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Münchner Linux-Projekt vorerst auf Eis gelegt

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  1. Re: Patent auf Doppelklick

    Autor: Alex 04.08.04 - 17:41

    https://www.golem.de/0404/31033.html

  2. Halloooooooo, Frau Zypresseeeeeeee!

    Autor: Tach 04.08.04 - 22:55

    Aufwacheeeeeeen! Auf, nach München faaaaaahrn und den Kollegen erzäääääälhn, dass sie für 60 Euro Patente anmelden solleeeeeen und nix zu befürchten habeeeen!

    !=Tach

  3. Re: Münchner Linux-Projekt vorerst auf Eis gelegt

    Autor: Netzwerk-IT-Profi 04.08.04 - 23:13

    Irgendwie erinnert das ganze Münchner Kaschperletheater an den Zauberlehrling. Scheinen doch unsere rotgrünen designierten Exregenten in München endlich auch bemerkt haben, dass eine funktionierende IT nunmal dazu da ist, dass die Leute damit vernünftig arbeiten können. Bei "vernünftig arbeiten" fällt einem natürlich sofort Microsoft ein.
    Also was tut unsere rotgrüne Selbstfindungsgruppe - sie zieht vernünftigerweise die Reißleine bevor es ganz zu spät ist. Dazu erst einmal ein Lob von mir. Dass Politiker nun einmal nie die Wahrheit sagen ist ja allgemein bekannt. Sonst würden sie ja jetzt nicht die Softwarepatente (welche endlich der abkupfernden Fricklergemeinde einen Riegel vorschiebt) vorschieben, sondern einfach sagen: "Sorry, wir haben uns mal wieder, wie immer geirrt - mit Linux kann man eben nicht effektiv arbeiten... Tut uns leid, war halt so 'ne Idee von uns!"

    Nun werdet erst einmal die Geister wieder los!

  4. "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten..."

    Autor: Netzwerk-IT-Profi 04.08.04 - 23:15

    Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!

  5. Wer will denn die "Patente" einklagen? MS oder dessen Handlanger SCO etwa?

    Autor: Teletubi 04.08.04 - 23:19

    Ich verstehe die Entscheidung nicht. Droht etwa MS mit Rückzug seiner Niederlassung aus München oder bekommt der Bürgermeister kalte Füße weil MS die Wahlkampfunterstützung bei Einführung von Linux stoppt?

    Für mich ist das Patentargument eine fadenscheidige Begründung anderer Machenschaften hinter den Kulissen der Politik. Armselige SPD dank solch hervorragender Persönlichkeiten wie unserer Frau Zypresse und dem roten OB in München.

  6. Re: Münchner Linux-Projekt vorerst auf Eis gelegt

    Autor: CompTia Security+ Absolvent 05.08.04 - 09:12

    Mit Windows kann man sicherlich viel weniger effektiv arbeiten als mit Linux. Alleine durch die viel zu eingeschränkten Möglichkeiten im Bereich der Automatisierung sollte das durchaus bekannt sein.

    Es wird zwar was getan um Scripting in Windows verstärken zu können, jedoch sind viele wichtige Standardaufgaben einfach nicht Scriptingfähig. "Klicki bunti" halt.

  7. Re: Münchner Linux-Projekt vorerst auf Eis gelegt

    Autor: Michael - alt 05.08.04 - 09:16

    >Mit Windows kann man sicherlich viel weniger effektiv arbeiten als
    > mit Linux. Alleine durch die viel zu eingeschränkten
    >Möglichkeiten im Bereich der Automatisierung sollte das durchaus
    >bekannt sein.
    Du solltest endlich mal Dein Windows 3.11 upgraden.... oder was meinst Du mit automatisieren? Das Kaffeekochen beim morgens aufstehen? (Wobei sogar das ginge....)
    Microsoft hat ungefähr um 1992 OLE (2.0) eingeführt dessen eine Komponente Ole-Automation hieß und den Methodenteil abdeckte. Heute heißt das ActiveX.......

