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Patente! Segen oder Fluch?

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  1. Patente! Segen oder Fluch?

    Autor: taranus 15.07.05 - 10:34

    Wenn man solche Sachen liest, könnte man als Unternehmer oder zukünftiger Unternehmer manchmal die Flinte ins Korn werfen.

    Patente hemmen die natürliche Entwicklung der freien Marktwirtschaft und spülen nur Geld in einige wenige Taschen (die eh schon überfüllt sind).

    Ein großes Problem hierbei ist vor Allem das sinnlose Patentieren jeder Kleinigkeit, ob massenhaft benötigt und genutzt, oder auch nicht.

    Wie kann das Patentamt auf die Idee kommen, ein Patent für einen Fortschrittsbalken zu genehmigen?

    So etwas ist hirnrissig und schadet der Entwicklung kleiner Unternehmen, welche die wahren Innovationsträger der Weltwirtschaft sind.

    Patente kann sich nicht jede Firma leisten, also profitieren nur die "Großen"!

    Wenn ich mir einen Computer kaufe mit einem Microsoft OS und ein paar Grundprogrammen (beim MS-OS ist ja nichts dabei!) zahle ich doch mindestens 15% nur Patentkosten an die Hersteller von Hard- und Software.
    Vielleicht sogar noch viel mehr.

    Was soll dieser Schwachsinn? Wir sollten uns nicht soviel am amerikanischen System orientieren, sonst geht es bald entgültig mit uns bergab!

    Viele Grüße

    Sven Hüther

  2. Beides -- Unterschied zwischen Industrie- und Softwarepatenten

    Autor: Phil o’Soph 15.07.05 - 10:42

    Der Unterscheid zwischen Patenten auf reale Produktentwicklungen und geistigen Ideen, zeigt sich am vorliegenden Beispiel ganz deutlich.

    Hier wurde keine Hardware erfunden, die das digitale Aufzeichnen ermöglicht, sondern die Idee. Stelle Dir einmal vor, wie die Welt aussähe, wenn jemand die Idee eines Katalysators patentiert hätte. Oder die Idee, dass man Bremsen elektronisch steuern könne (und nicht die fertige Steuerung "ABS").

    Wenn Europa stark bleibt (was ich leider nicht glaube) und solche Beispiele wie das Aktuelle weiter Schule machen, was glaubst Du, wieviele Firmen ihren Sitz nach Europa verlegen würden? Der Verzicht auf computerimplementierte Erfindungen als Standortvorteil?



    Phil o’Soph

  3. Re: Patente! Segen oder Fluch?

    Autor: Uni 15.07.05 - 10:45

    taranus schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wenn man solche Sachen liest, könnte man als
    > Unternehmer oder zukünftiger Unternehmer manchmal
    > die Flinte ins Korn werfen.
    >
    > Patente hemmen die natürliche Entwicklung der
    > freien Marktwirtschaft und spülen nur Geld in
    > einige wenige Taschen (die eh schon überfüllt
    > sind).
    >
    > Ein großes Problem hierbei ist vor Allem das
    > sinnlose Patentieren jeder Kleinigkeit, ob
    > massenhaft benötigt und genutzt, oder auch nicht.
    >
    > Wie kann das Patentamt auf die Idee kommen, ein
    > Patent für einen Fortschrittsbalken zu
    > genehmigen?
    >
    > So etwas ist hirnrissig und schadet der
    > Entwicklung kleiner Unternehmen, welche die wahren
    > Innovationsträger der Weltwirtschaft sind.
    >
    > Patente kann sich nicht jede Firma leisten, also
    > profitieren nur die "Großen"!
    >
    > Wenn ich mir einen Computer kaufe mit einem
    > Microsoft OS und ein paar Grundprogrammen (beim
    > MS-OS ist ja nichts dabei!) zahle ich doch
    > mindestens 15% nur Patentkosten an die Hersteller
    > von Hard- und Software.
    > Vielleicht sogar noch viel mehr.
    >
    > Was soll dieser Schwachsinn? Wir sollten uns nicht
    > soviel am amerikanischen System orientieren, sonst
    > geht es bald entgültig mit uns bergab!
    >
    > Viele Grüße
    >
    > Sven Hüther



    Der Unterschied zwischen "guten" und "schlechten" Patenten macht der Typ vom Patentamt.

