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Wahre Geschichte

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  1. Wahre Geschichte

    Autor: Anonymer User 11.11.10 - 18:15

    Nabend zusammen,

    mich kotzt diese Kriminalisierung von Shootern dermaßen an, das ist alles andere als ein Auslöser oder gar Grund für einen Amoklauf. Dazu möchte ich hier mal "meine Geschichte" erzählen die (wäre ich Psychisch labiler) zu einem Amoklauf hätte führen können:

    Angefangen hat das ganze in der Förderstufe (5. Klasse). Ich als naiver und gutherziger Schüler wechselte von der kleinen Grundschule in einem relativ kleinem Kaff irgendwo in Hessen zu einer größeren Gesamtschule. Schon damals war ich eher ein Aussenseiter, verbrachte viel Zeit am Computer und spielte selbst "Killerspiele" wie Quake 3, Unreal Tournament oder Diablo II. Ich hörte Rockmusik fast jeder Art und hatte im laufe der Realschule auch Softairs. Eigendlich top Vorraussetzungen für einen Amokläufer, zumindestens in den Augen der Politiker. Mein Freundeskreis war eher klein und bestand größtenteils aus "Strebern".
    Für die "coolen" Schüler der Klasse war ich einen scheiss Wert, wurde regelmäßig gedisst oder gar körperlich misshandelt (nicht so extrem wie sich das vielleicht jetzt anhört, aber von Kaugummi in die Haare, Schläge auf die Schulter, Schubsen oder später gar Anspucken war alles dabei). Dabei war ein Schüler der Hauptverantwortliche für diese "Streiche".
    Natürlich versuchte ich über die Lehrer und meine Eltern etwas dagegen zu unternehmen, aber das Resultat war lediglich das seine Eltern mit diesem Schüler geredet haben und mit einigen Beschönigungen und "mach ich nicht mehr" war die Sache für ihn gegessen. Für mich war das ganze dadurch aber alles andere als gegessen, denn danach war ich nicht nur der schwache Streber sondern auch noch eine Petze und musste nur noch mehr darunter Leiden.
    Das Ganze ging über 3 Jahre so weiter wobei ich es vermied alleine oder allgemein in der Nähe dieses Schülers zu sein. Beschwerden gingen zwecks "mangelnder Beweise" (es hatte ja natürlich niemand etwas gesehen) ins Leere. Mein Selbstvertrauen war quasi nicht vorhanden, mein Hass dafür umso größer.
    Erst auf der letzten Klassenfahrt vor meinem Abschluss nachdem ich die wohl größte Demütigung meines Lebens erfahren hatte verlor ich die Beherrschung und schlug zu. Zu meinem Glück hatte das keiner gesehen und so blieben Konsequenzen für mich aus. Seit dem hatte ich endlich halbwegs meine Ruhe und fing ein halbwegs normales Leben an, wobei ich selbst heute noch relativ schüchtern bin und auch mein Selbstvertrauen habe ich erst in den letzten 2-3 Jahren wirklich wieder aufgebaut. (Ich bin inzwischen über 20)

    Also warum bin ich nicht Amokgelaufen?
    Ich hatte eine Familie mit der ich reden konnte, ich hatte ECHTE Freunde denen ich vertrauen konnte und ich war schon damals ein sehr logisch denkender Mensch der über die Konsequenzen seiner Taten nachdenkt. Diese bösen "Killerspiele" waren dabei eher ein Ventil über das ich meinen Hass und meine Aggressionen ausleben konnte ohne mir eben irgendwelche gedanken über die Konsequenzen zu machen.

    Ich hoffe das ich diese (reale) Geschichte trotz meines stümperhaften Deutschs halbwegs gut rüberbringen konnte. Die wahren Ursachen für solche Katastrophen liegen nunmal in der Psyche und haben mit Spielen oder sonstigen Medien rein garnichts zu tun. Es ist die ignoranz der Lehrer und die Ohnmacht irgendetwas ändern zu können die einen in den Wahnsinn treibt. Und bei jenen die nicht stark genug sind das zu ertragen endet es in einer Katastrophe.

  2. Re: Wahre Geschichte

    Autor: Therapeut 11.11.10 - 18:23

    Warst Du denn schon beim Arzt wegen der Geschichte?