  8. Re: Kann mir mal jemande erklären...

    Autor: crudiker 05.08.04 - 14:27

    vielen Dank das jemand mal fragt, bevor er Kommentare abgibt.

    Der Inhaber eines Patentes kann bestimmen, wer seine Technologie (rsp. sein Verfahren) benutzen darf und wer nicht. Um einen Patentinhaber zu Überreden das man seine Technologie benutzen darf, wird dieser eine Gegenleistung erwarten. Entweder Geld oder eine Art Technologieabkommen (Du darfst meine Patente benutzen wenn ich deine benutzen darf.)

    Der Patentinhaber darf prinzipiell jedem, der keine Erlaubnis hat, die Benutzung seiner Technologie untersagen. Ob Jemand die Technologie in seinen Produkten verkauft (Hersteller:MS,IBM,...) oder ob Sie in einem gekauften Produkt verwendet wird (Kunde:München,Du,Ich,...) spielt dabei keine Rolle. _Normalerweise_ ist es jedoch so, daß der Hersteller eines Produktes sich die Erlaubnis für sich und seine Kunden vom Pateninhaber besorgt. Das ist einfacher, als jeden einzelnen zur Kasse zu Bitten oder Abzumahnen.

    Jetzt ist es aber so, daß die meisten Patentinhaber gar kein Interesse daran haben Ihre Kriegskassen mit weiteren Lizensgebühren zu füllen, was gewünscht wird sind Technologieabkommen damit Sie weiter ungesühnt Produzieren können. Und da hat Linux nichts anzubieten. Selbst wenn man sich auf die Zahlung von Lizensgebühren einigen würde, wäre das das ökonomische Aus für Projekte wie bspw. Limux, was dann im Ergebnis das selbe wäre.

    Bleibt noch die Frage, warum hat Linux nichts (keine Patente zum Technologieabkommen) anzubieten.
    Erstens: Weil Linux unter der GPL steht und die GPL explizit patentierte Technologien ausschließt.
    Zweitens: Weil so ein Patentportfolio Geld kostet und kaum jemand Bereit ist dieses Geld aufzuwenden, für etwas, was Ihm/Ihr nicht gehört (nämlich Linux).

    Bleibt noch die Frage, warum nicht die Firmen, die hinter Linux stehen Ihre Patente einsetzen, um Linux zu retten.
    Erstens: Es gibt keine Firma, die hinter Linux steht. Linux und das ganze GNU-System ist eine Produkt vieler Entwickler, die überhaupt nicht organisiert sind und es wohl auch niemals sein werden.
    Zweitens: Es ist sehr fraglich, ob die Firmen, die sich Linux auf die Fahnen geschrieben haben überhaupt ein Interesse daran haben, Ihre mühsam gehorteten Patentportfolios zu _opfern_ (siehe https://www.golem.de/0408/32794.html zum Punkt IBM)
    Drittens: bleibt in jedem Fall das Problem patentierte Technologie in einem GPL-Projekt zu verwenden (s.o.)

    Fazit, man kann es drehen und wenden, wie man will, wenn Softwarepatente kommen, ist es das Aus für freie Software, jedenfalls, was die komerzielle Anwendung freier Software betrifft.

    War schon viel Text, aber noch zur Erklärung, was dieses Problem eigentlich verursacht hat IMHO IANAL:
    Patentrecht ist prizipiell ein abstraktes Recht. Vielleicht ist das jetzt juristisch nicht korrekt, aber ich versuche etwas zu Verdeutlichen.
    Also: Wenn ich eine Maschine baue, dann ist das meine Maschine, ich habe alle Rechte an dieser Maschine, ich habe allerdings auch alle Pflichten an dieser Maschine.
    Wenn diese Maschine nun aber von einem Patentanspruch betroffen ist, dann hat plötzlich ein anderer ein Recht an meiner Maschine. Der muß die Maschine noch nicht mal gesehen haben, der muß sie nicht gebaut haben, der muß sie nicht erfunden haben, der muß noch nicht einmal die Technologie erfunden haben, die er im Patent beansprucht. Es reicht vollkommen aus, das er ein Blatt Papier hat auf dem steht, daß er das Patent auf eine Technologie hat. Punkt.

