablaufes häufig nicht das absolut höchste Gebot erreicht werden wird, nach Ansicht das LG Wiesbaden nicht, dass darin eine Täuschung privater Anbieter oder der Interessenten liege. Denn schließlich wisse der, der im Internet an Auktionen teilnehme, was dabei geschehe. Zitat:

    "... Dies hat die Kammer insbesondere deswegen angenommen, weil die das Internet nutzenden Personen bereits über spezielle Kenntnisse verfügen müssen, um dieses Medium überhaupt zu gebrauchen und sinnvoll einzusetzen. Sie unterscheiden sich daher von den durchschnittlichen Besuchern althergebrachter Auktionen, weil sie eben wegen ihrer besonderen Kenntnisse des Internet auch die Abläufe der dort stattfindenden Auktionen kennen...."

    Das ist natürlich rechtlich wie tatsächlich höchst bedenklich, weil damit der Verbraucherschutz im Internet insgesamt erheblich ausgehöhlt wird. Wenn man Verbrauchern unterstellt, dass sei allein aufgrund der Tatsache, dass sie sich im Internet bewegen, auch Kenntnis von so komplizierten Zusammenhängen, wie bei einer Online-Auktion, haben, dann sind die Verbraucher natürlich insoweit viel weniger gegen Lüge und Betrug geschützt. Sie können sich kaum mehr auf eine Täuschung durch irgendeinen Anbieter berufen und deshalb z. B. vom Vertrag zurücktreten, weil sich der Anbieter auf die obige Argumentation des LG Wiesbaden berufen kann.

    Im übrigen aber ist der Ansicht des LG Wiesbaden zuzustimmen, und zwar selbst dann, wenn in einigen Fällen die Auktionszeit verlängert wird, wenn kurz vor Schluss noch ein neues Gebot eingeht. Denn das ändert an der grundsätzlichen Feststellung des LG Wiesbaden, dass häufig nicht das höchstmögliche Gebot erreicht werde, nichts. Eine solche Praxis der Auktionshäuser führt im übrigen dazu, dass die absolute zeitliche Begrenzung, ein wesentliches Merkmal einer Versteigerung, nicht mehr vorliegt.
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    Problem der Genehmigungserteilung
    Selbst wenn man der Ansicht ist, Online-Auktionen seien Versteigerungen im zuvor beschriebenen Sinne, würde sich ein Problem bei der Genehmigung stellen, die dann zwingend erforderlich wäre. Denn die zuständigen staatlichen Stellen können solche Genehmigungen immer nur für den Bezirk erteilen, für den sie zuständig sind. Online-Auktionshäuser müssten daher, weil ihre Angebote ja in ganz Deutschland (und der ganzen Welt) abrufbar sind, die Genehmigungen der zuständigen Stellen in ganz Deutschland einholen. Erst wenn diese erteilt wären, wäre die Online-Versteigerung rechtlich zulässig.
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    Ergebnis
    Online-Auktionen sind rechtlich gesehen keine Versteigerungen im Sinne der GewO und des § 156 BGB. Es handelt sich vielmehr um Veranstaltungen, in denen die Möglichkeit eröffnet wird, eine Ware durch Abgabe des höchsten Angebots innerhalb einer bestimmten Zeit zu erwerben.

    Die Web-Angebote von Auktionshäusern sind also rechtlich gar keine Angebote, sondern nur Aufforderungen, Angebote abzugeben (sog. invitatio ad offerendum). Selbst wenn ein Auktionshaus sein Web-Angebot oder seine Allgemeinen Geschäfts- bzw. Benutzungsbedingungen ungeschickt gestaltet, kann es sich dabei nicht um ein Angebot handeln. Denn ein Angebot liegt nur dann vor, wenn es alle wesentlichen Punkte des künftigen Vertrages enthält, so dass der Annehmende eigentlich nur noch JA sagen muss. Genau daran fehlt es hier, denn der Preis wird ja erst durch den Bieter bestimmt.

    Aus den vorgenannten Gründen sind Online-Auktionen auch nicht genehmigungspflichtig.

    Der Nachteil dieser Rechtsauffassung für die Anbieter, der gleichzeitig der entscheidende Vorteil für die Interessente ist, besteht darin, dass das neue, vor kurzem vom Bundestag verabschiedete Fernabsatzgesetz (FernAbsG) auf Online-Auktionen voll anwendbar ist. Denn die Ausnahme nach § 1 Abs. 3 Ziff. 7 c FernAbsG) greift nicht ein. Konsequenzen:

    umfassende Unterrichtungs- und Informationspflichten der Anbieter nach § 2 FernAbsG
    unbegrenztes Widerrufsrecht des Erwerbers binnen einer Frist von 14 Werktagen gem. § 3 FernAbsG in Verbindung mit § 361a BGB
    unbedingte Erstattungspflichten der Anbieter nach § 4 FernAbsG
    Quelle: http://www.weinknecht.de/ojr/2000/6.htm

  16. Re: Watt? Wer bis Du denn?

    Autor: th 16.02.03 - 10:17

    Oh .. schwappt das Heise Forum jetzt hier rein ? ..

    geh nach Hause Kleiner ... Danke

  17. EUR 88.938,88

    Autor: EUR 88.938,88 16.02.03 - 12:05

    EUR 88.938,88

  18. Re: Watt? Wer bis Du denn?

    Autor: Phoenix 16.02.03 - 12:23

    Seit wann ist Zynismus verboten?
    Man müsste die Postings verstehen bevor man einen Kommentar ablässt!

  19. Re: eBay-Auktion aus rechtlicher Sicht

    Autor: Phoenix 16.02.03 - 12:25

    und wer ließt das??? wenn du es selbst geschrieben hättest, dann hättest es auch zusammenfassen können?!

  20. Re: Watt? Wer bis Du denn?

    Autor: )-fC-( tYL0rn dURD3n 16.02.03 - 12:49

    LLLLLLLooooooLLLLLLLL!!!!!!!!

    Was bis du denn für ein suuuupern00b???? denk mal nach! vielleicht müßte man auch den kommentar verstehen, bevor man seinen sööööönf dazu abgibt!

    anfänger!!!

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