  3. Re: Wahre Geschichte

    Autor: Anonymer User 11.11.10 - 18:27

    Ja, war ich.

  4. *lesenswert* Re: Wahre Geschichte

    Autor: Azz 11.11.10 - 18:54

    Danke für den Beitrag! So siehts aus!
    Die ganzen typischen Schul-Amokläufer hatten ECHTE Probleme im ECHTEN Leben. Und dass auch noch meistens, wie bei Dir, nicht aus eigener Schuld, sondern weil es zu viele Arschlöcher auf der Welt gibt.
    Abgesehen von sehr wenigen _richtig_ perversen/kranken Typen tötet niemand wegen Spielen, Filmen, Musik oder aus Langeweile! Es gibt fast immer einen "richtigen" Grund.

    Ich verstehe nur nicht, das Amokläufer oft auch Unschuldige töten. Würde ich amoklaufen, würde ich demonstrativ alle verschonen, die mir nichts getan haben. Und einen langen Abschiedsbrief schreiben, in dem die Motive klar erklärt werden. Und den würde ich zur Sicherheit noch an ein paar Zeitungen schicken, und im Netz veröffentlichen, damit man nicht wieder alles auf Killerspiele schieben kann.
    Verher würde ich auch noch CDU Mitglied werden, und meine Wohnung mit Schäuble Fanpostern tapezieren. Aber ich schweife ab...

    Und wegen deinem Deutsch brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen! Die meisten (jüngeren) Leute kriegen ja im Netz nur noch wirres Gestammel raus, das auch nach dem 10. Lesen kaum Sinn ergibt.

    Und Glückwunsch dass Du die Kurve gekriegt hast!

  5. Re: Wahre Geschichte

    Autor: DDD 11.11.10 - 21:28

    Anonymer User schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Konsequenzen für mich aus. Seit dem hatte ich endlich halbwegs
    > meine Ruhe und fing ein halbwegs normales Leben an,

    Jeder weiß doch heute, dass Typen die andere Mobben meist selbst unter extremen Druck stehen / daheim gehauen werden oder selbst in einer sehr kalten/rauen Umgebung aufwachsen.

    Zu meiner Schulzeit damals hatten wir so einen kleinen verkappten Gelegenheitsnazi, der konnte es mit seiner kleinen Gang von drei-vier Leuten auch immer wieder nicht lassen mal Leute rumzuschubsen, denen ihr Pausenbrot zu klauen oder mal im Sportunterricht wenn der Lehrer nicht zusieht den Ball voll in die Fresse zu treten.

    Die Beschwerden waren zahlreich, aber irgendwie hat es keine Sau interessiert. Irgendwann hatten sie mich auf dem Radar, aber ich war recht sportlich und da ging das halt nicht so leicht.

    Eines Nachmittags griffen mich die drei Nasen feige von hinten an und boxten, traten mich genau in einer Ecke außerhalb der Schule wo niemand was sehen konnte. Ich hatte verstauchte Rippen.

    Also machte ich das was am Besten war: eskalieren. Ich blieb mit blutiger Nase einfach liegen. Nach zwei Minuten kam ein Lehrer vorbei und ich tat so als wäre ich nicht bei Bewusstsein. Krankenwagen, Polizei, der ganze Aufwasch.

    Das Resultat war: Der Rektor verhängte ein einwöchiges Schulverbot, das wurde zwar sofort angefochten, aber das war Wirkungslos. Der hatte das Ass "Bewusstlos geschlagen".

    Irgendeine Tussi vom Bildungsministerium oder so lief dann Tagelang durch die Schule und wollte wissen welche Vorfälle es denn da vorher gegeben hat. Da kam eine ganze Latte von Sachen raus, wie dass die mal zu zwei in die Mädchenumkleide gingen und dort Polaroids geschossen haben sollen.

    Der Jüngste fiel als Erstes um, er sagte der ältere Hätte ihn gezwungen. Der andere ist freiwillig auf eine andere Schule gewechselt, weil er keine Chance auf ein korrektes Abi mehr sah.