    Patentrecht ist , im Endeffekt, ein künstlich eingeführtes Recht zur Kontrolle anderer. Mehr nicht.

    Freie Software, insbesondere GPL-Software basiert auf Urheberrecht, also Was ich herstelle, baue oder programmiere, gehört erstmal mir, ich kann damit machen was ich will. Und ich will, daß alle es benutzen und weiterentwickeln können. Im Fall der GPL sogar: Solange sie Ihre Weiterentwicklung mir und allen anderen wieder zur Verfügung stellen.

    Wenn jetzt einer daherkommt und sagt, ist mir egal, was Du willst, ich habe eine Patent und deswegen kannst Du mit deimem Programm nicht machen was Du willst, und ich will nicht das andere es benutzen und weiterentwickeln, dann bricht das ganze System _freie Software_ zusammen.

    Das ist übrigens auch der Grund, warum patentierte Technologien in GPL-Lizensierter Software nicht geduldet wird.

    so, das war jetzt viel Text, ich hoffe etwas geholfen zu haben.

    gruß crudiker

    P.S. ich schau es nicht nochmal nach Rechtschreibfehlern durch. Wer einen findet ...

  9. Dein Text ist hochinteressant, aber.....

    Autor: Michael - alt 05.08.04 - 23:22

    (abgesehen davon, daß ich mich frage, ob die Schreibweise Lizens der mir verhassten neuen Regeln entspricht...)

    Was willst Du eigentlich sagen? Die Inhalte Deines Textes sind mir eigentlich sehr klar und spiegeln auch von mir vertretene Ansichten wider. Allein mir fehlt der Schluß, den man Deiner Meinung nach daraus ziehen sollte.

    Ich bin an der Stelle nicht Deiner Meinung, wo Du unterstellst, daß Firmen wie IBM etc kein Interesse an Linux hätten. Ich denke, das Gegenteil ist der Fall. Sie bekommen von alleine Akzeptanz aus einem großen Pool an Linuxsachverständigen ohne Aufwand für Schulungen rechtfertigen zu müssen. Die IBM hat z.B. in den letzten 20 Jahren gezeigt, daß sie, aus welchen Gründen auch immer, unfähig ist, ein ordentliches Betriebssystem zu erzeugen. Drum empfiehlt sie auch großflächig Microsoft.

    Mit Linux könnten es diese Häuser aber tatsächlich schaffen, endlich wieder was Gescheites anbieten zu können. Und das ist lukrativ.

    Wir können zudem alle davon ausgehen, daß Linux Mittel zum Zweck in der Bekämpfung von Microsoft ist. Ich befürchte allerdings, daß das für das System Linux, sei es nun ein Produkt oder eine Methode, nicht unbedingt hilfreich ist. Eher im Gegenteil. Und das wissen solche Unternehmen auch; daher eventuell die Halbherzigkeit.

    IBM ist nun mal wie HP oder UNISYS eine Hardwarebude, die in den letzten Jahren sehr viel berechtigte Prügel einstecken mußte, aber in erster Linie dafür sorgen muß, ihre Hardware zu verkaufen.

    Es bleibt abzuwarten, ob nicht dasselbe passiert wie vor 15 Jahren, als unzählige UNIX-Forks Systemen wie NT einen sicheren Nährboden zum Gedeih verhelfen. Klar ist, daß dies die Hardwareabteilungen der Hersteller überhaupt nicht juckt, solange sie Umsatz machen. Mit was auch immer.

