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'Raubkopie' ?

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. 'Raubkopie' ?

    Autor: Ein Freund 19.07.04 - 23:11


    "Geistiges Eigentum? Sowas gibt's meiner Meinung nach gar nicht. Für mich sind alle meine Ideen wie Blasen, die in der Luft schweben, und jeder kann davon pflücken, wie es ihm beliebt."

    (Musikerin in einem Interview auf die Frage, ob sie rechtliche Schritte gegen Raubkopierer einleiten würde)

    Ich weiss nicht, irgendwer hat mir mal weis gemacht, dass es immer passt, wenn man mit einem Zitat beginnt. In Zeiten stürmischer Veränderungen ist es gut zu wissen, dass manche Dinge ewig währen, und wenn es nur die Hoffnung ist.

    Der momentane Streit um das Thema des Urheberrechts ist meiner Meinung nach genau so eine Veränderung, denn hierbei wird sich zeigen, ob wir bereit für einen Schritt nach vorne sind oder nicht.

    Meine Frage: Ist es moralisch vertretbar, das Kopieren von Software irgendeiner Art gesetzlich zu verbieten? Wen bestehle ich denn, wenn ich eine Software KOPIERE, auf meine EIGENE CD, mit meinem EIGENEN Brenner? Ganz ehrlich, ich habe es satt, das Programm geschenkt zu bekommen aber für eine doofe Seriennummer zur Kasse gebeten zu werden.

    Natürlich begreife ich, dass Programmierer wie auch Musiker, etc. auch Geld brauchen und Leben müssen, aber reicht das wirklich aus um Gesetze zu schaffen gegen Leute, die sich nie eines Verbrechens schuldig gemacht haben? Meine Daten wurden auch schon kopiert, aber ich ziehe das nicht gleich vor Gericht. Datenschutz ist Sache des Urhebers, nicht der Behörden, und eine Software zu vermarkten, deren Kopierschutz mit simplen Mitteln umgangen werden kann ist einfach nur fahrlässig. In diesem Falle von 'Raubkopie' zu sprechen ist dreisteste Willkür, wie wir sie seit Jahrhunderten nicht mehr erlebt haben.

    Was sich einst nur Monarchen und Tyrannen leisteten, wurde für die Mächtigen der Neuzeit zum Alltag: Sie bauen Mist, und wir sind schuld! Nur aus diesem Grund hat sich in der Vergangenheit auch gezeigt, dass Urheberrechte stets Lücken enthalten und auch weiter enthalten werden, und zwar einzig darum weil solche Gesetze moralisch schlicht untragbar sind!

    Statistiken zeigen, dass Spiele, deren Crack-Grenze im Bereich von mehreren Monaten liegt (also die Zeit, die benötigt wird um den Kopierschutz/Registrierung des Spiels zu umgehen), kaum noch gezogen werden. Die User verstehen, dass sie die Software kaufen müssen, nur so 'runterziehen oder kopieren geht halt einfach nicht. Genau wie mit anderen Produkten und genau so soll's auch sein!

    Aber wen kümmert's? Die Softwareindustrie vertreibt sowieso stets halb-fertige Produkte und wird sich ganz bestimmt nicht die Mühe machen, daran was zu ändern. Sie nutzen lieber ihre kapitalistische Macht, zerren das ganze vor Gericht und versuchen die gewaltsame Methode. Aber Gewalt ist nie eine Lösung. War sie noch nie.

    Kopieren ist kein Verbrechen, das will man uns nur weismachen. Weil das aber nicht so ganz geklappt hat, verbietet man's halt. Doch wenn wir anfangen, uns Gesetzen zu unterwerfen, deren ethischen Sinn wir nicht mehr erfassen können, sind wir bald nur noch Sklaven derer, die das eben nicht getan haben, den wahren Verbrechern...

  2. Re: 'Raubkopie' ?

    Autor: _ 19.07.04 - 23:22

    >Natürlich begreife ich, dass Programmierer wie auch Musiker, etc. >auch Geld brauchen und Leben müssen, aber reicht das wirklich aus um >Gesetze zu schaffen gegen Leute, die sich nie eines Verbrechens >schuldig gemacht haben?

    Natürlich begreife ich, dass Leute (wie Du) gerne alles umsonst haben wollen, aber reicht das wirklich aus, um auf jegliche Rechte zu verzichten, die ich benötige, um mir mein Geld als Programmierer verdienen zu können?

    Hallo?!

  3. Re: 'Raubkopie' ?

    Autor: Silent One 20.07.04 - 18:16

    Ein Freund schrieb:

    > "Geistiges Eigentum? Sowas gibt's meiner Meinung
    > nach gar nicht.

    > Ich weiss nicht, irgendwer hat mir mal weis
    > gemacht, dass es immer passt, wenn man mit einem
    > Zitat beginnt.

    Sind allerdings zwei paar Stiefel.

    Andere in eigenen Werken zitieren und Werke anderer mit nicht kommerziellen Zielen kopieren sollte erlaubt sein (z.B. DVD ausleihen und Kopie erstellen).

    Kopien aus kommerziellen Zielen und das ausgeben als eigenes Werk (Buch abschreiben ohne Quellenangabe) sollten allerdings nach wie vor verboten sein (Kopien gegen geld weitervertreiben).