    Der Chefidiot, der kam für acht Wochen auf ein Internat (so hiess es). Was da passiert ist wusste keiner. Er war wie ausgewechselt als er zurück kam, korrekt, hat nichts mehr angefangen, hatte sich auch bei mir entschuldigt.

    Später kam raus, dass sein Vater so ein richtig irrer Nazi war der im täglichen Suff mal den Gürtel, mal die Rute, mal die Eisenstange(!) rausgezogen hat. Und in dem "Internat" kam das halt raus - und der Papa musste ausziehen, bzw. der Junge lebte dann bei einem Betreuungsprojekt.

    Das richtig krasse war dann später der Andere der Drei, der die Schule wechselte: da kam dann eben später raus dass er halt so volle Probleme damals mit dem "Gay"sein hatte und seine Family konnte das gar nicht ab. Die haben den jeden Tag absolut fertig gemacht. Es hieß, er hätte in Rage seinen Vater, Mutter und den Bruder zusammen gekloppt, so Schädelbasisbruch mäßig.

    Wenn nichts genetisches vorliegt, sind 90% der Typen die so drauf sind, Leute die wegen ihrer Umgebung so werden. Da können Gewaltmedien den Hass noch befeuern, aber die sind sicherlich nicht die Ursache.

    Vor 50 Jahren waren es ja die Beatles...

  6. Re: Wahre Geschichte

    Autor: sdafgfdg 11.11.10 - 22:13

    Danke für eure beiden Beiträge. Schade, dass es keinen CDU-Politiker jemals interessieren wird, denn "Killerspiele" kann man besser (medienwirksam) bekämpfen als schlechte Erziehung.

  7. Mir graust es vor Deutschland

    Autor: kirsche40 12.11.10 - 00:40

    Als ich noch in die Schule ging gab es auch Außenseiter (ich war auch einer davon) und auch Schikanen. Aber das hielt sich alles in Grenzen. Aber das, was Du hier geschrieben hast, habe ich gerade erst in Mark Ames "Going Postel" gelesen. Dort werden die in den Medien falsch titulierten Amokläufe in den USA der letzten 300 Jahre (ja, so alt ist das "Phänomen") untersucht. Mit dabei sind die Schulmassaker. Das Buch hilft zwar nicht dabei, die Gesellschaft direkt zu verändern aber es hilft die Symptome zu deuten. Unsere Gesellschaft akzeptiert zu viele Fehlentwicklungen und sieht sie als normal an.

    Ich hätte nicht gedacht, dass sich dieses raue Klima an US-Schulen mittlerweile auch an deutschen Schulen ausgebreitet hat. Im oben genannten Buch, dass es leider derzeit nur auf Englisch gibt, werden auch die psychologischen Aspekte beleuchtet. Und die geben Dir bei Deiner Einschätzung zu Computerspielen absolut Recht! Auch die psychologischen Folgen dieser Torturen im Schulalltag werden deutlich beschrieben. Das Massaker von Columbine wird ebenfalls näher beleuchtet. Bei Deiner Beschreibung und denen einiger anderer (Ex-)Schüler grenzt es für mich an ein Wunder, dass es bisher nicht noch mehr solcher "Amokläufe" in Deutschland gegeben hat.

    Ich drück Dir die Daumen, dass Du diese ganzen Flachzangen irgendwann mal vergessen und dieses Kapitel für Dich abschließen kannst! Irgendwann einmal wirst Du entdecken, dass diese Idioten einfach nur genauso hilflos wie Du einer Ich-Gesellschaft ausgeliefert gewesen sind, die sich nicht um sie kümmern wollte. Das bringt Dir zwar jetzt auch nichts, aber es beruhigt zu wissen, dass diese Leute früher oder später für ihr Verhalten doppelt leiden müssen. Diese wahren Soziopathen haben es nämlich später einmal sehr sehr schwer - es sei denn sie steigen in die Upper Class auf, wo sie sich dann wirklich alles erlauben können. Aber wie vielen dieser armen Würstchen wird das gelingen? Du weißt jetzt schon wer Du bist, was Du kannst, wo Deine Stärken und wo Deine Schwächen liegen. Du hast einen riesigen Vorteil denen gegenüber. Die fallen spätestens mit 30 in eine tiefe Sinnkriese...