  10. Re: Dein Text ist hochinteressant, aber.....

    Autor: crudiker 06.08.04 - 02:00

    Hallo Michael,

    so kurz vorm zu Bett gehen noch sooo viel Text, aber egal.

    zur Rechtschreibung, ich kriegs nicht in meinen Kopf rein, Lizenz, Lizenz! und wie geschrieben, hab ich nicht nochmal alles durchgelesen um Schreibfehler zu korregieren, ich bitte um Verzeihung.

    Nichts Neues? Es fehlt die Schlußfolgerung? Richtig, das Posting war eher als Erklärung für all die gedacht, die sich offenbar noch nicht richtig mit dem Thema beschäftigt haben. Genauer war es eine Antwort auf die Frage was der Unterschied zwischen Linux und Windows in Bezug auf die Softwarepatentfrage sei. Nachdem ich in einem anderen Thread jemanden ziemlich angefahren habe, er soll doch bitte erstmal fragen oder sich informieren bevor er Mist postet, hielt ich mich für verpflichtet Antwort zu geben und ein paar Grundlagen der Problematik zu vermitteln.
    Ich sehe gerade Du hast ein Posting mit ähnlichem Subject, es war nicht als Antwort darauf gedacht.
    Also nichts Neues, sondern nur ein Aufklärungsversuch und ein paar Basics für Neulinge.

    Ich teile deine Meinung im übrigen, daß Linux eine interessante und durchaus lukrative Alternative zu Windows ist. Bei der Frage, wie weit dieses Interesse tatsächlich geht bin ich allerdings weit weniger optimistisch. Das wird sich aber zeigen, wenn das Prinzip Freie Software tatsächlich einmal vor dem Patentrichter steht oder besser gesagt, wenn es notwendig werden sollte das Tafelsilber (das Patentportfolio) der großen Linuxunterstützer für freie Software zu riskieren. Da glaube ich eher, daß dann konservativ, also vorsichtig gerechnet wird. Patente, steht in der Aktiva, Linux nur in der Imagebroschüre. Ich laß mich da aber gerne positiv überraschen, auch wenn ich hoffe, das es gar nicht soweit kommen mag. _In der Not erkennt man seine Freunde_ um mal einen Allgemeinplatz zu verwenden.

    Aber selbst wenn, so halte ich freie Software nicht mit Patenten kompatibel, es paßt einfach nicht. Auch Versuche wie www.openpatents.org halte ich für wenig hilfreich, da es auf der einen Seite kein Druckmittel darstellt, aber auch auf der anderen Seite niemals die gesamte Logik abdecken kann. Wie man es auch immer dreht und wendet, Softwarepatente bedeuten das Aus für freie Software, zumindest im kommerziellen Bereich.

    so nun aber genug, ich hoffe das Posting ist verständlich, ich bin schon ziemlich müde. In jedem Fall Gute Nacht, bis bestimmt wieder morgen

    gruß crudiker

  11. Re: Dein Text ist hochinteressant, aber.....

    Autor: Michael - alt 06.08.04 - 10:09

    Hallo crudiker,

    danke für Deinen Text. Das mi der Lizenz war nicht als Kritik, sondern nur als Frage gemeint. Schließlich bin ich ja kein Rechtschreiblehrer....

    In meinem Verständnis ist Linux deswegen kein Produkt (daher das Wort Methode), weil es nicht im wirtschaftlichen Kontext entstanden ist und auch nicht in dazu (wirtschaftlichen) notwendigen Strukturen gepflegt wird. Die Patentfrage, oder allgemein, die rechtlichen Fragen darum, können nicht von einer juristischen Person geklärt werden. (Anmerkung für die Linux-Trolle: Das ist keinesfalls ein wertendes Statement für oder gegen Linux!!!!)

    Das hat natürlich nichts mit der Existenzberechtigung von Linux zu tun, aber Du weist deutlich darauf hin, daß wenn es um Streitigkeiten geht, ein gemeinsamer Nenner wichtig ist. Wie der nun geschaffen wird, weiß heute keiner; genau das ist aber die Aufgabe der kommenden Jahre. Ich persönlich glaube sowieso, daß es technisch völlig egal ist, welches System das Basissystem ist. Für mich hat ein Betriebssystem den Charme eines Bügeleisens. Allerdings nicht das, was sinnvollerweise damit getan werden kann.

