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Scheinheiliger als Verdi geht nicht

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  1. Scheinheiliger als Verdi geht nicht

    Autor: Sternschnuppe 04.05.04 - 13:16

    Ich möchte Euch mal einen ARtikel aus dem JAnuar zeigen, der die Fakten um Verdi gut zusammenfast:

    Der Fall verdeutlicht die Doppelmoral der Verdi-Führer. Sie prangern Unternehmen an, wenn diese soziale Leistungen kürzen. So ereiferte sich Verdi-Vize Franz Treml über die Deutsche Telekom, die ihren T-Com-Mitarbeitern eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich aufzwingen will. Es sei "der Gipfel der Zumutung", schimpfte Treml, die Beschäftigten die Zeche für Managementfehler zahlen zu lassen.

    Wer macht den mal eine Mitarbeiterumfrage bei verdi/ Connexx!

    Liebe Verdi Kollegen, wert Euch gegen so viel Scheinheiligkeit!

    Wer 200.000 € im Jahr einsackt, sich 60% Gehaltserhöhung genehmigt 8 Mio € Miete zahlt, 78 Mio € in einen PROTZBAU versenkt dann Zwangsdarlehn von seiner Belegschaft verlangt ist schlimmer als alles was Deutschland bisher gesehen hat!


    Hier der Artikel aus dem Manager Magazin Nr. 2 vom 23.01.2004 Seite 24

    Rote Karte

    Verdi: Flüchtende Mitglieder, sinkende Einnahmen, hohe Verluste - fast drei Jahre nach der Fusion steckt die größte Gewerkschaft der Welt in einer schweren Krise. Nun will sie sich auf Kosten ihrer Mitarbeiter sanieren.

    Berlin, Potsdamer Platz. Rundherum Hochhäuser mit glitzernden Fassaden. Hier setzen sich Milliardäre Denkmäler (Beisheim-Center) und residieren Konzerne - und in Haus Nummer 10 hat eine Organisation aus einer anderen Welt Quartier bezogen: die Gewerkschaft Verdi.

    Eine breite Treppe führt hinauf zum Foyer. Wachleute vergeben an Besucher eine vierstellige Codenummer, die sie am Aufzug in einen Minicomputer eintippen müssen.

    Willkommen im Hochsicherheitstrakt Verdi. Auf den grauen Fluren herrscht Stille. "Nur im Knast gibt es so viele verschlossene Türen", witzelt einer, der bei Verdi häufig ein- und ausgeht. Einige wenige Funktionäre huschen vorbei. Ihre Mienen wirken frostig. Es herrscht ein eisiges Klima hinter der Glitzerfassade am Potsdamer Platz. In den Toiletten-Waschräumen fließt nur noch kaltes Wasser, in den Teeküchen müssen die Beschäftigten neuerdings die Geschirrspüler selbst ein- und ausräumen, in den Konferenzen gibt es keine Getränke und Brötchen mehr.

    Wie schlecht muss es der größten Gewerkschaft der Welt gehen, wenn sie bereits solche "Peanuts"-Sparmaßnahmen verordnet?

    Schlecht. Sehr schlecht sogar. Die Einnahmen brechen weg, weil die Mitglieder in Scharen aus der Organisation flüchten. Um die auflaufenden Verluste auszugleichen, muss Verdi das Vermögen angreifen.

    Statt mit gutem Beispiel voranzugehen und sich einzuschränken, düpiert das Missmanagement die Mitarbeiter am laufenden Band. Der Vorstand unter Frank Bsirske (51) ließ sich selbst eine satte Gehaltserhöhung genehmigen, fordert aber von seiner Belegschaft ein Zwangsdarlehen ein.

    Bsirske entpuppt sich als sozialer Kahlschläger im eigenen Hause, die Gewerkschaft Verdi als einer der schlechtest gemanagten Arbeitgeber der Republik. Die übereilte Megafusion vor drei Jahren birgt derart viele Konstruktionsfehler, dass sie das Unternehmen Verdi binnen kürzester Zeit in eine existenzbedrohende Krise gestürzt hat.