  8. Re: Mir graust es vor Deutschland

    Autor: PullMulll 12.11.10 - 01:46

    >ch drück Dir die Daumen, dass Du diese ganzen Flachzangen irgendwann mal vergessen und dieses Kapitel für Dich abschließen kannst!

    kannst vergessen, das geht nie mehr weg. Sicher irgnedwann hat man Namen und gesichter vergessen. Aber die Gefühle, Fressen sich ins Unterbewusstsein.

    >Die fallen spätestens mit 30 in eine tiefe Sinnkriese...

    leider nicht. die meisten Schulschläger sind einfach zu dumm für eine anständige Selbstreflexion.

  9. Re: Mir graust es vor Deutschland

    Autor: Trevor 12.11.10 - 09:49

    Kann diese Geschichte(n) so nur voll und ganz unterstreichen und mich dafür bedanken!

    Btw, bei einem der Amokläufe GAB es doch sogar einen langen Abschiedsbrief mit ausführlicher Gesellschaftskritik. Aber das war Ruckzuck aus den Medien verschwunden, da protestierte man lieber weiter gegen die Killerspiele.

    Inzwischen gab es auch schon genug Amokläufe OHNE Killerspiele und Heavy Metal, aber die halten sich nie lange in den Medien.

    Das Problem ist IMHO schon lange nicht mehr der wirkliche Zusammenhang zwischen den Spielen und dem Phänomen Amoklauf, sondern vielmehr eine starke Gutmenschenlobby gegen die Spiele, die einfach jede Situation ausnutzt, in der sie irgendwie Verbote fordern können...

    ps: Was für ein überraschend hohes sprachliches und inhaltliches Niveau in diesem Thread, Respekt. :)

    pps: Stimme PullMulll außerdem zu, viele von den Schlägern erlangen nie größere Weisheit und haben allzu oft ein wunderbares Leben später. Es gibt zwar genug mit zerrütterter Vergangenheit, aber es gibt auch einfach Arschlöcher, die genau aus diesem Grund super durchs Leben kommen, während die gemobbten, früher gehänselten, Opfer ihrer Taten ihr Leben lang nicht mehr richtig auf die Füße kommen. Ich weiß nur, ich konnte mich vom ersten Amoklauf an in fast alle Täter einfühlen, ähnliche Situation und bei mir wie beim Threadautor war es die Familie, die mir die notwendige Stabilität verliehen hat, da durchzukommen.

  10. Re: Wahre Geschichte

    Autor: Prypjat 12.11.10 - 11:00

    Hut ab, dass Du Deine Vergangenheit verarbeiten kannst und sei es hier im Forum.

    Leider erlebe ich gerade etwas ähnliches. Es geht dabei aber nicht um meine Person, sondern um meinen Sohn. Er ist jetzt in der siebten Klasse, es ist eine neue Schule und seine Schulische Leistung hat sich erheblich verbessert, weil er jetzt einsieht, dass es sich auf seine Zukunft auswirkt. Wir dachten schon alles ist toll, als er vor ein paar Wochen mit blauem Auge nach Hause kam. Erst wollte er nicht mit der Sprache heraus rücken und wir gaben ihn ein paar Stunden Zeit sich zu beruhigen. Er Berichtete uns dann am Abend, dass er vor Tagen auf der Klassenfahrt ein Mädchen geküsst hat und diese es dann Brühwarm ihren Freund (nennen wir ihn Max) offerierte. Max hat dann meinem Sohn angedroht ihn dafür eine aufs Maul zu hauen und mein Sohn sah dies als Quittung für den Kuss an und dachte damit sei es dann erledigt. Dieser besagte Max hatte jedoch nichts besseres zu tun, als am nächsten Tag mit seiner Gang im Rücken auf meinen Sohn zu warten und ihn vor Schulbeginn noch ein paar zu verpassen. Das selbe passierte dann noch mal in der ersten Hofpause. Mein Sohn berichtete mir, dass er sich nicht traute zurück zu schlagen, weil die anderen zu acht oder neunt waren und er Angst habe, dann noch mehr zu leiden. Da kein Ende der Schikanen in Sicht war, haben wir uns nach erfolgloser Kontaktaufnahme der Eltern vom Max, dazu entschlossen eine Anzeige bei der Polizei zu machen. Max hat jetzt meinem Sohn über eine dritte Person mitteilen lassen, dass er erst ruhe gibt, bis er im Krankenhaus liegt. Seitdem traut sich mein Sohn nicht mehr in die Schule. Alle anderen Schulen in unserer Umgebung führen am Schulweg vom Max vorbei, weshalb wir uns dazu gezwungen sahen ihn bei seinen großen Bruder unter zu bringen. Die dortige Schule hat er dann auch nicht besucht, denn mittlerweile ist aus einen aufgeweckten, aufgeschlossenen und freundlichen Menschen ein Nervenbündel geworden. Von der Polizei hört man nichts, von der Schule hört man nichts, von den Eltern des Prügelknaben hört man nichts und vom Schulamt, welches wir angeschrieben haben, hört man auch nichts.