    Man kann diese Sicht aber durchaus aus der Sicht der Frage nach Sinnhaftigkeit für Softwarepatente herauslösen.

    Dir einen schönen Tag!

  12. Re: Dein Text ist hochinteressant, aber.....

    Autor: crudiker 06.08.04 - 14:07

    Hallo Michael,

    Ich glaube was Du als _Methode Linux_ bezeichnest ist ungefähr das was ich als _Prinzip Freie Software_ bezeichne.

    Ich glaube durchaus, das Linux inzwischen ein Produkt ist. Das zeigen nicht zuletzt die Distributoren, die ja ein Produkt Linux verkaufen in einem durchaus wirtschaftlichen Kontext, mit den dazu notwendigen Strukturen.

    Aber Linux (resp. die Methode Linux, bzw. das Prinzip Freie Software) ist noch vielschichtiger, es gibt genauso ideelle und sogar pragmatische Perspektiven.
    Das meinetwegen charmante daran ist, das sich diese unterschiedlichen Perspektiven nur selten Wiedersprechen, und selbst wenn, meistens mit einem Konsens, gestärkt aus diesem Konfikt hervorgehen.

    Nur ein paar Beispiele, die mir gerade in den Sinn kommen:
    - Das Debianprojekt, das seinen (ideelen) Gesellschaftsvertrag geändert hat, was aber die Release von Sarge verzögert hätte, also wird die Durchsetzung des Gesellschaftsvertrags bis nach der Release von Sarge ausgesetzt (pragmatische Entscheidung)
    - Die GPL ließ nicht eindeutig zu, daß proprietäre Programme gegen Bibliotheken gelinkt werden. Folge: die LGPL entstand.
    - Zwischen KDE und Gnome gibt es eine Konkurrenzsituation, die IMHO der Entwicklung beider Systeme einen enormen Entwicklungsschub ermöglicht hat.
    - Trolltech will Geld verdienen, KDE will QT frei benutzen, also Doppellizenz
    ... die Liste ließe sich beliebig fortführen.

    Ich lasse mich sogar dazu hinreißen, daß gerade diese multilateralen Aspekte Linux (die Methode Linux, das Prinzip Freie Software) zu einer Flexibilität verhelfen, die es bei proprietärer Software mit Ihrem rein wirtschaftlich, kommerziellen Umfeld eher selten gibt.

    Ich persönlich finde das durchaus charmant, im übertragenen Sinne natürlich.

    OK, war mir ein Bedürfnis. Jetzt zur juristischen Frage.

    Das Prinzip Freie Software ist juristisch sehr defensiv konstruiert. Es gilt Leben und Leben lassen bzw. Programmieren und Nutzen lassen. Es basiert auf einer sehr starken Rechtsgrundlage, nämlich dem Urheberrecht, und zwar dem individuellen Urheberrecht (was hier in Deutschland das gleiche/selbe ist). Es ist darauf ausgelegt, nicht angegriffen zu werden, eben weil es keinen einzelne juristische Person ist, die dahinter steht, sondern idR eine ganze Menge von natürlichen Personen, eben den Urhebern. Es ist deshalb nicht möglich Linux zu kaufen, Linux zu verklagen oder Linux bankrott gehen zu lassen. Das ist wie gesagt eine sehr, sehr starke Defensivposition.