  4. Re: Patente! Segen oder Fluch?

    Autor: Tilman Baumann 15.07.05 - 10:52

    Uni schrieb:
    > Was
    > soll dieser Schwachsinn? Wir sollten uns
    > nicht
    > soviel am amerikanischen System
    > orientieren, sonst
    > geht es bald entgültig mit
    > uns bergab!
    >
    > Viele Grüße
    >
    > Sven Hüther
    >
    > Der Unterschied zwischen "guten" und "schlechten"
    > Patenten macht der Typ vom Patentamt.

    Leider tut er das nur theoretisch. De Fakto wird alles bewilligt und Schwachsinn muss erst wieder muehsam rausgeklagt werden.
    Was fuer kleine unternemen teuer wird und welche Bank bezahlt das...

    Das Problem ist die Praxis mancher Firmen jeden geistigen Duenschiss zum Patentamt zu tragen nur um den Aktionaeren dann was von Innovation zu erzaehlen.

    Man muesste mal den gesamtwirtschaftlichen Schaden erfassen der durch Ueberschwemmung der Patentaemter und sinnlose Klagen gegen sinnlose Patente entsteht.

    Haetten wir diese paar Arschloecher nicht muessten wir uns vermutlich auch keine so grossen Sorgen um Softwarepatente machen.

    Also ich meine, sorry. MPEG ist ein Streamingformat. Da ist Timeshifting ein Feature by Design.

  5. Re: Beides -- Unterschied zwischen Industrie- und Softwarepatenten

    Autor: unexist 15.07.05 - 11:28

    Phil o’Soph schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Der Unterscheid zwischen Patenten auf reale
    > Produktentwicklungen und geistigen Ideen, zeigt
    > sich am vorliegenden Beispiel ganz deutlich.
    >
    > Hier wurde keine Hardware erfunden, die das
    > digitale Aufzeichnen ermöglicht, sondern die Idee.
    > Stelle Dir einmal vor, wie die Welt aussähe, wenn
    > jemand die Idee eines Katalysators patentiert
    > hätte. Oder die Idee, dass man Bremsen
    > elektronisch steuern könne (und nicht die fertige
    > Steuerung "ABS").

    In der Regel wird die Idee nur umrissen, von der Umsetzung ist in den meisten Patenttexten ja nie die Rede. Irgendwie klasse, genaugenommen kann man auf alles mögliche jetzt ein Patent anmelden. Irgendwann ist das sicher mal irgendwie möglich und DANN kassiere ich ordentlich ab.

    > Wenn Europa stark bleibt (was ich leider nicht
    > glaube) und solche Beispiele wie das Aktuelle
    > weiter Schule machen, was glaubst Du, wieviele
    > Firmen ihren Sitz nach Europa verlegen würden? Der
    > Verzicht auf computerimplementierte Erfindungen
    > als Standortvorteil?

    Irgendwie bin ich da noch skeptisch, genau aus diesem Grund wird auf die EU Druck ausgeübt werden. Für mich war das Urteil bzgl. der Patente nur ein Aufschub.

    Vielleicht sollte ich mein Studium aufgeben und mich stattdessen Jura widmen? Scheinbar kann man damit im IT-Bereich mehr Geld verdienen.





    Every feature is a bug, unless it can be disabled.

  6. Re: Beides -- Unterschied zwischen Industrie- und Softwarepatenten

    Autor: Otto d.O. 15.07.05 - 23:22

    unexist schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > In der Regel wird die Idee nur umrissen, von der
    > Umsetzung ist in den meisten Patenttexten ja nie
    > die Rede. Irgendwie klasse, genaugenommen kann man
    > auf alles mögliche jetzt ein Patent anmelden.

    Du kannst (theoretisch) nur Dinge zum Patent anmelden, die sich auch anhand der Patentschrift nachbauen lassen.

    > Irgendwann ist das sicher mal irgendwie möglich
    > und DANN kassiere ich ordentlich ab.

    Irgendwann läuft dein Patent aus und dann ist's Sense mit dem Abkassieren.

  7. Re: Beides -- Unterschied zwischen Industrie- und Softwarepatenten

    Autor: Phil o’Soph 16.07.05 - 09:38

    Otto d.O. schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Du kannst (theoretisch) nur Dinge zum Patent
    > anmelden, die sich auch anhand der Patentschrift
    > nachbauen lassen.

    Das gilt leider nicht für "computerimplementierte Patente". Hier werden nur "Methoden" patentiert. Der Erfinder von Gegenständen muss diese genau beschreiben, bis hin zu technischen Zeichungen. Um ein Softwarepatent anmelden zu können, benötigst Du hingegen keine Zeile Code.

    > Irgendwann läuft dein Patent aus und dann ist's
    > Sense mit dem Abkassieren.

    In Deutschland 20 Jahre.


    Phil o’Soph

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