    Hiermit möchte ich also unser System anklagen, welches sich hinter Reißerischen, Propagandistischen und durch Medien gesteuerten Themen versteckt und die Gesellschaftliche Wahrheit geschickt durch plumpe Verbote vertuschen möchte.

    Solange es unserer Politik egal ist, wie es dem kleinen Mann geht, so lange werden die Amokläufe weiter gehen und das trotz Verbot von Medien, welche mein Sohn von mir niemals in die Hände bekommen würde.

  11. Re: Wahre Geschichte

    Autor: M1 12.11.10 - 11:22

    Bei mir sah es ähnlich aus, nur das mir mein Vater, nachdem er von meinen Problemen erfahren hatte, Judo beigebracht hat. Nachdem ich ein Zeitlang geübt hatte, bin ich bei der nächsten Provokation stehengeblieben, und hatte meinen 'Peiniger' bis aufs Blut gereizt, so das er mich angegriffen hat.

    Nachdem ich ihn nun mehrfach zu abgewehrt und dann zu Boden geschmettert hatte, habe ich ihm aufgeholfen. Ich konnte niemanden einfach am Boden liegenlassen. Er hat mich nur verdutzt angesehen, und nicht verstanden warum ich ihm aufgeholfen habe. Während des ganzen Kampfes, der in der Eingangshalle der Schule stattgefunden hatte, hat NIEMAND etwas gesehen oder ist eingegriffen. Kein Lehrer kam angerannt. Gar Nichts. Das ist die Gesellschaft um einen herum. Sie ist defacto nicht vorhanden, wenn man sie braucht. Auch so etwas macht einen nachdenklich, wenn man zum ersten Mal konkret selber Gewalt ausübt ...

    Am nächsten Tag kam er zu mir und fragte mich, ob wir etwas unternehmen könnten. Im Laufe der Zeit fand ich dann heraus, das er meine scheue Art für Arroganz gehalten hat und er auf Intelligenz neidisch gewesen ist. Ich war durch Dinge, die er in mein Verhalten hineininterpretiert hat zu einem roten Tuch geworden. Ich hingegen habe ihn durch meine Angst vor ihm lediglich als großen, gewaltätigen Idioten wahrgenommen.

    Letztendlich sind wir die besten Freunde geworden, da wir uns eigentlich gut ergänzt haben. Und ich habe Streiche ausgeheckt, die uns heutzutage wohl als "Jungterroristen" abgestempelt hätten. :D