    Jetzt kommt ein neuer Aspekt ins Spiel, nämlich das Patentrecht. Ein künstlich eingeführtes Rechtesystem. Ich habe in einem vorherigem Posting schonmal ausgeführt, warum das Patentsystem künstlich ist. Dieses Patentrecht wird also über das Urheberrecht gestülpt und beeinträchtigt/schwächt damit die Rechtsgrundlage von freier Software. Das Patentrechtesystem ist aber ein aktives Rechtesystem, d.h ich muß etwas tun, um zu meinem Recht zu kommen.
    Ich muß ein Patent beantragen, sonst existiert es nicht. Ich muß ein Patent anfechten, sonst existiert es weiter. Ich muß jemanden verklagen, um ein Patent durchzusetzen.
    Genau hier wird allerdings die starke Defensivposition freier Software zur schwachen Agressivposition (agressiv im ggs. zu defensiv). Das aber nur, weil künstlich eine Komponente eingeführt wird, nämlich das Patentrecht, auf das das Prinzip Freie Software nicht vorbereitet ist, oder besser das in Kontradiction zum Begriff Freiheit in freier Software steht.

    Allgemeinplatz: Die Gedanken sind Frei.

    Ach so noch die Schlußfolgerungen.
    Erstens: Linux (resp. Die Methode Linux bzw. Das Prinzip Freie Software) hat durchaus einen gewissen Charm der über den eines Bügeleisens hinausgeht, auch wenn dieser Charm im einzelnen Aspekt nicht immer relevant ist.
    Zweitens: Freie Software hat durchaus eine starke juristische Position, jedoch sabotiert das Patentrecht die Rechtsgrundlage freier Software. So kann es nicht funktionieren.

    So, war teilweise etwas ausführlich, aber ich gehe davon aus, daß noch andere mitlesen.

    gruß crudiker

  13. Re: Dein Text ist hochinteressant, aber.....

    Autor: Michael - alt 06.08.04 - 14:59

    >Ich glaube durchaus, das Linux inzwischen ein Produkt ist. Das
    >zeigen nicht zuletzt die Distributoren,
    Handelsware, gebundled wie Shareware und Computerbild (um etwas zu provozieren); zum Produkt fehlt mir der Herstellungs-/Wartungsprozess unter Berücksichtigung aller Elemente, die dazu gehören; also beispielsweise rechtlicher Aspekte im Entwicklungsprozess, etc. Diese Ansicht beinhaltet aber keine Abwertung von Linux, sondern soll die Fragwürdigkeit des Vergleichs zu anderen Systemen aufdecken.

    Ich mag die Philosophie von Linux aus anderen Gründen.

    Es ist sehr wichtig, hier mit einem sauberen Produktbegriff umzugehen, denn um ein Produkt entsteht eine Company oder beleibt bestehen etwa im Gegensatz zu Dienstleistungen als "Scheinprodukte"

    Und das ist die Gefahr: Diejenigen, die hoffen, auf Linux aufgebaute Dienstleistungsprodukte anbieten zu können, haben einen scharfen aber verständlichen Wettbewerb.

    Anders ist das, wenn jemand ERP oder CRM auf Basis eines freien Systems anbietet, da hier spezielles, lokales Wissen entscheidend ist; dabei gibts also kleinen Wettbewerb.

    >Linux (resp. Die Methode Linux bzw. Das Prinzip Freie Software)
    >hat durchaus einen gewissen Charm der über den eines Bügeleisens
    >hinausgeht,
    Meine Bügeleisenaussage umfasst das Thema Betriebssysteme allgemein und ist auch nur auf mich bezogen. Mir macht es Spaß, Firmenprozesse mit Computern abzubilden bzw, diese Prozesse durch Computer zu stützen. Und wenn dies beispielsweise auf der Basis von Intranets geschieht, ist mir das völlig egal, auf welcher Plattform das läuft und ob das .NET oder J2EE ist. Eigentlich gehts ja beim Computing auch genau darum.....


    >Zweitens: Freie Software hat durchaus eine starke juristische
    >Position, jedoch sabotiert das Patentrecht die Rechtsgrundlage
    >freier Software. So kann es nicht funktionieren.
    Das ist richtig. Habe ich so bisher nicht bedacht. Danke.

    Schönes Wochenende!