    Und das man damit sehr wohl Geld verdienen kann zeigt ja iTunes, wo Produkt un Konditionen sehr wohl von den Leuten angenommen werden.

    MfG
    Mathias

  4. Re: 'Raubkopie' ?

    Autor: hallo 23.07.04 - 14:51

    geistiges eigentum gibt es klar.

    ich stimme da silent one zu, es sollte für privatpersonen durchaus erlaupt sein, aber nicht komerziell!

    ich fine es erschreckend "wie einfach" es die zum beispiel die musikindustrie hat, gesetze nach deren interesse ändern zu lassen!!!

    mit den kommenden softwarepatenten wird es noch schlimmer!!!

  5. Re: 'Raubkopie' ?

    Autor: der eigentliche tümer 26.07.04 - 23:23


    >> Natürlich begreife ich, dass Programmierer wie
    >> auch Musiker, etc. auch Geld brauchen und Leben
    >> müssen, aber reicht das wirklich aus um Gesetze
    >> zu schaffen gegen Leute, die sich nie eines
    >> Verbrechens schuldig gemacht haben?

    > Natürlich begreife ich, dass Leute (wie Du)
    > gerne alles umsonst haben wollen, aber reicht
    > das wirklich aus, um auf jegliche Rechte zu
    > verzichten, die ich benötige, um mir mein Geld
    > als Programmierer verdienen zu können?


    lustig das. nun, ihr habt natürlich beide recht.

    ein programmierer "muss" in der tat geld verdienen,
    denn er bezahlt ja auch miete und muss essen kaufen.
    deine angst vor dem verlust deiner lebensgrundlage
    ist in der tat berechtigt - in dieser gesellschaft,
    in der man imer für alles bezahlen muss.
    aber wie wäre, herr programmierer, deine einstellung
    zum thema, wenn dir miete und essen ebenfalls kostenlos
    zur verfügung gestellt würden ?

    dann verkenst du auch ein ein paar realtitäten, die die
    ganze sache erheblich relativieren würden.
    1.
    leute wie du, die "programmierer" sind, bekommen nur
    einen bruchteil dessen, was das endprodukt kostet.
    bei musikern/komponisten/produzenten sind das
    beispielsweise circa 8%. der rest wandert in
    überflüssiges drumherum, und dann gibt es noch eine
    grösseren posten names profit, der in die taschen
    der oberen 10.000 wandert ohne jemals der allgemeinheit
    nützlich zu sein.
    2.
    würdest du - wie ich z.b. - deine programmierung
    verschenken, würdest du mehr spass an deiner arbeit
    haben,und effektiver arbeiten.
    3.
    du unterstellst dem mann, der da fordert, er wolle
    alles umsonst, dass er nicht zu einer gegenleistung
    bereit wäre. sinnvoller wäre, ihn zu fragen ob das wäre,
    und wie er sich das vorstellt.
    gerade musiker und software entwickler sind doch diejenigen
    in der gesellschaft die gleichzeitig dem thema raubkopie
    sehr liberal gegenüberstehen, und selbst urheber sind und
    von dieser arbeit leben wollen, gibt dir das nicht zu denken ?


    zu unserem "freund" bleibt mir zu sagen, dass er nicht
    ganz schlüssig argumentiert (auch wenn ich grösstenteils
    mag was sagt.)
    erst bist du gegen rechtsstaatliche überwachung von
    urheberschutz und gegen die ideologie des geistigen
    eigentums zur kommerzielen verwertung an sich, und
    dann verteidigst du technische kopierschutzmassnahmen
    von softwareherstellern ?
    solange wir noch den scheisskapitalismus haben, bin ich
    genau wie du dafür, dass man bezahlen sollte was man
    wirklich benutzt, und dass es moralisch in ordnung ist
    wenn man selbst seine produkte nicht nur verschenkt -
    sondern eine gebühr dafür verlangt.
    die praxis und die theorie sind immer zwei dinge.
    aber eine kopierschutzmassnahme ist ja nun wirklich
    das übel an und für sich :) damit will ich nicht sagen,
    dass man politish dafür argumentieren soll, kopierschutz
    zu umgehen, aber da es eine tendenz der zusammengehörigkeit
    von kopierschutzmassnahmen und gewissen idelogien gibt,
    kann man guten gewissens z.b. kopiergeschützte produkte
    boykottieren.

    ich selbst bin musikverleger und software entwickler
    und verschenke auch nicht ALLES was ich mache, sonst
    würde ich verhungern.
    aber ich bezahle lieber ein shareware produkt als eins
    mit DRM und dongle scheisse, teilweise mache ih das sogar
    ganz bewusst mich beim legalisieren von software für
    das ohne kopierschutz zu entscheiden, unabhängig davon,
    welches ich mehr verwende ...

  6. Re: 'Raubkopie' ?

    Autor: witzbold 06.08.04 - 11:07


    "raub", im juristischen sprachgebrauch, beschreibt
    eine gewalthandlung.
    filesharing ist aber eine recht gewaltfreie sache,
    jedenfalls im vergleich zu flächenbombardements.

    solange man menschen, die gegen urheberrechtliche
    bestimmungen oder gegen lizenzverträge verstossen,
    als räuber ( = gewalttäter) bezeichnet, wird man
    immer nur auf das unverständnis dieser leute treffen,
    inclusive deren, bei denen durchaus ein
    unrechtsbewusstsein bei diesen dingen besteht.

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