  12. Re: Wahre Geschichte

    Autor: DJBlackLight 12.11.10 - 11:33

    dieser Geschichte kann ich nur zustimmen. Es sind NICHT diese Spiele die das verursachen sondern tatsächlich die Mitschüler, schulen, lehrer, Ämter die sich um nichts mehr kümmern und dann kann aus jedem ein solcher Mensch werden der keinen anderen Ausweg mehr findet. Wenn man sich anschaut was in diesen Menschen passiert, dann läuft es darauf hinaus dass diese Opfer von Prügelknaben und co immer einstecken müssen. Dies belastet einen Menschen mit der Zeit immer mehr.
    Ego-Shooter oder andere Spiele wie z.b. Rennspiele haben daran wenig bzw gar keine Schuld. Da kann man sich wenigstens mal abreagieren. Wenn aus Ego-Shooter Spielern, Amokläufer werden, dann wird aus Rennspiele-Spieler Raser auf den Strassen. Somit sollten die auch verboten werden. in den 90ern gab es teilweise CounterStrinke Karten von Schule detailgeträu mit den Lehrern als Geiseln. Ist da jemand Amok gelaufen?
    Ich selbst arbeite als IT-Spezialist und ich bin kein Gewaltätiger Mensch. Die Ego-Shooter wie Call of Duty Black Ops oder auch Modern Warfare 2 spiele ich selbst und beide sind für mich spiele mehr nicht. Eine Realitätsnähe sehe ich da nicht.

    Gestern habe ich im Teamspeak gehört dass ein 13 jähriger Black Ops spielt was ja ab 18 ist. Seine Mutter hat ihm das eben mal schnell mit Kreditkarte bei Steam gekauft. Das geht doch mal gar nicht. Dort fängt das Thema an.

    Ich kann Ihnen damit 100% zustimmen. Diese Geschichte zeigt das wahre Bild.

  13. Re: Wahre Geschichte

    Autor: 0o9i8u7z 12.11.10 - 12:20

    Ebenfalls nochmal Hut ab, dass du deine Geschichte hier niedergeschrieben hast. Ich habe auch etwas Ähnliches erlebt:

    Ich hatte das "Glück", dass ein Arzt bei mir ADS feststellte - meine Eltern (denen mache ich keinen Vorwurf; die haben es natürlich nur gut mit mir gemeint) haben natürlich das getan, was zu der Zeit alle Eltern mit ADS-Kindern machten: Ritalin (unter ärztlicher Anweisung) verabreicht. In dessen Folge wurde ich schon im Kindergarten und in der Grundschule quasi ruhiggestellt - so ruhig, dass ich dann natürlich bevorzugtes Mobbingopfer wurde.

    Leider wirken die Hänseleien (die sich ähnlich wie beim Threadstarter übers direkte Anspucken ins Gesicht und des Auflauerns außerhalb der Schulzeiten zum Verprügeln äußerten) stellenweise heute noch nach; ich habe schon von vielen Freunden und Arbeitskollegen gehört, dass es mit meinem Selbstvertrauen nicht weit her ist (was ich auch selbst an mir beobachten kann)...

    Was mich aber - auch wenn es jetzt vielleicht etwas gehässig klingt - etwas Genugtuung verschafft, ist die Tatsache, dass ausgerechnet die Leute, die am Meisten für Bauchschmerzen am Morgen sorgten und wegen ihnen fast täglich blaumachen wollte, jetzt am Abgrund stehen. Ein Schläger wurde bereits wegen Drogenbesitz verknackt, ein anderer versucht schon zum vierten(!) Mal, eine Ausbildung komplett durchzuziehen, davor wurde er jedesmal rausgeschmissen, weil er jedesmal Scheiße gebaut hatte (Sachen gestohlen, jede Woche 2x krank etc.)... Ehrlichgesagt würde ich es verstehen, wenn DIESE Leute Amok laufen würden - bei ihnen muss wohl schon vorher irgendwas schiefgelaufen sein.

    Was meinen Hang zum Amoklauf angeht: Ehrlichgesagt, hätte ich damals nicht die Videospiele gehabt, hätte ich wohl früher oder später eher Selbstmord statt eines Amoklaufs begangen - war trotzdem eine schlimme Zeit, die ich natürlich auch mit psychologischer Hilfe erst bewältigen musste.

    Und heute? Heute habe ich eine Ausbildung zum Fachinformatiker, eine Arbeitsstelle die mir (auch Dank der abwechslungsreichen Tätigkeiten und dem tollen Arbeitsklima inkl. tollen Kollegen) sehr viel Spaß macht, und eine Freundin mit der ich zusammen Zukunftspläne habe. Und ich bin heute noch leidenschaftlicher Videospieler, auch von den phösen phösen Killerspielen... Und ich bin mit meinem Leben zufrieden und froh, dass ich derzeit so ein Glück habe.