  14. Re: Münchner Linux-Projekt vorerst auf Eis gelegt

    Autor: jmoritz 06.08.04 - 20:22

    es ist schon komisch dass es grade bei windows einige funktionen gibt, die von linux abgekupfert sind.

    aber wer sich "netzwerk-it-profi" nennt, sollte sich vielleicht erst mal einen überblick über die vorhandenen BS verschaffen, um dann halbwegs objektiv urteilen zu können.

  15. Re: Münchner Linux-Projekt vorerst auf Eis gelegt

    Autor: Michael - alt 08.08.04 - 17:00

    >es ist schon komisch dass es grade bei windows einige funktionen
    >gibt, die von linux abgekupfert sind.
    Welche?

    Oder hat die Unix-Mafia das Kopieren einer File eventuell von den IMBschen Großrechnern geklaut???

    Was soll das?

  16. Re: Dein Text ist hochinteressant, aber.....

    Autor: Roberto Grobman 26.04.05 - 03:50

    Linux Geburtshelfer
    Gegen diese Bedenken soll der vorgestellte Migrationsleitfaden Geburtshelfer für mehr Open-Source-Software in den Verwaltungen sein, gibt er doch einen detaillierten Überblick, welche verschiedenen Migrationspfade Behörden wählen können, um Windows NT-gestützte Netzwerke reibungslos auf Linux umzustellen. 500 Behörden aus Bund, Länder und Gemeinden haben diesen Schritt bereits angedacht oder verwirklicht und haben einen Antrag auf Beitritt zum Kooperations-Rahmenvertrag gestellt, berichtet das Innenministerium. Das BMI und IBM Deutschland bieten den willigen Behörden dabei besonders gute Umstiegskonditionen beim Bezug von PCs und Servern und gezielte Schulungen des Verwaltungs-Personals durch IBM an. Viel diskutiert wird seit der Münchener Pro-Linux-Entscheidung von Experten eine mögliche Signalwirkung. Denn bereits kurz nach dem Fall München scheint auch Stuttgart als zweite deutsche Großstadt den Linux-Schritt zu wagen. Weitere Nachahmungstäter dürften in Kürze folgen. Das Rennen um die Erneuerung der IT-Infrastruktur der Verwaltungen und für die Einführung von E-Government hat begonnen.
    Roberto Grobman, Brasilien.