    Dabei sollte durch den Zusammenschluss alles besser werden. Euphorie schwebte über dem Berliner Gründungskongress im März 2001, als sich ÖTV (Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr), HBV (Handel, Banken und Versicherungen), IG Medien, DPG (Deutsche Postgewerkschaft) und DAG (Deutsche Angestellten-Gewerkschaft) zur Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verbrüderten.

    Der neue Vorsitzende Frank Bsirske war der strahlende Sieger. Beweglicher und flexibler wollte er die Gewerkschaft machen. Doch er blieb standhaft - vor allem gegen die Berliner Regierung. Als Blockierer aller Sparpläne profilierte sich Bsirske - sehr zum Ärger von Kanzler Gerhard Schröder.

    Bsirske überall - bei Sabine Christiansen, auf Demos, in Kanzlerrunden und in den Medien. Nicht DGB-Chef Michael Sommer, nicht Ex-IG-Metall-Boss Klaus Zwickel, sondern der Mann, der zwei Jahre zuvor noch Personaldezernent in Hannover gewesen war, war die neue Galionsfigur der deutschen Gewerkschaftsbewegung.

    Bsirske rief zu Warnstreiks bei der Lufthansa auf, und er zog eine knallharte Tarifrunde im Öffentlichen Dienst durch. Verdi gewann dank Bsirskes forschem Auftreten schnell an Profil. Es war zwar ein zweifelhaftes, aber immerhin: Verdi war omnipräsent.

    Außen hui, doch innen pfui.

    Verdi wollte durch die Fusion Synergien heben und schlagkräftiger werden. Das Gegenteil trat ein: Über 250 000 Mitglieder - und damit Beitragszahler - verließen nach dem Zusammenschluss die Gewerkschaft. Statt der erhofften Ersparnis uferten die Kosten regelrecht aus.

    Ein Teil des Mehraufwands wäre vermeidbar gewesen, hätten die Verdi-Oberen nicht ebenso zugelangt wie jene Konzernlenker, die ihre gewachsene Bedeutung durch hohe Gehälter und pompöse Residenzen unter Beweis stellen müssen.

    So genehmigte sich der damals 19-köpfige Vorstand im September 2001 eine happige Gehaltserhöhung von bis zu 60 Prozent. Die Begründung für den Lohnsprung: "Um mit Arbeitgebern auf Augenhöhe verhandeln zu können, müssen wir auch wie diese verdienen."

    Bsirske bekommt seitdem monatlich rund 13 500 Euro überwiesen. Das ist nicht ganz so viel, wie er sich gewünscht hatte; er war in seine persönlichen Gehaltsverhandlungen mit einer 30 000-Mark-Forderung gegangen.

    Neben einem angemessenen Gehalt legten die Funktionäre zudem Wert auf eine entsprechende Repräsentanz. Und so zog es den Bundesvorstand mit seinem rund 800-köpfigen Apparat sogleich nach Berlin, ins Machtzentrum der Republik. Zunächst quartierte sich die Verdi-Spitze in einem modernen Bau am Potsdamer Platz ein - den Reichstag in Sichtweite. Jährliche Miete: acht Millionen Euro.

    Doch diese Adresse ist nur als Interimsbleibe vorgesehen. Im Sommer ziehen die Gewerkschafter in die neue Verdi-Zentrale in der Nähe des Ostbahnhofs um. Kosten des Neubaus: 74 Millionen Euro.

    Derweil stehen die alte ÖTV-Zentrale in Stuttgart und das ehemalige DAG-Hauptquartier in Hamburg leer. Ein Käufer oder Mieter für diese Großimmobilien fand sich bislang nicht.

    Der Berlin-Umzug würfelte die gesamte Organisation durcheinander. Für viele Beschäftigte war der neue Arbeitsplatz in der Hauptstadt nicht attraktiv. Sie blieben lieber an ihren Standorten und wechselten in die Verdi-Landesbezirksstellen. Im Zuge der Fusion wurden dort die Apparate aufgebläht. In Berlin hingegen konnten etliche Planstellen nicht besetzt werden.

    Heute beschäftigt der Landesbezirk Hamburg etwa 50 Mitarbeiter mehr als geplant, denn er musste umzugsunwillige DAGler aus deren Zentrale aufnehmen. In Berlin stellte der Bundesvorstand stattdessen neue Mitarbeiter ein - zumeist befristet. Damit verstieß er zigfach gegen den Interessenausgleich vom Sommer 2001, der einen Einstellungsstopp vorsah.