    ---

    Was ich mir aber als sinnvolle Diskussion tatsächlich wünschen würde: Die Suchtgefahr, die von solchen Spielen ausgeht. Die ist - auch das muss ich aus eigener Erfahrung sagen - definitiv nicht ohne. Dabei meine ich keinesfalls das Verschwimmen von Realität und Fiktion, wie von einigen Populisten behauptet, sondern schlicht "nur" die Zeit, die man durch übermäßigen Konsum verliert und die man viel sinnvoller verbringen könnte...

  14. Re: Wahre Geschichte

    Autor: PullMulll 12.11.10 - 12:28

    Leute euer Zeug zulesen ist echt depremierend.
    aber gut zu wissen das man nicht alleine ist.
    Wobei Ich glaube das bestimmt viele von euch im RL viel größere
    probleme hätten übere ihre probleme zu retten

    Aber so ist das Internet, Gruppentherapie und hinterhofpuff in einem. Der richtige Platz für gestandene Männer um sich mal "auszukotzen".

  15. Mir graust es vor Erbrochenem...

    Autor: DER GORF 12.11.10 - 12:54

    Trevor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Btw, bei einem der Amokläufe GAB es doch sogar einen langen Abschiedsbrief
    > mit ausführlicher Gesellschaftskritik. Aber das war Ruckzuck aus den Medien
    > verschwunden, da protestierte man lieber weiter gegen die Killerspiele.

    Also, ich hab den Abschiedsbrief auch gelesen und wenn wir beiden von dem selben reden, dann war das keine Gesellschaftskritik, sondern einfach nur extremer Blödsinn. Der Brief hat erstmal verdeutlicht wie irre der Kerl tatsächlich war, sätze wie "Töten sollte normal sein [...] wenn ich deren Kind überfahre und es ihnen nicht passt sollen sie sich halt umbringen..." sind keine Gesellschaftskritik, daran kann man höchstens im Verfasser einen geistig schwerkranken Menschen erkennen.

    - Es gibt nichts das eine million Chinesen nicht billiger tun könnten.

    - Alle Verdächtigen sind schuldig, sonst wären sie ja keine Verdächtigen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.11.10 12:54 durch DER GORF.

  16. Re: Wahre Geschichte

    Autor: Prypjat 15.11.10 - 10:40

    PullMulll schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber so ist das Internet, Gruppentherapie und hinterhofpuff in einem. Der
    > richtige Platz für gestandene Männer um sich mal "auszukotzen".

    Vielleicht ist das Internet aber auch nur das beste Forum, um Gleichgesinnte zu finden.

  17. Re: Mir graust es vor Erbrochenem...

    Autor: WemKannIchGlauben 16.11.10 - 22:41

    > Also, ich hab den Abschiedsbrief auch gelesen und wenn wir beiden von dem
    > selben reden, dann war das keine Gesellschaftskritik, sondern einfach nur
    > extremer Blödsinn. Der Brief hat erstmal verdeutlicht wie irre der Kerl
    > tatsächlich war, sätze wie "Töten sollte normal sein [...] wenn ich deren
    > Kind überfahre und es ihnen nicht passt sollen sie sich halt umbringen..."
    > sind keine Gesellschaftskritik, daran kann man höchstens im Verfasser einen
    > geistig schwerkranken Menschen erkennen.
    Ich weiß nicht auf welchen Brief Du Dich beziehst. Aber Dir ist sicher nicht entgangen, dass immer alle Materialien der sogenannten Amokläufer zensiert werden. Wenn Du damals nach Erfurt den ZYN!-Artikel "Die Rache der Gutmenschen" gelesen hast, dann könnte man auch ohne Probleme aus dieser Glosse einen Aufruf zum Massenmord machen. Von daher glaub nicht alles, was Dir die gleichgeschalteten Medien erzählen! Benutze Deinen eigenen Kopf zum Denken! Benutze mal Occams Razor! Was ist wahrscheinlicher?
    1) jemand, der Töten als normal ansieht, zeigt im Alltag keinerlei psychopatisches Verhalten
    2) jemand wird täglich schikaniert und plant seine "Rache" im Verborgenen
    Übrigens ist auch ein Abschiedsbrief nur ein Teil des Puzzles.

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