    crudiker schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Hallo Michael,
    >
    > Ich glaube was Du als _Methode Linux_ bezeichnest
    > ist ungefähr das was ich als _Prinzip Freie
    > Software_ bezeichne.
    >
    > Ich glaube durchaus, das Linux inzwischen ein
    > Produkt ist. Das zeigen nicht zuletzt die
    > Distributoren, die ja ein Produkt Linux verkaufen
    > in einem durchaus wirtschaftlichen Kontext, mit
    > den dazu notwendigen Strukturen.
    >
    > Aber Linux (resp. die Methode Linux, bzw. das
    > Prinzip Freie Software) ist noch vielschichtiger,
    > es gibt genauso ideelle und sogar pragmatische
    > Perspektiven.
    > Das meinetwegen charmante daran ist, das sich
    > diese unterschiedlichen Perspektiven nur selten
    > Wiedersprechen, und selbst wenn, meistens mit
    > einem Konsens, gestärkt aus diesem Konfikt
    > hervorgehen.
    >
    > Nur ein paar Beispiele, die mir gerade in den Sinn
    > kommen:
    > - Das Debianprojekt, das seinen (ideelen)
    > Gesellschaftsvertrag geändert hat, was aber die
    > Release von Sarge verzögert hätte, also wird die
    > Durchsetzung des Gesellschaftsvertrags bis nach
    > der Release von Sarge ausgesetzt (pragmatische
    > Entscheidung)
    > - Die GPL ließ nicht eindeutig zu, daß proprietäre
    > Programme gegen Bibliotheken gelinkt werden.
    > Folge: die LGPL entstand.
    > - Zwischen KDE und Gnome gibt es eine
    > Konkurrenzsituation, die IMHO der Entwicklung
    > beider Systeme einen enormen Entwicklungsschub
    > ermöglicht hat.
    > - Trolltech will Geld verdienen, KDE will QT frei
    > benutzen, also Doppellizenz
    > ... die Liste ließe sich beliebig fortführen.
    >
    > Ich lasse mich sogar dazu hinreißen, daß gerade
    > diese multilateralen Aspekte Linux (die Methode
    > Linux, das Prinzip Freie Software) zu einer
    > Flexibilität verhelfen, die es bei proprietärer
    > Software mit Ihrem rein wirtschaftlich,
    > kommerziellen Umfeld eher selten gibt.
    >
    > Ich persönlich finde das durchaus charmant, im
    > übertragenen Sinne natürlich.
    >
    > OK, war mir ein Bedürfnis. Jetzt zur juristischen
    > Frage.
    >
    > Das Prinzip Freie Software ist juristisch sehr
    > defensiv konstruiert. Es gilt Leben und Leben
    > lassen bzw. Programmieren und Nutzen lassen. Es
    > basiert auf einer sehr starken Rechtsgrundlage,
    > nämlich dem Urheberrecht, und zwar dem
    > individuellen Urheberrecht (was hier in
    > Deutschland das gleiche/selbe ist). Es ist darauf
    > ausgelegt, nicht angegriffen zu werden, eben weil
    > es keinen einzelne juristische Person ist, die
    > dahinter steht, sondern idR eine ganze Menge von
    > natürlichen Personen, eben den Urhebern. Es ist
    > deshalb nicht möglich Linux zu kaufen, Linux zu
    > verklagen oder Linux bankrott gehen zu lassen. Das
    > ist wie gesagt eine sehr, sehr starke
    > Defensivposition.
    >
    > Jetzt kommt ein neuer Aspekt ins Spiel, nämlich
    > das Patentrecht. Ein künstlich eingeführtes
    > Rechtesystem. Ich habe in einem vorherigem Posting
    > schonmal ausgeführt, warum das Patentsystem
    > künstlich ist. Dieses Patentrecht wird also über
    > das Urheberrecht gestülpt und
    > beeinträchtigt/schwächt damit die Rechtsgrundlage
    > von freier Software. Das Patentrechtesystem ist
    > aber ein aktives Rechtesystem, d.h ich muß etwas
    > tun, um zu meinem Recht zu kommen.
    > Ich muß ein Patent beantragen, sonst existiert es
    > nicht. Ich muß ein Patent anfechten, sonst
    > existiert es weiter. Ich muß jemanden verklagen,
    > um ein Patent durchzusetzen.
    > Genau hier wird allerdings die starke
    > Defensivposition freier Software zur schwachen
    > Agressivposition (agressiv im ggs. zu defensiv).
    > Das aber nur, weil künstlich eine Komponente
    > eingeführt wird, nämlich das Patentrecht, auf das
    > das Prinzip Freie Software nicht vorbereitet ist,
    > oder besser das in Kontradiction zum Begriff
    > Freiheit in freier Software steht.
    >
    > Allgemeinplatz: Die Gedanken sind Frei.
    >
    > Ach so noch die Schlußfolgerungen.
    > Erstens: Linux (resp. Die Methode Linux bzw. Das
    > Prinzip Freie Software) hat durchaus einen
    > gewissen Charm der über den eines Bügeleisens
    > hinausgeht, auch wenn dieser Charm im einzelnen
    > Aspekt nicht immer relevant ist.
    > Zweitens: Freie Software hat durchaus eine starke
    > juristische Position, jedoch sabotiert das
    > Patentrecht die Rechtsgrundlage freier Software.
    > So kann es nicht funktionieren.
    >
    > So, war teilweise etwas ausführlich, aber ich gehe
    > davon aus, daß noch andere mitlesen.
    >
    > gruß crudiker


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