    Zwangsversetzungen kamen damals noch nicht in Betracht. Die Gewerkschaftsoberen fürchteten Unruhe in der Belegschaft.

    Der Aufbau neuer Wasserköpfe in der Provinz war nur einer von zahlreichen faulen Kompromissen, die im Interessenausgleich, Sozialplan und Fusionsvertrag niedergeschrieben worden waren. Auch bei der Organisationsstruktur und der Verteilung der Gelder nahmen die Verdi-Architekten auf zu viele Interessen Rücksicht, um die Fusion überhaupt durchziehen zu können. Hauptsache, sie würde zustande kommen. Ob das neue Gebilde auch funktionieren kann, interessierte offenbar die wenigsten.

    Weil keine der Einzelgewerkschaften nachgeben wollte und jede auf ihren Pfründen beharrte, kam bei dem Funktionärsgefeilsche am Ende eine Matrix-Struktur heraus. Die verknüpft drei Ebenen (Bund, Länder, Bezirke) mit 13 verschiedenen Fachbereichen, zum Beispiel Finanzdienstleistungen, Verkehr oder Handel (siehe Grafik Seite 26).

    Dieser Wirrwarr zieht einen extrem hohen Abstimmungsbedarf nach sich: Ständige Doppelarbeit sowie Sitzungen ohne Sinn und Ende (und neuerdings ohne Brötchen) sind die Folge. Funktionäre wie der bayerische Verdi-Vizechef Michael Wendl sind von der "Unmenge interner Sitzungen" bereits schwer genervt. Für die eigentlichen Aufgaben, die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen, bleibt kaum Zeit.

    Mindestens ebenso ineffizient ist die Budgetierung. "Ein irrsinniges System", lästert ein Verdi-Bezirkssekretär. Die Hälfte der Ausgaben sind für das Personal reserviert, die anderen 50 Prozent für den Rest - Mieten, Reisen, Computer und Papier.

    Verteilt wird das Geld gemäß der Mitgliederzahl. Starke Bezirke und Fachbereiche erhalten eine große Finanzspritze, schwache lediglich eine kleine. Gerade letztere bräuchten aber dringend mehr Geld, um zusätzliche Mitglieder zu gewinnen.

    Das Austüfteln dieses bürokratischen Korsetts absorbierte in der Gründungsphase derart viel Zeit und Ressourcen, dass für manche heiklen Fragen keine Antworten gefunden wurden. "Wir haben einige Probleme hinterlassen", gibt der ehemalige Chef einer der fünf Gründungsgewerkschaften zu.

    Und diese Probleme sind bis heute nicht gelöst.

    Nach wie vor hat Verdi die Gehälter seiner Beschäftigten nicht angeglichen. Eine Sekretärin, die früher bei der ÖTV arbeitete, bekommt für die gleiche Tätigkeit mehr Gehalt als ihre Kollegin, die zuvor bei der DAG unter Vertrag stand. Das erzeugt Frust unter den Geringerverdienenden.

    Gleiches gilt für die betriebliche Altersversorgung der Beschäftigten. Auch hier fehlt eine gemeinsame Regelung, vor allem mangelt es an den nötigen Rückstellungen. Lediglich DAG und DPG haben Kapital zurückgelegt. Die anderen - insbesondere die große ÖTV - finanzieren die Betriebsrenten aus ihrem Vermögen. Für künftige Rentner muss die Streikkasse herhalten.

    Das kann sehr teuer werden. Gewerkschaftsexperte Horst-Udo Niedenhoff vom Institut der deutschen Wirtschaft schätzt, dass "da Belastungen im mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbereich auf Verdi zukommen".

    Dabei ist die Gewerkschaft bereits jetzt finanziell arg angeschlagen. Über die Höhe des Vermögens schweigt sich die Führung aus. "Das bleibt unser Geheimnis", wiegelt Finanzvorstand Gerd Herzberg ab. Der Klassenfeind soll nicht erfahren, wie streik(un)fähig die größte Gewerkschaft der Welt gegenwärtig ist.

    Experten taxieren das Verdi-Vermögen auf rund 1,7 Milliarden Euro. Das klingt nach viel, ist tatsächlich aber viel zu wenig. Zum Vergleich: Die etwas kleinere IG Metall soll es auf rund 3,5 Milliarden Euro bringen.

    Streng genommen, stammt das Verdi-Vermögen von zwei Gewerkschaften: der DAG (zwei Drittel) und der DPG (ein Drittel). ÖTV und HBV - bei der Fusion eher Sanierungsfälle - müssen ihre gesamten Besitztümer in die Pensionsrückstellungen stecken, die Kassen der nahezu bankrotten IG Medien waren leer gestreikt.

    Die Milliarden sind überwiegend konservativ angelegt, in Immobilien und Rentenpapieren. Außerdem hält Verdi noch eine Minibeteiligung an der BGAG, der Finanzholding der Gewerkschaften. Die Erträge, die dieses Engagement einbringt, sind allerdings vernachlässigbar.

    So bleiben allein die Mitgliedsbeiträge, um den Koloss Verdi durchzufüttern. Rund 435 Millionen Euro flossen 2002 in die Kasse. Doch mit dem Austritt von immer mehr Mitgliedern fließen die Einnahmen immer spärlicher.

    Vor allem junge Leute und Angestellte fühlen sich von der Gewerkschaft nicht mehr ausreichend vertreten. Sie flüchten zunehmend in berufsständische Organisationen (siehe Kasten Seite 30).

    Verdi versucht verzweifelt, den Negativtrend zu stoppen. Die Gewerkschaft startete ein Projekt zur Rückgewinnung von Mitgliedern, mit dem sie - wie die Kirchen - Abtrünnige durch Anrufe und Hausbesuche wieder einfangen wollte.

    Aktionismus, mehr nicht. Der Schwund geht weiter. Internen Prognosen zufolge rechnet der Bundesvorstand mit einem jährlichen Rückgang der Mitgliederzahl von 2 Prozent. Das bedeutet: Verdi kommt auch in den nächsten Jahren nicht aus den roten Zahlen heraus. 66 Millionen Euro Miese machte Verdi im vergangenen Jahr, 2002 waren es 71 Millionen.

    Um am Ende nicht mit leerer Streikkasse dazustehen, profilieren sich Bsirske & Kollegen nun als brachiale Cost Cutter. Eine mühsam ausgehandelte Betriebsvereinbarung von Anfang Dezember 2003 listet die Einschnitte auf, mit denen die Sachkosten gedrückt werden sollen: Weniger Dienstwagen und Tiefgaragenplätze, billigeres Papier, bei Bahnfahrten Zweite-Klasse-Tickets (siehe Kasten Seite 24). Und der Vorstand darf nur noch Economy Class fliegen.

    Ein viel größeres Notopfer müssen freilich die Beschäftigten leisten. Um exakt 105 Millionen Euro will der Bundesvorstand die Personalkosten bis 2007 reduzieren.

    Nach internen Berechnungen stehen knapp 1000 Mitarbeiter zu viel auf der Gehaltsliste. Über 4000 sind es derzeit, rund 3000 wären finanzierbar. Zum Vergleich: Die nahezu gleich große IG Metall kommt mit 2800 Beschäftigten aus.

    Die Betriebsvereinbarung sah zunächst die vergleichsweise sanfte Variante des Personalabbaus vor: Auflösungsverträge, Teilzeitregelungen.

    Weil das nicht ausreicht, fahren die Verdi-Bosse ab 1. April die harte Tour. Sie behalten für ein halbes Jahr 5 Prozent der Gehälter ein - ein Zwangsdarlehen, das mit gerade einmal einem Prozent verzinst wird. Wann eine Auszahlung erfolgt, ist offen. Es ist nicht einmal sicher, dass die Rückzahlung erfolgt.

    Und es kommt noch mehr. Ab 1. Oktober dürfen die Mitarbeiter dann bis Ende 2007 5 Prozent weniger arbeiten - allerdings ohne Lohnausgleich. Der Verdi-Vorstand setzt damit eine alte Arbeitgeberforderung um, sehr zum Unwillen der Beschäftigten.

    Bei der betrieblichen Altersversorgung wird es ebenfalls Veränderungen geben. Gespräche mit dem Betriebsrat stehen an.

    In der Belegschaft rumort es wegen der Kürzungen gewaltig. "Die Stimmung ist schlecht", sagt der Gesamtbetriebsratsvorsitzender Andreas Bahn. Die erste Klage gegen das Zwangsdarlehen wurde bereits eingereicht.

    Der Verdi-Vorstand verhält sich schlimmer als viele andere Arbeitgeber, die unter Druck stehen. Er geht sogar einen Schritt weiter. Am liebsten würde er einige Mitarbeiter hinauswerfen, obwohl ein Kündigungsverbot im Sozialplan Entlassungen bis 2007 verbietet.

    Also suchte die Gewerkschaft juristischen Rat, um den Sozialplan auszuhebeln. Im Frühjahr 2003 beauftragte der Vorstand zwei Juristen, um diskret zu prüfen, "welche rechtlichen Möglichkeiten es derzeit für Verdi als Arbeitgeberin gibt, sich aus dem Interessenausgleich und Sozialplan zu lösen".

    Es blieb beim Versuch. Die beiden Arbeitsrechtler Friedrich Heither und Gerrick von Hoyningen-Huene teilten dem Verdi-Vorstand in zwei getrennten Gutachten auf insgesamt 112 Seiten mit, dass der Sozialplan leider bindend sei. Die Schriftstücke verschwanden in der Schublade.

    Ein starkes Stück: Ausgerechnet eine Gewerkschaft hintertreibt vereinbarte Sozialpläne. "Das erlauben sich nicht mal die schlimmsten Kapitalisten", kommentiert ein renommierter Arbeitsrechtler.

    Der Fall verdeutlicht die Doppelmoral der Verdi-Führer. Sie prangern Unternehmen an, wenn diese soziale Leistungen kürzen. So ereiferte sich Verdi-Vize Franz Treml über die Deutsche Telekom, die ihren T-Com-Mitarbeitern eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich aufzwingen will. Es sei "der Gipfel der Zumutung", schimpfte Treml, die Beschäftigten die Zeche für Managementfehler zahlen zu lassen.

    Doch genau das und noch viel mehr mutet Verdi seinen Beschäftigten zu.

    Scheinheiliger geht's nimmer.

    Wolfgang Hirn/Frank Scholtys/

    Jörn Sucher

    -

    Bsirskes Liste

    Verdi muss an allen Ecken und Enden sparen. Mit dem Betriebsrat hat der Vorstand folgende Maßnahmen vereinbart:

    l Reduzierung des Werbeetats und der Ausgaben für Mitgliederwerbung um 20 Prozent (erhoffte Einsparung: 160 000 Euro jährlich).

    l Umstellung aller Veröffentlichungen und Broschüren auf Einfachdruckweise und schwarz-weiß (100 000 Euro).

    l Weniger Geld für Bildungsarbeit (300 000 Euro).

    l Niedrigerer Etat für externe Dienstleistungen (eine Million Euro).

    l Dienstfahrten mit der Bahn nur noch zweiter Klasse (100 000 Euro).

    l Weniger Gremiensitzungen (440 000 Euro).

    l Abbau der Dienstfahrzeug-Flotte (40 000 bis 180 000 Euro).

    l Geringere Anzahl von Tiefgaragenplätzen (100 000 Euro).

    l Seltenere Erscheinungsweise der Mitgliederzeitschrift "Publik" (1,3 Millionen Euro).

    l Billigeres Papier für "Publik" (600 000 Euro).

    Bildunterschriften:Verdi-Chef Frank Bsirske Streik des Berliner Krankenhauspersonals: Durch kämpferisches Auftreten auf der Straße gewann Verdi schnell an Profil - nicht aber an Mitgliedern Neubau im Berliner Spreeport (hier ein Computermodell): Für 74 Millionen Euro lässt der Bundesvorstand ein neues Domizil errichten Verdi-Finanzvorstand Herzberg: Griff in die Vermögenskasse Arbeitskampf bei der Lufthansa: Piloten und andere Berufsgruppen wollen nichts von Verdi wissen

    Autor: Hirn, Wolfgang
    Scholtys, Frank
    Sucher, Jörn

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